Wir reden über: Spider-Man 2

„We need a hero, couragous sacrificing people, setting examples for all of us. Everybody loves a hero, people line up for ‚em, cheer for them, scream their names, and years later tell how they stood in the rain for hours just to get a glimpse of the one who told them to HOLD ON a second longer. I believe theres a hero in all of us, that keeps us honest, gives us strength, makes us noble. And finally gets us to die with pride. Even though sometimes we have to be steady and give up the thing we want most, even our dreams.“

Sam Raimis erster Versuch der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft auf der Leinwand Leben einzuhauchen war ein voller Erfolg und war wahrscheinlich einer DER Wergbereiter aller folgender Comicverfilmungen unserer Zeit, deshalb überrascht es natürlich nicht, dass die Fortsetzung davon, nicht allzu lange auf sich warten liess. Doch wie weiter in Spider-Man2? Kann Peter Parker nun sein Leben als Student und Teilzeitfotograf mit seiner Tätigkeit als Vollzeit Superheld vereinen und hat er endlich den Mut Mary Jane endlich um ein Date zu fragen?

Story:

Zwei Jahre sind vergangen seit Peter Parker damals von der genetisch veränderten Spinne gebissen und zum Wandkrabbler Spiderman mutiert ist. In seiner Heimatstadt New York scheint das Verbrechen nie zu schlafen und so schlägt er sich die Nächte um die Ohren indem er böse Buben in seinem Netzt einfängt. Doch daneben muss auch noch immer fleissig für die Uni gelernt werden und die Miete zahlt sich ja auch nicht von selbst und da wären auch noch die Theaterauftritte seiner grossen Flamme Mary Jane für die er bis jetzt immer noch keine Zeit gefunden hat. Peter scheint plötzlich alles über den Kopf zu wachsen und er beschliesst nach dem er mehrere Male durch das Aussetzen seiner Superkräfte beinahe getötet worden wäre, sein Kostüm an den Nagel zu hängen. Doch nachdem sein ehemaliges Idol Dr. Otto Octavius plötzlich mit vier riesigen Metall-Tentakeln die Stadt unsicher macht, sieht er beinahe keine andere Wahl als doch wieder ins Netz zu steigen.

Stil:

Ich kann ohne zu Lügen behaupten, dass bis zur Veröffentlichung von The Avengers, Spider-Man 2 meine absolut liebste Superheldenverfilmung war, da ich hier wirklich das erste Mal das Gefühl hatte mich auf der Leinwand zwischen den Seiten eines Comics wieder zu finden. Allein der Kampf von Spidey und Doc Oc auf dem fahrenden U-Bahnwagen ist an Actionreichtum, und präzisester Kameraführung fast nicht mehr zu überbieten. Waren die Schwünge von Spiderman im ersten Film doch relativ beeindruckend sind sie hier geradezu brilliant und werden auch hier immer wieder vom tollen und atemberaubenden Perspektivenwechseln begleitet, die zeigen wie sehr sich doch die Abenteuer des Wandkrabblers für die Leinwand eignen.

Charaktere:

Erneut durfte Tobey Maguire in den rot-blauen Netzanzug steigen, der wie ich hier nochmals und nicht genug betonen kann einfach die beste Adaption eines Superheldenkostüms fürs Kino ist, dass ich je gesehen habe. Da dieser auch immer noch ein Teenager oder wie hier ein Student ist, lag eine Darstellung der Problematik von Peters Doppelleben natürlich nahe und Regisseur Sam Raimi gibt sich grösste Mühe dies auch ziemlich authentisch darzustellen. Zwar nimmt man Maguire nicht gerade jede einzelne Szene ab aber ich bin immer noch der Meinung, dass er die beste Wahl für Spidey war. Willem Dafoe war zwar im ersten Teil ein toller Schauspieler aber nicht gerade der beste Bösewicht, und genau diese Lücke füllt Alfred Molina mit seiner Darbietung des vielarmigen Doc Ocs, der als Figur aber auch von optischen her mehr als nur ein Hingucker ist, und auch hier wieder schöpfte man das volle cineastische Potenzial des Charakter aus und liess ihn so zum Beispiel  Wände hochstolzieren oder ganze Autos durch die Gegend werfen. Daneben wirkt vor allem Kirsten Dunst als Mary Jane beinahe ein wenig blass auch wenn ihre Figur seit dem ersten Teil doch schon einiges an Profil gewonnen hat. Doch auch James Francos Harry Osborn darf hier mehr leisten und man merkt, dass man ihn schon auf einen dritten und grösseren Auftritt vorbereitet.

Fazit:

Der Film hat alles was ein guter Actionfilm braucht aber noch viel wichtiger alles was eine gute Comicverfilmung braucht. Es fällt schwer Spiderman nicht zu mögen, besonders nicht angesichts der Probleme mit denen sich der arme im Moment herumschlagen muss und genau das definiert ihn auch als so menschlichen Helden, er hat Probleme wie jeder andere auch. Alfred Molina ist einer DER perfekten Superschurken der Comicfilmgeschichte und man liebt und hasst ihn dadurch gleichermassen. Die Effekte und Action sind gut bis atemberaubend und auch hier nochmals, man fühlt sich wirklich und total in einen Comicband hinein versetzt. Aus illustrativ-literarischer Sicht, sicher ein Meisterwerk!

9/10

8 Responses to “Wir reden über: Spider-Man 2”


  1. 1 donpozuelo Mai 31, 2012 um 6:12 pm

    Gehört auch für mich ganz klar zu den großen Gewinnern der drei bisherigen Spidey-Filme und ist definitiv eine wirklich großartige Comic-Verfilmung. Raimi hat hier wirklich mal die Spinne Spinne sein lassen. Die Action ist grandios, die ruhigen Momente sind auch toll und mit Alfred Molina gibt es einen grandiosen „Bösewicht“, der ja eigentlich so richtig gar keiner ist. Sowas kommt immer gut – der zwiegespaltene Gegner…

    • 2 maloney Mai 31, 2012 um 6:19 pm

      Jap ich liebe tragische Bösewichte wie Doc Oc (hier im Film), Two-Face oder aktuell Andrew in Chronicle…wobei dieser ganze Film ja eine einzige perfekte „Bösewicht“ origin Story ist.

  2. 3 bullion Mai 31, 2012 um 6:43 pm

    Ja, ja und ja! Ich kann immer noch nicht verstehen, dass die Raimi-Filme teils so abgewatscht werden…

  3. 4 Dos Corazones Mai 31, 2012 um 6:44 pm

    Stimmt, der zweite Spidey-Teil war ziemlich klasse. Vor allem bedient sich Raimi ja durch einen guten Story-Kniff wieder der allseits funktionierenden Superhelden-Story: Wie kommt man mit den Kräften zurecht, da sich Spidey wieder neu auf seine Kräfte konzentrieren muss.
    Und Molinas Doc Oc ist einer der besten Bösewichte der Comicadaptionen (zusammen mit Magneto würd ich sagen.)

    • 5 maloney Mai 31, 2012 um 6:55 pm

      @bullion: Von Raimis Filmen kenn ich eigentlich wie ich zugeben muss nur die Spiderman Reihe…obwohl Evil Dead auch schon lange auf meiner Liste steht und die sollen ja ziemlich gut sein
      @Dos Corazones: Meinst du jetzt Ian McKellen oder Michael Fassbender Magneto?


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