Wir reden über: Hansel & Gretel: Witch Hunters

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„Most people will say witches aren’t real, it’s stuff of fairy tales. Then, one day, they show up at your door and eat your kids. That’s where we come in!“

Märchen bieten viel Raum für Neuinterpretation, um das zu merken muss man sich nur mal die zig hundert von Disneyfilmen ansehen, die das „…und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“- Klischee bis zur Verstümmelung ausmerzen. Doch wer die wahren Märchen, besonders die der Gebrüder Grimm, kennt, weiss dass die Originale nicht immer so fröhlich und mit Zucker überzogen waren, wie  ihre neueren Interpretationen. Apropos mit Zucker überzogen, Hänsel und Gretel ist vielleicht  nach Rotkäppchen, da noch das beste Beispiel, welches wohl auch nach der Bearbeitung durch andere Regisseure und Disney-Schreiberling (falls es denn jemals von Disney verfilmt werden sollte) immer noch den Geist des Originals beibehält. Dennoch ist Hansel and Gretel: Witch Hunters aber im Gegensatz zur jüngeren Verfilmung von Red Riding Hood aber kein billiger Twilightverschnitt, sondern scheint auf der selben Schiene zu fahren wie es zum Beispiel Brother’s Grimm oder Van Helsing taten. Ob der Film auch den selben niedrigen Unterhaltungsanspruch hat, sollte sich mir gestern dann endlich offenbaren.

Story:

Die Geschichte sollte allgemein bekannt sein. Hänsel und Gretel werden von ihren Eltern im Wald ausgesetzt und knuspern zufällig am Häuschen der Hexe, die die beiden dann mästen und essen will, wobei die beiden diese zuvor aber selbst in den Ofen werfen können. Was danach geschah wurde aber bis jetzt noch nirgendwo erzählt, denn nachdem sie zum ersten mal Hexenblut geleckt haben, beschliessen sie ab sofort jeder Hexe in ihrer Umgebung den Garaus zu machen und werden so schnell zu berühmten Hexenjägern. Doch als die beiden sich in der Stadt Augsburg auf die Suche nach verschwundenen Kindern machen wollen, die offenbar von Hexen entführt worden sind, stehen sie nicht nur einer mächtigen und beinahe unbesiegbaren Hexenmeisterin gegenüber, sondern finden auch ein paar Details über ihre Vergangenheit heraus, über die sie sich geschworen niemals mehr zu sprechen.

Stil:

Wer nach einem Titel wie Hansel & Gretel: Witch Hunters, immer noch hohe Ansprüche stellt, sollte am besten selbst auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden, denn es ist ganz klar, dass man hier weder eine tiefgründige Story noch grosses Charakterdrama vorgesetzt bekommt. Der Film ist Trash-Splatter-Action Kino und verkauft sich auch ganz klar als solches, denn auch wenn der Trailer wie ein billiger Abklatsch von Van Helsing daherkommt ist er definitiv um einiges blutiger als es noch Hugh Jackman mit Hammer und Pflock war und auch wenn einige Effekte ziemlich billig aussahen erfüllten sie dennoch ihren Zweck und es machte so gleich doppelt Spass wenn dann „richtiges“ Filmblut spritzte. Dass der Film in 3D war, entging mir bis kurz vor Filmbeginn beinahe völlig, weshalb ich mir noch schnell eine Notfall Brille besorgen musste, es sich dann aber auch zum Glück fast mehr als lohnte, denn im Gegensatz zu vielen 3D Filmen des letzten Jahren, machte der Film auch wirklich gebrauch von diesem Gimmick, weshalb dann auch schon mal des Öfteren einem Fleischfetzen oder Pfeile ins Gesicht flogen ohne dass es zu sehr gezwungen wirkte. Besonders gefallen haben mir auch die Opening Credits welche passend in animierten Holzschnitzen daherkamen  und fast ein wenig an die Eröffnungsszenen aus Alice: Madness Returns erinnerten, weshalb der Film bei mir schon mehr als nur einen Stein im Brett hatte.

Charaktere:

Die Wahl Jeremy Renner und Gemma Arterton Hänsel und Gretel spielen zu lassen, liess mich ja schon von Anfang an frohjauchzen, denn Beide bewiesen ja in der Vergangenheit immer wieder, dass sie solide Actiondarsteller sind, besonders Renner, der mich ja erst kürzlich in The Avengers und The Bourne Legacy von dieser Tatsache mehr als überzeugen konnte. Zudem merkt man auch, dass Regisseur Tommy Wirkola, nicht einfach nur ein paar Hollywood Schönlinge zu casten versuchte, sondern Schauspieler die vor allem mit Taten und nicht mit Aussehen überzeugen können, wobei Renner und Arterton, meiner Meinung nach, auch eine ziemlich gute Chemie untereinander aufwiesen, was schon mal ein grosser Pluspunkt war. Um die nicht schon offensichtlich vorhanden Paralellen zu Brother’s Grimm zu unterstützen engagierte man ebenfalls wieder (auch wenn hier ganz klar andere Macher am Werk waren) Peter Stormare als ungläubiger und rachsüchtiger Sheriff von Augsburg, der keine anderen Hexenjäger in seiner Stadt duldet, wobei Stormare ja eigentlich alles spielen kann und mir dabei immer gefällt. Famke „Jean Grey“ Janssen, darf nach ihren Serienabstecher zu Nip/Tuck hier auch endlich wieder mal in einem Actionfilm ihr (immer noch) makelloses Aussehen zur Schau stellen, wobei dies nur der Fall ist, wenn sie nicht gerade im Hexen-Modus befindet, wobei ihr Charakter aber vielleicht von allen Figuren am wenigsten ausgearbeitet wurde und ihre Motive auch ein wenig schwach waren, Hexenrituale und Rache halt. Die Hexen selbst im Film sind dann auch nicht etwa einfach nur Damen mit spitzen Hüten und Besen in der Hand, sondern ziemlich dämonisiert dargestellt, welche sich von Menschenfleisch ernähren und ausser ihrer Magie auch sonst über allerlei übermenschliche Fähigkeiten verfügen, wobei jedes Hexendesign einzigartig und mir fast ausnahmslos gefallen hat.

Fazit:

Wie schon gesagt waren meine einzigen Ansprüche an den Film, keine Ansprüche zu stellen, aber den selben Fall hatten wir ja auch schon bei Abraham Lincoln: Vampire Hunter.  Wer dann diese Hürde überwunden hat, kann sich auf tolle Action und herrliches Hexenblutgespritze freuen. Der Film versucht nicht mehr zu sein als er ist arbeitet aber gut bis sehr gut mit dem Material was ihm zur Verfügung steht. Die Action ist ganz klar Splatter-Slapstick, das merkt man spätestens wenn ein Troll die Leute mit einem Baum wie Baselballbälle durch die Gegend schleudert. Das 3D ist, wie schon erwähnt, ebenfalls toll und Renner und Arterton geben ein solides Team ab. Wer also vom Film  nicht mehr erwartet als der Titel verspricht, wird definitiv seinen Spass im Kino haben.

Review Rating 7.5

7.5/10

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5 Responses to “Wir reden über: Hansel & Gretel: Witch Hunters”


  1. 1 Xander März 2, 2013 um 1:08 pm

    Ob ich ihn mir im Kino oder aber später im Heimkino ansehen werden weiß ich zwar noch nicht, aber so wie du das schreibst, stell ich mir den Film auch vor. Also auch punktemäßig. Würdest sagen er ist besser oder schlechter als „Van Helsing“?

    • 2 maloney März 2, 2013 um 1:22 pm

      Van Helsing bleibt ein Guilty Pleasure von mir aberi n Sachen Action wagt der Film nur schon durch sein Rating mehr und Gemma Arterton macht sicher eine bessere Figur und führt den Film mehr als es noch Kate Beckinsale tat.

  2. 3 donpozuelo März 3, 2013 um 11:30 am

    Ich hoffe der Spruch mit dem Scheiterhaufen ist nicht an mich gerichtet 😉

    Und ich bleibe dabei: Ich fand (so aus der Erinnerung raus) „Van Helsing“ interessanter als den hier. Ich habe ja auch kein Charakterdrama erwartet, aber irgendwie war die Spannung aus der Story schnell raus, weil man wusste, in welche Richtung es geht. Der Film war schon nett, hätte aber netter sein können…. um das zu beweisen, empfehle ich tatsächlich, schau dir unbedingt mal Wirkolas „Dead Snow“ an. Ich habe den letztens gesehen… und man erkennt, dass Wirkolas mehr aus der Story hätte machen können, wenn er sie nicht in Hollywood gedreht hätte.

  3. 4 Nerd Wiki März 3, 2013 um 11:53 am

    warste besoffen beim Schreiben? 😉

    bester Satz:

    „Der Film versucht nicht mehr zu sein als ist arbeitet aber gut bis sehr gut mit dem Material was ihm zur Verfügung hat.“

  4. 5 maloney März 3, 2013 um 10:20 pm

    @don: Niemals! Die Genialität des Films hat sich dir halt einfach noch nicht offenbart :P…nein ernsthaft er hat mir persönlich einfach mehr zugesagt als Van Helsing, da er mehr wagt und auch eine bessere Story als jener geboten hat, von dem Blutgespritze mal abgesehen. Wie ich schon erwähnt habe Brother’s Grimm wie er hätte sein sollen…und den fand ich jetzt auch besser als er von vielen gemacht wird.
    @Nerd Wiki: Ist korrigiert


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