Wir reden über: Prometheus

„If you find any alien beings down there do not engage them, do not talk to them, do not do anything but report back to me.“

Gibt es da draussen in den unendlichen Weiten des Weltraums etwa doch irgendwo Leben und ist dieses Leben etwa unserem ähnlich? Dies ist sicher eine der wichtigsten Fragen der modernen Menschheit und der nimmt sich Ridley Scott in seinem neusten Alien-Teil Prometheus an. Weshalb die Erwartungen auf Seiten von Scott-, Alien– und SciFi Fans gleichermassen fast unendlich hoch waren, ich, der sich persönlich zu keiner dieser Gruppe zählt, war einfach mit der Zeit durch diverse Trailer und eine ziemlich herzig aussehende Noomi Rapace gehypt und hatte deshalb auch überhaupt keinen Grund enttäuscht oder verärgert zu sein…könnte man meinen.

Story:

Nachdem auf mehreren altertümlichen Wandmalereien, verschiedenster Kulturen, die aber nie im Kontakt miteinander standen, immer dasselbe Muster entdeckt wird, finden die Wissenschaftler Elizabeth Shaw und Charlie Holloway heraus, dass es sich bei diesem um eine Sternenkarte handelt, die zu einen Planeten führt, wo eventuell die Ursprünge der Menschheit liegen könnten. Mehrere Jahre später befinden sich Shaw und Holloway auf dem Forschungsschiff Prometheus, das sich nun im Anflug auf diesen Planeten befindet. Die Besatzung, die vor allem aus Wissenschaftlern besteht, wird angeführt von Meredith Vickers und ihrem Androiden David, die beide im Auftrag der Weyland Corporation und dessen Gründer Peter Weyland, der auch als Geldgeber fungiert, an Bord sind. Zuerst voller Euphorie und Entdeckungsdrang, müssen, die Mitglieder einer nach dem anderen aber feststellen, dass sie nicht die Antworten finden die sich erhofft oder zumindest erträumt hatten.

Stil:

Was die visuellen Aspekte angeht kann man dem Herrn Scott in diesem Punkt sicher keinen Vorwurf machen, denn die Landschaftsaufnahmen sind auch schon für die paar Minuten in denen der Film auf der Erde spielt, auch oder gerade trotz der dritten Dimension atemberaubend. Doch leider ist das dann auch das einzig atemberaubende am ganzen Film, gerade das 3D wäre über weite Strecken überhaupt nicht nötig gewesen und diente hier wahrscheinlich mal wieder nur als zusätzliche Einnahmequelle. Da ich mich wie gesagt nicht als sonderlich grossen Science Fiction Fan bezeichnen mag, konnte mich dann auch das gesamte Set-Design, obschon es sicher äusserst originell und einfallsreich gestaltet war nicht wirklich begeistern, da bei mir einfach wieder nur Erinnerungen an meinen Besuch im Giger-Museum in Gruyères gewckt wurden. Vieles erinnert zudem wieder verdächtig an Alien und man fragt sich dadurch ob Scott nicht einfach seine Geschichte von damals in einem neuen Licht und mit besseren Spezialeffekten verfilmen wollte.

Charaktere:

Wie schon bei Alien beschränkte sich Scott nur auf eine Handvoll Schauspieler für seinen Cast, wobei vor allem an vorderster Front, grosse Namen wie Charlize Theron, Michael Fassbender oder Guy Pearce standen. Die eigentliche Hauptrolle nimmt aber Noomi Rapace ein die wie ich ganz offen zugeben muss extrem gut fand, was vielleicht aber auch ein bisschen daran lag, dass sie hier einfach herzallerliebst aussieht, dennoch gibt es doch auch bei ihr einige Kritikpunkte, angefangen von der für einen Wissenschaftler total irrationalen Blauäugigkeit, bis hin zu dem sogar für einen Science Fiction Film völlig unrealistischen Geburtsszene bei dem jeder normale Mensch sofort an inneren Blutungen gestorben wäre. Bei seiner Vorstellung als Android David, beweist Fassbender wieder einmal, dass er eines Tages zu den ganz ganz Grossen in Hollywood gehört, und dies ist dann auch die einzige Rolle bei der ich wirklich voll und ganz zufrieden war auch wenn es hier sicher einige Ungereimtheiten gab. Nach Snow White and the Huntsman ist dies bereits Therons zweite Rolle dieses Jahr, die sie als eiskaltes Biest darstellt, wobei sie hier weitaus weniger unterhaltsam rüberkommt und ich daher wirklich mit dem Gedanken spiele mir Young Adult anzusehen. Wieso dann Guy Pearce überhaupt mitspielte ist mir immer noch ein bisschen schleierhaft, da seine Rolle als Peter Weyland ohne Probleme von einem Schauspieler im tatsächlichen Alter der Figur hätte gespielt werden können und dadruch weitaus weniger lächerlicher ausgesehen hätte, zumal ja durchaus Namen wie Max von Sydow, Peter O’Toole oder Christopher Plumer im Gespräch waren. Der Rest der Crew, bis auf haudrauf Käpt’n Idris Elba, ist so unscheinbar wie verantwortungslos und man fremdschämt sich einfach nur, wenn plötzlich jemand von einer Vagina-Schlange angegriffen wird, weil er seine Fingerchen nicht bei sich behalten konnte.

Fazit:

Grosses Kino versprechen und halten nur die Bilder, die aber genauso gut in 2D ihren Zweck erfüllt hätten. Der Rest ist schwere bis teils unverdauliche Kost und Fans die sich erhofften, die brennendsten Fragen, die seit Beginn der Reihe aufgeworfen wurden beantwortet zu kriegen, werden sicher mehr als enttäuscht sein. Die Figuren agieren teilweise wirklich extrem dumm und sind daher teilweise selbst schuld an ihrem Verderben. Ob Ridley Scott mehr auf Seiten der Evolutionstheoretiker oder mehr im Lager der Kreationisten steht, weiss ich nicht aber ganz sicher hat er mit diesem Film beiden Gruppen einen grossen Bärendienst erwiesen und was bleibt ist Verwirrung und Unsicherheit.

4.5/10

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16 Responses to “Wir reden über: Prometheus”


  1. 1 spanksen August 10, 2012 um 9:02 am

    Mmhh, ich wollte mal wieder nen richtige geilen SiFi-Horrorfilm haben und den hab ich bekommen, deine Kritikpunkte sind klar da aber die stören mich bei so einem Film nicht im geringsten, war begeistert und freue mich auf den Extendet Cut…von mir klar 8 von 10 Punkten.

    • 2 maloney August 10, 2012 um 9:05 am

      Wie gesagt, Science Fiction mochte mich noch nie so richtig begeistern und daher hab ich halt ein wenig hinter die Fassade, die ja teilweise ziemlich bröcklig ist :/…aber vielleicht ist es auch nur Geschmackssache

  2. 3 Nils August 10, 2012 um 10:10 am

    Ich freu mich auf diesen Film und genau wie bei TDKR sind die Meinungen sowas von gesplittet! Das Kinojahr 2012 war bis jetzt auch sehr mau kein wirklicher Blockbuster im Sinne von Handlung und Spannungskurve etc.

    • 4 maloney August 10, 2012 um 10:16 am

      Mau? Mein Herr 2012 ist vielleicht, DAS Filmjahr meines Lebens und auch wenn TDKR, Spider-Man doer dieser hier eher enttäuschend waren gibt es doch andere grosse Kinoereignisse bei denen man sich über deren Qualität absolut einig ist, wie Avengers, Moonrise Kingdom, Hunger Games, MIB3, Intouchables, The Artist oder Brave.

  3. 5 Dos Corazones August 10, 2012 um 12:26 pm

    Das 3D wurde von Scott doch mal perfekt eingesetzt – nicht zum Selbstzweck wie etwa einst in Avatar. Der Effekt ist meist relativ unscheinbar, aber doch immer vorhanden und vor allem reiht er sich in die Kompostion des Bildes ein. In dem Sinne war der Effekt bei mir so willkommen wie noch niemals zuvor. Dafür zahle ich gerne einen Aufpreis.

  4. 7 donpozuelo August 11, 2012 um 4:53 pm

    Was ich mich auch die ganze Zeit gefragt habe, warum ausgerechnet Guy Pearce als alter Mann auftreten musste? Hätte man nicht einfach einen alten Mann nehmen können??? 😉

    Und so ist auch dies eins von vielen Beispielen, warum ich dir nur zustimmen kann. Wie gesagt, ich fand die Noomi jetzt nicht so toll, aber vielleicht kann sie in nachfolgenden Teilen beweisen, dass sie ein guter Weaver-Ersatz ist.

    • 8 maloney August 12, 2012 um 5:13 pm

      Meine Rede, da wie gesagt Schauspieler in diesem Format, wie Max von Sydow oder Peter O’Toole (was angesichts der Lawerence of Arabia Anspielungen durchaus genial gewesen wäre) im Gespräch waren, der einzige Grund Guy Pearce zu casten, war ja das geplant wurde dass er noch in Rückblenden Szenen zu sehen war…die aber im fertigen film nicht enthalten sind :/

  5. 11 germanpsycho (@germanpsycho) August 22, 2012 um 5:32 pm

    Ihrer Einschätzung von Prometheus kann ich hingegen voll und ganz zustimmen. Ich schreib diesen völlig sinnlosen Kommentar nur, damit Sie sehen, daß ich nicht NUR rumnörgele 😉

  6. 13 germanpsycho (@germanpsycho) August 23, 2012 um 9:15 am

    Ich hoffe, Sie verzeihen es mir – aber ich bin auf einem Kreuzzug gegen das Sterben des Siezens 😉


  1. 1 Wir reden über: Alien « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu August 16, 2012 um 12:16 pm

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