Wir reden über: The Great Gatsby

Review Header 149

„You can’t repeat the past. – Can’t repeat the past? Why, of course you can.“

Es stellt immer ein gewisses Risiko dar, wenn man klassische Literatur auf die Leinwand bannen will, besonders in der heutigen Zeit, da viele dieser Romane, sich ja vor allem durch langwierige und schwere Dialoge auszeichnen. F. Scott Fitzgeralds Allzeitklassiker aus den 20er Jahren The Great Gatsby bildet da ja keine Ausnahme, dennoch gibt es bis heute zahlreiche Adaptionen dieses Romans, den viele als einer der grössten in der amerikanische Literatur beziechnen. Da die bekannteste (Film)Version davon aber auch schon wieder gut 30 Jahre auf dem Buckel hat, machte sich Moulin Rouge Regisseur Buz Luhrmann daran, den Film für die heutige Kinogeneration neu aufzubereiten…in 3D und mit Rapmusik!

Story:

Der junge Nick Carraway kommt als junger Anlagehändler nach New York um sein Glück an der Börse zu versuchen. Als er aber eines Tages zu einer, der unzähligen, opulenten und ausschweifenden Festivitäten seines Nachbar, eines gewissen Mr. Gatbsy eingeladen wird, freundet sich dieser sogleich mit ihm an. Nick ist natürlich fasziniert von dessen schillernden Lebensstiel, doch bald stellt Nick fest, dass Gatsby diese ganze Fassade nur aufrechterhält um Nicks Cousine Daisy, welche mit Gatsby bevor dieser in den Krieg ziehen musste, eine Liebschaft hatte, wieder für sich zu gewinnen. Doch da Daisy mittlerweile ebenfalls in eine sehr wohlhabende Familie eingeheiratet hat, macht dies die Sache nicht unbedingt leichter.

Stil:

Luhrmann war schon seit jeher einer der mehr wert aufs optische als auf die Stories legte, und dies wird bei diesem Film deutlicher als je zuvor. Versteht mich jetzt nicht falsch, die imposanten Partykulissen und das Thema der „Roaring Twenties“ mitsamt ihren knallbunten Farben, harmonieren hervorragend mit dem 3D, dass zuweilen auch sehr effektiv ist aber dann streckenweise überhaupt keinen Zweck erfüllt was dann soweit ging, das es gar keinen Unterschied machte ob man die Brille jetzt trug oder nicht. Was die Story angeht, wurde sicher die Gesamtgeschichte des Buches abgedeckt aber ich hatte mehr als nur einmal das Gefühl, dass man wichtige Handlungspunkte ausliess um lieber ein paar Kamerafahrten und Parties mehr zu zeigen, weshalb Zuschauer die das Buch nicht gelesen haben doch an der ein oder anderen Stelle verwirrt zurück gelassen werden könnten. Der Soundtrack auch wenn völlig aus seiner Zeit gehoben, passt dabei aber überraschenderweise äusserst gut, wobei dabei der schon aus dem Trailer bekannte Jay-Z Soundrtack aber auch Beyoncé, Lana Del-Ray oder Florence + the Machine zu erwähnen sind.

Charaktere:

Für eine derart bedeutende Rolle wie Gatsby musste Luhrmann natürlich ein besonderes Fingerspitzengefühl an den Tag legen, denn immerhin gilt es hier eine Figur zu verkörpern, die nicht nur in der Literatur eine bedeutende Stellung einnimmt, sondern auch fast sowas wie die Verkörperung des amerikanischen Traums darstellt. Leonardo DiCaprio gibt der Figur zwar das Gewisse etwas aber die Grösse die man von seiner Rolle erwartet ist dann doch etwas zu überdimensioniert als dass er sie komplett ausfüllen könnte, nicht mal mit seinen gefühlten tausend „Old Sports“. Tobey Maguires erste grosse Rolle seit er den Spiderman Anzug an den Nagel gehängt hat, hätte nicht passender sein können, den es wirkt fast so als ob der Junger…Verzeihung Mann wirklich nur den unschuldigen Jüngling spielen kann, der rein als Beobachter fungiert und so unerfahrenen Zuschauer das Gefühl gibt nicht allein ahnungslos vor der ganzen Szenerie zu stehen. Carey Mulligan darf zwar auch nicht mehr sein als die blosse Liebschaft aber dennoch kann man sich wenigstens optisch an ihr erfreuen und man hat wirklich das Gefühl als sei sie direkt dieser Zeit entsprungen.

Fazit:

Wie gesagt optisch kann man dem Film in keiner Art und Weise einen Vorwurf machen, da ich , wie ich ja bereits im Review von Gangster Squad erwähnte, das Zwanzigerjahre-Thema doch sehr gern mag, dennoch bleibt dadurch storytechnisch einiges auf der Strecke, wobei Romanverfilmungen bekanntlich ja sowieso schon Mühe haben alles im Buch vorhandene abzudecken. Zudem kommt dazu, dass die zweite Hälfte des Films erstaunlich langwierig war um mich zuweilen daher fast ein bisschen langweilte. Weniger Fassade und mehr Inhalt wäre daher wünschenswert gewesen aber wer sowas mag wird sicher seine Freude haben nicht wahr old sports?

Review Rating 6.5

6.5/10

Advertisements

8 Responses to “Wir reden über: The Great Gatsby”


  1. 1 Nils Mai 26, 2013 um 12:26 pm

    Kann ich wie schon oft bei deinen Filmkritiken so unterschreiben!

  2. 3 Mr. Nick Mai 26, 2013 um 4:39 pm

    Ich sehe es ähnlich wie du, tolle Optik, lascher Inhalt.
    Allerdings glaube ich liegt das Problem darin, dass sich Luhrmann zu nahe an die Vorlage hält.
    Er verfilmt das Buch praktisch Wort für Wort, ohne dabei inhaltliche Brisanz zu schaffen.

    Was er mit dem Look gemacht hat; Twenties versus Gegenwart, hätte der Geschichte wohl auch ganz gut getan…

  3. 4 donpozuelo Mai 26, 2013 um 6:37 pm

    Mir hat der wirklich sehr gefallen. Da hat für mich eigentlich fast alles gestimmt… hätte nur gern auch etwas kürzer sein können. Gerade zum Anfang verliert sich Luhrmann ja förmlich in seinen riesigen Party-Szenen.

  4. 5 maloney Mai 26, 2013 um 10:05 pm

    @Nick: Kann ich nicht beurteilen, da ich da buch nicht gelesen habe aber ich hatte eher das Gefühl, das man einfach Schlüsselszenen aufgebauscht und den Rest unter Glamour und Champagner ersäuft hatte
    @don: Stimmt, die Optik ist das was dem Film zum Verhängnis wird…mehr Story wäre daher, wie gesagt schön gewesen.

  5. 6 spanksen Mai 28, 2013 um 8:16 am

    Bin auf den wirklich gespannt, die Meinungen gehen da wirklich weeeeiiitt auseinander….

  6. 8 onetrueflower Juni 9, 2013 um 1:17 am

    Ich fand die Optik nicht mal so berauschend (2D Version gesehen) und hatte so gar keinen Zugang zu dem Film.
    Die erste Hälfte ungefähr wurde irgendwie jede Menge an verschiedenen Stilmitteln und Storytelling Möglichkeiten versucht, aber ich hatte immer das Gefühl dass der Film selbst nicht weiß was er da macht und warum und ob er das auch zu Ende bringen möchte was er da anfängt…. und in der zweiten Hälfte kam mir dann alles sehr normal vor, keine Experimente mehr sondern schöner Hollywood Standart. Eigentlich Schade, so war das nix Halbes und nix Ganzes. :/
    Story und Charaktere waren so lala, einzig am Ende war ich ein wenig bewegt weil mir ein Zitat ziemlich nah ging.
    Finds fast Schade dafür das Kinogeld bezahlt zu haben, obwohl ich den Film nicht hasse (Leonardo hat mitgespielt, das ist immer ein großer Pluspunkt).
    Ähm, ja.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




Aktuell:

Stimmung:
Amerikanisch
Schauen:
Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.
The Legend of Korra - Book 2 : Spirits
The World's End
Hannibal
Shingeki no Kyojin (Attack on Titan)
Hören:
Daft Punk - Random Access Memories
Caravan Palace - Caravan Palace
Lesen:
Homestuck
Spielen:
Flow
Flowers
Journey
Warten auf:
The Hobbit: The Desolation of Smaug
Captain America: The Winter Soldier
Machen:
Something, something,useless!

Wieviel mal geklickt?

  • 447,021 hits

%d Bloggern gefällt das: