Wir reden über: The Dark Knight Rises

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„Ah you think darkness is your ally? You merely adopted the dark. I was born in it, molded by it. I didn’t see the light until I was already a man, by then it was nothing to me but blinding!“

Filmfortsetzungen sind eine heikle Angelegenheit. Die Erwartungen sind meistens um ein vielfachfaches grösser als den Anspruch den man erfüllen kann und auch selbst wenn diese meistens den finanziell grösseren Erfolg einfahren werden sie nie so gut sein wie das Original. 2008 hat Regisseur Christopher Nolan aber etwas geschafft was in der Filmbranche bis dahin fast immern ur als Legende angesehen wurde, mit seinem Sequel zu Batman Begins, The Dark Knight hat er nicht nur einen Film geschaffen, der seinen Vorgänger in Sachen Story und vor allem Charaktere bei weitem übertrifft und zudem einen Action-Blockbuster zu drehen, der sowohl Anspruch und Tiefgang wie eine Arthhouseproduktio besass aber dennoch auch die Fans des Popcorn-Kinos zufrieden stellte und für viele das Genre des Superheldenfilms neu definierte. Da am Ende von diesem klar war, dass ein dritter Teil unumstösslich ist, war Nolan nun diesmal erneut in der Zwickmühle, denn wie kann man an ein solches, in jeder Hinsicht filmisches, Meisterwerk anknüpfen, ohne Fans wirklich grundlegend zu enttäuschen. The Dark Knight Rises wurde also eine Bürde auferlegt, die scheinbar nicht zu bewältigen aber der Chris Nolan, der packt sowas mit Bravour und Schokostückchen obendrauf, right? Right?!

Story:

8 Jahre ist es her seit der Joker mit seinen anarchistischen Ränekspielchen, Gotham City beinahe ins Chaos gestürzt und den einst so grossen Hoffnungsträger Harvey Dent zum rachsüchtigen Two-Face gemacht hat, der sich ein dann tödliches Duell mit Batman lieferte, wobei dieser um die Stadt sicherer zu machen, die Schuld für dessen Tod auf sich nahm. Sicherer ist Gotham nun wirklich und dank des sogenannten Harvey-Dent Gesetztes können die Verbrecher jederzeit und ohne Bewährung für immer hinter Gitter gesteckt werden. Doch auch dieser Frieden ist der Stadt nicht ewig vergönnt, denn ein maskentragender Terrorist namens Bane, möchte Gotham in seinen Grundfesten erschüttern, in dem er den Wohlhabenden an der Börse ihr Kapital entzieht und danach die Stadt sich selbst und dessen Bürger überlässt und jedes Einmischen von aussen mit der Drohung einer nuklearen Bombe zu verhindern. Bruce Wayne hat also nun keine andere Wahl als sein selbstgewähltes Exil seines Alter Egos Batmans aufzugeben und wieder ins Cape zu steigen um dem bösen in Gotham wieder einmal das Handwerk zu legen, wobei er aber diesmal weit mehr als nur ein paar Kratzer und blaue Flecken davon trägt.

Stil:

Es ist wie gesagt schwer an ein solches Machwerk wie The Dark Knight anzuknüpfen und ich gebe es ganz offen zu in finde diesen immer noch einen der besten Comicfilme der je gemacht wurde, doch Nolan hat sich bisher nach jedem neuen Film nochmals selbst übertroffen und so stufe ich Inception in meine Popularitätsskala sogar noch ein wenig höher ein als das zweite Batmanabenteuer und daher waren die Erwartung die ich an den Film stellte beinahe astronomisch hoch, die, wie ich offen zugeben muss, nicht erfüllt wurden…jedenfalls nicht ganz. Doch zuerst einmal der Reihe nach, die Story an sich ist auch wenn sie teils noch Komplexer ist als die von The Dark Knight doch ziemlich gut, wenn sie denn nicht im dritten Teil, sondern im zweiten Teil verwendet worden wäre. Da die ständigen Erwähnungen von Ra’s al Ghul und seiner Liga der Schatten, hääten viel besser als Anschluss zu Batman Begins gepasst zumal kein einziges Wort über den Joker verloren wurde. Doch das ist vielleicht ein Punkt der nur mich gestört hat, denn als reiner Actionfilm funktioniert der Film auch so und irgendwelche Vergleiche, die irgendwann mal jemand mit Transformers gezogen hat sind da dann auch völlig unbegründet.

Charaktere:

Batman ist am Boden, er hat seinen Elan verloren weil er weiss die Stadt braucht ihn nicht mehr und obschon es ja eigentlich indirekt sein Verdienst ist, sieht man Bruce zum Teil wirklich am Boden. Der Titel ist daher durchaus berechtigt und vor allem nachdem berühmten Rückgratbruch von ihm durch Bane, merkt man wie er sprichwörtlich über dem Abgrund hängt, doch geht es mir teilweise fast ein bisschen zu schnell, bis er sich wieder in dem Bat-Suit zwängt auch wenn es toll war endlich wieder die „richtige“ Bathöhle zu sehen auch wenn sich diese seit dem ersten Teil nicht wirklich gross verändert hat. Was mich aber im Gegensatz zu den Vorgängern extrem gestört hat, ist Christian Bale’s „Batvoice“ die diesmal sogar für mein Verständnis viel zu nervig war. Auch im letzten Teil gilt die Devise ohne Bösewicht kein Batmanfilm und Tom Hardy, auch wenn man es nicht glaubt wenn man es nicht weiss, ist ein grandioser Bane, zwar sind die Fussstapfen von Heath Ledger dann doch ein wenig zu gross aber den hirnlosen Muskelprotz aus Batman & Robin übertrifft er allemal, den dieser Bane ist bedrohlicher und raffinierter als je zuvor, allein nur schon wegen der berüchtigten „break the bat„-Szene. Zudem verlange ich sofort dass Fanclubs für Bane Connery gegründet werden weil ich die Idee Bane mit einer darthvaderesquen Stimme des ersten und wahren James Bond auszustatten meiner Ansicht nach einfach eine absolut surreale und dennoch fantastische Idee ist. Die Befürchtung, dass Anne Hathaway für die Rolle der Catwoman/Selina Kyle eine absolute Fehlbesetzung sein könnte bestätigte sich zum Glück nicht, im Gegenteil sie legte genau den Mix aus Geschmeidigkeit, Eleganz, Verruchtheit und Unschuld an den Tag, den man von der Figur auch aus den Comics kennt, zumal sie hier auch wirklich als sogenannte diebische „Catburglerin“ und nicht als wahnsinnige Furie (no offense) durch die Gassen zieht. Auch wenn Nolan immer dementierte in seinen Filmen Batman einen Sidekick zur Seite zu stellen kommt Joseph Gordon-Levitts Blake ziemlich nahe an einen solchen heran (wenn man den Film gesehen hat noch viel viel viel viel mehr…wer weiss was ich meine weiss was ich meine), doch gefallen er mir dennoch extrem und hat dabei weshalb seine Karriere schneller als eine Rakete in die Höhe steigt. Das restliche altbekannte Personal, allen voran Gary Oldman, Michael Caine und Morgan Freeman, der hier mehr Leinwandpräsenz als je zuvor erhält, ist natürlich hervorragend wie eh und je und man zweifelt keine Sekunde daran, dass sie ihre Figuren nicht zu hundert Prozent ernst nehmen.

Fazit:

Nolan hat sich hier selbst ein ganz klitzekleines Grab geschaufelt und stolperte über seine eigenen Füsse, denn wie gesagt, trieben The Dark Knight und Inception die Erwartung einfach derart in die Höhe, dass auch ein solides, tolles und vielleicht sogar grossartiges Kinospektakel (Stichwort Occupy und Stadiumsimplosion) wie dieser Film nichts bringt was man in den beiden anderen Nolan Produktionen nicht schon gesehen hätte und vor allem am Schluss merkt man das eigentlich viel mehr drin gelegen wäre aber man sich dann doch nicht dazu traute und lieber den Zuschauer zufrieden stellen wollte, was mich dann persönlich, eben weil es halt Nolan ist, so ein bisschen fest enttäuscht hatte.

7/10

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27 Responses to “Wir reden über: The Dark Knight Rises”


  1. 1 Dominik Juli 27, 2012 um 10:50 am

    wtf? Der Film ist super! Ja, er ist „schlechter“ als „The Dark Knight“, aber immer noch eine großartige Comicverfilmung und ein würdiger Abschluss. Dennoch kann ich deine Meinung voll und ganz nachvollziehen, auch wenn ich sie nicht teile. 😉

    Btw. verrätst du zuviel. Mach mal a bissl Spoiler-Warnung rein.

  2. 14 Dos Corazones Juli 27, 2012 um 4:48 pm

    Also, meine Erwartungen waren ja nach den Wiedersichtungen der beiden Vorgänger gar nicht so hoch. Man kann ja auf meinem Blog nachlesen, wieso. Deswegen war die Enttäuschung nicht so groß, als mir das Ende wirklich so gar nicht mehr gefallen hat…

  3. 16 donpozuelo Juli 27, 2012 um 9:02 pm

    Darf ich jetzt auch wieder was sagen?

    • 17 maloney Juli 27, 2012 um 11:06 pm

      Aber natürlich mein Don…alles was du willst 😀

      • 18 donpozuelo Juli 28, 2012 um 9:14 am

        Langsam verzweifle ich wirklich. Gibt’s denn niemanden, der meine Euphorie teilt? Ich finde nicht, dass Nolan sich ein Grab schaufelt. Ganz im Gegenteil… Sein Batman ist für die Ewigkeit und auch der Abschluss seiner Trilogie ein Kracher.

        Aber gut, dann bleibe ich halt allein und freue mich mit Batsy….

        • 19 Laosüü Juli 29, 2012 um 2:23 pm

          Keine Sorge, du stehst nicht allein. ^^
          All die kleinen Anspielungen, die Gefängnisgrube als Metapher für den ganzen Film und auch der Storyaufbau haben mich echt begeistert. Auf anderen Seiten liest man auch ständig von Logiklöchern, aber die gabs auch schon bei den beiden Vorgängern und nicht zu knapp.

          Klar, das Ende von Bane war dann für die Figur etwas zu nebensächlich. Ja, das Aufeinanderstürmen von Polizisten und Banes Gefolge hätte eher in einen Mittelalterfilm gepasst, aber ein bisschen übertriebene Theatralik darf’s auch mal sein.

          @den hochverehrten Blogbetreiber: Ich muss sagen, dass es zu einem Trilogieabschluss gehört, sich auf die Vorgänger, gerade auch auf Teil 1 zu berufen. Es hätten zwar ruhig auch mehr Bezüge zum Vorgänger kommen können, aber andererseits hätte eine Erklärung, warum der Joker nicht mehr dabei ist, in meinen Augen zu aufgesetzt gewirkt.

  4. 20 maloney Juli 28, 2012 um 9:44 am

    Der Film ist toll…grossartig sogar aber wer solch immense erwartungen mit TDKR und inception schürt muss einfach damit rechnen, dass man mit seinem nächsten Werk einfach zu überkritisch ist…aber again das ist nur meine persönliche Meinung

  5. 21 Sister Bloom Juli 31, 2012 um 7:00 pm

    Jetzt, wo ich den Film auc gesehen hab, trau ich mich endlich all die Kritiken zu lesen. Ich find es krass, wie viele Leute enttäuscht sind, aber natürlich nicht verwunderlich, wenn alle die Erwartungen so hoch schrauben. Daher veruch ich vorher immer möglichst wenig mich mit dem Film zu beschäftigen, denn mit jeden Teaser und jedem Poster wächst die Vorfreude und ganz automatisch die Erwartung. Da kann man nur enttäuscht werden.
    Bei diesem Film hab ich das ganz gut managen können. Daher hab ich im Kino das bekommen, was ich erwartet hab: einen unterhaltenden Film, der zwar ein paar Tiefpunkte hat aber unter’m Strich dennoch als sehr gut zu bewerten ist. Ich war vollendst zufrieden. Dass der Vorgänger nicht zu toppen ist, war mir eh klar.
    Man sollte sich nur vor Banes deutscher Synchro in Acht nehmen…

    • 22 maloney August 2, 2012 um 12:40 pm

      Jap da stimm ich dir absolut zu…als alleinstehender (auch wenn er ereignisse aus den anderen zwei Filmen anspricht) funktioniert er ganz gut aber als abschluss der selbigen nicht so wirklich…TDK hat halt alles verändert 😀

      …und wieso seht ihr euch den Film überhaupt auf deutsch an?

      • 23 Sister Bloom August 2, 2012 um 5:53 pm

        Weil der hier in meiner Gegend im Kino nirgends im Original läuft. Ich wohne ja nicht gerade in einer Metropole. Unser Blockbuster-Kino zeigt die Filme hier eigentlich nie in OV, ist halt nicht massenkompatibel. Dann schon eher vereinzelt die kleinen Programmkinos, aber die auch nur selten und da läuft nunmal nicht sowas wie TDKR. Leider leider leider.


  1. 1 Review: The Dark Knight Rises (Film) Trackback zu August 9, 2012 um 9:52 pm
  2. 2 Wir reden über: Looper « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu September 28, 2012 um 3:13 pm
  3. 3 Wir reden über: Batman: Under the Red Hood | The Sweet Nonsense Trackback zu Juli 4, 2013 um 8:21 pm

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