Wir reden über: Oz: The Great and Powerful

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„I don’t want to be a good man. I want to be a great one.“

Jeder kennt die Geschichte von Dorothy, die dank einem Tornado im magischen Land des Zauberers von Oz landete und dort die böse Hexe mit Wasser bespritzte und dann mit Hilfe der roten Schuhe wieder zurück nach Kansas kam. Doch wie landete eigentlich der Zauberer von Oz selbst in der Smaragdstadt und warum hasst er die böse Hexe so, mal abgesehen von der Tatsache, dass sie einfach böse ist? Diesen wichtigen Fragen nahm sich nun endlich jemand und zwar niemand geringer als Evil Dead und Spiderman Regisseur Sam Raimi in seinem neusten Film Oz: The Great and Powerful an.

Story:

Oscar Diggs, genannt Oz, ist ein mehr oder weniger erfolgloser Jahrmarktsmagier, der mehr Glück bei den Frauen als beim Geld verdien zu haben scheint. Doch genau dies wird Oscar eines Tages zum Verhängnis, als der Muskelmann des Jahrmarktes ihm an den Kragen will, weil er seinerFreundin Avancen gemacht haben soll. Oscar fliegt daraufhin in einem Heissluftballon davon, der aber direkt auf einen Tornado zusteuert. Doch anstatt zerschmettert zu werden, landet Oz, oh welch Ironie, im magischen Land von Oz. Dort trifft er auf die Hexe Theodora, die ihn für einen mächtigen Zauberer hält, der laut einer Prophezeiung den Thron der Smaragdstadt besteigen soll. Doch um dies zu tun muss er zuerst die böse Hexe besiegen, die mit ihren fiegenden Affen ganz Oz terrorisieren soll.

Stil:

Auch wenn viele Leute sicher skeptisch waren, dass sich Disney nach Alice in Wonderland nun auch noch den Zauberer von Oz vornahm, war ich schon nach dem ersten Trailer hellauf begeistert, man merkt, dass Raimi hier etwas neues schaffen und doch Bezug zum berühmten Vorgänger aus den 30ern mit Judy Garland schaffen wollte. Dies wird bereits beim Intro klar, das mit aufwändigen vintage Puppenspielen entzückt oder aber auch bei der Tatsache, dass ca. die erste halbe Stunde des Films in schwarz-weiss und im 4:3 Format gehalten wurde und erst bei der Ankunft in Oz in Farbe und Widescreen erstrahlt. Auch wenn viele Alice in Wonderland vorwarfen nicht sehr innovativ zu sein, überzeugte der Film doch mit guten 3D und CGI Effekten, was hier auch nicht anders ist, die Welt von Oz wirkt fantastischer und strahlender als je zuvor ohne die bekannten Markenzeichen, wie die Smaragdstadt oder die Strasse der gelben Pflasterstein zu vernachlässigen oder gar auszulassen, im Gegenteil es werden sogar genügend und immer wieder auf Figuren und Ereignisse des berühmten Vorgängers angespielt, wobei diese nicht allzu offensichtlich sind und es einem daher umso mehr freut wenn man einen dieser Hinweise entdeckt. Was das 3D angeht ist es zwar auch hier nicht unbedingt notwendig wird aber auch nicht verschwendet, da es besonders in den Anfangsminuten als gutes Stilmittel dient um einen daran zu erinnern, dass man sich doch nicht einen Film aus den 30ern ansieht.

Charaktere:

James Franco bewies ja schon in der Spiderman Trilogie, weshalb Raimi so gerne mit ihm zusammen zu arbeiten scheint, man kann sagen was man will aber der Mann hat einfach ein unglaubliches Charisma, dass schon bei seinem Lächeln anfängt und da wir es hier auch mit einer jungen Version der Mannes hinter dem Vorhang zu tun haben, wirkt sein James Dean-haftes Äusseres auch keinesfalls unpassend, wobei er mit Zylinder und zerschliessen tatsächlich wie ein verstaubter aber dennoch äusserst charmanter Budenzauberer wirkt. Bei den Hexen, deren gleich drei im Film auftreten, bewies Raimi ebenfalls ein gutes Händchen. Mila Kunis die als erste ihren Auftritt hat wirkt in dezenter 30er Jahre Mode und knallrotem Lippenstift heisser als je zuvor, wobei dies „Spoiler“ nicht den ganzen Film über so bleibt und sie gegen Ende sich doch noch von einer anderen Seite zeigt, wobei sie wie hier wie auch schon bei ihrer Rolle als Meg Griffin bei Family Guy Mut zur Hässlichkeit beweist. Rachel Weisz macht ihre Sache ebenfalls ordentlich auch wenn ihre Spielzeit zu den anderen Hauptdarstellern doch eher begrenzt war. Michelle Williams strahlt in ihrer Rolle als Gilda, genau die richtige Mischung von Erhabenheit, Ermutigung und Bescheidenheit aus, welche die Figur schon im 1939er Musical so ikonisch gemacht hat. Zach Braff als Finley der fliegende Affe und Jamie King als Porzellanmädchen sind da daneben fast die einzig nennenswerten Nebenfiguren, wobei mir besonders Kings Auftritte gefielen, da sie dabei einen fast natürlich Charme gemischt mit Zynismus versprühte.

Fazit:

Wer eine Fortsetzung oder besser gesagt ein Prequel im Sinne des berühmt berüchtigten Return to Oz erwartet, der wird sicher enttäuscht werden, denn auch wenn beide Filme von Disney produziert wurden hält sich Oz: The Great and Powerful, wie schon erwähnt wesentlich mehr an die original Filmvorlage, die ja auch nicht wirklich die erste Version war aber halt eben die bekannteste, wobei es scheint als hätte man sich auch Elemente des Broadway Musicals Wicked bedient. Trotzdem kreierte Raimi hier eine einzigartige Neuerzählung, die sich zwar im Design einzelner Figuren (eigentlich einer ganz Bestimmten aber welche verrate ich jetzt nicht) stark an den bekannten Vorlagen orientiert aber halt doch neu und frisch daherkommt, nichts wirkt gross erzwungen und Oz und seine Smaragdstadt erstrahlen heller als je zuvor. Sam Raimi und Disney beweisen hier, dass eine Zusammenarbeit beider, sicher keine falsche Entscheidung war. Ozsome!

Review Rating 9.0

9/10

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13 Responses to “Wir reden über: Oz: The Great and Powerful”


  1. 1 Julian März 9, 2013 um 2:16 am

    Return to Oz war der mit Fairuza Balk, oder? Haben wir jüngst in der Uni drüber gesprochen und neben dem Vortragenden war ich der einzige, der den kannte (und auch der einzige Student, der die Serien etc. kannte). Finde ich übrigens ziemlich gut, allerdings eher, weil er schon sehr abgedreht ist.
    Den neuen Film muss ich unbedingt sehen. Sam Raimi ist seit ich Tanz der Teufel gesehen habe, einer meiner Helden geworden und Mila Kunis und Rachel Weisz gehen eigentlich immer.

    • 2 maloney März 9, 2013 um 8:03 am

      Stimmt, Fairuza Balk übernimmt dort die Rolle der Dorothy. Versteh mich ja nicht falsch der Film ist grandios halt einfach ein völlig anderer Stil als das Original, düster und weird bis in den Kern.

      • 3 Julian März 9, 2013 um 4:36 pm

        Unser Dozent meinte damals: „In den 50er Jahren war es noch am besten, wenn man daheim blieb – später kam man dann in die Anstalt und sollte lobotomiert werden und alle wollen dich vergewaltigen. Es ist eben nirgends so schön wie Daheim“

  2. 5 donpozuelo März 9, 2013 um 9:23 am

    Dieser Film gibt mir irgendwie die Hoffnung, dass das „Evil Dead“-Remake von Raimi ebenfalls große Klasse werden wird. Auch wenn er da nur als Produzent mitwirkte.

    Schön fand ich aber auch, wie er auch in diesem Film einen Platz für unseren All-Time-Favourite Bruce Campbell gefunden hat.

    • 6 maloney März 9, 2013 um 10:32 am

      Stinmt! Den Bruce wollt ich eigentlich noch erwähnen, habs dann aber irgendwie vergessen, der ist aber auch schwer zu erkennen unter all dem Make-Up 😀

  3. 7 Dominik Höcht März 9, 2013 um 1:36 pm

    Ich fand den auch ozsome 😀

  4. 9 Dos Corazones März 14, 2013 um 8:18 pm

    Der war richtig klasse. Ich hatte ja erst noch Befürchtungen, es könnte doch noch zu einem ähnlichen Fehltritt wie „Alice“ werden. Aber nein: Disney hat ganz offenbar aus den Fehlern gelernt und sich auf die Stärken des ausgewählten Regisseurs verlässt und ihn nicht gängelt.

    So toll sah Oz noch nie aus und der 3D-Effekt ist einfach nur großartig und mächtig.

    • 10 maloney März 14, 2013 um 8:34 pm

      Stimmt, auch wenn das 3D nicht wirklich in neuer form eingesetzt wurde, aber besonders am Anfang war es doch eine tolle Bereicherung zum 4:3 Format.

      Alice fand ich ja bekanntermassen nicht sonderlich schlecht was aber auch den Effekten zu verdanken ist, aber dennoch hat Raimi die Sache weit kompetenter angegangen als damals Burton


  1. 1 Oz the Great and Powerful (2013) | watched Trackback zu März 14, 2013 um 3:31 pm
  2. 2 Wir reden über: Spring Breakers | Jason Auric - Sweet Nonsense Trackback zu März 23, 2013 um 1:19 am
  3. 3 Wir reden über: Filmreihe: Evil Dead Trilogy | Jason Auric - Sweet Nonsense Trackback zu April 12, 2013 um 2:03 pm

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