Wir reden über: Despicable Me

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„We stole the Statue of Liberty! The small one from Las Vegas.“

Gut und Böse sind Klischees, es gibt kein wirklich wahres „Gut“ oder „Böse“ nur Ziele oder Ideologien denen man sich anschliesst, die dann von der Mehrheit entweder als falsch oder als richtig angesehen werden. Bösewichte sind daher wenn man sich genauer mit ihnen befasst, deshalb auch nicht wirklich böse sondern meistens eher tragische Figuren oder wie hier im Fall von Despicable Me einfach nur jemand der damit seinen Lebensunterhalt verdient.

Story:

Gru ist ein Bösewicht. Er friert lieber Leute in der Warteschlange bei Starbucks ein, als für einen Kaffee anzustehen, dekoriert seine Wand mit Morgensternen und Hellebarden, und er besitzt eine Schar von Minions, die zwar manchmal ein wenig chaotisch sind aber ihm trotzdem treu zu diensten sind. Als er merkt, dass er in seinem Business nicht mehr so erfolgreich ist wie früher, beschliesst er den grössten Coup seines Lebens zu landen und den Mond vom Himmel zu holen. Doch die Bank für Bösewichte, will ihm kein Geld geben und lieber in den aufstrebenden Bösewicht Vector investieren, zumal dieser auch den Schrumpfstrahl in seinen Händen hat, den Gru so dringend zur Durchführung seines Mond-Klau-Plans benötigt. Doch per Zufall sieht er, dass die drei Mädchen Margo, Edith and Astrid ohne Probleme in Vectors mit Fallen gespickten Haus rein kommen um ihre Kekse zu verkaufen, weshalb er die Mädchen nun als Köder benutzen will um den Schrumpfstrahl dort heraus zu holen. Doch er hat nicht damit gerechnet, dass auch ein Bösewicht kleine Mädchen in sein Herz schliessen kann.

Stil:

Despciable Me war der erste Film des Animationsstudios Illumination Entertainment, welches von Chris Meledandri gegründet wurde, nachdem er vorher jahrelang für Disney und BlueSky gearbeitet hat. Der Animation merkt man deshalb auch die Ähnlichkeiten mit den teilweise, sehr cartoon- und kinderbuchhaften Designs von Filmen wie Ice Age oder Robots an. Dennoch machen gerade diese sicher einen Grossteil vom Charme des Films aus und die Figuren wirken mit ihrem teilweise sehr slapstickhaften Bewegungen daher auch fast ein wenig selbst wie Looney Tunes. Die Vehikel und Apparate wie zum Beispiel die Tintenfischkanone oder der Gefrierstrahl, den Gru und Vector besnutzen unterstreichen mit ihren aberwitzigen Designs diesen Eindruck nur noch mehr, und erinnern dann fast an die berühmten Acme-Apparate,  die von Wile E. Coyote benutzt werden um den Roadrunner zu fangen. Der Film schafft es ziemlich gut, die Balance zwischen Humor und Tiefgründigkeit zu bewahren, wobei man mit diesen beiden Aspekten aber teilweise derartig balanciert, dass man dann doch fast nie weiss ob man jetzt lachen oder sich eine Träne verkneifen soll, wobei das definitiv in einem positiven Sinn gemeint ist.

Charaktere:

Steve Carell, der ja seinen endgültigen Durchbruch mit Filmen wie The 40-Year-Old Virgin oder Evan Almighty schaffte, verleiht Gru mit seinem herrlich aufgesetzten osteuropäischen Akzent, sicher weitaus mehr Sympathien als ihm das als Bösewicht lieb wäre, zumal man den ganzen Film über merkt, dass er keineswegs wirklich böse ist, sondern einfach nur seinen Job als Bösewicht liebt und sehr wohl eine weiche Seite besitzt. Dies wird spätestens dann klar wenn die drei Mädchen in seine Leben treten, und man teilweise fast Diabetes Schübe bekommt, wenn man diese nur anschaut, was wohl besonders auf Agnes zutrifft die einem mit ihrer Piepsstimme und Einhornliebe einfach in ihren Bann ziehen muss. Miranda Cosgrove (iCarly) als älteste und vernünftigste der Drei überzeugt ebenfalls und schafft es mit ihrer Vernunft glaubhaft die Beziehung zu Gru und den Mädchen wachsen und gedeihen lassen und dabei dennoch immer wieder für mehrere Lacher zu sorgen. In weiteren Rollen stechen vor allem Briten-Ulknudel Russel Brand als zerstreuter Professor Dr. Nefario und Jason Segel als Vector heraus, wobei aber der gesamte Cast, in den Hintergrund treten muss sobald die kleinen, gelben, Tic-Tac förmigen Minions auf der Leinwand auftauchen, die innerhalb kürzester zu Filmikonen wurden und ihnen daher für 2014 sogar ein eigener Film versprochen wurde.

Fazit:

Man merkt, dass in den Film viel Liebe und Energie geflossen ist und dass Meledandri nicht einfach irgendetwas garantiert gewinnbringendes und seelenloses als sein erstes Projekt verfilmen wollte (wie er das dann ein paar Jahre später tat) und damit ein sehr hohes Risiko einging. Doch mit liebevoll gefertigten Figuren allen voran Gru, die Mädchen und natürlich die Minions schaffte man es im Sturm die Herzen der Zuschauer, dabei auch meins, zu erobern und diesem kleinen Studio die Chance zu geben für dieses Jahr eine Fortsetzung herauszubringen, die nach dem ersten Trailer nach zu urteilen, sicher genau Spass machen wird wie sein Vorgänger.

Review Rating 9.0

9/10

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6 Responses to “Wir reden über: Despicable Me”


  1. 1 Charles Schnyder April 3, 2013 um 9:08 pm

    „Gut und Böse sind Klischees, es gibt kein wirklich wahres “Gut” oder “Böse” nur Ziele oder Ideologien denen man sich anschliesst, die dann von der Mehrheit entweder als falsch oder als richtig angesehen werden.“
    Erinnert mich irgendwie ans Forum und an Dich 😉
    Ich mochte Despicable me. Die Musik hat mir ausgesprochen gut gefallen und die Story war wirklich witzig!
    Gruss
    C

    • 2 maloney April 3, 2013 um 9:15 pm

      Naja gut das mit dem Gut und Böse stimmt ja, alles anderi wäre schwarz-weiss denken^^
      Stimmt der Soundtrack war ziemlich chillig, ist ja auch von Pharell Wiliams

  2. 3 donpozuelo April 4, 2013 um 10:00 am

    Minions! Minions! Minions!!!!

    Ich warte ja immer noch darauf, dass die ihre eigene TV-Serie bekommen!!! 😉 Würde ich gucken.

    Ansonsten ist der Film natürlich große Klasse.

    • 4 maloney April 4, 2013 um 10:16 am

      MINIONS!!!! Und ich weiss nicht bis auf Riders of the Berk ist ja eigentlich jeder Serie zu einem Animationsfilm in letzer zeit Bullshit (sieh dir ja um Himmels Willen nicht Monster vs. Aliens an!!)


  1. 1 Review: Ich – Einfach unverbesserlich (Film) Trackback zu April 3, 2013 um 9:32 pm
  2. 2 Wir reden über: Despicable Me 2 | The Sweet Nonsense Trackback zu Juli 13, 2013 um 9:08 am

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