Wir reden über: Ender’s Game

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„I’ll do everything I can to win this war.“

Literatur ins Kino zu bringen ist kein einfaches Unterfangen, besonders wenn es sich dabei um klassisches Literatur handelt, denn meistens haben die Fans eine ziemliche genaue Vorstellung davon wie ihr Lieblingsbuch auf der grossen Leinwand umzusetzen ist und welche Schauspieler dafür verpflichtet werden sollen. Der Science Fiction Roman Ender’s Game, kann man zwar noch nicht in selben Atemzug wie etwa Great Gatsby oder Of Mice and Men erwähnen aber mit seinen 28 Jahren hat es doch auch schon eine gewisse Fangemeinde angesammelt, die genug wählerisch ist um über Erfolg oder Misserfolg des Films zu entscheiden oder ihm zumindest ein paar freundliche oder eben weniger freundliche Youtube Videos zu widmen.

Story:

Nachdem die Erde in einer distopischen Zukunft von den Formics, einer insektoiden Alienrasse angegriffen wurde, aber diese mit viel Mühe und Verlusten in die Flucht geschlagen wurden, tut die Menschheit alles um dies nie wieder geschehen zu lassen. Um dies zu erreichen sucht man nun unter den Kindern, die klügsten und begabtesten Taktiker heraus um sie in Militärakademien zu grossen Strategen auszubilden um sie dann im Kampf gegen die Formics einzusetzen. Ein Teilnehmer an diesem Rekrutierungs-Programm ist Andrew Wiggin genannt „Ender“, der entgegen, der weltweit geltenden Zwei-Kind Politik, als drittes Kind zur Welt kam, da sein Bruder als zu brutal und seine Schwester als zu sanft galt. Schnell stellt sich heraus, dass Ender sich mehr als nur gut macht und schnell als überragendes Talent gilt, doch der Neid und das Misstrauen seiner Mit-Rekruten lässt dadurch nicht lange auf sich warten.

Stil:

Bedingt durch die vielen Science Fiction Filme, denen ich dieses Jahr „ausgesetzt“ war, beginne ich langsam dieses Genre immer mehr zu schätzen und auch dessen Vorzüge zu sehen, denn meistens versteckt sich hinter dem Deckmantel der Zukunftsvision eine ziemlich ungeschminkte Gesellschaftskritik, die auch noch Jahre nach der Veröffentlichung des Buches bzw. des Films noch höchst aktuell ist. Hier ist es ganz klar ein Appell gegen Kindersoldaten, denn auch wenn die Story die jungen Rekruten als strahlende Hoffnungsträger der Menschheit darstellt ist es doch offensichtlich, dass die kalte und lieblose Umgebung einer Militärakademie mehr als nur Heimwehgefühle in den Kindern hervorruft und vor allem Ender mehr als Mühe hat seinen Platz zu finden auch wenn er fast schon sein ganzes Leben auf diese Aufgabe vorbereitet wurde. Trotz des Zeitunterschiedes von fast 30 Jahren, wirkt der Übergang vom 80er Jahre Roman zum modernen CGI Blockbuster nie wirklich unglaubhaft und Regisseur Gavin Hood schafft es geschickt diesen für mich doch sehr essentiellen 80 Jahre Science Fiction Charme einzufangen, was wohl vor allem dem teilweise doch sehr eingeengten Set in der Raumstation zu verdanken ist. So überrascht es mich dann auch nicht dass ich, aufgrund der doch sehr ähnlichen Thematik, von Kindern als letzte Hoffnung für die Menschheit, mehr als nur einmal an Neon Genesis Evangelion erinnert wurde.

Charaktere:

War Asa Butterfield in Hugo, zwar auch schüchtern und durch den Verlust seiner Familie sogar verstört, ist er doch in der Lage seine Kindlichkeit voll auszuleben, der Asa, den wir hier in der Rolle des Ender sehen, ist bedingt durch das knallharte Training, dass er in der Militärakademie durchleben musste, bereits ziemlich gefühlsarm geworden und mehr als einmal scheint auch seine aggressive Seite durch und ich bin mir ziemlich sicher in nicht einmal während des Films lachen gesehen zu haben, dennoch sieht man dann zwischendurch auch immer wieder seine menschliche Seite, vor allem dann wenn er mit seine Schwester Valentine, gespielt von Abigail Breslin, vereint ist, was dem Charakter dadurch wieder viel zusätzliche Glaubwürdigkeit verleiht. Weltraum und Science Fiction Veteran Harrison Ford als Colonel Graff steht dabei stets wachend über ihm, wobei Ford hier die pure Essenz eines harten und auf den Sieg erpichten (US) Armee Oberst darstellt, doch es ist nun mal Harrison Ford und da ist eigentlich jede Rolle die er spielt cool. Als wichtigste Mitkadetten in der Akademie sind da besonders Hailee Steinfeld (True Grit) als mitfühlende Petra und Moises Arias (jap der Moises Arias aus Hannah Montana!!) als neidender Commander Bonzo zu erwähnen, die zwar ebenfalls ziemlich Stereotypen verkörpern, aber dies mit ihren überzeugenden Leistungen schnell wieder wett machen. Wer jetzt, vor allem aufgrund der Trailers, auf viel Ben Kinglsey hofft, den muss ich leider ein wenig enttäuschen, denn gesamthaft ist er etwa fünfzehn Minuten im Film zu sehen und taucht dazu auch erst zirka nach einer Stunde im Film auf, wobei man ihm genau wie Harrison Ford schnell verzeiht, da der Gute sogar einen Sack Reis spielen könnte und ich es geil finden würde, zudem sieht er mit Maori Tattoo mehr als nur badass aus!

Fazit:

Wie gesagt, ich glaube langsam aber sicher werde ich immer mehr zu einem Science Fiction Fan, vor allem dann wenn die Message dahinter stimmt, was sie hier zweifellos tut. Daneben überzeugt der Film mit einen soliden bis sehr gutem Cast und wer sich nicht an gelegentlichen Klischees und Stereotypen stört wird sowieso seine Freude an dem Streifen haben. Einzig das Ende lässt ein paar Fragen im luftleeren Raum schweben, doch wie ich Hollywood kenne, werden diese sicher in Bälde in einer Fortsetzung beantwortet, um das ich mir aufgrund der Qualität des Filmes, mometan noch keine Sorgen mache.

Review Rating 8.0

8/10

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6 Responses to “Wir reden über: Ender’s Game”


  1. 5 spanksen Oktober 29, 2013 um 5:44 pm

    Mmmh, doch so gut, oder doch schlecht? Werde mir wohl mein eigenes Urteil bilden und am WE reingehen. Kannst mich übrigens auch mal wieder besuchen kommen 😉


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