Wir reden über: Gangster Squad

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„I’m not an educated man, but I have wits in history. Every kingdom comes of blood, every castle’s built on a pile of bones. When I came out here, L.A. was nothin‘. Back east I was a gangster…out here, I’m god.“

Die 40er Jahre sind eines der glamourösesten aber auch einens der blutigsten Zeitalter des letzten Jahrhunderts. Nicht nur das der Zweite Weltkrieg die erste Hälfte dieses Jahrzehnts einnahm, so hatten auch besonders in Chigaco, New York und auch Los Angeles diverse Verbrechersyndikate Hochkonjunktur und hielten dabei die Gesetzhüter entweder mit Schmiergeld, Erpressung oder Gewalt in Schach. Einen grossen Anteil daran hatte auch die sogenannte „Kosher Nostra“ die besonders aus jüdischen Einwanderern bestand, und  so klischeehaft und politisch inkorrekt das klingt, mehr als allen anderen an der Vermehrung von Geld interessiert war. Ein berüchtigter Mann aus ihren Reihen war dabei, Mickey Cohen, der Ende der 40er Jahren fast ganz Los Angeles in seinem Griff hatte, doch eine wackere Truppe unerschrockener Polizisten hatte sich damals zum Ziel gesetzt Cohen endgütlig das Handwerk zu legen…ihr Name Gangster Sqaud!

Story:

Los Angeles Ende der 40er Jahre, in der Stadt ist nicht etwa die Politik oder das Volk an der Macht, sondern der jüdische Mafiaboss Mickey Cohen, der mit seinem Netz aus Prostitution, Glückspiel und Geldwäscherei die Stadt fest in seinen Besitz gebracht hat, dass nicht mal die Polizei es wagt ihm etwas anzuhängen. Doch Polizeichef Bill Parker will diesem Treiben nicht mehr länger tatenlos zusehen und schickt den unerschrockenen und sturen Sergeant John O’Hara aus um eine Truppe zusammenstellen, die als Geheimkommando Mickeys Imperium Stück für Stück auseinander nehmen sollten um so nicht nur seinen Machenschaften ein Ende zu setzen, sondern auch so ein Zeichen für das gesamte organisierte Verbrechen zu setzen. Doch dies ist leichter gesagt als getan, denn so einfach lässt, sich dieser als ehemaliger Boxer, nicht aus dem Geschäft drängen.

Stil:

Nach den ersten Trailern und dem Bekanntwerden des Plots, stellte ich mir ziemlich schnell etwas im Stile von L.A. Confidential oder The Untouchables vor, wobei der Film, dann aber stellenweise doch mehr ins komische oder sogar B-moviehafte abdriftet, wobei das keinesfalls schlecht ist und dem Film, der doch auch ziemlich blutig ist, recht gut tut. Regisseur Ruben Fleischer, der ja schon bei Zombieland bewies, dass er Gewalt und Komik sehr gut verbinden kann, fängt den Way of Life der 40er perfekt ein und mit kettenrauchenden Protagonisten die in Art-Déco Swingclubs um die Wette tanzen, wünscht man sich doch gerne wieder einmal zurück in die Good Old Days.

Charaktere:

Kurz gesagt führen eigentlich, drei Schauspieler durch den Film. Josh Brolin, der perfekt den geradlinigen und ehrenhaften Cop gibt, der im Namen der Gerechtigkeit alles tun würde auch wenn ihm seine Familie genauso wichtig ist, wobei er dabei für mich je länger je mehr, passend zu seiner Rolle in Men in Black 3, zu einer jüngeren und knallhärteren Version von Tommy Lee Jones mutiert. Ryan Gosling , der ähnlich wie früher Leonardo DiCaprio mit seinem Babyface eigentlich jeden Kinozuschauer um den Finger wickeln kann, ohne sich gross anzustrengen, wobei er aber durchaus eine gute Leistung abliefert und sein bestes tut um eine glaubhafte 80er Jahre Sean Penn Stimme hinzukriegen. Wobei Besagter, dann zufällig auch gleich die beste Performance im ganzen Film als Mickey Cohen abliefert, wobei man ihm anmerkt, dass er sichtlich Freude an dieser Rolle hatte und nach This Must Be the Place erneut sein Over-The-Top-Acting zum besten geben. Daneben überzeugt der Film aber auch mit einer Vielzahl von tollen Nebendarstellern wie Nick Nolte als Polizeichef, Robert „T-1000“ Patrick als Wyatt Earp-mässiger Gangsterkiller und natürlich Emma Stone in ihrer bisher (optisch) besten Rolle. Ich weiss, ich hab in der Vergangenheit viel über Schauspielerinnen geflucht die mehr mit ihrem Aussehen als mit ihrem Können überzeugen, aber verdammt nochmal, die Emma sieht einfach so extremst gut in ihren Cocktailkleidern aus, dass man meinen könnte sie sei wirklich direkt dieser Zeitperiode entstiegen. Ganz ganz grosses Kompliment für dieses Casting auch wenn es wie gesagt nur wegen des Aussehens ist.

Fazit:

Der Film besticht sicher in erster Linie durch seine tolle Optik von einem oberflächlich goldenen Zeitalter, das passend zu den dreckigen Hinterhöfen von Los Angeles mehr Schein als Sein war. Spätestens als die Mafiaschläger von O’Hara und seiner Truppe zu fetziger Swingmusik zusammengeschlagen werden hatte ich meine wahre Freude am Film. Das gewisse Szenen, wegen der Schiesserei in Colorado, während der The Dark Knight Rises Premiere im Juli 2012, neu gedreht werden mussten, störte mich, da ich dies erst im Nachhinein erfahren hatte, nicht wirklich, anders als es damals beim ersten Spider-Man und den Anschlägen um 9/11 der Fall war. Wer also auf klassische Gangsterfilme und teilweise kitschige Dialoge hat wird sicher seine helle Freude daran haben, den anderen kann ich das Ganze sicher wegen Josh Brolin, Sean Penn und den Männern natürlich wegen Miss Stone ans Herz legen!

Review Rating 8.0

8/10

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9 Responses to “Wir reden über: Gangster Squad”


  1. 1 Dos Corazones Januar 26, 2013 um 1:49 pm

    Jo, wundert mich kaum, wenn du meine Meinung unterschreibst, dass ich hier das gleiche tu.
    Du siehst offensichtlich die Schauspieler insgesamt noch etwas stärker, als ich ihre Leistungen einschätze. Ich meine, dass jeder einzelne (abgesehen vielleicht von Sean Penn) deutlich mehr Potential hat liegen, denn aufblitzen lassen.

    Trotzdem tolle Unterhaltung in einem für die heutigen Filme aus Hollywood ungewöhnlichen Setting.

    • 2 maloney Januar 26, 2013 um 2:04 pm

      Eben Sean Penn hart mir auch am besten gefallen, zumal man ihn ja noch reichlich im Gesicht mit Make-Up zugepflastert hat…bei Gosling bin ich mir halt immer noch nicht genau sicher was der Mann so kann, obschon ich von ihm in Drive ja recht begeistert war

      • 3 Dos Corazones Januar 26, 2013 um 2:12 pm

        Hm, als weiteren Beweis seines Talents würde ich dann mal „Stay“ von Marc Foster vorschlagen, der auch ansonsten sehr zu empfehlen ist, gerade aus bildgestalterischer Ebene.
        Ansonsten sind „Lars and the Real Girl“, „Ides of March“, „Crazy Stupid Love“ auch noch sehr gute Leistungen von ihm – also das ist schon ein ziemlich vielversprechender Mann.

  2. 6 donpozuelo Januar 28, 2013 um 9:14 am

    Yep!!! Hab ich am Wochenende jetzt auch gesehen und kann von daher deine Wertung durchaus verstehen.

    Zum Thema „Crazy Stupid Love“: Gucken!!! Der ist echt gut!!!


  1. 1 Gangster Squad (2013) « watched Trackback zu Januar 26, 2013 um 1:44 pm
  2. 2 Wir reden über: The Great Gatsby | The Sweet Nonsense Trackback zu Mai 25, 2013 um 4:36 pm

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