Wir reden über: Epic

Review Header 161

„Just because you haven’t seen something doesn’t mean it’s not there.“

Filme und Serien die sich das Thema Naturschutz auf die Fahne geschrieben haben. sind zwar nach wie vor gefragt und vielleicht sogar notwendiger den je, doch hatten sie vor allem in den 90er Jahren ihre grosse Hochkonjunktur. Ferngully, Prinzessin Mononoke, Once Upon a Forest oder auch Captain Planet sind da nur ein paar Beispiele, die mir da spontan in den Sinn kommen. Die Story ist meist im Kern immer die Gleiche, die bösen Menschen kommen und zerstören mit ihrem noch böseren Treiben die Natur, welche die Helden, dann mit viel Mut zuerst retten und dann wieder aufforsten müssen, wobei das ganze auf mich meistens ziemlich kitschig wirkte, da ein paar mutige Helden allein die Natur nicht retten können, sondern dafür ein Umdenken bei Allen Notwendig ist. Auch Blue Skys (Ice Age, Robots) neuster Wurf mit dem doch so viel verheissenden Titel Epic nahm sich diesem Thema an, wobei das bei weitem nicht die einzigen Gemeinsamkeiten mit, sagen wir mal Ferngully sind.

Story:

Nachdem ihre Mutter verstorben ist, zieht Mary Katherine, genannt M.K., zu ihrem Vater von dem sie sich aber über all die Jahre entfremdet hat, wobei dieser aber offenbar vielmehr Interesse an irgendwelchen kleinen Männchen im Wald hat als sich wieder mit seiner Tochter zu verstehen. Als M.K. aber bei einem Besuch im Wald dann aber doch zufällig auf ebendiese besagten kleinen Männchen trifft, wird sie durch eine Reihe unglücklicher Umstände plötzlich auf deren Grösse geschrumpft und befindet sich sogleich mitten in einem Krieg zwischen den ehrenhaften Leafmen, die den Wald schützen wollen und den bösartigen Boggans, die diesen lieber tot sehen wollen, wobei M.K. nun offenbar die einzige Hoffnung für den Wald ist, da sie eine magische Knospe in ihren Händen hält.

Stil:

Das Problem bei Umweltfilmen ist immer die richtige Balance zu finden, damit beim Zuschauer eine gute Mischung von Schuldgefühl aber auch Eigeninitiative geweckt wird um ihn selber aktiv werden zu lassen. Hier jedoch könnte mir das Schicksal des Waldes nicht gleichgültiger sein, da hier nicht etwa die Menschen, die nur auf ihren Profit aus waren, am Werk sind, sondern einfach irgendwelche Stereotypen Bösewichte, die nur böse waren um böse zu sein und daher keinerlei Motivation besassen. Daneben ist die Geschichte genau so vorhersehbar wie sie eindimensional ist und man merkte dass die Macher keinerlei Risiken eingehen wollten und jede Möglichkeit, eine interessante Wendung im Film einzubauen, partout vermieden haben. Klar die Animation und das 3D waren dann doch gut bis sehr aber wenn das die einzigen Aspekte sind mit denen ein Film im Jahr 2013 punkten will, ist das schon fast ein bisschen tragisch, da es dafür mittlerweile weiss Gott weitaus bessere Beispiele gibt.

Charaktere:

Die Story ist ebenfalls bekannt und hat man schon zig mal gesehen. Teenager, vorzugsweise weiblich, kommt nach dem Tod eines Elternteils, vorzugweise Mutter, zum anderen Elternteil, vorzugsweise Vater und versucht dann wieder eine Beziehung zu diesem aufzubauen, wobei dies zunächst scheitert und man sich beinahe noch mehr entfremdet dann aber etwas passiert, dass einem schlussendlichaber  doch noch zusammenschweisst. Diesmal wird die Rolle des Teenagers von Amanda Seyfried übernommen, was sie eigentlich ziemlich solide gemacht hat und ich zugeben muss, dass ihr Charaktere noch der sympathischste und witzigste des Film gewesen ist. Bei ihrem Vater, gesprochen von Jason Sudakis, merkte man ziemlich schnell wieso sich M.K. sich überhaupt erst von ihm entfremdet hat, da er sich offensichtlich nie um sie und ihre mutter gekümmert hat und lieber irgendwelchen Hirngespinnsten im Wald nachgerannt ist und  immer noch tut. Bei den Leafmen wird das Augenmerk vor allem auf den mürrischen Ronin (Stimme Colin Farrell) und den draufgängerischen Nod (Josh Hutcherson) gelegt, da die restlichen Charaktere entweder nur recht kurz auftauchen oder gleich nach ihrem ersten Auftritten getötet werden, so geschehen bei der Leafmen Königin Tara, wobei ich mich da wundere wieso man sich dabei überhaupt die Mühe machte Beyoncé für die Rolle zu verpflichten. Christoph Waltz macht seinen Teil als Hauptbösewicht Mandrake zwar ziemlich gut, aber jede wichtige Szene in der er versuchte furchteinflössend zu wirken wurde dann, wie auch sonst jeglicher dramatische Moment von den beiden, meiner Meinung, grössten Schwächen des Films, den Schnecken Mub und Grub zunichte gemacht. Es ist mir schon klar, dass ein Kinderfilm ein paar witzige Charaktere à la Timon und Pumbaa braucht aber WIESO MÜSSEN ES UNBEDINGT SCHNECKEN SEIN??!!! Und wenn dann schon unbedingt nötig sollte man doch bitte bitte bitte bitte versuchen die Charaktere dann auch einigermassen witzig darzustellen. Aziz Ansari gefällt mir in Parks and Recreation zwar ziemlich gut aber auch nur wenn er das hinterlistige Schlitzohr spielt  und nicht den nervigen Swagger, doch genau diesen Part baute man hier, wahrscheinlich extra für ihn, gleich noch ein bisschen mehr aus weshalb ich den beiden Schleimbolzen gleich schon nach ihren ersten paar Auftritten, eine grosse Portion Salz über ihre Stielaugen schütten wollte.

Fazit:

Der Film ist ein weiterer Versuch von BlueSky, nach dem ihr einziges Zugpferd Ice Age nun hoffentlich endgültig begraben ist, Pixar und DreamWorks Konkurrenz zu machen, was gründlich daneben ging. Die Naturschutzgeschichte ist nicht genug gut durchdacht, die Geschichte an sich ist einfach zu wenig spannend und dazu noch komplett vorhersehbar. Die Charaktere die man nicht sofort erwürgen, will sind entweder langweilig oder bringen die Geschichte selbst nicht wirklich weiter. Das einzig Gute ist wie gesagt die Animation aber davon kann man sich ja heutzutage, wo sogar in Vorfilme mehr Aufwand gesteckt wird, auch nichts mehr kaufen. Der Film bleibt ein blosser Ferngully Abklatsch und vermag, diesen in Qualität in keiner Art zu überbieten, was doch schon ein kleines Kunststück ist. Wieso der Film also überhaupt Epic hiess wird mir wohl schleierhaft bleiben und ihn treffender eher als „Epic Fail“ bezeichnen würde.

Review Rating 4.0

4/10

Advertisements

6 Responses to “Wir reden über: Epic”


  1. 1 Hannah S. Baum Juli 2, 2013 um 12:47 am

    Sooo ein Schmarrn. Ich habe den Film zwar noch nicht gesehen, aber alles was du schreibst, konnte ich schon am Trailer sehen. Ich bin erschüttert wie meine Prognose sich mit deiner Rezension deckt! D8
    Ich hatte wirklich Hoffnung, dass BlueSky hier endlich noch mal ein guter Clue gelingt, aber schon im Vorfeld machten mich einige Dinge stutzig, zum Beispiel offensichtlich zu wenig Budget um TV-Spots zu schalten, und das bei einem solchen Film mit diesem Poster und noch dem Titel dazu. Mein erster Gedanke war: Wow, das ist bestimmt wie bei „Der Schatzplanet“ – die Produktion war so teuer, dass sie kein Geld mehr für Promotion übrig haben. Nach ein bisschen Recherche und diesem grausamen Trailer war dann aber schnell klar, dass man in Deutschland wohl gar nicht mehr mit dem großen Kino-Erfolg gerechnet hat. Anders kann ich mir es nicht erklären.
    Anyway, danke für diese hilfreiche Rezension. Ansonsten hätte ich tatsächlich noch Geld ausgegeben um meine Befürchtungen zu widerlegen/bestätigen.

  2. 2 donpozuelo Juli 2, 2013 um 10:04 am

    Bleibt halt tatsächllich die Frage, ob „Ice Age“ für die schon begraben ist. 😉

    Ich würde den Film nicht ganz so streng bewerten (haste ja gesehen). Es ist halt ein Kinderfilm und dafür ganz nett gemacht. Die Figuren sind ansprechend (yeah, Snails!!!) und es sieht optisch gut aus. Dass der Rest so lala ist… gut, das ist halt doof. Für die Zielgruppe des Films aber sicherlich nicht so hinderlich 😉

  3. 3 maloney Juli 2, 2013 um 9:32 pm

    @Hannah: Die ersten Trailer bzw. sahen meiner Meinung nach ziemlich gut aus, bis dann das erste richtige Zeug kam und ich diese Schnecken gesehen habe, zumal ja hierzulande das ganze nur auf deutsch promoviert wurde.

    @don: Wenn die sich wirklich getrauen nach diesem grauenhaften 4ten Teil noch einen weiteren zu machen wird das der endgültige Sargnagel von BlueSky sein.
    Fuck Snails, fuck snails, fuck snails!!! Und ja wie gesagt optisch isch das ganze in Ordnung, auch wenn es den Vergleich mit DreamWorks und Pixar nicht standhält aber davon wird der Film auch nicht besser. Und ich erlaube mir durchaus auch als Erwachsener Ansprüche an Animationsfilme zu stellen, da es bei Pixar oder ähnlichem ja auch super funktioniert

  4. 4 Kim Juli 8, 2013 um 1:39 pm

    Bei der Wertung wundert es mich nicht, dass der Film bei mir komplett untergegangen ist! ^^


  1. 1 Wir reden über: Turbo | The Sweet Nonsense Trackback zu Oktober 12, 2013 um 8:51 am

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




Aktuell:

Stimmung:
Amerikanisch
Schauen:
Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.
The Legend of Korra - Book 2 : Spirits
The World's End
Hannibal
Shingeki no Kyojin (Attack on Titan)
Hören:
Daft Punk - Random Access Memories
Caravan Palace - Caravan Palace
Lesen:
Homestuck
Spielen:
Flow
Flowers
Journey
Warten auf:
The Hobbit: The Desolation of Smaug
Captain America: The Winter Soldier
Machen:
Something, something,useless!

Wieviel mal geklickt?

  • 450,820 hits

%d Bloggern gefällt das: