Wir reden über: The Perks of Being a Wallflower

„I really wanna be a writer but I don’t know what I’d write about. – You can write about us. – Call it ‚The slut and the falcon‘ make us solve crimes“

Wenn man für viele Jahre immer nur dieselbe Rolle gespielt hat, ist es schwer in etwas neuem Fuss zu fassen. So erging es zum Beispiel Mark „Skywalker“ Hamill, Rowan „Mr. Bean“ Atkinson oder der gesamten Crew von Harry Potter. Emma Watson, die ja bekanntlich auch zum diesem Ensemble gehörte, rechnete ich aber die besten Chancen an, schon bald auch für etwas anderes bekannt zu sein als ihre Rolle der Hermione Granger. Daher war für mich schon sehr schnell klar, dass ich mir die Coming of Age Drama-Komödie The Perks of Being a Wallflower ansehen werde, zumal neben Emma unter anderem auch noch Mae Whitman, Paul Rudd oder John Cusack mitmachten.

Story:

Charlie ist nicht besonders beliebt in der Schule, das ändert sich auch mit dem Eintritt in die High School nicht, im Gegenteil als sogenannter „Freshman“ ist er nun fast noch mehr dem Spot seiner Mitschüler ausgesetzt. Aber auch seine Begeisterung für klassische Literatur helfen ihm nicht wirklich Freunde zu finden. Erst als er auf den Klassenclown Patrick trifft, beginnt er sich langsam mit diesem anzufreunden und findet schon bald Anschluss an dessen Clique. Besonders mit dessen Stiefschwester Sam, scheint er sich, auch aufgrund von geminsamen Interessen, äusserst gut zu verstehen und verleibt sich schon bald in sie. Aber durch ein paar Kindheitstraumata und die Tatsache, dass er bis jetzt noch nie eine Freundin hatte, weiss Charlie nicht genau wie er mit diesen Gefühlen umgehen soll und übt sich zu allererst in Geduld als im Angriff.

Stil:

Obschon der Film in der heutigen Zeit spielt, werden viele Elemente aus einer Jugendkultur verwendet die bereits zehn, zwanzig Jahre zurückliegt. So spielen die sogenannte Mix Tapes, selbst gemischte Musikkassetten die man mit viel Liebe für die angebetete Person zusammenstellt, eine durchaus zentrale Rolle, wobei dann die Musik auch dementsprechend nostalgisch ist und daher Acts wie The Smiths, Sonic Youth oder David Bowie den Soundtrack bereichern. Der Film lässt sich dann auch zu (fast) keinen Zeitpunkt von den Klischees des Genres einengen, zwar werden hier selbstverständlich auch Themen wie Beziehnungstress, Liebeskummer oder soziale Zugehörigkeit angesprochen aber ich hatte, das Gefühl, dass man hier versucht hat diese anders anzugehen um sich so zum Beispiel nicht in einem typischen Happy- oder Sad End zu verfangen und dem Zuschauer selber Raum zum Interpretieren zu lassen .

Charaktere:

Logan Lerman der bisher ja in Filmen, wie Percy Jackson oder Three Musketeers, nicht sonderlich die Möglichkeit hatte sich schauspielerisch zu entfalten, blüht hier regelrecht auf. Man leidet zuweilen sogar richtig mit ihm mit, besonders im zweiten etwas schwerer verdaulicheren Teil des Films, weshalb ich hoffe, dass er dieses Talent auch weiter ausbaut und sich nicht wieder mit CGI Zyklopen in den Ring schwingt. Wie gesagt war ich mir ziemlich sicher, dass Emma Watson ihre Sache mehr als gut macht und so wurde ich dann auch nicht von ihr enttäuscht. Zudem legte sie, mit dem Abschneiden ihrer Hermine-Mähne, gleich auch ihr altes Rollengefängnis ab und darf hier zwischendurch auch grosses Drama spielen. Vielleicht wird sie irgendwann doch ihren Weg zurück nach Hollywood finden oder aber der Arthouse Riege beitreten, so oder so freu ich mich in Zukunft mehr von ihr zu sehen. Aber auch Erza Miller, Mae Whitman, Paul Rudd, John Cusack und der restliche Cast des Films bestechen durch gute bis sehr gute Leistungen und lassen den Film daher so gar nicht wie den typischen Teenie-Film daher kommen.

Fazit:

Teenager Filme lassen ja zuerst in mir immer ein bisschen Skepsis aufkommen, da man dort entweder nur Humor unter der Gürtellinie serviert bekommt oder gar nicht erst weiss was man damit anfangen soll. Doch The Perks of Being a Wallflower verzaubert durch herrliches Melodrama und ein durchs Band gutes Ensemble, dass mehr Lust auf weitere Filme in dieser Zusammensetzung macht. Zudem mussten wahrscheinlich die meisten auch mal das Gefühl kennen lernen ein Aussenseiter zu sein, was dem Film zusätzlich grosses Identifikationspotenzial und Glaubwürdigkeit einbringt, da auch nichts unnötig aufgebauscht oder in die Länge gezogen wird.

8.5/10

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16 Responses to “Wir reden über: The Perks of Being a Wallflower”


  1. 1 Dos Corazones November 18, 2012 um 8:33 pm

    Liest sich gut – wie bisher alles, wirklich alles, was ich über Perks of Being a Wallflower gelesen habe. Hoffentlich kommt der Film schnell auf DVD raus, denn den möchte ich unbedingt mit Originalton schauen. Ob ich es wirklich so lange aushalte? Mal sehen…

  2. 12 donpozuelo November 19, 2012 um 10:11 am

    Ich glaube, da werde ich mich erst mal um das Buch kümmern und dann den Film gucken. Aber der steht schon auf der Liste.

  3. 14 fm014 August 31, 2013 um 1:48 pm

    Ja, die Kritik spiegelt ziemlich gut meine Meinung wieder. 🙂
    Ein weiterer sehenswerter Film mit Logan Lerman ist „My One And Only“.


  1. 1 Wir reden über: The Bling Ring | The Sweet Nonsense Trackback zu August 24, 2013 um 1:39 am

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