Wir reden über: The Addams Family

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„Don’t torture yourself, Gomez. That’s my Job“

Letztes Jahr versuchte sich Kultregisseur Tim Burton an einer Kino-Adaption der ziemlich morbiden 60er Serie Dark Shadows und scheiterte, kläglich daran, sowohl in Stil als auch im E rzählerischen, doch woran mag dies gelegen haben? An der Tatsache, dass der Film auf einer Serie mit viel zu vielen Episoden basiert, und es daher beinahe unmöglich alle Handlungsstränge auf einmal in einem Film zu quetschen? Vielleicht, doch es gab schon mal einen Versuch eine etwas seltsame Familie, die ihr Debüt mit einer Fernsehserie feierte (um ganz ehrlich zu sein mit ein paar Comicstrips aber das ist jetzt Haarspalterei) zu verfilmen und damals hat es eigentlich ziemlich gut geklappt. Der Name dieser Familie? The Addams Family!

Story:

Seit Jahren vermisst, Gomez Addams, seines Zeichens Oberhaupt, der etwas schrägen Familie Addams, seinen Bruder Fester, der nach einem heftigen Streit plötzlich verschwunden ist. Eines Abends taucht aber Fester, beziehungsweise jemand der aussieht wie dieser auf und behauptet der langersehnte Bruder zu sein. Während fast alle Familienmitglieder, allen voran natürlich Gomez, Diesen wieder mit offenen Armen willkommen heissen, hegt Tochter Wednesday noch einige Zweifel ob dies wirklich auch wirklich ihr Onkel Fester sei, vor allem darum weil mit dessen Auftauchen, auch die Psychologin Dr. Greta Pinder-Schloss im Anwesen der Addams Einzug hält und behauptet, Fester’s persönliche Seelenklempnerin zu sein, seit sie diesen aus dem Bermuda-Dreieck gefischt hat.

Stil:

Wie gesagt ist es nie leicht einen Film zu drehen, der schon auf einer bestehenden Serie basiert aber auch gleichzeitig einen Neuanfang wagt, da so viele, dem Zuschauer ans Herz gewachsene Figuren aber auch Schauplätze ausgetauscht werden müssen. Dennoch würde ich sagen Regisseur Barry Sonnenfeld hat hier einen ziemlich guten Job gemacht, obwohl ich noch kurz anmerken muss, dass ich von der 60er Jahre Sitcom bzw. Cartoon Serie nicht wirklich viele Folgen gesehen habe und mehr The Munsters zugetan war, obschon ich jetzt im Rückblick sagen muss, dass Addams Family einen wesentlich bissigeren Humor hatte und auch gesellschaftskritischer war. Die Handlung selbst ist dann recht schnell erzählt und kennt man auch schon von anderswo her aber  sie erfüllt ihren Zweck und es sind dann sowieso die vielen Details und Gags, die den grossen Charme des Films ausmachen, wie zum Beispiel das Verhalten der Addams zueinander aber auch „normalen Menschen“ gegenüber oder die vielen schwarzhumorigen und makaberen Witze, die man so gar nicht in einer familienfreundlichen Komödie erwarten würde, aber wie gesagt das ist die Addams Family und daher geht das schon in Ordnung.

Charaktere:

Hier kann ich wirklich den Machern nur ein grosses Lob aussprechen, denn die Hauptrollen sind durchs Band genial besetzt worden, angefangen beim, leider viel zu früh verstorbenen, Raul Julia als Gomez, Anjelica Huston als Morticia, Christopher Llyod als Fester, der ganz klar als der Hauptcharakter des Film angepriesen wurde, auch wenn er selbst gar nicht so viel zu tun kriegt aber dennoch überzeugt und dann der ganz klare Star des Films, Christina Ricci als Wednesday Addams, die mit ihrer melancholisch-diabolischen Art wohl so ziemlich jeden Goth oder Emo vor Neid wahrscheinlich noch ein wenig bleicher werden lassen könnte. Man merkt ihr jede Sekunde des Films an, dass sie für diese Rolle geboren wurde und es daher fast ein wenig eine Schade ist, dass sie nachdem sie älter wurde, zusehends in mittelmässigen Filmen zu sehen war, um mit Casper, Bucky Larson: Born to be a Star oder Smurfs 2 nur einige zu nennen, denn das Mädchen bzw. die Frau hat oder zumindest hatte durchaus mehr als nur grosses Talent.

Fazit:

Ich habe nicht ohne Grund in der Einleitung, Tim Burtons Dark Shadows erwähnt, denn die Parallelen zwischen den beiden Filme lassen sich nicht von der Hand weisen. Beide Streifen befassen sich mit einer etwas seltsamen Familie und der Rückkehr eines lang verschollenen Angehörigen, zudem basieren Beide auf bereits existierenden Serien und wagten eine neue Herangehensweise daran, Burton in der Form eines Fantasy-Blockbusters und Sonnenfeld als tiefschwarze Komödie. Dennoch geht Sonnenfeld ganz klar als Sieger aus dieser Gegenüberstellung hervor, denn während Burton viel zu viel in einen einzigen Film packen will, überzeugt The Addams Family mit einer einfachen Geschichte, tollen Schauspielern und vielen witzigen  und bösen Gags, an denen sich einfach Jeder erfreuen kann. Einzig den Addams Rap im Abspann hätte man getrost weglassen und lieber das legendäre Addams Family Theme hätte spielen können.

Review Rating 8.0

8/10

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4 Responses to “Wir reden über: The Addams Family”


  1. 1 Julian August 27, 2013 um 8:23 pm

    Ich liebe den Film. Leider läuft der fast nie im TV (im Gegensatz zu Teil 2) und ne DVD gibt’s m. W. auch nicht. Aber neulich gabs den endlich mal wieder im Pay TV. Die Comics kenne ich. Aber – ich hatte sie bis eben vergessen! Anyway. Die Serie mag auch ein väterlicher Freund von mir – und der hats nicht so mit Gruselkram. Christina Ricci ist richtig top, man siehts z. B. in Black Snake Moan und in Capser, Angst und Schrecken in Las Vegas, Anything Goes, Sleepy Hollow und – ein wunderbarer Weihnachtsfilm – Penelope.

  2. 2 maloney August 27, 2013 um 8:39 pm

    Eine Neuauflage der DVD erscheint bald und vom zweiten Film gabs nie eine. :/

    Casper finde ich heute ziemlich schlecht halt 90s all over, Fear and Loathing war ja nur ein Cameo und Black Snake Moan und Penelope muss ich noch unbedingt sehen.

  3. 3 donpozuelo August 28, 2013 um 9:07 am

    Ein toller Film. Von der Serie habe ich auch nie wirklich was gesehen… war da wie du eher bei „The Munsters“. Aber ich mag die Filme auch sehr… und zum Thema Ricci: „Black Snake Moan“ ist wirklich super!!! 😉


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