Wir reden über: The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring

„One Ring to Rule Them All. One Ring to Find Them. One Ring to Bring Them All and In The Darkness Bind Them.“

Jedes Genre hat seine Vorzeigebeispiele, sozusagen der heilige Gral der alles darin definiert oder zumindest auf ein neues Level gehoben hat. Bei Science Fiction waren es Star Trek und Star Wars, im Abenteuer Indiana Jones und im Horror Filme wie Psycho, A Nightmare on Elmstreet oder Friday the 13th. Was das Fantasygenre angeht, hat dort wohl kein Buch mehr Einfluss gehabt als J.R.R. Tolkien Meister-Epos, Der Herr der Ringe, mit all seinen Beiwerken. Andere Fantasyreihen hätten wahrscheinlich gar nicht geschrieben werden können wenn es besagte Bücher nicht gegeben hätte oder zumindest nicht in ihrer bekannten Form. So haben unter anderen J.K Rowling und Dungeons & Dragons Erfinder Dave Arneson immer wieder angeben das Tolkien einen grossen Einfluss auf sie hatte. Lange Jahre galt die Reihe als zu kompliziert und unverfilmbar und dies blieb auch, bis auf paar Zeichentrickfilme so, bis im Jahr 2001, als The Frighteners Regisseur Peter Jackson mit The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring den ersten Teil seiner aufwendig und epochalen inszenierten Verfilmung von Tolkiens Werken ins Kino brachte.

Story:

Einst wurden in Mittelerde die grossen Ringe der Macht geschmiedet, von denen drei an die Elben, sieben an die Zwerge und neun an die Menschen verteilt wurden. Doch unbemerkt schmiedete der dunkle Herrscher Sauron selber einen Ring der in seiner Macht alle anderen übertraf und er damit versuchte sich Mittelerde untertan zu machen. Doch wurde er in einer grossen Schlacht besiegt in der Isildur, der Sohn des Königs der Menschen, ihm den Ring vom Finger schnitt. Doch anstelle den Ring und seine Macht zu vernichten, behielt Isildur den Ring für sich, wobei ihn dieser immer mehr korrumpierte und ihm schliesslich den Tod einbrachte. Über die Jahre geriet der Ring in Vergessenheit, bis ihn schliesslich der junge Hobbit Bilbo Beutlin in einem Spiel mit dem Geschöpf Gollum für sich gewann, ohne zu wissen was es mit dem Ring auf sich hatte. Als Bilbo, im hohen Alter, den Ring schweren Herzens an seinen Neffen Frodo weitergibt, ist Sauron bereits wieder zu Kräften gekommen und sucht in ganz Mittelerde nach seinem Ring. Um diesen ein für alle Mal zu zerstören wird Frodo ausgesandt um  den Ring in die glühenden Feuer des Schicksalsberges zu werfen, wobei ihm auf dieser Reise der Zauberer Gandalf, der schon mit Bilbo auf Reisen ging, Aragorn der Waldläufer, Boromir aus Gondor, Legolas der Elbe, Gimli der Zwerg und die Hobbit Merry, Pippin und Frodos treuer Freund und Gärtner Sam zur Seite stehen.

Stil:

Auch wer kein Fantasy- oder Tolkienfan ist, wird schon bei den ersten paar Sekunden des Films, in den Bann von Mittelerde gezogen, wenn die ersten mystischen Worte zum Ursprung des Ringes gesprochen werden. Peter Jackson schafft es meisterhaft, ein Buch, das sich doch an vielen Stellen mit Erklärungen Ereignissen aufhält auf den Punkt zu bringen. Klar könnten dadurch die ganz harten Fans ein bisschen enttäuscht werden aber genau das ist ja der Unterschied von einem Buch zum Film, wobei aber gerade die Fans den Film trotzdem für seine Nähe zum Buch lobpreisten. Auch tappt man nicht in die Falle und macht nicht den grossen Fehler mehr zu erzählen als zu zeigen, die einzigen Erklärungen, die man in gesprochener oder geschriebener Form erhält sind in den ersten 10 Minuten aber diese bleiben einem wie die typischen Star Wars Einleitungen nur in positiver Erinnerung. Um Mittelerde so echt wie möglich aussehen zu lassen hat man sich nicht etwa auf Computergrafiken verlassen sondern filmte in den, fast noch unberührten, Weiten von Neuseelands Wildnis und setze bei Wesen wie Orks und Hobbits auf Make-Up anstelle von CGI, was wohl einen grossen Beitrag dazu geleistet hat, die ganze Szenerie so glaubhaft wie möglich zu gestalten, wobei dies auch noch gleich mit einen Oscar für Make-Up, visuelle Effekte und Kamera belohnt wurde. Komponist Howard Shore probierte hier zudem auch zum ersten Mal ein Konzept aus, in dem er jeder Figur und Region im Film ein eigenes musikalisches Thema zu ordnete und so eine unvergleichliche Fantasy-Symphonie erschuf, die auch ohne den Film pures Gold für die Ohren ist. (wobei ich das ganze sogar Live in Concert schon mal hören durfte)

Charaktere:

Auch wenn Peter Jackson eine ganze Riege von Schauspielern antanzen liess, wurden keine typischen Hollywoodstars, sondern vor allem Charakterdarsteller wie Ian McKellen, Viggo Mortensen, Hugo Weaving oder Christopher Lee verpflichtet. Daher wäre auch jede Kritik an deren Leistungen so fehl am Platz wie ein Kühlschrank in der Arktis. Der, damals, junge Elijah Wood der den Hobbit Frodo gibt ist dabei die meiste Spielzeit vergönnt und auch er diesen Helden wider Willen durchaus überzeugend spielt auch wenn er zwischendurch mehr wie eine Jungfrau in Nöten als wie ein tapferer Hobbit wirkt obschon dies nur ansatzweise der Fall ist. Mit dem Design der Figuren versuchte man bekannte Interpretation von Tolkien Charakteren, von denen es ja schon vorher genug gab mit neuen Ideen zu verbinden, so ist Legolas keineswegs ein Robin Hood Verschnitt aber Gandalf ist durchaus als weiser Zauberer wieder erkennen. Was vielleicht einfach gestrickte Filmfans bemängeln könnten, ist dass es keinen wirklich greifbaren Bösewicht in der ganzen Geschichte hat, aber 1. ist dies ja erst der erste Teil der Reihe und 2. ist dies im Buch ja auch nicht gross anders und daher durchaus mutig und konsequent von Jackson ist, dies auch im Film umzusetzen.

Fazit:

Auch wenn ich schon vorher dem Fantasygenre zugetan war, hat dieser Film dann endgültig meine Liebe dafür entfacht. Jackson hat es geschafft einen gigantischen Epos an Story, Figuren und Schauplätzen glaubhaft auf die Leinwand zu bringen ohne, dabei das Ganze unnötig gekürzt oder abgehackt wirken zu lassen obschon es doch erst der erste Teil der Reihe war. Tolles Design, Kostüme und Schauplätze haben zu Recht einen Oscar erhalten und auch heute noch krieg ich bei Beginn des Films Gänsehaut.

9/10

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12 Responses to “Wir reden über: The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring”


  1. 1 bullion Dezember 4, 2012 um 1:24 pm

    Dem kann ich nur zustimmen. Ganz groß. Einzig der 10. Punkt fehlt noch. Definitiv unter meinen Top 10.

  2. 3 Julian Dezember 4, 2012 um 2:11 pm

    Als ich den Film zum ersten Mal gesehen hatte, fand ich den richtig mies. Ich hatte die völlig falschen Erwartungen, teilweise wirkte er auf mich wie ein Horrorfilm (was bei Jacksons Filmografie ja auch nicht wirklich wundert) und ich habe mich tierisch über die Szene in den Mienen der Zwerge aufgeregt. Also die Wanderung, die erst mehrere Tage dauern soll und dann plötzlich 10 Minuten dauert.
    Einige Jahre später habe ich dann aber erneut reingeschaut. Und dann hat es mich umgeblasen. Man braucht m. E. ein wenig Zeit, um sich hineinzufinden (so eine Stunde) aber dann könnte man alle 3 Teile am Stück schauen. Wirklich ein sehr guter Film, auch wenn mein Lieblingsfantasyfilm immer „Excalibur“ bleiben wird. Die Mischungs aus Fantasy- und Horrorelementen überzeugt, die Szenen in Mordor sind richtig schön fies und alles fügt sich zueinander.
    Was ich damals wie heute als negativ empfinde, ist der Umgang mit der Filmmusik. Zweifelsfrei eine grandiose Tondichtung, aber auf der 1-CD-Fassung viel zu stark gekürzt. Die SE hatte dann auch nur ein anderes Cover und lediglich die Collectors Edition bot 3 CDs + DVD-A. Beim Hobbit sieht es hingegen anders aus: 2 CDs, die SE sogar mit einigen Bonustracks, erweiterten Fassungen etc. Und das Lied der Zwerge auf Englisch (Ich habe damals umgehend eine Mail an Universal geschrieben, wie ein Soundtrack auszusehen hat – es scheint noch mehr solcher Mails gegeben zu haben).

  3. 7 Dos Corazones Dezember 11, 2012 um 1:20 pm

    Frodo war zwar für mich seit jeher ein Held, der mich mehr nervt, als tatsächlich meine Sympathie zu erlangen. Dafür gibt es aber ja noch mehr als genug andere Figuren, die mich einfach mitfiebern lassen.
    Die Musik ist natürlich der Hammer. Das Ring-Thema lässt einfach jedes Mal einen leichten Schauder über meinen Rücken laufen – ganz groß.


  1. 1 Wir reden über: The Lord of the Rings: The Two Towers « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu Dezember 6, 2012 um 11:30 am
  2. 2 Wir reden über: The Hobbit: An Unexpected Journey « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu Dezember 13, 2012 um 2:13 am

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