Wir reden über: The World’s End

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„Get back in your rocket, and fuck off back to Legoland you cunts!“

Ich liebe Edgar Wright! Spätestens seit Scott Pilgrim Vs. The World gehört der Mann zu einem meiner Lieblingsregisseure. Aber auch schon vorher überzeugte er, mit zwei tollen Filmen, namens Shaun of the Dead und Hot Fuzz, die ja beide Bestandteil, der sogenannten „Cornetto Trilogie“ sind. Der dritte Teil mit dem ach so vielversprechenden Titel The World’s End, sollte ja ursprünglich auch bei uns in der Schweiz in die Kinos, eigentlich logisch, da ja die Vorgänger mittlerweile Kultstatus geniessen, doch die hiesigen Kinobetreiber entschieden sich dann Unisono den Film spontan aus dem Programm zu nehmen, da Wright Filme offenbar nicht so sehr ziehen. Aber als dann die Fans doch ziemlich Sturm gelaufen sind, wurde er dann doch an einem sogenannten Special Screening trotzdem gezeigt, wo auch ich zufällig im Publikum sass.

Story:

Gary King hat nur eines im Kopf, in seiner Heimatstadt Newton Haven, einmal einen Pub-Crawl durch zu ziehen und auf der sogenannten Goldenen Meile sich in den 12 Pubs, angefangen vom First Post bis zum sagenumwobenen The Worlds End, volllaufen zu lassen. Doch da alleine bechern ja langweilig ist, trommelt Gary seine alten Jugendfreunde Peter, Oliver, Steven und Andy zusammen um gemeinsam mit ihnen auf Sauftour zu gehen, worauf diese zwar trotz anfänglicher Bedenken und familiärer Verpflichtungen dann auch einwilligen. Doch als sie dann die ersten paar Pubs abgeklappert haben, müssen sie feststellen, dass in Newton Haven doch nicht mehr alles genauso wie vor 20 Jahren ist.

Stil:

Wer Shaun of the Dead oder Hot Fuzz kennt, weiss natürlich schon im Voraus, dass Regisseur Wright uns hier nicht einfach eine x-beliebige Kneipentour vorsetzt, sondern dass auf halbem Weg so sicher das ein oder andere schief gehen könnte. Tatsächlich kommt es dann auch wirklich so wie es kommen muss und was die Story angeht übertrifft man die Vorgänger gleich nochmal um ein grosses Stück und es macht wirklich Spass Simon Pegg und Nick Frost zu zusehen wie sie sich jetzt nach Zombies und  wahnsinnigen Rentnern, mit ausserirdischen Robotern prügeln. So wahnsinnig dieses Konzept auch ist,  so gut fügt es sich dann aber in die Gesamtstory ein und man kauft dem Film diese Geschichte jederzeit und zweifelsfrei ab und der Kreis zu den anderen zwei Teilen, die ja storytechnisch, zwar überhaupt nichts miteinander zu tun haben aber vom Ton her ja mindestens genauso irrsinnig wie dieser Teil sind, schliesst sich nahtlos. Der Humor selbst ist dann eine herrlich wunderbare Mischung aus lockerem schwarzem Humor, wobei dies sicher auch dem mittlerweile wunderbar eingespielten Dream Team Pegg-Frost zu verdanken ist.

Charaktere:

Auch hier übernimmt natürlich Simon Pegg die tragende Hauptrolle, doch anders als in der Vorgängern spielt er keinen gelangweilten Arbeiter oder workoholischen Cop, sondern einen doch ziemlich jerkigen aber dennoch liebenswerten Säufer, wobei mir diese Vorstellung von ihm definitiv am besten von seinen drei Cornetto Rollen gefallen hat. Nick Frost steht ihm dann hier für einmal als Stimme der Vernunft gegenüber auch wenn die Beziehung zwischen den Zwei in diesem Film nicht ganz so eng ist, wie sie es in den vorherigen Teilen war, was aber sicher auch am erweiterten Hauptcast  lag, doch trotzdem stimmte auch hier die Chemie vollkommen und man merkt, dass die beiden auch im echten Leben die besten Freunde sind. Neben diesen Zweien gesellten sich zum Ensemble dann unter anderem Martin „Bilbo Watson“ Freeman, Paddy Considine und Eddie Marsan als Garys Saufkumpanen die alle durchaus auch ihre Glanzmomente haben dürfen. Mit Rosamunde Pike und Pierce Brosman, konnteman nach Timothy Dalton in Hot Fuzz, konnte Wright erneut weitere ehemalige Schauspieler aus einem James Bond Film gewinnen, wobei ich mich angesichts der Behandlung von Dalton und Brosman jetzt rückblickend langsam frage ob der gute Edgar etwa etwas gegen den Agent 007 oder zumindest dessen Darsteller hat. Das obligatorische Bill Nighy Cameo darf dann natürlich auch nicht fehlen, und obwohl man hier nur seine Stimme hört ist es sicher sein Bestes bis jetzt.

Fazit:

Das Eis ist gegessen aber ein fahler Nachgeschmack bleibt keineswegs zurück, im Gegenteil es war sogar noch köstlicher als ich es mir vorgestellt habe. Bis jetzt immer Hot Fuzz als mein Favorit aber hier stimmte einfach die Mischung von Humor und Action noch ein kleines bisschen besser und wie gesagt Pegg spielt einfach wunderbar. Das einzige was ich dem Film noch ein bisschen ankreiden könnte, ist dass das Ende nicht so wirklich ins Gesamtbild passte aber das ist dann auch wirklich jammern auf hohen Niveau, denn auch so war der Film grandios und ich verstehe nicht wieso man ihn nicht einfach regulär ins Kino brachte, denn ich bin mir sicher Jeder würde sofort und gerne dafür zahlen um diese Tolle Stück britischen bzw. wrightischen Humors zu sehen.  Zum Schluss möchte ich noch doch bitte anmerken, dass ich unbedingt und ganz fest einen eigenen Film über Van Helsing Simon Pegg der in einer Mad Max Welt mit seinen Roboter Kumpels das Böse bekämpft sehen will! Ja? Danke!

Review Rating 9.5

9.5/10

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6 Responses to “Wir reden über: The World’s End”


  1. 1 donpozuelo September 24, 2013 um 9:20 am

    Ich muss ja sagen, dass HOT FUZZ nach wie vorher mein absoluter Favorit der Cornetto-Trilogie ist.

    Bei der 007-Geschichte frage ich mich immer, ob Wright vielleicht damit andeuten will, selbst man einen Bond zu drehen. 😉 Den würde ich auf jeden Fall schauen 😉

    • 2 maloney September 24, 2013 um 3:38 pm

      Bei Hot Fuzz ist das Gag Feuerwerk einfach breiter und der Höhepunkt besser ausgearbeitet aber mir gefallen beide etwa gleich gut.

      Wäre sicher eine tolle Homage an die Roger Moore Filme, die ja auch eher auf witzigen Seite waren.

  2. 3 sisterbloom September 24, 2013 um 6:04 pm

    Den hab ich vor ein paar Wochen in der Sneak Preview gesehen. Da ich vorher noch nichts von dem Film gehört hatte und daher ohne das kleinste Bisschen Ahnung bzgl. der Handlung im Kino saß, wusste ich nicht, was mich erwartet. Umso verwirrter war ich, als es zu dieser gewissen Wenung in der Handlung kam. Aber so nach und nach erkannte ich die Schauspieler wieder und da machte das ein oder andere plötzlich Sinn.
    Ich hab auf jeden Fall sehr gelacht. 🙂


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