Wir reden über: The Iron Giant

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„It’s bad to kill. Guns kill. And you don’t have to be a gun. You are what you choose to be. You choose. Choose.“

Auch wenn Brad Bird sich in letzter je länger je mehr vom Animationsfilm, sei es nun klassisch von Hand gezeichnet oder computeranimiert, entfernt hat, gibt es doch keine Zweifel, dass der Mann das Genre mit einer Menge toller Filme geprägt hat. Mit The Incredibles und Ratatouille hat er nicht nur zwei ausserordentlich gute Pixarfilme erschaffen, sondern auch seinen unvergleichlichen Stil in die Figuren einfliessen lassen, denen man anmerkt, dass sie nicht einfach im Computer generiert wurden, sondern ihnen eine lange von Hand gezeichnete Geschichte vorausging. Doch auch vor seiner Zeit bei Pixar vermochte er mit guten und überraschend tiefgründigen Animationsfilmen überzeugen, weshalb The Iron Giant, trotz des damaligen Box Office Flops heute von Kritikern und Filmfans gleichermassen gelobt wird.

Story:

Der kleine Hogarth Hughes (seriously wer nennt sein Kind so?) lebt im Jahr 1957 in idyllischen Fischerstädtchen Rockwell im Bundesstaat Maine. Er liebt Horrorfilme und Comics über alles und treibt seine Mutter mit der Neigung, jedes Tier, dass er im Vorgarten findet, mit nach Hause zu bringen, beinahe in den Wahnsinn. Eines Abends als sein Fernseher durch eine Störung den Geist aufgibt, versucht er beim nahe gelegenen Elektrizitätswerk diesem Problem auf den Grund zu gehen. Doch was er dort findet ist nicht etwa ein Eichhörnchen, dass die Stromleitungen angeknabbert hat, sondern ein riesiger ausserirdischer, metallfressender Roboter, der offenbar sein Gedächtnis verloren hat. Hogarth freundet sich schnell mit diesem an und versucht ihn wie eines seiner Findeltiere wieder aufzupäppeln und bringt ihm sogar das Sprechen bei und lässt ihn sich auf dem örtlichen Schrottplatz vollfressen. Doch auch die Regierung, hat in Vertretung des Militäragenten Kent Mansley, Wind von dem Roboter gekriegt, der sich so gleich an Hogarths Fersen heftet um auch nur den kleinsten Beweis für die Existenz des Giganten zu finden.

Stil:

Brads Stil ist wie gesagt einzigartig und ziemlich leicht wieder zu erkennen. Diese vor allem durch sehr grosse Köpfe und lange Gliedmassen charakterisierte Animationen, wirken trotz allem äusserst realistisch und lassen daher vor allem im Bereich der Mimik und Gestik reichlich Spielraum offen, was besonders bei emotionalen Szene, von denen der Film übrigens reichlich zu bieten hat, besonders zu Geltung kommt. Das Buch The Iron Man von Ted Hughes (daher auch der Nachname von Hogarth und seiner Mutter) auf dem der Film basiert, habe ich zwar nie gelesen aber man merkt deutlich, dass Bird versucht hat den Zeitgeist der Periode in der das Buch geschrieben wurde einzufangen, obschon der Film im Jahre 1957 spielt und das Buch erst zehn Jahre später erschien. Mit seinem klassischen Art Déco und 50er Jahre Charme konnte mich der Film natürlich sofort verzaubern, wobei  dann Anspielungen auf Filme wie The Rocketeer, Metropolis oder auch E.T. auch ihr Übriges taten, wobei man wiederrum auch merkt wo sich die Filmemacher von Blockbustern wie Iron Man oder Transformers ein paar ihrer Inspirationen geholt haben könnten.

Charaktere:

Die „Ich hab dich gefunden und bist jetzt mein neuer Freund“ Beziehung zwischen Hogarth und dem Giganten ist zwar bei weitem nichts neues, da sie schon zig tausende Male wiederverwendet wurde, darunter natürlich in ihrer bekanntesten Form in E.T. dennoch wirkt sie glaubhaft und man fühlt mehr als nur mit den beiden mit, besonders im letzten Akt, der eigentlich wenn man es recht bedenkt auch wieder ziemlich klischeehaft ist aber trotzdem auch hier wieder äusserst gut und emotional umgesetzt wurde. Wenn der Gigant dann sein grosses Blechmaul aufmachte, lieh ihm der damals noch junge und aufstrebende Vin Diesel seine Stimme, wobei ich dies nie und nimmer bemerkt hätte wenn ich mir nicht nachher noch den Abspann angeschaut hätte. Doch auch der restliche Cast machte einen guten bis hervorragenden Job, so zum Beispiel Jennifer Aniston als Hogarths Mutter Annie, die hier durchaus bewiest, dass sie nicht nur in Sitcoms und schlechten RomCom mitspielen kann.

Fazit:

Wieso der Film nicht schon bei seiner Veröffentlichung den ihm gebührenden (finanziellen) Erfolg bekam ist mir beinahe unverständlich, zumal der Film doch geradezu die Verkörperung jedes Bubentraumes ist, einen Roboter zu finden. Vielleicht lag es daran, dass im selben Jahr Disney mit seiner Version von Tarzan ebenfalls Premiere feierte oder vielen der Film einfach zu tiefgründig war, was sehr gut in einen Zitat von Hogarth zum Ausdruck kommt:
I don’t know. You’re made of metal, but you have feelings, and you think about things, and that means you have a soul. And souls don’t die. Mom says it’s something inside of all good things, and that it goes on forever and ever.“ 
Wobei der film dadurch aber gerade auch für ein erwachseneres Publikum sehr ansprechend gewesen wäre. Naja man kann im Nachhinein immer darüber sinnieren was die Gründe dafür gewesen sein könnten, doch wichtig ist, dass der Film heute die Anerkennung findet die er verdient hat. Grosser wenn nicht gigantischer Animationspass für grosse und kleine Jungs…auch wenn 1, 2 mal darin Superman gelobt wird 😉

Review Rating 9.5

9,5/10

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9 Responses to “Wir reden über: The Iron Giant”


  1. 1 Nils Februar 7, 2013 um 3:46 pm

    Ich dachte der Name des Kindes wäre Howard Hughes gewesen aber war ja dann doch nicht.

    Diesen Film habe ich als Kind leider verpasst Grund mehr ihn nachzuholen da es noch ein echter Zeichentrick-Film ist mit kleinen Animationen,

    • 2 maloney Februar 7, 2013 um 4:29 pm

      Den Namen hab ich damals schon komisch gefunden…aber es wird ja sogar im Film selbst Witze darüber gemacht^^ und ja absolut die Animation ist wunderbar detailiert und liebevoll gemacht…dennoch merkt man dass Bird damals schon der Computertechnik angetan war

  2. 3 donpozuelo Februar 8, 2013 um 9:29 am

    Oh Mann, ich liiiiiiiiiebe diesen Film. Als ich das erste Mal drüber gestolpert bin, dachte ich noch „WTF“. Dann hab ich ihn gesehen und er ist einfach nur toll!

  3. 4 Dominik Höchtk Februar 8, 2013 um 10:08 am

    Den hab ich damals ausgelassen. Vermutlich aus den von dir angesprochenen Gründen. Ich glaube, den muss ich mal nachholen. Nachdem er dir und dem don gefallen hat… eigentlich ein Muss, oder?

  4. 5 maloney Februar 8, 2013 um 10:09 am

    @don: Das WTF hatte ich nur beim Namen von Hogarth..sonst einfach nur tolle Unterhaltung
    @Dominik: Absolut…aber ja ich war damals auch nicht viel besser^^


  1. 1 Wir reden über: Monsters vs. Aliens « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu Februar 14, 2013 um 6:22 pm

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