Wir reden über: The Family

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„You’re crazy. – I know.“

Von Luc Besson habe ich bisher lediglich nur zwei Filme gesehen und zwar The Fifth Element und Arthur and the Minimoys, davon hat mir erster sehr gut und zweiter überhaupt nicht gefallen. Wenn man sich also nach dieser Logik richten würde, hätte ich eine 50/50 Chance gehabt, dass sein neuster Film The Family (oder auch Malavita in den meisten europäischen Ländern) mir entweder ebenfalls sehr gut oder überhaupt nicht gefiel. Zum Glück lasse ich mich aber nicht von solchen Kleinigkeiten beeinflussen, weshalb ich absolut unvoreingenommen an den Film heranging zumal der Trailer dazu eigentlich ziemlich genial aussah.

Story:

Nachdem er mehrere seiner Mafia Kollegen verpfiffen hatte, befindet sich Giovanni Manzoni zusammen mit seiner Familie im Zeugenschutzprogramm, das ihn in die tiefste Normandie führt. Zwar nicht komplett angewidert von ihren neuen Leben, doch ziemlich ahnungslos was sie nun damit anstellen wollen, versuchen sich alle Familienmitglieder auf ihre eigene Art so gut wie möglich an die neue Situation anzupassen. So versucht sich Giovanni selbst als Schriftsteller, Mutter Maggie jagt Supermärkte in die Luft, nachdem sie sich von den Einheimischen in ihren Nationalstolz verletzt fühlt, Tochter Belle beginnt eine Affäre mit ihren Mathe Lehrer und Sohn Warren versucht an seiner neuen Schule selber einen fuss ins Mafiageschäft zu setzen.

Stil:

Wird das Konzept Robert De Niro in irgendeiner Art in einem Mafiafilm zu platzieren nicht langsam alt? Möglich aber der gute Mann hat sich nun mal einen Namen mit solchen Rollen gemacht und der Film selbst ist auch eher als eine Parodie auf diese gedacht, wenn auch weit weniger offensichtlich als es zum Beispiel Analyze This bzw. Analzyze That waren. Dies heisst aber noch lange nicht, dass es nicht genügend witzige Momente im Film gäbe, im Gegenteil gerade die Gewalt wirkte auf mich teilweise sehr cartoonhaft aber dies auf eine gute Art, etwa ähnlich einem Tarantino Film, zudem sorgt die Tatsache, dass der Film eine amerikanisch-französische Produktion ist dafür, dass die Gewaltszenen teilweise ziemlich explizit waren ohne aber dabei verstörend zu wirken. Was das Tempo des Films angeht, so ist dieses  teilweise ziemlich rasant und manchmal wird ein bisschen zu schnell von Punkt A zu Punkt B gesprungen aber wenn man sich mal an dieses gewöhnt hat so findet man sich ziemlich gut in der Geschichte zuercht. Ein immer wiederkehrendes Motiv ist auch das Verhältnis von Amerika zu Europa bzw. Frankreich, wobei Witze über Essen, Fettleibigkeit, Imperialismus und D-Day natürlich dabei en Masse serviert werden, was mir als bekennder Kritiker des amerikanischen Lebensstils sehr gut gefiel. Was mich auch sehr gefreut hat, war der Einsatz von zwei Gorillaz Songs während des Films, so ist plötzlich, als die versammelte Mafia aus dem Zug steigt und sich aufmacht um an Giovanni Rache zu nehmen plötzlich Clint Eastwood zu hören und im Abspann erklingt The Binge.

Charaktere:

Wie gesagt Robert De Niro steigt hier wieder in sein gängiges Rollenklischees des Mafiagangster aber mich störte das nicht wirklich, da er seine Sache halt im üblichen Stil durchzog und dabei eigentlich ziemlich ernst blieb, wobei man ihm aber schon hätte vorwerfen können, dass er sich ein bisschen mehr hätte anstrengen können doch wenn er wieder in irgendeiner Art einen seiner neuen Nachbarn und Mitmenschen malträtiert ist das eigentlich schnell wieder vergessen. Doch in dieser Beziehung ist auch seine Familie nicht viel besser, Michelle Pfeiffer mimt die besorgte Hausfrau ziemlich gut und auch sie hat ihre Glanzmomente wobei diese leider aber fast schon alle im Trailer zu sehen sind und daher wenig Raum für Überraschungen liessen. Glee-Sternchen Dianna Agron ist zusammen mit ihren Bruder sicher die überzeugendste Figur und auch wenn sie mehr als einmal das Stereotyp des notgeilen Teenagers befiredigt, so hatte ihre Rolle doch am meisten Entwicklungszeit im Vergleich zu den restlichen Figuren und nur schon allein wegen ihr lohnt es sich dem Film durchaus eine Chance zu geben. Tommy Lee Jones als zuständiger CIA Agent, spielt eigentlich wieder mal nur sich selber aber wer damit ein Problem sollte sich ja sowieso keinen Film ansehen in dem er mitspielt.

Fazit:

Ich kann die schlechten Kritiken die der Film momentan erntet nicht ganz nachvollziehen, klar hüpft die Geschichte teilweise recht stark hin und her und auch die Geschichte selbst ist wirklich das originellste was man je gesehen hat aber dennoch habe ich mich herrlichst amüsiert und die vielen persönlichen Highlight sorgten bei mir während des Films immer wieder für hochgezogene Mundwinkel. Luc Besson scheint hier seine eigene kleine Hommage an das Mafia Film Genre gemacht zu haben und dafür sollte man ihm zumindest ein bisschen Respekt zollen, vor allem dann wenn Robert De Niro plötzlich im Film in einer Vorstellung zu Martin Scorsese’s (der übrigens ausführender Produzent war) Good Fellas sitzt.

Review Rating 8.0

8/10

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2 Responses to “Wir reden über: The Family”


  1. 1 donpozuelo November 25, 2013 um 11:23 am

    Ich will den auch unbedingt sehen… trotz der teils recht miesen Kritiken. Ich sage mir, wenn Martin Scorsese zu dem Film steht, in dem Robert De Niro endlich mal wieder einen Mafiosi spielt, dann gucke ich das 😀


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