Wir reden über: The Congress

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“We wanna scan you, all of you, your emotions, your laughter, your tears. We want to sample you and to own this thing called Robin Wright.”

Realfilme und Animationsfilme  sind zwei ganz verschiedene Medien. Während Filme mit echten Schauspielern natürlich in erster Linie dazu dienen, den Darstellern eine Plattform bieten, möglichst viele Emotionen zu zeigen und dabei noch eine gute Geschichte zu erzählen, ist die Animation das Portal zu allem Unmöglichen. Bei einer Zeichnung sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und man kann erschaffen was man will. Wenn man diese zwei Kunstformen verbinden möchte, kann dies entweder sehr gut herauskommen, wie dies zum Beispiel bei Who Framed Roger Rabbit? der Fall war, bei dem man gekonnt einen Krimi mit der irrwitzigen Welt der Toons verbunden hat oder aber auch gründlich in die Hose gehen, wie man am Beispiel von Ralph Bakshi’s Cool World gesehen hat, wo man vor lauter animierten und nicht-animierten Wahnsinn völlig das Ziel aus den Augen verlor. Ob The Congress, nun in erstere oder zweite Kategorie fallen würde, konnte ich im Vorfeld überhaupt nicht sagen, da ich keine Ahnung hatte was ich von den Trailern dazu halten sollte aber die vielen positiven Kritiken bestärkten mich dann doch dazu dem Film eine Chance zu geben.

Story:

Nachdem Schauspielerin Robin Wright, durch ständige Absagen und Terminprobleme nicht mehr wirklich die gefragteste Person im Showbusiness ist, holt ihr Agent für sie einen letzten und entscheidenden Deal heraus, doch dieser hat es sich so ziemlich in sich. Mithilfe von modernster Technologie soll ihr Aussehen aber auch ihre ganze Persönlichkeit eingescannt werden und dann für Filme jeglicher Art verwendet werden, ohne dass die richtige Robin jemals wieder einen Finger rühren oder ein Set betreten müsste, wobei die einzige Bedingung dabei ist, dass sich Robin komplett von der Schauspielerei zurückzieht.

Stil:

Ich bin ziemlich sicher, dass ich nicht der erste bin der das sagt aber mein Gott was für ein Trip! Die Frage ist nur was ich jetzt davon halten soll. Der Film lässt sich sehr gut in zwei Teile aufteilen, da wäre zuerst der Realfilmteil, der vor allem zur Einführung der Charaktere und dem aufgleisen der Geschichte dient, wobei mir hier fast das Tempo teilweise ein wenig zu langsam war, da man sich zu oft mit langatmigen Dialogen aufhielt, was mich persönlich aber nicht gross gestört hat, aber ich doch das Gefühl hatte, dass in der Vorführung in der ich war, viele Zuschauer sich ab diesen doch sehr gelangweilt haben. Der zweite und natürlich weitaus gehyptere Teil, war dann ganz klar der animierte Part, der in Stil und Design eine unübersehbare und offensichtliche Anspielung an die Fleischer Cartoons der 20er und  30er Jahre war. Hier war es dann aber auch als der Film begann kompliziert und verwirrend zu werden, man merkte zwar, dass die Macher offenbar sehr viel Gesellschaftskritik über wollten aber dies unter der dicken Schicht von Surrealismus und psychodelischen Bildern nicht immer ganz deutlich wurde, es gibt mit der Scannung der Schauspieler oder Gott-CEO Reeve Bobs (na wer könnte da wohl parodiert worden sein?) zwar genug gute Ansätze aber besonders am Ende verliert sich der Film dann doch zu sehr in seiner eigenen Philosophie und Träumerei und wirkt dann fast zu wirr.

Charaktere:

Robin Wright, Harvey Keitel, Paul Giamatti  oder Jon Hamm, der Cast kann sich durchaus sehen lassen und so ist die Leistung der Schauspieler auch dementsprechend gut. Robin Wright spielt, trotz der Tatsache, dass der Film in einer fiktiven Realität stattfindet sich selbst, doch trotzdem war es sicher eine Herausforderung für sie, hier dieses doch anfangs ziemlich müde wirkende Abbild ihrer selbst zu spielen, doch sie meistert diese Aufgabe vorzüglich und schafft es auch durchaus glaubhaft ihrer animierten Version diesen Hauch von Hilflosigkeit und Verlorensein einzuhauchen. Leider ist sie dann aber auch die einzige des Ensembles, mit Ausnahme von Jon Hamm, die auch im animierten Teil mitspielen darf.

Fazit:

Es gibt gute Filme, es gibt schlechte Filme und das gibt es Filme von denen man nicht genau weiss, was man von ihnen halten soll. Ich war vor allem wie gesagt, dank der vielen guten Kritiken ziemlich gespannt auf den Film obschon ich keine Ahnung hatte was mich erwarten würde. Vielleicht habe ich zu wenig Drogen genommen oder andere Leute einfach zu viel aber so wirklich kann ich mit den bisherigen Kritikern nicht übereinstimmen. Klar die Bilder sind super und die Schauspieler toll aber mir war vor allem der letzte Akt viel zu verwirrend und ich bin mir nicht sicher ob die Macher doch nicht mehr erzählen wollten, als sie dann schlussendlich schafften was mich, um nochmals auf die Einführung zurück zu kommen, dann wieder fast ein wenig an Cool World erinnerte. Es tut mir wirklich leid, denn ich möchte den Film wirklich mögen und vielleicht braucht es auch nur eine zweite Sichtung dazu, aber im Moment weiss ich einfach noch nicht genau was ich vom Film halten soll. Ich bitte wirklich vielmal um Verzeihung!

Review Rating 5.0

5/10

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4 Responses to “Wir reden über: The Congress”


  1. 1 donpozuelo September 16, 2013 um 9:39 am

    Ich bin ähnlich verwirrt aus dem Kino gestolpert. Krasser LSD-Trip von einem Film, aber etwas krass in der Story. Allerdings muss ich Folman hoch anrechnen, wie viel er doch vom Original-Buch übernommen. Ich glaube auch, dass „The Congress“ mehrere Sichtungen benötigt, würde ihn aber nicht so mit 5 Punkten „abstrafen“ 😉 (Aber mehr dazu am Mittwoch)

    • 2 maloney September 16, 2013 um 6:12 pm

      Das Buch kenn ich (noch) nicht, ist das etwas ähnlich verworren?

      Von „abstrafen“ kann nicht die Rede sein, denn mit den fünf Punkten wollte ich einfach möglichst neutral bleiben, da ich mich einfach nicht für eine genaue Wertung durchringen konnte, deshalb gibt’s halt 50/50, nicht schlecht und auch nicht gut!

  2. 3 Dos Corazones September 22, 2013 um 5:13 pm

    Ich habe es schon bei Don geschrieben: Dass der Film im letzten Drittel zusehends verwirrt und man auch als Zuschauer kaum noch entziffern kann, was überhaupt passiert, was wahr ist und was nicht, passt einfach zum gesamten Stil. Denn der Zuschauer ist fast ausschließlich an den Blick und das Wissen von Robin Wright gebunden, die eben auch nicht mehr Traum und Realität zu unterscheiden weiß. Letztlich ist der irre Trip durch (Alp-)Traumwelten also meiner Meinung nach nur eine logische Konsequenz.

    Und zum Stil muss man wohl gar nichts sagen, der ist über jeden Zweifel erhaben und ich habe auch noch nichts negatives darüber gelesen. Wobei ich deiner Einschätzung durchaus folgen kann, dass die Realspielfilm-Hälfte ein sehr ruhiges Pacing hat, was ich aber von vielen Filmen mittlerweile gewohnt bin und mich auch nicht wirklich stört.

    • 4 maloney September 23, 2013 um 9:57 pm

      Stimm dir absolut zu, ich weiss nicht genau was sich die Macher gegen Ende erhofft haben aber das ende verwirrt mehr als das es wirklich zum nachdenken anregt auch wenn das natürlich auch nur rein subjektiv sein könnte.

      und ja über den Stil beklagt sich auch niemanden, der ist eine wunderbare Anspielungen auf die ersten und frühen Cartoons und sowas zieht natürlich immer. 😀


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