Wir reden über: The Amazing Spider-Man

„Thirty-eight of New York’s finest, versus one guy in a unitard.“

Ok ich gebe es zu, ich schäme mich echt ein bisschen, allzu oft habe ich hier erwähnt wie sehr ich doch, den rot-blauen mit Spinnenkäften ausgestatteten, Wandkrabbler vergöttere und dann schaffe ich es noch nicht mal mir The Amazing Spider-Man in der ersten Spielwoche anzusehen aber auch hier verweise ich gern darauf dass ich letze Woche halbtot und äusserst krank im Bett gelegen habe, man möge mir also deshalb bitte in aller Form verzeihen. Dazu kam, dass auch wenn die ersten und auch späteren Trailer ziemlich vielversprechend aussahen, ich dem ganzen Reboot-Unterfangen nicht so wirklich etwas abgewinnen konnte, da, wie ich auch schon sicher erwähnt habe, ich die Sam Raimi Filme für mehr als nur sehr gelungen halte (naja zumindest zwei davon).

Story:

Peter Parker ist eigentlich ein ganz normaler High-School Schüler, auch wenn es mit der Popularität und bei den Mädchen doch ein wenig besser laufen könnte. Seit seine Eltern bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sind, lebt er bei seiner Tante und seinem Onkel. Als er per Zufall auf ehemalige wissenschaftliche Aufzeichnungen seines Vaters stösst, führen diese ihn zum Biotechnologie Unternehmen Oscorp und Doktor Curt Connors, der dort an einer Formel für Artenkreuzung arbeitet um (offiziell) Krankheiten wie Parkinson oder Blindheit heilen zu können. Während eines kleinen Ausflugs in die nicht ganz so öffentlichen Bereiche der Labore, gerät Peter mit einem Haufen Spinnen in Kontakt, wobei eine von ihnen ihn sogar beisst. Kurz darauf bemerkt Peter, dass er plötzlich Wände hochkrabbeln, geschärfte Sinne und übermenschliche Stärke entwickelt hat. Zuerst ist dies für ihn einfach nur cool, doch als sein Onkel Ben, von einem Ladendieb, den er eigentlich hätte aufhalten können erschossen wird, beginnt er zuerst aus Rache später dann auch aus Verantwortung seinen neuen Kräften gegenüber gegen das Verbrechen als maskierter Held „Spiderman“ vorzugehen. Wobei er sich vor allem bei der Polizei nicht nur Freunde macht, doch spätestens als Dr. Connors aufgrund eines fehlgeschlagenen Selbstexperiment, als riesige menschliche Echse die Stadt unsicher macht, kann Peter seine Kräfte erstmals im Ernstfall unter Beweis stellen.

Stil:

Machen Reboots Sinn? Was bei Batman nach den verpatzten Schuhmacher Adaptionen durchaus Sinn machte, zumal zwischen Batman & Robin und Batman Begins immerhin acht Jahre lagen, mag man hier immer noch nicht ganz nachvollziehen. Klar Spider-Man 3 war schlecht aber rechtfertigt dies gleich die Neuaufgleisung der ganzen Franchise? Regisseur Marc Webb versucht dies vor allem mit einem neuen wesentlichen düsteren Look zu rechtfertigen, der manchmal überraschend gut ankommt, so zum Beispiel in der Todesszene von Onkel Ben und dann aber auch teilweise zu viel des Guten ist. So ist die ganze Hetzjagd der Polizei, angeführt von Captain Stacy ziemlich aufgebauscht, zumal Spiderman ausser dem tragen einer Maske und der selbstjustizierenden Jagd nach Kleinkriminellen keine allzu grossen Verbrechen begangen hat. Was die Entstehungsgeschichte von Spidey anbelangt hat man sich hier dafür, meiner Meinung nach, um einiges mehr Zeit gelassen, so dauert es fast mehr als eine Stunde bis man Peter endlich in Vollmontur durch die Häuserschluchten schwingen sieht. Die Debatte über die organischen oder mechanischen Spinnendrüsen, die seit dem ersten Film am Laufen sind, wird hier sicher auch wieder neu angeheizt, da man sich auch die Frage stellen kann, wie ein High School Schüler plötzlich auf so eine brillante Idee, wie die Herstellung von künstlichen Spinnenfäden kommt, obschon der Film versucht diese Frage ansatzweise zu beantworten.

Charaktere:

Auch wenn viele das Gegenteil behaupten, ich mochte Tobey Maguire und er verkörperte genau den schrulligen Supernerd, den ich zumindest aus der 90er Jahre Fernsehserie kannte, die mich ja auch erst dazu gebracht hat Spiderman zu mögen. Andrew Garfield hingegen, ist eigentlich weder Nerd, zumindest nicht im klassischen Sinn, Hipster würde da heute eher passen, noch ist er besonders schrullig, im Gegenteil er fährt Skateboard und wird eigentlich ausser von Schulrabauke Flash Thompson auch von niemanden sonst gross verspottet. Man schliesst ihn also so schneller ins Herz aber das ist nicht gerade das was die Figur ausmachte, die ja erst durch das Erlangen der Spinnekräfte ein „besseres“ oder neues Leben erhalten hatte. Doch trotzdem ist Garfield, besonders durch den innovativen Einsatz seiner Spinnenkräfte und smarter Einzeiler ein richtig cooler Spiderman, der zumindest der modernen Comicvorlage gerecht wird. Die Entscheidung Gwen Stacy und nicht Mary Jane als Peters Liebschaft einzuführen ist sowohl chronologisch als auch castingtechnisch ein Gewinn, den auch wenn Kirsten Dunst hübsch war, beneidete ich Spiderman Garfield spätestens dann als er seine Lippen auf die von Emma Stone pressen durfte, die bitte in Zukunft in all ihren Filmen nur noch mit blonder Haarfarbe auftauchen soll ja? Rhys Ifans als Doktor Connors selbst, war zwar ziemlich überzeugend aber seine Echsenform ist einfach nur ein totaler Designfehlgriff und erinnert weniger an die blutrünstige Bestie aus den Comics als an die dämlich grinsenden Goombas aus der Super Mario Verfilmung. Der restliche Cast machte daneben aber einen sehr guten Job, wobei vor allem Denis Leary als Captain Stacy und Michael Sheen als Onkel Ben überzeugten. Zudem muss ich dem Owley für einmal Recht geben, was seine Meinung zum Stan Lee Cameo angeht, das war in der Tat wirklich absolut hammermässig!

Fazit:

Die Ansätze sind gut, denn Spiderman schwingt sich dank der dritten Dimension noch eleganter von Hochhaus zu Hochhaus, Andrew Garfield und Emma Stone machen ihre Sache auch gut bis sehr gut doch mit pseudo-dramatischen Kranplattformszenen oder der wie schon erwähnten verpatzten Chance die Echse zu einem tollen Bösewicht zu machen, verliert der Film viel von seinem Potenzial. Doch das Hauptproblem des Films ist einfach, dass es schon mal Filme über Spiderman gab, die (mehrheitlich) sehr gut waren und einfach noch immer in den meisten Köpfen vorhanden sind, wäre dies nicht der Fall hätte man sich sicher mehr ins Gedächtnis der Zuschauer brennen können und so bleibt einfach die Erinnerung an tolle Effekte und eine heisse Emma Stone.

6.5/10

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24 Responses to “Wir reden über: The Amazing Spider-Man”


  1. 1 Owley Juli 7, 2012 um 1:17 pm

    „Und so bleibt einfach die Erinnerung an tolle Effekte und eine heisse Emma Stone.“ Ich sah einen Film, der weder noch aufwies.

    • 2 maloney Juli 7, 2012 um 1:26 pm

      Die 3D Effekte waren durchaus gelungen (wenn sie vorhanden waren) und das du Emma Stone nicht magst ist allgemein bekannt…aber wir reden dann wieder nach TDKR und was du zu Juno Temple zu sagen hast gäl 😉

      • 3 Owley Juli 7, 2012 um 1:42 pm

        Das war das Problem – sie hatten viel zu viel vom 3D geschnitten. Und meine Abneigung gegenüber Emma Stone kam hier gar nicht so zu tragen, vielmehr, dass sie nie – in aller Deutlichkeit: NIE – wie eine 17-jährige wirkte. Und einfach nur nervte.

        • 4 maloney Juli 7, 2012 um 1:53 pm

          Ich glaube es war sowieso gar viel geschnitten…es gibts sogar Stimmen die behaupten der Bugle wäre noch irgendwo drin gewesen…und NIEMAND wirkte wie 17 aber das mindert ihre Hotness doch in keinster Weise! Blonde, smoking hot deep voice Gwen Stacy Emma Stone FTW!

          • 5 Owley Juli 7, 2012 um 1:56 pm

            Doch doch, Andy Garfield nahm man alles ab, aber sie nervte nur. Und jemand der nervt ist nicht heiss, da überzeugen mich auch deine liebevoll aneinandergereihten englischen Worte und Abkürzungen nicht vom Gegenteil.

  2. 6 maloney Juli 7, 2012 um 1:59 pm

    Ist das nicht einfach Geschmackssache, also jetzt mal ganz abgesehen von ihren äusseren war sie doch ziemlich cool…zumindest im Vergleich mit Kirsten Dunst

    • 7 Owley Juli 7, 2012 um 2:36 pm

      Nun, wenn jemand die Rollenvoraussetzung nicht einmal erfüllt, ist das nach meinem Ermessen nicht wirklich cool.

      • 8 maloney Juli 7, 2012 um 2:50 pm

        Was waren den deiner Meinung nach die Rollenvoraussetzung?

        • 9 Owley Juli 7, 2012 um 2:53 pm

          Dass sie aussieht wie ein 17-jähriges Mädchen. Alles andere ist wie du sagst, diskutabel bzw. Geschmackssache, also ob sie glaubhaft war, etc. Wenn du Mickey Rourke einen 12-jährigen Buben spielen lässt, kann er noch so gut spielen, wenn man ihm die Grundvoraussetzung nicht abnimmt, ist alles im Arsch.

          • 10 maloney Juli 7, 2012 um 3:10 pm

            Naja sie ist 23, das ist noch nicht so weit vom gewünschten Alter entfernt, daher könntem an es ihr immer noch durchaus noch abnehmen…und ich würde mir sofort einen Film ansehen in dem Mickey Rourke einen 12-jährigen spielt! 😀

          • 11 Owley Juli 7, 2012 um 3:14 pm

            Eben hast du noch gesagt, dass du ihr die 17 nicht abkauftest. Make up your mind.

          • 12 maloney Juli 7, 2012 um 3:33 pm

            Das ist einfach wieder mal alles Geschmack- oder Ansichtssache, ich fand sie cool. nuff said

  3. 13 spanksen Juli 7, 2012 um 2:31 pm

    Mmh, ok, da wir ja nicht mal 3D hier im Kino haben werde ich mir den doch erst auf Bluray geben

  4. 14 Dos Corazones Juli 7, 2012 um 2:36 pm

    Also, ich war von den 3D-Effekten ja maßlos enttäuscht. Dafür dass der Film angeblich in 3D gedreht wurde, konnte ich sehr viel ohne die Brille ohne Schleier erkennen.
    Andererseits stimme ich dir in zweierlei Hinsicht besonders zu: Emma Stone ist (nicht nur mit blonden Haaren) extrem heiß und irgendwie ist die Erinnerung an die Raimi-Filme noch zu frisch, als dass ich in den Film wirklich versinken könnte.

  5. 16 Nerd Wiki Juli 7, 2012 um 3:20 pm

    ich ab vom 3D gar nichts gemerkt…noch nicht mal in den witzigen ego shooter szenen.

    Im Übrigen ist es wirklich schwierig sich jetzt für einen der beiden Spidermans zu entscheiden. Bei mir gewinnt trotzdem knapp der Neue. Auch wenn die alten (die ersten Beiden zumindest) auch super waren…

    • 17 maloney Juli 7, 2012 um 3:32 pm

      Tobey Spiderman ist schrullig-verträumt, näher an den Comics und der alten Fernsehserie dran und hat das coolere Kostüm. Garfield Spiderman ist der coole junge hippe Nerd, der mehr dem Ultimate Spiderman gleicht…schlecht davon ist keiner und alles ist Geschmackssache 😀

  6. 18 Dominik Höchtk Juli 7, 2012 um 3:39 pm

    Emma ist besser! PUNKT! 🙂 Kann ich nur unterstützen. Gute Kritik.

  7. 20 Xander Juli 8, 2012 um 12:28 pm

    Bei mir gabs auch irgendwie keinen 3D-Effekt… ach, verdammt: Hab den ja in 2D geguckt.
    Und Ihr immer mit Eurer Emma Stone, wenn man doch Kirsten Dunst hätte haben können…

  8. 22 donpozuelo Juli 8, 2012 um 9:12 pm

    Hast du ihn also auch endlich gesehen, sehr schön!!!

    Wie ich sehe, sind wir so ziemlich einer Meinung. Ich kann nur wiederholen: Ich habe große Hoffnungen für nachfolgende Spideys.

  9. 24 onetrueflower Juli 26, 2012 um 8:58 pm

    „[…]doch mit pseudo-dramatischen Kranplattformszenen […]“
    Ich hab trotzdem geheult wie das kleine Mädchen dass ich nun einmal bin…XD“

    Ich hatte ja ganz am Anfang einen totalen Hass auf das Remake, mich dann nach und nach aber doch mit der Idee angefreundet und sogar darauf gefreut. Aber irgendwie war es dann nichts halbes und nichts ganzes, oder? Wie du schon sagst kommt die Story viel zu langsam in Schwung und Lizard war ein bisschen vergeudetsd Potenzial. Von dem wahnsinnig sarkastischem Spidey den ich mir erhofft hatte war dann auch nur die Diet-Version zu sehen. Vom 3D will ich mal gar nicht reden, ich konnte sogar ziemlich oft die Brille aus Jux abnehmen und alles sah gleich aus. :/

    Mein Trick den Film trotzdem zu genießen: man rede sich einfach ein, es ist der Prolog zu den kommenden Filmen (auch wenn da erst einmal nur eine Fortsetzung bekannt ist), Das rechtfertigt auf eine gewisse Art und Weise, dass alles so langsam von Statten geht und den Zuschauer ganz von vorn in die Materie einführen soll.


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