Wir reden über: Filth

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„What made you join the Force? – Police oppression, brother. – You wanted to stamp it out from the inside? – No, I wanted to be a part of it.“

Richtig gute Charakterdramen zu schreiben ist keine einfache Sache, es ist zwar leicht einen Helden von ganz oben nach ganz unten fallen zu lassen aber wenn man dann ein richtiges Arschloch trotz seiner Taten gut o der zumindest glaubhaft aussehen lassen will, braucht man als Autor schon ein  bisschen Fingerspitzengefühl. Wenn ein Film dann aber sich selbst den Titel Filth aufs Plakat schreibt, kann man davon ausgehen, dass der Hauptcharakter, doch sicher das ein oder andere Problemchen haben wird.

Story:

Detective Sergeant Bruce Robertson ist  ein Arschloch wie es im Buche steht, er ist intrigant, versoffen und korrupt, er schnupft Kokain und vögelt die Ehefrau seines Kollegen. Trotzdem sieht Bruce in sich den richtigen Mann für den Posten des Detective Inspectors und tut alles dafür um diese Beförderung auch zu erhalten, sei es nun Intrigen unter seinen Kollegen zu spinnen oder das Einsetzen von unfairen Mitteln in der Aufklärung eines Mordfalls, der für diese Beförderung entscheidend sein könnte. Doch durch diese Spielchen gerät Bruce immer mehr in den Sog eines Teufelskreises, der alles um ihn herum mit sich reist und je länger je mehr dessen Beförderung in Gefahr bringen, die er doch so dringend braucht.

Stil:

Gleich zu Beginn macht einem der Film gleich zwei Dinge mehr als deutlich, erstens er ist schottisch und das nicht zu knapp und zweitens, Bruce ist eine wahre Drecksau. So wird dann auch mit Kraftausdrücke und Schweinerein der feinen schottischen Art nicht wirklich hinter dem Berg gehalten und sensible Zuschauer könnten so doch mehr als nur einmal während des Films leer geschluckt haben, doch werden diese Garstigkeiten nicht einfach nur aufgrund der blossen Provokation gezeigt, sondern dienen jedes Mal als Mittel um die Tragik rund um Bruce herum zu festigen und zu vertiefen. Startet der Film anfangs noch in einer, zwar äusserst unflätigen aber dennoch sehr lockeren Art, wird spätestens in der Hälfte davo klar, dass Bruce nicht ohne Grund so ist wie ist er ist und ihn mehr als nur ein paar Dämonen plagen, wodurch der Film eben zu jenem feinfühligen Charakterdrama wird auf das ich in der Einleitung schon hingewiesen habe.

Charaktere:

Man merkt James McAvoy an, dass er sichtlich Spass hatte in die Rolle dieser Drecksau mit schottischem Akzent zu schlüpfen, die doch ein ziemlicher starker Kontrast zu dem ist, was man sonst momentan von ihm im Kino so zu sehen kriegt. Den Balanceakt zwischen totalen Arschloch und bemitleidenswertem Versager meistert er ebenfalls mehr als bravourös, weshalb ich der Figur selbst auch nie wirklich böse sein konnte und ich mich fast ein bisschen dafür schäme, dass ich mehr als nur einmal herzhaft über Bruces Untaten gelacht habe. Daneben glänzen aber auch die Nebendarsteller, welche zwar genug unter Bruce Taten leiden müssen aber dann doch auch alle ihre Glanzmomente haben, wie zum Beispiel ein unter Penisneid leidender Jamie Bell (Billy Elliot), Eddie Mardsen mit Riesenbrille und Pullunder und Jim Broadbent als verrückter Psychiater, der Bruce immer wieder in seinen Drogenräuschen heimsucht.

Fazit:

Filth ist schottisch, versaut und knallhart, wer sich an diesen Punkten nicht stört wird seine helle Freude an dem Film haben, zwar vollzieht er wie gesagt etwa in der Hälfte eine krasse Tonänderung, doch kommt diese nicht ohne Grund und leistet einen essentiellen Beitrag dazu den Charakter von Bruce besser zu begreifen. James MCAvoy allein ist aber schon Grund genug dem Film eine Chance zu geben, den so eine geile Drecksau hat man sicher seit langem nicht mehr im Kino gesehen. Blody hell!

Review Rating 9.0

9/10

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4 Responses to “Wir reden über: Filth”


  1. 1 donpozuelo Oktober 28, 2013 um 11:34 am

    Das Buch war schon ziemlich gut, auf den Film freue ich mich auch schon sehr. Zumal der ja auch fast überall gut wegkommt 😉


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