Wir reden über: The Dictator

„Do you want the Aladeen news or the Aladeen news? – The Aladeen news? – You’re HIV-Aladeen. 🙂 😦 🙂 :(„

Saddam, Ghaddafi, Kim Jong Il, all die ganz grossen Diktatoren unserer Zeit sind weg, ist es da nicht selbstverständlich, dass man ihnen einen würdigen Nachruf widmet einen Nachruf der zeigt welch grossen Einfluss sie eigentlich auf unserer Gesellschaft hatten, sei es nun in einer politischen, religiösen oder sozialkulturellen Weise. Und wer wäre dafür besser geeignet als der grösste Gesellschaftslkritiker und Zeigefingerwackler unserer Generation Sascha Baron Cohen, der schon in Filmen wie Borat oder Brüno, weltweit auf Themen, wie die Probleme nach dem Zerfall der Sowjetunion in Zentralasien oder die Inakzeptanz von Homosexuellen in Amerkia aufmerksam gemacht hat. Sein neuster Film The Dictator ist deshalb wahrscheinlich eines vom Feuilleton, am meisten erwarteten Werke und hat auch sonst alles Potenzial dazu um in der kunst-kulturellen Szene mehr als nur hohe Wellen zu schlagen.

Story:

Im mehr oder weniger politisch isolierten afrikanischen Wüstenstaat Wadiya, regiert Admiral General Hafez Aladeen sein Land mit eiserner Faust. So lässt er zum Beispiel seine Wissenschaftler hinrichten nur weil sie ihm runde anstelle von spitzen Atomwaffen konstruieren. Doch nachdem ihm die UNO gedroht hat militärische Schritte, aufgrund seines Atomwaffenprogramms, gegen seine Land einzuleiten sieht er sich gezwungen vor dessen Hauptsitz in New York Stellung dazu zu nehmen. Doch in seiner ersten Nacht wird er aus seinem Nobelhotel in New York entführt und beinahe zu Tode gefoltert, doch aufgrund von ein paar (un)glücklichen Umständen gelingt ihm die Flucht. Doch leider hat man ihm zuvor seinen geliebten Bart abgeschnitten und niemand scheint ihn dadurch mehr zu erkennen und man verweigert ihm sogar den Zutritt in sein Hotel und er muss mit ansehen, wie ein manipuliertes Double von ihm die Demokratie in Wadiya ausrufen will. Seine einzige Hoffnung zurück an die Macht ist nun die liberale, unrasierte vegane Bioladen Besitzerin Zoey die zufällig das Catering für die UNO-Feierlichkeiten ausrichtet.

Stil:

Wer in einen Baron Cohen Film geht weiss schon vornherein, dass er kein Art-House Niveau zu sehen kriegt aber ich war zumindest ein wenig der guten Hoffnung, dass der gute Sacha nach Borat und Brüno seine prä-pubertäre Filmschaffungsphase nun endgültig überwunden hat, zumal er ja in Hugo wirklich toll war. Doch schon in den ersten paar Minuten des Films wird dieser Hoffnung sehr klar, in Form von behaarten Babys und ähnlichem, einen Faustschlag in Gesicht versetzt, obschon dies noch die besten Teile des Films waren. Die Tatsache, dass die Produktion anders als Cohens frühere Werke, keine Mockumentary sondern ein Spielfilm war, sorgte zwar dafür, dass er vielmehr Witze einbauen konnte, doch waren diese schon im Trailer irgendwie so gar nicht lustig und zudem ist diese Art von Rassismus- und Pipikakaphumor auf Dauer ziemlich ermüdend. Ein ganz kleines Plus darf hier aber doch noch dem Soundtrack angerechnet werden, der mit einer Mischung aus arabifizierten Popliedern wie Everybody Hurts oder 9 to 5 und Arab-Rap doch noch zumindest, musikalische, einige Höhenfluge bereitete.

Charaktere:

Sacha Baron Cohen kann man ja in unseren Breitengraden gut mit Kaya Yanar vergleichen, da beide Komiker ihr komödiantisches Schaffen auf den Witzen über anderen Kulturen aufbauen, doch im Gegensatz zu Cohen ist Kaya, erstens selbst türkisch-arabischer Herkunft und zweitens spielen sich dessen Sketche und Witze (meistens) auf einem gewissen Niveau ab, wobei diese aber auch immer im Rahmen einer halbstündigen Comdeyshow stattfinden und nicht in einem zweistündigen Film wo man schon nach der ersten grossen Flut an gezwungenen Geschmacklosigkeiten übersättigt ist. Aladeens einzige Rettung in der harten Realität Zoey gespielt von Anna Faris ist etwa so witzig wie ein Kind dem beide Beine amputiert worden sind und nachher noch eine Krebsdiagnose erhalten hat, dazu kommt noch, dass man ihr weder die Rolle der überzeugten Liberalistin abnimmt noch irgendwelche Chemie zwischen ihr und Cohen herrscht und wer zuerst einen organisch-ökologisch-alternativen-drittwelt Bioladen führt und sich nachher einem kriegsverbrechenden Diktator hingibt gehört für mich sowieso nach Abu-Ghuraib. Die einzigen halbwegs guten Schauspieler waren für mich Ben Kingsley als Verräter Tamir, der eigentlich nur seine Rolle von Prince of Persia wieder aufnahm und Jason Mantzoukas als verrückter Wissenschaftler Nadal. Zudem nutzte Cohen seinen mittlerweile scheinbaren unbegrenzten Einfluss in Hollywood um einen Promi-Cameo nach dem anderen zu verschwenden, ich mag ja nicht zuviel verraten aber nur so viel…“WIESO!!??? DU WARST IN FIGHT CLUB, AMERICAN HISTORY X UND INCREDIBLE HULK!! WIESO?!!“

Fazit:

Einen Diktator zu karikieren braucht Mut, Humor und Einfallsreichtum. Cohen zeigt hier keine dieser Qualitäten, er macht er sich nur über bereits tote Persönlichkeiten lustig, rührt gross mit der Rassismus- und Fäkalhumorkelle an und scheint seit Borat und Brüno kein Stück erwachsener geworden zu sein. Der Film ist ein einziges Feuerwerk an Niveaulosigkeit und ich rede jetzt nicht allein vom Rassismus, denn auch damit kann man durchaus auch witzig sein, wer Family Guy, South Park oder Drawn Together kennt, weiss wovon ich spreche aber hier übertreibt man es einfach masslos. Denen die sich also wirklich gut gemachte Persiflagen auf Despoten ansehen wollen empfehle ich daher weitaus und viel lieber den klassischen The Great Dictator, oder aber auch die beiden Hot Shots Teile, da einem sogar dort noch bessere Witze serviert werden.

2/10

Werbeanzeigen

1 Response to “Wir reden über: The Dictator”


  1. 1 donpozuelo Mai 22, 2012 um 1:41 pm

    Stimmt, der Soundtrack war tatsächlich ganz nett. Aber ansonsten konnte ich diesem Diktator auch wirklich gar nichts abgewinnen. Ich hoffe nur, dass Cohen irgendwann mal einen Glückstreffer landet und mich eine seiner Figuren im Kino wirklich überzeugt.

    Ansonsten bleibe ich dabei: Cohen ist ein guter TV-Komiker!!! Mehr auch nicht.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s




Aktuell:

Stimmung:
Amerikanisch
Schauen:
Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.
The Legend of Korra - Book 2 : Spirits
The World's End
Hannibal
Shingeki no Kyojin (Attack on Titan)
Hören:
Daft Punk - Random Access Memories
Caravan Palace - Caravan Palace
Lesen:
Homestuck
Spielen:
Flow
Flowers
Journey
Warten auf:
The Hobbit: The Desolation of Smaug
Captain America: The Winter Soldier
Machen:
Something, something,useless!

Wieviel mal geklickt?

  • 477.552 hits
Werbeanzeigen

%d Bloggern gefällt das: