Wir reden über: World War Z

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„Most people don’t believe something can happen until it already has. That’s not stupidity or weakness, that’s just human nature.“

Was tun wenn die Zombies angreifen? Dieser Frage hat sich Hollywood schon vor Ewigkeiten und seither auch immer wieder angenommen. Die bekannteste Version ist da sicher Night of the Living Dead aber auch 28 Days Later oder Dawn of the Dead nahmen sich diesem Thema an. Doch nicht nur das Horror- oder Actionkino beschäftigte sich mit den Untoten und so sind Shaun of the Dead oder Zombieland eher im humoristischen Lager angesiedelt. Ob Zombies aber auch funktionieren würden, wenn man sie für einen Mainstream-Kastastrophen Film à la Roland Emmerich loslassen würde, sollte sich dieses Jahr in Marc Forsters World War Z zeigen, wobei die Tatsache, dass der Film fast um ein ganzes Jahr verschoben wurde, vielleicht nicht das beste Zeichen dafür war.

Story:

Nachdem auf der ganzen Welt ein mysteriöses Virus ausbricht, dass die Menschen in wilde, tollwütige Bestien verwandelt, welches sich rasend schnell ausbreitet, muss der ehemalige UNO-Mitarbeiter Gerry Lane mit seiner Familie aus seiner Heimatstadt Philadelphia flüchten. Um den Ursprung und eventuell auch ein Heilmittel für das Virus zu finden, wobei die Opfer nun offiziell als „Zombies“ bezeichnet werden, muss Lane sich kopfüber in die diversen Krisengebiete stürzen, wobei, er aber immer wieder durch Zombieangriffe dazu gezwungen ist seine Suche unverzüglich abzubrechen, unerlässlich zu erwähnen, dass er natürlich andauernd um sein Leben renne muss.

Stil:

Ich war ziemlich skeptisch als ich hörte, dass Marc Forster im Regiestuhl platz nehmen würde, da der Mann meiner Meinung nach zwar durchaus ein fähiger Filmemacher ist aber vor allem sein Können unter Beweis stellen kann, wenn er Drama oder Arthhouse Kino machen darf und vom Actionkino lieber die Finger lassen soll. Per se kann man dem Film dann den Vorwurf eines schlechten Actionfilms aber nicht machen, vielmehr, dass er den Schwerpunkt mehr auf Action anstelle von Spannung oder Horror setzte, was für mich bei einem Zombiefilm einfach unerlässlich ist und sogar bei Filmen wie Zombieland und Shaun of Dead, wenn auch in einem geringeren Mass aber dennoch durchaus vorhanden war. Da ich das Buch dazu selber nicht gelesen habe, masse ich mir kein Urteil über dessen akkurate Adaption an, doch wie ich hörte, spielt die Handlung hauptsächlich nach und nicht während der Zombieapokalypse, was durchaus mal eine neue und innovative Herangehensweise für das Zombiefilmgenre gewesen wäre und durchaus potenzial und auch viel mehr Raum für Charakterentwicklung gelassen hätte.

Charaktere:

Auch heute noch gehört Brad Pitt noch zu den beliebtesten und bekanntesten Schauspielern Hollywoods, der Mann ist auch durchaus ein guter und charismatischer Schauspieler deshalb kann ich auch an seiner Rolle nichts aussetzen, wobei diese bei weitem nichts Neues oder gar unerwartetes beinhaltete und halt die typische „einziger Typ der die Welt retten kann“ Vorstellung war. Die Zombies selber waren dann wie in den meisten jüngeren Zombiefilmen nicht die typischen Untoten, sondern infizierte Wilde, die sich wie tollwütige Tiere vermehren wollten, wobei sie hier aber nicht wirklich aufs fressen oder töten sondern nur auf beissen und dadurch ihr Virus zu übertragen aus waren, wobei man selten oder beinahe nie wirklich Blut sah, nicht mal wenn Gliedmassen abgehackt oder Handgranaten abgefeuert wurden.

Fazit:

Natürlich hoffte Marc Forster und auch Paramount, dass der Film an den Kinokassen erfolgreich sein würde, zumal dies ja schon nach Star Trek: Into Darkness, der zweite Sommerblockbuster des Studios ist. Dennoch wird der Film, meines Erachtens, wohl nicht die gewünschten Einnahmen oder zumindest Kritiken einbringen wird, die man sich erhofft, dafür ist er für einen Zombiefilm einfach zu wenig gruselig und Spannungsreich und vor allem das Ende, das wirkte als hätte man die Story zu sehr in die Länge gezogen und plötzlich gemerkt, dass man den Film dann noch fertig stellen muss, zumal es offensichtlich ist, dass man auf einen zweiten Teil spekuliert. Auch wenn World War Z nicht der schlechteste Zombiefilm, des Jahres (bis jetzt) war, fehlten mir doch einige wichtige Aspekte die einen guten Film ausmachen und so hat der liebe Owley, es gestern ziemlich passend ausgedrückt, als er auf Facebook den Film mit „World War Mittelmässig“ betitelte.

Review Rating 6.0

6/10

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12 Responses to “Wir reden über: World War Z”


  1. 1 Charles Schnyder Juni 30, 2013 um 3:46 pm

    Naja, der Film war okay… abgelutscht aber okay.
    Mir ist allerdings entgangen, als was Gerry bei der UNO gearbeitet haben könnte um sich für die Zombiejagd zu qualifizieren. Die WHO Leute scheinen mir nun wirklich nicht die kampferprobten Leute zu sein die man im Notfall reaktivieren könnte um die Welt zu retten. Und als Blauhelmler kann ich ihn mir auch nicht richtig vorstellen.
    Was mir allerdings sehr gut gefallen hat, war der filmerische Kontrast zwischen den dunkel und kühl gehaltenen Szenen in Korea und den sonnigen Szenen in Israel. Da kam doch das eine oder andere schöne Bild drin vor.
    Gruss
    C

    • 2 maloney Juni 30, 2013 um 9:17 pm

      Die Frage hab ich mir auch die ganze Zeit gestellt, wird wohl irgendein entsprechend für den Film erfundener Job gewesen sein, halb Krisenmanager halb Diplomat.
      Die Bilder waren echt nicht schlecht obwohl mir teilweise die shakey cam ein wenig auf die Nerven ging.

  2. 3 Dominik Juni 30, 2013 um 7:26 pm

    Ach, du hast doch keine Ahnung. 😉

  3. 4 donpozuelo Juni 30, 2013 um 8:59 pm

    Naja, das mit den Kinokasse ist ja jetzt schon hinfällig. Leider Gottes sind in den USA schon zu viele Leute in diesen Film gerannt und Teil 2 ist ja schon so gut wie beschlossen.

    Traurig eigentlich (vor allem wenn man bedenkt, dass wesentlich bessere Filme wie z.B. „John Carter“ nicht weitergeführt werden)

    Ja, ja… ich sag’s ja: Man sollte wirklich einfach in Ruhe das Buch lesen.

  4. 6 maloney Juni 30, 2013 um 9:21 pm

    @Dominik: Ich weiss das Windmühlen keine Schlösser sind
    @don: Wenn Teil 2 näher am Buch ist hab ich nichts dagegen einzuwenden, was ich mir übrigens schon bestellt habe.

    Und ja John Carter ist besser!

  5. 7 spanksen Juli 1, 2013 um 6:24 pm

    Fand ihn ein wenig besser, für nen Zombie Streifen zu harmlos, für nen Katastrophenfilm aber durchhaus schaubar

    • 8 maloney Juli 1, 2013 um 7:23 pm

      Als Zombiefilm: Funktioniert der Film gar nicht, schon nur die Tatsache, dass es keine richtigen Zombies sind zudem ist einfach wie erwähnt viel zu wenig Spannung drin

      Als Katastrophenfilm: Funktioniert der Film genauso wie ein Roland Emmerich Film, viele Einzelschicksale, wenig Konsequenzen.

  6. 9 Andypanther Juli 6, 2013 um 1:24 pm

    Ironischerweise hat mir das Ende am besten gefallen, herrlich dieser „Dialog“ zwischen Brad Pitt und einem Zombie. Ich fand den ganzen Schlussteil ziemlich effektiv inszeniert.

    Nervig war (neben ein bisschen zu grosszügig bedienten Hollywood-Klischees) vorallem die Weigerung, auch nur ein klein wenig Gore zu zeigen. Hallo? Das ist ein Zombiefilm! Besonders bei den nicht so schnellen Szenen hat es extrem aufgesetzt gewirkt, das schlimme Blut ja nicht ins Bild kommen zu lassen. Das ist wie Sex in Hollywoodfilmen, wo sich die Protagonisten immer auf so kuriose Weise verhüllen.

    Fazit: Spassiger Zombiefilm mit einigen Schwächen.

    • 10 maloney Juli 8, 2013 um 3:08 pm

      Wie gesagt ich sehe den Film nicht als Zombiefilm genauso wenig wie z.B. Warm Bodies, Zombies werden hier für billiges Marketing benutzt und der Horror bleibt dabei auf der Strecke.

      Und das Ende (also das wirkliche Ende) war dann wirklich das Tüpfelchen auf dem schiechten i

    • 11 Nummer Neun Juli 8, 2013 um 9:14 pm

      Da bin ich ganz bei dir! Teilweise war das schon lächerlich, welche Anstrengungen die Kamera unternommen hat, um nichts zu zeigen! Das letzte Drittel hat mir auch am Besten gefallen. Diese durch die Gänge schleichen war um einige spannender als wenn sich die Zombies zu Haufen auftürmen. Bei Moritz Bleibtreu ging bei uns übrigens ein überraschtes Aufkeuchen durch den Kinosaal.

      Aber spannend ist er schon irgendwie, ich bin da bei 7 von 10 Punkten.


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