Wir reden über: Sleepy Hollow

„It was a headless horseman. – You must not excite yourself. – But it was a headless horseman. – Of course it was. That’s why you’re here. – No, you must believe me. It was a horseman, a dead one. Headless.“

Ich sehe langsam wirklich das Problem, dass die Leute mit Burton haben, er verbeisst sich zu sehr in seinen Projekten und castet unentwegt dieselben Schauspieler als lieber mal ein Risiko mit Newcomern einzugehen, wie man kürzlich leider bei Dark Shadows gesehen hat. Aber diese Mischung funktionierte auch mal, da gab es eine Zeit, da galt Tim Burton noch als innovativer und kreativer Regisseur und es hiess sogar, dass die Wahl Johnny Depp in seinen Filmen zu casten ein smarter und kluger Schachzug war. Und einer der Filme aus dieser Zeit war Sleepy Hollow d

Story:

Nachdem im verschlafenen Kleinstädtchen Sleepy Hollow offenbar ein Mörder umher geht, der seinen Opfern die Köpfe abschlägt, wird der junge Polizist Ichabod Crane aus New York dorthin beordert um die Mordserie aufzuklären. Dort angekommen wird er zuerst nicht wirklich ernst genommen und als er erfährt, dass offenbar hinter den ganzen Geschehnissen ein kopfloser Reiter stecken soll, setzt er sich in den Kopf zu beweisen, dass dort nichts Übernatürliches vor sich geht und es sich um ganz „normale“ Verbrechen handelt. Doch je länger er ermittelt, desto klarer werden die Anzeichen dafür, dass doch etwas Unheimlicheres hinter den Morden stecken könnte und Ichabod dadurch auch bald selbst im Fadenkreuz des Mörders steht.

Stil:

Die Atmosphäre die Burton diesen verleiht ist einfach unglaublich, es wirkt alles sowohl unheimlich und bedrohlich aber gleichzeitig auch fast wieder wie die Parodie eins Horrorfilmschauplatzes. Wer sich vor dunklen Wäldern fürchtet, dem sei der Film ganz bestimmt nicht zu empfehlen, den als ich ihn mir das erste Mal angesehen habe, habe ich Wälder und auch Bäume an sich, sicher für ca. einen Monat lang gemieden aus Angst der kopflose Reiter könnte mir mein eigenes Köpfchen abhacken. Zwar spielt das Ganze in einer amerikanischen Siedlung aber gedreht wurde meistens im nass-kalten England, was dem Film noch zusätzliche Stimmung verleiht. Dass Burton natürlich literweises Blut vergiesst sollte ja wohl klar sein auch wenn, dann da fast die komischsten Momente des Films entstehen, wenn Johnny Depp plötzlich blutüberströmt auf der Bildfläche erscheint und man keine Ahnung hat wie er dies angestellt hat. Dazu kommt, dass der Film nicht allein vom Horror und Grusel lebt, sondern durchaus auch als guter Krimi durchgehen kann, denn bis kurz vor Schluss bleibt unklar wer wirklich hinter den Morden stecken könnte.

Charaktere:

Sleepy Hollow war der Film, mit dem Tim Burton, (vorläufig) zu meinem Lieblingsregisseur wurde aber auch Johnny Depp zu meinem Lieblingsschaupieler. Ichabod Crane ist nicht der furchtlose oder knallharte Cop der mit dem Kopf (hihi) durch die Wand geht, sondern äusserst rational und seiner Zeit sicher mindestens einen halben Schritt voraus ist, trotzdem übermannt ihn mehr als einmal die Angst und auch Geschehnisse aus seiner Vergangenheit lassen ihn offenbar nicht los. Johnny Depp schafft es dem Part in einer seiner Paraderollen als liebenswerter Tollpatsch mit all dessen Facetten Glaubwürdigkeit zu verleihen und dabei zwischendurch sogar, wie gesagt, noch durchaus witzig zu sein. Christina Ricci hier noch relativ am Anfang ihrer Karriere macht ihre Sache ebenfalls sehr gut und ist mehr als das hübsche Blondchen in Not weshalb ihre Rolle auch zu (fast) keinem Zeitpunkt erzwungen oder nervig wirkt. Natürlich besticht der Film aber auch mit seinem äusserst ansehnlichen Nebencast, der vor allem aus grossen britischen Namen, wie Michael Gambon, Miranda Richardson, Christopher Lee, Michael Cough oder Ian McDiarmid besteht und dadurch fast etwas von einer Shakespeare Aufführung besitzt. Wobei aber natürlich die genialste Performance immer noch Christopher Walken als kopfloser Reiter abliefert, zumal man ihn erst am Ende des Films wirklich mit seinem Kopf sieht. 😀

Fazit:

Sleepy Hollow besitzt alles was ein guter Horrorfilm haben muss, Spannung, Schockmomente, liebenswerte Charaktere und eine gute Geschichte. Burton webt hier alles zu einem wirklich gruseligem und prickelndem Netzt zusammen, wobei hier sein Stil  dem Film mehr als zugutekommt und fast jede Sekunde des Films für Nervenkitzel sorgt. Natürlich ist auch die Musik, die einmal mehr von Danny Elfman geliefert wird, mehr als passend. Meiner Meinung nach Burtons bester und gelungenster Film und zudem einer der besten Horrorfilme die ich kenne, da er sich nicht in unnötigen Splatterszenen verliert sondern mehr mit der Angst des Zuschauers arbeitet. Grosses Kino mit grosser Gänsehaut.

 

10/10

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14 Responses to “Wir reden über: Sleepy Hollow”


  1. 1 bullion Oktober 8, 2012 um 1:44 pm

    Auch einer meiner Lieblinge von Burton. Würde zwar keine 10 Punkte vergeben, doch ich mag den Film auch sehr. Wunderbare Atmosphäre ohne zu sehr auf Style zu achten, so wie viele der jüngsten Burtons…

  2. 2 Dominik Höcht Oktober 8, 2012 um 1:55 pm

    Wer ist denn immer dieser „wir“? 😀

    Ansonsten ein guter, wenn auch nicht perfekter Film. Ich schließe mich da bullion an.

  3. 3 maloney Oktober 8, 2012 um 2:05 pm

    @bullion: Ich find den Film grossartig, daher sind meine 120 punkte zumindest fürm ich gerechtfertig XD
    @Dominik: „Wir“ sind überall es gibt kein entkommen „Wir“ die bald alles beherrschen werden!

  4. 4 Dos Corazones Oktober 8, 2012 um 2:41 pm

    Ganz klar einer der besten Burton-Filme, wobei sein bestes Werk natürlich Edward Scissorhands ist, in dem wirklich jede Facette vom unnachahmlichen Burton-Stil wiedergefunden werden kann.

    Aber ja, toller Film – unglaublich angsteinflößend, als ich ihn das erste Mal gesehen habe und gleichzeitig immer wieder für einen nie deplatziert wirkenden Spaß gut.

  5. 5 Verena Oktober 8, 2012 um 3:35 pm

    Als ich Sleepy Hollow damals im Kino sah, fand ich ihn total kacke! Aber ich kannte Burton nicht. Inzwischen bin ich älter und weise und verstehe diesen Burton-Stil, oder weiß ihn zumindest zu schätzen. Weiß nicht, ob ich ihn vielleicht nochmal anschauen muss, aber alle anderen Burton-Filme danach fand ich gut – auch Dark Shadows.

  6. 7 vEnoMaZn Oktober 9, 2012 um 7:41 am

    guter mann, befördert ihn :!

  7. 11 Sebastian Oktober 14, 2012 um 4:13 pm

    Ich seh das wie Bullion; für die 10 Punkte sind mir Burtons Filme immer noch zu sehr Style und zu „wenig“ Substanz, wobei „Sleepy Hollow“ da schon nahezu das Maximum ist. (Ob „Sweeney Todd“ noch einen Tick besser ist, darüber lässt sich streiten.) So oder so, grandiose Sache; was der Film will, tut er perfekt. Immer wieder gern gesehen.

    • 12 maloney Oktober 14, 2012 um 4:35 pm

      Bei Sweeney Tood war das Problem einfach, dass Johnny Depp schon zu oft von Burton gecastet wurde und daher ein bisschen aufgebraucht wirkte…aber sonst ist es auch ein klasse film

  8. 13 spanksen Oktober 30, 2012 um 11:43 am

    Bei Sleepy Hollow bin ich ganz bei dir, bei Dark Shadows nicht 😉


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