Wir reden über: Tengen Toppa Gurren Lagann

„Who the hell do you think I am?!“

Mecha-Animes haben in Japan ja mittlerweile eine so grosse Tradition wie das allseits beliebte Tentakel-Hentaimonster. Die Dinger sind derart beliebt, dass in den 90er sogar eine Welle einer amerikanisierten Version in Form der Power-Rangers und ihrem Sentai-Footage zu uns rüber geschwappt ist. Gundam, Voltron oder Code Geass sind alles tolle Beispiel dafür, doch leider fand meine Einführung in das Genre durch einen ganz bestimmt-berüchtigten Anime statt! Neon Genesis Evangelion! Versteht mich jetzt bitte nicht falsch, der Anime ist toll und alles aber zugleich auch äusserst deprimierend und bedrückend! Das Studio dass ihn damals produziert hatte war GAINAX, die im Jahr 2010 einen weiteren Mecha-Anime veröffentlichten, bei dem es schien als wollten sie all den Staub, den die sie mit Evangelion aufgewirbelt haben wieder wett machen und brachten mit Tengen Toppa Gurren Lagann eine Produktion heraus, die in Stil, Story und Charaktere kaum je weiter entfernt vom Vorgänger hätte sein könnte.

Story:

In dem unterirdischen Dorf Giha lebt der junge Tunnelbohrer Simon, der eigentlich, nur immer genug zu essen und eine ruhige Arbeit haben möchte. Doch sein bester Freund und „Bruder“ Kamina möchte hoch hinaus und endlich auf der Erdoberfläche umherstolzieren wie es schon sein Vater zuvor getan hat. Eines Tages findet Simon, während des Buddelns, einen seltsamen Roboter, der eigentlich nur aus einem grossen Gesicht besteht, wobei kurz darauf ein weitaus grösserer Roboter durch die Erde in das Dorf stürzt und dieses gleich darauf beginnt anzugreifen. Kamina sieht seine Chance gekommen und fängt an zusammen mit Simon und der ebenfalls durch die Oberfläche gestürzten Yoko den Roboter zu bekämpfen, wobei sie dabei dann doch endlich die Oberfläche erreichen. Dort angekommen müssen die drei feststellen, dass ein Krieg zwischen den Menschen und den sogenannten Beastmen im Gang ist, wobei die Beastmen eben in jenen Robotern genannt „Gunmen“ die Kämpfe führen. Kurz entschlossen, kapert Kamina einen dieser Gunmen und erklärt ihn zu seinem persönlichen Kriegsgefährt „Gurren“ der zusammen mit Simons „Lagann“ sofort den Kampf mit den Beastmen aufnimmt. Mit vielen Verbündeten die sich ihnen nach und nach anschliessen ziehen sie als „Team Gurren Lagann“ los um dem Krieg zwischen Mensch und Tier-Mensch endgültig endgültig ein Ende zu bereiten.

Stil:

Wer absolute Seriosität, ja gar eine tiefgründige Story, wie es bei Neon Genesis Evangelion der Fall war, erwartet, wird hier leider enttäuscht, man merkt wie sich die Macher stetig, genau über solche, Punkte in Animes lustig machen. Doch genau das ist der grosse Pluspunkt der Serie, dass sie sich nie wirklich ernst nimmt, jedenfalls zu einem grossen Teil. Die Story, die Kämpfe und auch einige Charaktere sind absolut lächerlich, unrealistisch und entbehren jeglichem Sinn von Logik und sehen zudem zum Teil mehr aus als ob sie einem Looney Tunes Cartoon entsprungen wären. Überhaupt wirkt der Zeichenstil über weite Strecken sehr westlich und scheint damit einem momentanen Trend in Animes zu folgen, wie es auch schon zum Beispiel Panty & Stocking with Garterbelt oder Dead Leaves taten. Dieser Stil kann manchmal zwar sehr unrealistisch aussehen aber wie gesagt wer hat das nicht auch schon bei Bugs Bunny gedacht. Der Soundtrack dazu ist, vielleicht einer der besten den ich seit langem in einem Anime gehört habe und beschränkt sich nicht nur auf blosse Hintergrundmusik, sondern weist eine breite Palette von Rock, Jazz, und Sogar Hip Hop auf, wobei ich vor allem den Song Underground der Band High Voltage besonders lobend erwähnen möchte.

Charaktere:

Was Neon Genesis Evangelion falsch gemacht hat, VERDAMMT ICH HASSE DICH SHINJI, wird hier wieder ausgebügelt und ich kann behaupten, dass es keine Figur gab die ich extrem unsympathisch oder sogar hassenswert fand. Auch wenn man anfangs das Gefühl hat die Geschichte drehe sich um den Willensstarken, fast debil-leichtsinnigen UND MÄNNLICHSTEN MANN ALLER ZEITEN Kamina ist es doch Simons Lebensgeschichte. Anfangs ist dieser zwar Shinji, dem König der Depressionen, gar nicht so unähnlich, doch trotzdem erreicht er zu keinem Zeitpunkt dieses Mass an Heulsusigkeit, die das berühmte Second Child an den Tag legte und in Gegensatz zu diesem wird Simon mit jeder Folge selbstbewusster und stärker, mit Ausnahme eines bedeutenden Unterbruchs! Auch wenn Yoko schon jetzt eine Ikone des Fanservice ist, dient ihre Figur nicht nur als blosser Hingucker, sondern kann im Gegensatz zu anderen leicht bekleideten und grossbusigen Anhängseln, wie Nami, Bulma oder Orihime, auch ordentlich austeilen. Der Rest des Team Laganns aber auch der restlichen verrückten Bevölkerung ist wie erwähnt recht farbenfroh und sympathisch, wobei vor allem der Beastmen Viral heraussticht, der als Auftragskiller einen persönliche Groll gegen Kamina und Simon hegte und sich später doch dazu entschliesst sich ihnen anzuschliessen.

Fazit:

Es gibt viele Gründe sich Gurren Lagann anzusehen doch der wichtigste und entscheidendste ist sicher, dass es einfach verdammt viel Spass macht den kämpfenden Robotern zuzusehen. Die Macher wollte hier nicht etwas tiefgründiges oder weltbewegendes erschaffen sondern einfach nur ihre Liebe zum Mecha-Genre und Animes im Allgemeinen auf ganz spezielle Weise ausdrücken. Was dabei raus kam ist grandiose Action viele tolle Charaktere aber auch zwischendurch doch ernstere Momente bei denen man mal ein bisschen durchatmen kann. Wer also das Logische Denken abschaltet und mehr als nur ein Auge zudrückt wird sicher mehr eine Menge Freude daran haben.

8/10

4 Responses to “Wir reden über: Tengen Toppa Gurren Lagann”


  1. 1 Deturn September 1, 2012 um 1:59 pm

    „Die Macher wollte hier nicht etwas tiefgründiges oder weltbewegendes erschaffen sondern einfach nur ihre Liebe zum Mecha-Genre und Animes im Allgemeinen auf ganz spezielle Weise ausdrücken“ – Und das ist genau das, was mir nicht an der Serie gefällt.

  2. 3 Deturn September 2, 2012 um 4:22 pm

    Eher tiefgründige, philosophisch anspruchsvolle gut gezeichnete Serien die Idealismus und schwere Emotionen verarbeiten. Ein moderner Mecha-Anime hat die Aufgabe zum Mitdenken anzuregen und nicht nur durch Action und Comedy zu bestechen. Am wenigsten kommt es bei Mecha-Anime in der Tat auf die Mecha als solche an, da sie nur als Medium gewählt werden um die Story darzustellen. Versuche das mit Panzern oder Flugzeugen darzustellen wirken immer plump, da ein Mecha eben einen Helden verkörpern kann und diese Fahrzeuge nicht. Je besser gezeichnet umso besser.
    Beispiele: Code Geass, Macross Frontier, Gundam Seed, Neon Genesis Evangelion, Soukyou no Fafner oder RahXephon. Die setzen eher auf Story, Tiefgründiges und Weltbewegendes als möglichst action-geladene Kämpfe.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s




Aktuell:

Stimmung:
Amerikanisch
Schauen:
Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.
The Legend of Korra - Book 2 : Spirits
The World's End
Hannibal
Shingeki no Kyojin (Attack on Titan)
Hören:
Daft Punk - Random Access Memories
Caravan Palace - Caravan Palace
Lesen:
Homestuck
Spielen:
Flow
Flowers
Journey
Warten auf:
The Hobbit: The Desolation of Smaug
Captain America: The Winter Soldier
Machen:
Something, something,useless!

Wieviel mal geklickt?

  • 480.278 hits

%d Bloggern gefällt das: