Wir reden über: Parks and Recreation

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„Hey park lady! You suck! – Hear that? He called me park Lady :)“

Sitcoms sind immer Geschmackssache, so bin ich persönlich kein Fan von den vielen so geliebten Rom-Com Sitcoms wie zum Beispiel Friends, Will & Grace oder aber auch in jüngerer Zeit How I Met Your Mother, da dort ja eigentlich die meisten Gags fast nur durch Sex definiert werden. Da sprechen mich Serien die Probleme und Gegebenheiten aus dem alltäglichen Leben ansprechen um einiges mehr an, weshalb King of Queens oder Malcolm in the Middle, die sich vor allem mit familiären Problemen auseinander setzen, auch zu meinen All Time Favourites gehören. Doch neben der Familie ist natürlich auch das Berufsleben ein grosser Thema in der Comedy, wobei da sicher The Office das beste Beispiel dafür ist, doch auch eine andere Serie hat sich der Dokumentation des Berufsleben seiner Protagonisten gewidmet, wobei Parks and Recreation aber gleich dazu noch das ganze Umfeld und Privatleben mitzeigt.


Story:

Leslie Knope ist stellvertretende Leiterin der Parkbehörden von Pawnee, im US Bundesstaat Indiana (welche sich aber bei weitem nicht ausschliesslich auf Parkgestaltungen beschränken) und ein echter Workaholic, nachdem sie bei einem öffentlichen Podium erfährt, dass in Pawnee offenbar ein grosses Grundstück völlig brach liegt, sieht sie ihre Chance gekommen sich mit der Schaffung eines neuen Parks sich und ihrer Stadt ein Denkmal zu setzen. Doch wie es nun mal so ist, mahlen die Mühlen der Bürokratie sehr langsam und so muss Leslie, bis dort überhaupt erst einmal ansatzweise eine Grünflache entstehen kann, sich durch diverse Paragraphen, Anträge und zig weitere Podien kämpfen, wobei ihr aber ihre Mitarbeiter bzw. Freunde, zwar teilweise mehr schlecht als recht, aber dennoch immer zur Seite stehen.

Stil:

Ursprünglich als Spin-Off von The Office geplant, haben die beiden Autoren Greg Daniels und Michael Schur, diese Idee schnell wieder verworfen um etwas eigenes zu erschaffen, wobei man aber den charakteristischen Mockumentary Stil behielt, wohl auch um anfangs ein wenig Produktionskosten zu sparen. Was mir am Humor der Serie extrem gut gefällt ist, dass sich die meisten Gags so anfühlen als ob sie völlig per Zufall oder aus reiner Improvisation entstanden sind und daher in keiner Art und Weise erzwungen wirken, und man deshalb auch viel Situationscomedy in die Serie eingebaut wurde, die durch den simplen Filmstil teilweise auch fast ein wenig an eine versteckte Kamera erinnern. Der Erzählstil der einzelnen Folgen ist ziemlich leicht und beschränkt sich nicht nur auf die Haupthandlung sondern, streut auch immer wieder kleine Nebenhandlungen für anderen Charaktere ein die meistens für rein humoristische Zwecke herhalten aber dennoch wichtige Elemente zur Gesamtstory beitragen und teilweise sogar recht ernste Themen wie Schwangerschaft, Bindungsängste und Beziehungen zwischen Arbeitskollegen thematisieren.

Charaktere:

Natürlich dreht sich der Grossteil der Handlung um Amy Poehlers Leslie, wobei man ihr anmerkt, dass sie es liebt diese übermässig, gut gelaunte, etwas naive aber trotzdem äusserst ehrgeizige Bürokratin zu spielen, wobei bei ihr aber ganz klar, die meiste Comedy offensichtlich unfreiwillig oder durch ihre Unwissenheit bzw. Naivität in gewissen Standartsituationen ensteht. Daneben stechen aber für mich vor allem ganz klar zwei Charaktere heraus, zum einen ist da Aubrey Plaza (Julie Power, Scott Pilgrim vs. The World) als zynische, sarkastische und diabolische Praktikantin April Ludgate, wobei die Macher selbst bestätigt haben, dass die Rolle eigentlich  speziell für Aubrey geschrieben wurde und diese sich einfach die meiste Zeit selbst spielt ohne sich gross zu verstellen. Andererseits wäre da noch Ron Swanson, gespielt von Nick Offerman, der wahrscheinlich mittlerweile Chuck Norris den Rang zum männlichsten Mann auf Erden abgelaufen hat, nur schon allein die Tatsache, dass er als überzeugter Anhänger des Libertarismus in einer staatlichen Behörde arbeitet, führt zu genügend witzigen und surrealen Situation, dennoch sind aber auch seine fast unendliche Liebe zu Fleisch, vorzugsweise Speck und Steaks und der Holzverarbeitung (welche Offerman übrigens auch im echten Leben ausübt) und der genauso unendliche Hass auf seine beiden Ex-Frauen, die beide Tammy heissen, immer wieder Mittelpunkt von diversen witzigen wie skurrilen Umständen. Weitere wichtige Mitglieder des Hauptcast sind Aziz Ansari als der etwas zu sehr von sich eingenommene Tom Habefroth, Rashida Jones als Leslies beste Freundin Ann Perkins und Chris Pratt als deren Ex-Freund bzw. Ehemann von April, wobei sich im Laufe der zweiten Staffel noch Rob Lowe und Adam Scott in den Rollen der beiden Wirtschaftsprüfer Chris Trager und Ben Wyatt zum Ensemble gesellen. Natürlich gibt es auch aber auch immer ein paar herrlich schöne Gastauftritte von diversen A- und B Promis, so taucht immer wieder Megan Mullally (Karen, Will & Grace) als Rons zweite Ehefrau Tammy auf (wobei Offerman auch im echten Leben mit ihr verheiratet ist), Comedian Louis C.K spielt zeitweilig Leslies Freund Dave, Paul Rudd mimt einen von Leslies politischen Kontrahenten auf oder Patton Oswalt spielt…naja Patton Oswalt.

Fazit:

Obschon Parks and Recreation mittlerweile schon fünf Staffeln auf dem Buckel hat, war ich ziemlich schnell mit der ganzen Serie durch, was zeigt, wie gut sie mir doch gefiel aber auch wie leicht verdaulich das Ganze doch ist. Der Humor trifft absolut meinen Geschmack, was sicher wie schon erwähnt wahrscheinlich vor allem an Aubrey Plaza und Nick Offerman liegt aber die Serie auch sonst vom restlichen Cast recht gut getragen wird. Anders als bei anderen Sitcoms zieht sich doch eine grobe Handlung durch die ganze Serie oder zumindest durch die einzelnen Staffeln, was einem sicher, abgesehen von den witzigen Geschichten allein, auch dazu animiert sich jede einzelne Folge anzuschauen. Wer also jetzt nach dem Ende von The Office eine gute Alternative dazu sucht, die auch über den Tellerrand des Büros hinaus blickt ist mit dieser Serie sicher äusserst gut bedient und wen ich bis jetzt noch nicht überzeugen konnte, dem sei einfach noch dieses Video ans Herz gelegt!

Review Rating 9.0

9/10

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8 Responses to “Wir reden über: Parks and Recreation”


  1. 1 Nummer Neun Juli 14, 2013 um 4:53 pm

    In der letzten Woche von Community auf Comedy Central liefen immer wieder Trailer für diese Serie… die hatten mich aber leider nicht so angesprochen.

  2. 3 bullion Juli 14, 2013 um 8:38 pm

    Ja, da kann ich nur zustimmen. Tolle Serie, die bisher kaum an Qualität nachgelassen hat. Ich hoffe sie bleibt uns noch etwas erhalten…

  3. 5 donpozuelo Juli 15, 2013 um 9:10 am

    Ich gestehe, dass ich wirklich erst in letzter Zeit überhaupt erst was von der Serie gehört habe. Mittlerweile weiß ich allerdings auch schon gar nicht mehr, was ich alles an Serien gucken bzw. wo ich anfangen soll. Ich bräuchte einen Klon, der nur noch Serien guckt… dann würde ich vielleicht hinterherkommen 😉

    „Parks and Recreation“ kommt auf jeden Fall auf die immer länger und länger werdende Liste von Serien.


  1. 1 Wir reden über: We’re the Millers | The Sweet Nonsense Trackback zu September 11, 2013 um 9:01 pm

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