Wir reden über: Warm Bodies

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„What’s wrong with me? I just want to connect. Why can’t I connect with people? Oh, right, it’s cause I’m dead. I shouldn’t be so hard on myself, I mean, we’re all dead. This girl’s dead. That guy’s dead. That guy in the corner is definitely dead. These guys look awful.“

Nekrophilie ist eine ernsthafte Krankheit und Störung der Psyche, wobei die Symptone dieser eine körperliche und/oder sexuelle Anziehung auf Leichen sind. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO wird sie zusammen mit Pädophilie und Zoophilie im Verzeichnis der psychischen Störungen unter „Sonstige Störungen von Sexualpräferenzen“ geführt. Da zur Ausübung nekrophiler Handlung entweder die Störung der Totenruhe oder ein Mord nötig ist, beschäftig sich auch das Gesetz mit diesem Thema. Doch was wenn plötzlich die Zombieapokalypse ausbricht, ist Nekrophilie dann nicht etwas völlig alltägliches? Nicht ganz den auch mit oder gerade wegen der Zombieapokalypse verbunden mit Nekrophilie ist Warm Bodies ziemlich unnötig und teilweise sogar fast so verstörend wie die Krankheit selbst.

Story:

Keiner weiss mehr wie es angefangen hat aber ein Grossteil der Menschheit streift jetzt als Zombies durch die Landschaft. Einer dieser Untoten, der sich leider nicht mehr richtig an seinen Namen erinnern kann, ausser dass er mit einem R beginnt, sehnt sich zurück in die Zeit, als sich die Menschen oder eben die Zombies nicht nur durch Grunz- und Stöhnlaute unterhielten. Doch es ist nun mal wie es ist und auch Zombies müssen essen, weshalb sich die Untoten immer mal wieder (sehr sehr langsam) in die Teile der Stadt begeben, in denen noch Zivilisation vorhanden ist. Dabei frisst R den Freiheitskämpfer Perry und dessen Gehirn, wobei er dessen Erinnerungen bekommt und sich dabei in Perrys Freundin Julie verliebt. So versucht er auch nicht Julie aufzufressen, sondern nimmt sie mit in sein Versteck, auf dem von Zombie bevölkerten Flughafen. Julie die zuerst dauernd versucht zu fliehen und sich natürlich vor R gruselt, beginnt diesem langsam aber so sicher ins Herz zu schliessen, wobei diese Gefühle dazu führen, dass R aber auch alle anderen Zombies langsam wieder ihr eigenes Herz zu spüren beginnen.

Stil:

Der Film wurde mit der Tagline „From the Studio that brought you Twilight“ vermarket und auf den ersten Blick und nach den ersten Trailern zu urteilen, ist der Film auch nichts anderes. Dennoch entpuppt sich der Film bei genaueren hinsehen viel eher als Romeo und Julia mit Zombies, was aber bei weitem kein Stück besser ist, da ich bekanntlich ja Twilight sowieso nichts abgewinnen kann aber auch kein sonderlich grosser Fan von Shakespeares tragischer und verbotener Liebesgeschichte bin. Zumal klingt die Idee ja schon per se ziemlich idiotisch doch, dass muss ja bei einem Film nichts heissen, da diverse grosse Werke der Filmgeschichte, wenn man sie genauer betrachten würde, ebenfalls ziemlich dämliche Stories aufweisen. Doch hier scheitert man auch an der Umsetzung, denn sowohl in Beständigkeit als auch Humor, da der Streifen offenbar versucht sich als Komödie zu verkaufen, scheitert der Film in meinen Augen mehr als gründlich.

Charaktere:

Nicholas Hoult galt ja lange als Wunderkind und grosses Talent im Showbusiness und bewies schon früh mit Auftritten in About a Boy, A Single Man oder Skins, dass er durchaus ein ernstzunehmender Schauspieler ist. Zwar entsprach sein letztjähriger Auftritt als Beast in X-Men: First Class nicht ganz seinem üblichen Rollenschema, trotzdem konnte er aber auch dort überzeugen. Wieso er also diese Rolle als selbstgesprächführender Emo-Zombie angenommen hat, ist mir völlig unerklärlich, den selbst für einen skandalerregenden Ausrutscher, um so aus seiner von den Presse geschreinerten Schublade rauszukommen, hat der Film viel zu wenig Skandal- oder sogar Schlagzeilenpotenzial, dazu ist er einfach zu Vergessenswert.  Auch wenn Teresa Palmer ein wenig mehr Schauspieltalent und Gesichtsausdrücke als Kristen Stewart vorzuweisen hat, mag dies nicht sehr viel heissen, denn ausser ein paar, mit billiger Actionmusik unterlegten Slow-Mo Shots und den typischen, doch schon tausendmal verwendeten Teenagersprüchen, hat sie sonst auch nicht wirklich viel zu bieten. John Malkovich, der ja schon in Jonah Hex und Tranformers 3, dass ihm wohl in letzter Zeit ein wenig dass Rollenauswahlgespür abhanden gekommen ist, kann zwar überzeugen aber bekam dafür viel zu wenig Spielzeit, wobei ich natürlich so gern ihn zusammen mit Michael Sheen in einer Hauptrolle darin gesehen hätte. Die einzigen anderen nennenswerte Rollen übernehmen dabei Rob Corddry als R’s Zombiebuddy und Analeigh Tipton als überdreht, girliehafte Mitsreiterin von Julie.

Fazit:

Der Film stellt zwar Nekrophilie nicht wirklich in diesem Licht dar, wie ich es anfangs geschrieben habe, um ehrlich zu sein ist Nekrophilie gar kein wirkliches Thema im Film, aber dennoch lassen der Plot des Films immer wieder diese Gedanken aufkommen, was einfach schon per se falsch ist. Dazu scheint der Film sich auch nicht ganz sicher zu sein ob er jetzt eine romantisch-horrohafte Komödie oder ein wirklicher Zombiefilm sein will, dazu wird einfach viel zu vielmal der Ton verändert, wer entweder das eine oder andere davon erwartet wird so oder so enttäuscht werden. Wie auch schon bei Twilight sind die Änderungen und Neuinterpretationen die an den  Vampiren bzw. Zombies vorgenommen wurden nur zu deren Nachteil ausgefallen. Der Film ist nur ein weiterer sinnloser und unnötiger Versuch auf den ohnehin schon sinnlosen und unnötigen Twilight-Zug aufzuspringen. Wer sich einen guten Zombiefilm oder sogar ein gute Zombiekomödie ansehen will, dem sei ganz klar Shaun of the Dead oder auch Zombieland zu empfehlen aber bitte bitte unterstützt nicht dieses sinnlose Zombieschlatfest, wobei sich Schlachtfest auf die Verhunzung der Zombies im Film bezieht.

Review Rating 3.0

3/10

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4 Responses to “Wir reden über: Warm Bodies”


  1. 1 Nummer Neun Februar 24, 2013 um 11:29 pm

    Der Film ist vielleicht kein Glanzstück, aber doch durchaus unterhaltsam. Als Komödie kommt er leider nie so richtig über nette Schmunzler hinaus, ist aber doch meistens sympathisch. Das man die Zombies ein wenig anpassen musste, damit die Geschichte funktioniert – geschenkt, bei jedem Film muss man die Ausgangssituation akzeptieren, auch im überschätzten Zombieland. Auch die Auflösung des Films mit der Wandlung der Zombies ist doch ganz nett. Ich wäre da eher – wenige Stunden nach Sichtung – bei 6 oder 7 von 10 Punkten.

    Gut, aber wer unbedingt einen Twilight-Abklatsch sehen möchte, sieht ihn wahrscheinlich auch.

  2. 2 donpozuelo Februar 25, 2013 um 5:24 pm

    Ja, ich war auch schwer enttäuscht. Was vor allem daran liegt, dass das Buch so viel mehr zu bieten hat. Der Film ist weichgespülte Teenie-Kacke, damit all die kleinen Twilight-Mädchen vielleicht auch in den Film gucken. Wenn man sich da mehr getraut hätte, hätte es im Buch genügend coole Sachen gegeben, die den Film wirklich interessant gemacht hätten.


  1. 1 Wir reden über: World War Z | The Sweet Nonsense Trackback zu Juni 30, 2013 um 11:19 am
  2. 2 Wir reden über: The Mortal Instruments: City of Bone | The Sweet Nonsense Trackback zu September 9, 2013 um 9:03 pm

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