Wir reden über: Inglourious Basterds

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„Haben sie das gehört? Das ist das Geräusch meiner Walther, die direkt auf ihre Hoden gerichtet ist! – Ja. Warum richten sie ihre Walter auf meine Hoden?“ 

Ich mag Nazis!…Autsch! Nein Nicht! Aufhören! Ich meine ich mag Nazis als Handlungselement, denn auch wenn die Zeitperiode während des dritten Reiches als eine der schlimmsten der Menschheitsgeschichte gilt, geben die braunen Jungs doch ziemlich will Erzählstoff her. Filme wie The Great Dictator, Der Untergang oder Iron Sky wären ohne die Ereignisse in Nazideutschland wohl gar nicht erst oder zumindest nicht in dieser Form entstanden. Und offenbar scheint auch Kultregisseur Quentin Tarantino ein Fan des Nazifilm Genre zu sein, denn wie sonst sollte man sich erklären, dass es sich bei seinem damals neuster Film Inglourious Basterds und eine Art Spaghetti Western im von Nazideutschland besetzten Frankreich handeln sollte?  Doch wer Tarantino kennt, wusste im Voraus schon, dass der Film alles andere als historisch korrekt werden würde.

Story:

Es war einmal im von den Nazis besetzten Frankreich, als der SS Truppenführer Hans Landa, auf der Suche nach einer entlaufenen Judenfamilie auf einer Milchfarm in der französischen Provinz halt machte. Zwar fand er dort was er suchte, doch entkam ihm dabei die Tochter Shosanna. Jahre später betreibt Shosanna unter dem Namen Emmanuelle Mimieux ein Kino in Paris, per Zufall wird sie dabei vom Soldaten Fredrick Zoller angesprochen, der ein Auge auf sie geworfen hat. Dieser will deshalb, Shosannas Kino als Aufführungsort für die Premiere eines Filmes über seine Verdienste im Krieg, in dem er selbst die Hauptrolle spielt nutzen. Da an dieser Premiere neben diversen ranghohen Nazis auch Goebbles und Hitler selbst teilnehmen, beschliesst Shosanna als Rache für den Tod ihrer Familie, das gesamte Kino während der Premiere in die Luft zu jagen. Zur selben Zeit  landet auch ein Trupp amerikanischer Soldaten, jüdischer Abstammung unter dem Kommando von Lieutenant Aldo Raine, in Frankreich, welche sich zum Ziel gemacht haben mit gezielten Attentaten und Hinterhalten die Reihen der Nazis zu durchbrechen um ebenfalls an der Filmpremiere eine sprichwörtliche Bombe platze zu lassen.

Stil:

Was sicher als erstes auffällt und auch dem Film, obschon der historischen Innkorrektheiten, Authentizität verleiht ist der grosszügige Einsatz der deutschen und französischen Sprache, die sogar, wenn man nachzählt, mehr gesprochen wird als das Englisch selbst. Dies wurde anderen dadurch gewährleistet, dass man eine Vielzahl deutscher oder zumindest österreichischer und französischer Schauspieler und Schauspielerinnen engagierte. Daneben gab sich Tarantino natürlich sichtlich Mühe dem imaginären Untertitel des Filmes „Spaghettiwestern mit Nazis“ gerecht zu werden. So verlangt Aldo Raine, wie eine Art Kopfgeldjäger von jedem seiner Soldaten 100 Skalps und die Nazis welche von ihnen nicht getötet werden, werden mit einem eingeritzten Hakenkreuz auf der Stirn gebrandmarkt. Aber auch sonst erkennt man viele Elemente des klassischen Western, so erinnert zum Beispiel die Szene als Landa versucht Shosanna zu erschiessen, ziemlich stark an die  Hetzjagd von Major Jackson auf die Mexikaner aus Django, wobei Landa aber darauf verzichtet Shosanna am Schluss zu erschiessen. Die Gewalt ist natürlich für Tarantino typisch ziemlich grosszügig angesiedelt, auch wenn es dabei nie wirklich komplett explizit wird. Doch natürlich wird dabei auch der Humor und besonders die Spannung nie vernachlässigt, so ist Tarantinos Gabe, mit einem Gespräch über Milch oder Apfelstrudel absoluten Nervenkitzel zu erzeugen, mit ein Grund warum der Mann zu meinen absoluten Lieblingsregisseuren gehört.

Charaktere:

Wie schon erwähnt ist der Cast eigentlich, bis auf ein paar grosse Namen, grösstenteils deutsch- und französischsprachig. Tarantino ging damit besonders in Amerika ein ziemlich hohes Risiko ein, da man dort Untertitel beinahe genauso fürchtet wie der Teufel das Weihwasser. Dennoch ist genau diess was dem Film seine Genialität verleiht, denn so kriegt man nicht irgendwelche halbpatzigen Dialoge auf Englisch und der Vorstellung Hollywoods von einen amerikanischen Schauspieler der „versucht“ deutsch zu sprechen vorgesetzt. So  ist es dann auch kein Wunder wenn plötzlich im Film bekannte deutsche Namen wie ein Til Schweiger, ein Gedeon Burkhardt oder ein Daniel Brühl auftreten, wobei dann sogar auf deren frühere Filme angespielt wird, „Maximilian, das ist aber ein schöner Name“. Doch natürlich ist der beste Deutsche…Österreicher? im Bunde zweifelsohne Christoph Waltz, in seiner Rolle als eiskalt charmanter SS-Oberst Hans Landa, wobei Waltz ja bis anhin hauptsächlich in Theater und Fernsehproduktionen mitwirkte. Er beweist meisterlich, dass er ohne Probleme einem Brad Pitt die Show stehlen kann, wobei es so scheint als ob ihm dies nicht mal sichtlich Mühe bereitet, sogar wenn er dabei fast ins (positiv) lächerliche abdriftet, da war ein Oscargewinn auch nur die logische Schlussfolgerung. Dennoch machen aber auch die Amis und Engländer eine guten Job, wobei sich natürlich Brad Pitt am meisten heraushebt und man ihm ebenfalls anmerkt, dass es ihm Freude bereitete etwas zu spielen, dass nicht seinen üblichen Rollenschema entspricht.

Fazit:

Eines vorweg, wer sich den Film ansieht, muss in wirklich und unbedingt im O-Ton ansehen, denn nur so kommt der Humor und auch gewisse Handlungspunkte zu hundert Prozent durch! Alles andere wäre wirklich ein Grund für die Gaskammer! Daneben ist der film natürlich für jeden Trash-, Western., und natürlich Nazifilmliebhaber ein wahrer Hochgenuss. Tarantino gab sich zwar in Sachen historischer Korrektheit keine wirkliche Mühen, was dem Film aber wohlgemerkt in keiner Art und Weise schadet, im Gegenteil, dafür aber wie gesagt bei der Besetzung. Denen die jetzt noch zögern oder den Film noch nicht gesehen haben oder sich über die Gewalt beschweren, kann ich nur sagen: Kein Problem es sind doch nur Nazis!

Review Rating 9.5

9,5/10

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6 Responses to “Wir reden über: Inglourious Basterds”


  1. 1 donpozuelo Januar 30, 2013 um 4:54 pm

    Filmnazis, die auf die Fresse bekommen, sind immer gut!!! Was bei Indy gut war, ist auch bei Tarantino gut. Ich mochte den Film auch – obwohl es in diesem Fall wirklich nur wegen Waltz war. Da gefällt mir „Django Unchained“ doch mittlerweile um einiges besser.

  2. 3 vEnoMaZn Januar 30, 2013 um 6:02 pm

    stimmt, muss mir den echt ma im -oton reinziehen … noch nicht gemacht … arghl :!

  3. 5 Dos Corazones Januar 30, 2013 um 7:18 pm

    Ich weiß noch, den Film habe ich im Kino in der synchronisierten Fassung geguckt – schrecklich! Also es war immer noch witzig, aber als ich den später im O-Ton sah, ging mein Herz erst richtig auf. So kann man die Macht des Films demonstrieren. Ein toller Film.


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