Wir reden über: Hotel Tansylvania

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„Are these monsters gonna kill me? – Not as long as they think you’re a monster. – That’s kinda racist.“

Genndy Tartakovsky ist ein Mann der die Cartoonwelt revolutioniert hat und das nur mit einem einzige zeitreisenden, schwertschwingenden, wortkargen Samurai. Samurai Jack ist trotz seiner frühen und beinahe unverständlichen Absetzung, bis heute einer der meistgelobten Cartoons aller Zeiten, und dies vor allem aufgrund seiner Optik und seines Erzählstils. Doch nachdem der Mann gewissermassen fast gezwungen wurde etwas neues zu wagen, erhielt er zwar mit der ersten (und für mich definitiv besseren) Star Wars: Clone Wars Serie grosses Lob von Kritiker und Fans gleichermassen aber auch sein nächstes grosses Serien-Projekt, Symbionic Titan sollte nach nur einer Staffel wieder abgesetzt werden. Da aber doch ein paar Leute auf sein Talent aufmerksam wurden, sollte er für Sony Pictures Animation bei ihrem nächsten Film Hotel Transylvania Regie führen. Und was könnte auch schief gehen bei einem Film über ein Hotel voller Monster und Adam Sandler in der Hauptrolle als liebenswerter Dracula?

Story:

Der überfürsorgliche Vater Dracula (jawohl DER Dracula, „bläh bläh bläh“) baut zum Schutz vor den bösen bösen Menschen für seine Tochter aber auch alle anderen Monster in abgeschiedensten Teil von Transsilvanien ein Hotel. Dort feiern die Biester seither fast täglich Parties und lassen es sich auch sonst richtig gut gehen. Doch als dann plötzlich doch ein Mensch in der Lobby des Monsterhotels steht, lässt Dracula nichts unversucht um ihn zu verstecken oder gar verschwinden zu lassen, sodass keine Panik unter den anderen Monstern ausbricht. Als sich dann aber Draculas Tochter Mavis auch noch plötzlich in den Menschen verliebt, hat der Vampirfürst fast keine andere Wahl mehr als den Sterblichen in seinem Hotel herum spazieren zu lassen, wenn auch in Verkleidung.

Stil:

Wer Tartakovskys Stil kennt, weiss dass dieser ziemlich einzigartig ist und seines Gleichen sucht. Kantige Figuren mit wenig Details aber viel Platz für Emotionen, waren sowohl in Samurai Jack wie auch in Symbionic Titan massgebend für das Charakterdesign. Dieser typische Stil geht hier nicht nur verloren, weil man diesen schlecht in der Computeranimation umsetzen setzen konnte sondern auch weil die Figuren so gar nicht in Tartakovskys bisheriges Zeichenschema passen wollen, auch wenn man dann kurz im klassisch animierten Abspann von Gegenteil überzeugt wird, weshalb sich auch die Frage stellt, wieso man nicht gleich bei 2D Animation geblieben ist. Der Figuren sehen dann auch teilweise mehr aus als wären sie aus einem Hanna-Barbera oder Lonney Tunes Cartoon entsprungen, was sich auch in der Körpersprache und der Bewegungen der Figuren wiederschlägt, die zum Teil äusserst slapstickhaft sind ohne aber den Charme der vorher genannten Marken zu haben. Was die Story selbst angeht wirkt sich recht unvollständig und eher wie eine Aneinanderreihung von Gageinlage die aber nirgendwo richtig reinpassen wollen.

Charaktere:

Adam Sandler spricht Graf Dracula! Ich sage es nochmals Adam Sandler, der Typ aus Waterboy und Jack and Jill spricht den gefürchtesten Vampir aller Zeiten. Zwar ist der Dracula hier auch nicht wirklich furchteinflössend noch besonders originell designt dennoch hätte wohl jeder andere mehr gepasst als Adam Sandler, der einfach seine übliche, nervige Babystimme mit osteuropäischem Akzent durchsetzt hat. Den Part seiner Tochter Mavis, übernimmt dabei Ex-Disneysternchen Selena Gomez die schon mit 19 Jahren so klingt als würde sie zehn Zigarettenpackungen pro Tag rauchen, obwohl, wie ich schon mehrmals bei den Spring Breakers Ankündgungen erwähnte durchaus, zumindest optisch nichts gegen sie einzuwenden habe, aber wenn schon rauchige Stimme, dann bitte immer noch Emma Stone! Der einzige Mensch im Bunde, stellt The Lonley Island Komiker Andy Samberg, als Johny, der zuweilen fast noch unerträglicher als Sandler ist, zumal die beiden ja schon zum zweiten Mal nach That’s My Boy gemeinsam vor (oder in diesem Fall hinter der Kamera) stehen. Der bunte Monsterrest kann ebenfalls mit einem Haufen prominenter Stimmen aufwarten, so zum Beispiel King of Queen Star Kevin James als Frankensteins Monster, Fran Drescher als dessen Braut, Steve Buscemi als Werwolf oder Gnarlz Barkly Sänger Cee-Lo Green als Mumie (welche übrigens das bei weitem gelungenste Design der Figuren ist).

Fazit:

Wie auch schon bei Dreamworks Monsters vs. Aliens wurde versucht möglichst viele Monster in einen Film zu quetschen, doch im Gegensatz zu diesem verlor man vor lauter Gruselfiguren, dann den Faden und versuchte dies mit so vielen Gags wie möglich zu kaschieren, wobei nur die wenigsten ins Schwarze trafen. Weder Draculas Furcht vor den Menschen, noch der Romanze zwischen Mavis und Johny wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt, zumal diese Geschichten in den richtigen Händen durchaus Potential gehabt hätten. Tartakovsky bewies bei seinen früheren Shows, dass er sowohl ein begnadeter visueller Geschichtenerzähler als auch ein toller Charakterentwickler ist, was also hier schief gelaufen ist, ist mir völlig unerklärlich. Bitte lieber Genndy besinne dich also in Zukunft wieder deiner Stärken…ach ja und bring verdammt nochmal Samurai Jack und Symbionic Titan zurück!!

Review Rating 4.5

4.5/10

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3 Responses to “Wir reden über: Hotel Tansylvania”


  1. 1 Nils Februar 23, 2013 um 10:08 am

    Ich würde auch nicht mehr Punkte vergeben, das Ende war einfach zu doof. Diese komische Idee der Mäntel zum drunter durch laufen, eijeijei. Klar muss bei Kinderfilmen ein Happy End kommen aber des war nicht schön.


  1. 1 Wir reden über: Turbo | The Sweet Nonsense Trackback zu Oktober 12, 2013 um 8:51 am

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