Gedanken zur Oscarverleihung 2013

85. Oscars

Ich war dieses Jahr den Oscars so zwiespältig  eingestellt wie vielleicht schon lange nicht mehr. Denn einerseits holte man sich mit Seth MacFarlane einen Moderator, den ich für dessen Humor genauso liebe und bewundere wie für seine Showeinlagen, die meistens tolle Hommagen an die Goldenen Jahre des Films darstellen. Andererseits wurden aber diverse, meines Erachtens hervorragende Filme, wie zum Beispiel Moonrise Kingdom, Intouchables oder Cloud Atlas sträflich vernachlässigt oder gar nicht erst berücksichtigt. Doch wie  hat sich die Show selbst gemacht? War Seth wirklich, wie von William Shattner prophezeit, der schlechteste Oscarmoderator aller Zeiten oder doch nur Mittelmass? Und kann man die Academy wirklich mit computeranimierten Tigern und französischen Depressionsliedern überzeugen?

Kommen wir gleich zu den beiden Königklassen, was die Filme selbst betrifft. In der Kategorie Best Picture waren meine beiden persönlichen Favoriten ganz klar Django: Unchained und Zero Dark Thirty, wobei von Anfang an klar war, dass sich die Academy bei Django schwer tun würde, dafür machte Tarantinos Sklavenepos im Vorfeld einfach zu viel Furore. The Hurt Locker Regisseurin Kathryn Bigelow, hatte es da schon ein wenig einfacher, da sie vorher schon einmal den Goldmann mit nach Hause nehmen durfte und sich Zero Dark Thirty ebenfalls mit einem ähnlichen Thema beschäftigte. Dennoch war es dann Ben Affleck, der für Argo die Auszeichnung mit nach Hause nehmen durfte und endlich bewies, dass er ein ernstzunehmender Regisseur ist. Apropos Regisseur, hier durfte Ang Lee den Preis für, den meines Erachtens viel zu überschätzten, Life of Pi entgegen nehmen, wobei wie gesagt der Tiger offensichtlich gut bei der Academy ankam, da dieser im Laufe der Show mit insgesamt vier Goldstatuen ausgezeichnet wurde und damit zusammen mit Les Misérables zum Abräumer des Abends wurde

ArgoLife of Pi

In den Kategorien der schauspielerischen Leistungen, durften für mich völlig verdient und Konkurrenzlos bei den Männern zum zweitrn Mal Christoph Waltz und zum drittem Mal Daniel-Day Lewis jubeln, die für ihre grandiosen Leistungen in Django: Unchained und Lincoln ausgezeichnet wurden. Bei den Damen waren es dann Anne Hathaway für ihre Nebenrolle in Les Misérables und Jennifer Lawrence in ihrer Hauptrolle in Silver Linings Playbook, wobei ich hier auch wieder eher Zero Dark Thirty mit Jessica Chastain den Vorrang gegeben hätte.

Daniel Day Lewis 2011 Film Independent Spirit Awards - Arrivals

Gleichermassen erfreut und enttäuscht haben mich dann noch die Entscheidungen, dass Tarantino, wenn er auch nicht für den besten Film ausgezeichnet wurde, dennoch einen Preis für Best Writing – Original Screenplay mit nach Hause nehmen durfte aber der für mich klar beste Animationsfilms des letzten Jahres, ParaNorman Pixars Brave unterlag, der zwar gut aber dennoch (für mich) sicher nicht die erste Wahl gewesen wäre. Wobei es dann in Sachen Animation doch noch einen Freudenmoment gab, als Disneys Paperman den Oscar erhielt.

Django Unchained Brave

Vielleicht nicht beste Veranstaltung, der letzten Jahre auch wenn Seth sein Bestes gegeben hat um komödiantisch durch den Abend zu führen aber die Oscars sprechen halt ein anderes Publikum an, als seine Shows Family Guy oder American Dad. Dennoch hielten mich wie jedes Jahr die Spannung und das Raten vor dem Öffnen der Briefumschläge wach auch wenn wie erwähnt Tiger und singende französische revolutionäre fast ein wenig zu gut weg kamen.

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3 Responses to “Gedanken zur Oscarverleihung 2013”


  1. 1 Nils Februar 25, 2013 um 4:29 pm

    Die Show war super fand ich außer die eine Musical-EInlage mit den 3 Filmen.

    Mich wunderte es auch das grade Argo den Best Picture Award mit nehmen durfte, für mich ist der Film ein netter Sonntag Abend ProSieben Film.

    Aber schön für Tarantino und Life of Pi!

  2. 2 Dos Corazones Februar 25, 2013 um 5:31 pm

    MacFarlane war seit Jackman auf jeden Fall der beste Host bei den Oscars der letzten fünf Galen, die ich gesehen habe – und so ein bisschen Family-Guy-Humor war dann ja doch dabei.

    Auch wenn du hier von großen Abräumern sprichst – es ist doch schon sehr erfreulich, dass die Goldjungen sehr breit verteilt wurden. Dass ein Film mit 4 Oscars zum Abräumer erklärt wird, war eine der schönsten Überraschungen, die dieses Jahr geboten wurden.

  3. 3 maloney Februar 26, 2013 um 11:24 am

    @Nils: Stimmt bin auch nicht so der Musical Fan, aber darunter war ja auch Adele, darum geht’s schon ok. Argo wird ich mir diese Woche noch ansehen um mir selbst ein Bild machen zu können, aber was ich bis jetzt gesehen habe gefällt mir eigentlich ganz gut

    @Dos: Seth machte es schon gut aber er musste sich halt der Academy anpassen aber eben für Family Guy Humor gibt’s halt Family Guy 😉
    Und naja halt Abräumer im Vergleich zu den andere filmen, da ja niemand mehr als 4 Oscars mit nach Hause nahm


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