Wir reden über: ParaNorman

„There’s nothing wrong with being scared, Norman, as long as it doesn’t change who you are.“

Kinderfilme haben es in der heutigen Zeit schwerer denn je, entweder leiden sie konstant unter dem „schlechten-und-unnötigen-Fortsetzungs-Syndrom“ oder sie sind einfach von Anfang an auf völlige Idiotie und Anspruchslosigkeit ausgelegt. Die einzigen Lichtblicke sind da zumindest immer noch die Pixar- und Disneyfilme oder auch zwischendurch mal eine DreamWorks Produktion wie How to Train Your Dragon oder Kung Fu Panda. Daher war ich auch anfangs sehr skeptisch als ich mir den ersten Trailer für ParaNorman ansah, doch mit mehr Trailern und guten Kritiken aus den USA stieg auch stetig mein Interesse daran, da es offensichtlich eine äusserst liebevoll animierte Liebeserklärung an das Exploitation- und Horrorgenre zu sein schien, welche zudem noch vom selben Studio produziert wurde, dass uns schon mit Coraline herrlich morbide Kinderunterhaltung bescherte.

Story:

Norman hat eine Gabe…oder besagt ein Problem er kann mit Toten und Geistern sprechen, was eigentlich sehr schön ist, da er so zum Beispiel auch nach dem Tod seiner Grossmutter sich noch mit ihr unterhalten kann aber dafür wird er von allen anderen deswegen als Freak und Spinner angesehen. Eines Tages wird Norman von seinem verrückten Onkel äusserst unsanft darauf aufmerksam gemacht, dass sich baldd er Jahrestag, der Hinrichtung einer berüchtigten Hexe in seiner Stadt, jährt und dann  deren Ankläger, die sie vor ihrem Tod verflucht hat, aus ihren Gräbern erheben und dann niemand mehr sicher ist. Norman der natürlich alles daran setzt dies zu verhindern muss bald feststellen, dass bei weitem nicht alles so einfach oder simpel erscheint wie es zuerst den Anschein hatte und dass seine Gabe viel mehr ist als nur eine blosse Plage.

Stil:

Wie schon erwähnt stammt der Film aus der gleichen Produktionsschmiede wie Coraline, zwar hat Henry Selick nicht selbst Regie geführt und war meines Wissens auch sonst nicht in die Produktion involviert aber man sieht schon sehr gut, dass man viel von der früheren Zusammenarbeit mit ihm profitieren konnte. Die Figuren sehen zwar auf den ersten Blick wie deformierte Karikaturen von Disneyfiguren aus, trotzdem beginnt man recht schnell ihren ganz speziellen Charme zu schätzen und um nochmals auf das Disneythema zu sprechen zu kommen, ich bin mir ziemlich sicher, dass entweder die Leute von Gravity Falls hier spionieren gegangen sind oder umgekehrt anders kann ich mir fast nicht die diversen Gemeinsamkeiten der beiden Produktionen erklären. Für einen Kinderfilm weist das Ganze auch erstaunlich viele erfrischende Hinweise für Erwachsene bereit, natürlich auch durch die ganzen Anspielungen auf andere Horrorfilme, so hat Norman zum Beispiel die Halloween Musik als Handyklingelton oder im Hintergrund läuft Donovans Season of the Witch, und war deswegen für mich gleich nochmal ein doppelter Genuss.

Charaktere:

Norman ist vielleicht einer der realistischen und glaubhaftesten Charaktere, die ich seit langen in einem Kinderfilm oder überhaupt in einem Film gesehen habe. Er kann eigentlich nichts für seine Gabe und versucht nur das Beste daraus zu machen und wird von allen, sogar von eigenen Eltern dafür geächtet und der einzige Freund den er findet ist auch nicht viel besser dran. Trotzdem lässt er sich die grösste Zeit über nicht unterkriegen und riskiert sogar sein Leben für eine Stadt die ihm nicht als Spott und Hass gegenüber gebracht hat. Neil, der ihm dabei tapfer zur Seite steht, ist ebenfalls durch Fettleibigkeit und andere körperliche Einschränkungen nicht wirklich sonderlich beliebt und auch wenn er ein bisschen das Stereotyp des pummeligen Sidekicks unterstützt, ist er vielleicht gerade dadurch die witzigste Figur im ganzen Film. Wie bei den meisten Animationsfilmen waren natürlich diverse Sprechrollen mit Promis besetzt, so gibt John Goodman den verrückten Onkel, Christopher „McLovin“ Mintz-Plasse hat für einmal die Seiten gewechselt und mimt den Schulschläger, und Anna Kendrick und Casey Affleck schlüpfen in Teenagerrollen wobei Casey zum Schluss noch einen ganz besonderen Leckerbissen serviert.

Fazit:

Im Vorfeld versuchte ich diverse Freunde von mir zu überzeugen, dass der Film keineswegs so schlecht ist, wie die Figuren aussehen (obwohl ich persönlich wie gesagt dieses Design ziemlich ansprechend fand) trotzdem konnte ich dann nur eine Handvoll dazu bewegen sich in den Kinosaal zu setzen, was wirklich sehr bedauerlich ist, da ich ihn für überaus gelungen halte. Er spricht im Gegensatz zu vielen Animationsfilmen der heutigen Zeit Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermassen an und geizt weder mit Humor noch mit Ernsthaftigkeit. Manchmal wird einem für einen „Kinderfilm“ zwar fast ein bisschen zu viel zugemutet aber vielleicht hebt er sich dadurch gerade aus der Masse heraus. Das 3D wäre zwar auch hier wieder mal überhaupt nicht nötig gewesen aber einen wirklichen Abbruch tu das dem ganzen auch nicht.

8.5/10

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4 Responses to “Wir reden über: ParaNorman”


  1. 1 donpozuelo September 10, 2012 um 8:12 am

    Das Prädikat „Kinderfilm“ wird mittlerweile echt etwas sehr stark belastet. Kaum ist das Gezeigte animiert, schon ist es ein Kinderfilm. Manchmal sollten sich die Herrschaften der FSK doch ein wenig genauer mit den Filmen beschäftigen.

    Nun zum Film: Ich habe ihn noch nicht gesehen, weil mir eben genau dieser Stil der Figuren ein bisschen merkwürdig vorkam. Aber wenn du den jetzt so lobst, dann muss ich da wohl doch hin. (Und mit verdammt noch mal auch endlich mal Gravity Falls anschauen… das taucht in letzter Zeit zu oft bei dir auf)

    • 2 maloney September 10, 2012 um 9:34 am

      Der Film ist ganz offiziell hier ab 6 jahren zugelassen…obwohl 10 Jahre empfohlen wird, was isch absolut erstaunlich finde, da er wie gesagt manchmal recht düster und auch zotig ist. Der film wird ja mittlerweile durchs Band hoch gelobt als einer der besten Animationsfilme der letzten Jahre…was ich zwar ein bisschen überttieben halte aber gut oder sogar genial ist er allemal!

      Und ja Gravity Falls schauen…SOFORT!!!


  1. 1 Wir reden über: The Secret of Kells « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu November 5, 2012 um 11:15 am
  2. 2 The BoxTrolls Trailer | The Sweet Nonsense Trackback zu Juli 2, 2013 um 9:47 pm

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