Wir reden über: Wreck-It Ralph

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„I’m bad, and that’s good. I will never be good, and that’s not bad. There’s no one I’d rather be then me.“

Ich könnt jetzt wieder mit Geschichten anfangen wie Dreamworks langsam zu Pixar wird und Pixar langsam zu Dreamworks aber diese Diskussion hatten wir ja kürzlich schon mal. Was dabei aber schnell vergessen wird ist, dass Pixar ja mittlerweile zu Disney gehört und diese so auch kräftig vom Erfolg aber auch vom Know-how für Computeranimation profitieren konnten. Wirkten Disneys frühste Versuche sich auch im CGI-Business zu bewegen, ja damals noch recht plump weshalb es auch nicht verwunderte, dass Filme wie Chicken Little und Meet the Robinsons gnadenlos floppten. Doch dieses Jahr scheint es so, als dass man zum ersten Mal, mit Wreck-It Ralph, einen Film erschaffen hat der es vermag sowohl den typischen Disneycharme als auch makellose Computeranimation zu verbinden und daher fast wie ein Pixar Film daherkommt.

Story:

Ralph hat es satt in seinem Spiel Fix-It Felix Jr. immer nur den Bösewicht zu spielen. Anstelle dauernd in den Schlamm geworfen zu werden und auf einer Müllkippe zu schlafen möchte er auch mal endlich gemocht werden. Doch um dieses Ziel zu erreichen muss Ralph zu einer Medaille kommen die ihm den Respekt seiner Mitspielfiguren einbringt. So verlässt er kurzerhand sein Spiel und versucht sich erstmals im Egoshooter Heroe’s Duty als Soldat. Und obwohl er mehr Chaos als ihm selbst lieb ist anrichtet kommt er schlussendlich trotzdem zu seiner heissbegehrten Medaille, wobei er aber plötzlich durch seine eigene Ungeschicktheit im Spiel Sugar Rush landet, wo seine Medaille von der keinen Vanellope als Startpreis für ein wildes Rennen eingetauscht wird. Ralph der natürlich sein Ticket zu einem besseren Leben wieder zurück haben will, muss dann aber schweren Herzens sehen, dass auch Vanellope nicht so ganz glücklich in ihrer Spielwelt ist.

Stil:

Der Film ist in erster Linie eine Liebeserklärung an Arcade Games und Videospiele aller Art. Kein Wunder, dass da auch die Gastauftritte von berühmten Spiellegenden nicht fehlen dürfen, im Gegenteil es gibt diese sogar zu Hauf. So sind Sonic oder Bowser genauso mit von der Partie wie Pacman oder Cubert, wobei ich nicht wissen will, was Disney für die Lizenzen zahlen musste (aber Super Mario war ihnen dann doch wohl zu teuer ;)). Auch die Spiele im Film selbst, haben grosse Ähnlichkeit mit bestehenden Titeln, so ist Fix-It Felix Jr. ganz klar eine Hommage an Doneky Kong, Heros Duty von Call of Duty inspiriert und Sugar Rush wirkt wie eine zuckersüsse Version von Mario Kart. Wie auch schon bei Scott Pilgrim sind Studio Logo und Abspann in Pixelgrafik und 8-bit gehalten, wobei man sogar hier noch einen Schritt weiter ging und auch die modernen Animationen mit einem Touch von Nostalgie versah, weshalb sich zum Bespiel die Nicelander aus Fix-It Felix Jr. auch stets in typisch-ruckliger Arcademanier bewegen. Auch wenn es sich vielleicht um den Disneyfilm mit einem der zeitgenössischten Motive überhaupt handelt, ist der Disneyeinfluss doch stets zu erkennen, besonders dann als der grosse „Twist“ im Finale enthüllt wird, wobei  hier natürlich nichts verraten wird.

Charaktere:

Auch wenn das Motiv, mit dem an Burn-Out leidendem, Bösewicht schon bei Despicable Me oder Megamind verwendet wurde, wirkt Ralph viel mehr wie ein Typ der jahrelang einfach seinen Job macht und jetzt etwas Neues ausprobieren will, anstatt einfach nur den fiesen Widersacher zu mimen. John C. Reily gibt eine durchaus überzeugende Performance ab und man leidet mehr als einmal mit ihm mit, wenn er wieder einfach nur pauschal für etwas verurteilt wird nur weil er der Böse ist. Sarah Silverman beweist als Vanellope von Schweetz einmal mehr ihr grossartiges Comedy Talent und vermag es trotz ihrer Quäckstimme grosse Sympathien zu erwecken, was sicher auch mit der Art wie ihre Figur aufgebaut wurde zusammenhängt und für mich sicher eines, wenn nicht DAS Highlight des Films war. Wobei aber auch Jane Lynch als schlagkräftige Armeebraut und Jack McBrayer als Fix-It Felix ihre Sache mehr als gut machten und als ungleiches Paar mehr als unterhaltsam anzusehen sind.

Fazit:

Um nochmal kurz auf die Pixar/Disney Thematik zurück zu kommen, es ist doch fast ein bisschen witzig und paradox zu sehen, dass sich offenbar Beide mittlerweile so sehr beeinflusst haben, dass man nun Filme macht die eigentlich im Territorium des Anderen liegen. So war Brave vielleicht der Pixar Film der am meisten wie ein Disneyfilm wirkte und Wreck-It Ralph ist eine Geschichte die doch eher aus dem Hause der Macher von Toy Story hätte kommen können, da auch hier wieder Spielfiguren zu Leben erwachen. Doch anyway was zählt ist das Disney nach langer Durststrecke auch dieses Jahr, einen sehr guten bis tollen Film abgeliefert hat, der Kinder und Kindsköpfe gleichermassen begeistert und dadurch auch endlich in der Computeranimation Fuss gefasst hat.

Review Rating 9.5

9,5/10

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5 Responses to “Wir reden über: Wreck-It Ralph”


  1. 1 donpozuelo Dezember 9, 2012 um 4:55 pm

    Ein geiler Film!!! Und nur zu deiner Beruhigung: Ich habe den Film natürlich im Original gesehen 😉


  1. 1 Wir reden über: Frozen | The Sweet Nonsense Trackback zu Dezember 1, 2013 um 11:00 pm

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