Wir reden über: Filmreihe: Snake Plissken

John Carter gilt als Meister des Horror- und Actiongenres, mit Filmen wie Halloween, Big Trouble in Little China oder They Live hat er sich vor allem in den 70er und 80er Jahren filmische und popkulturelle Denkmäler gesetzt. Der Mann mit dem er damals sicher mit Abstand am meisten zusammen arbeite war Kurt Russel, der stets den wortkargen und typischen Actionhelden gab aber doch immer seinen eigenes Ding durchzog, weshalb es auch nicht überraschte, dass er als Snake Plissken vor allem in Escape from New York und später, wenn auch weitaus bescheidener in Escape from L.A. dieser Paraderolle gerecht werden durfte.

Escape from New York

„You going to kill me, Snake? – Not now, I’m too tired. Maybe later.

Im Jahre 1997 ist ganz Manhattan ein einziges Hochsicherheitsgefängnis, die Verbrecher werden sich dort selbst überlassen und wer einmal drin ist kommt nie wieder raus. Während des Anflugs des amerikanischen Präsidenten auf New York, wird dessen Flugzeug plötzlich von Terroristen entführt, die die Maschine über der Sperrzone abstürzen lassen. Natürlich hofft sich nun jeder Kriminelle mit dem Präsidenten als Geisel ein Freiticket in die Freiheit. Der ehemalige Elite-Soldat und momentaner Häftling Snake Plissken wird damit beauftragt den Präsidenten zu retten, da dieser zusätzlich auch noch eine Audiokasette mit Geheiminformationen bei sich trägt, im Gegenzug soll Snake die Freiheit erhalten. Um sicher zu gehen damit dieser seinen Auftrag auch wirklich ausführt werden im zudem noch zwei tödliche Mini-Sprengsätze implantiert die nach einer Frist von 22 Stunden explodieren und dabei all seine Arterien zerstören.

Escape from New York, der im deutschen unter dem Titel Die Klapperschlange (obschon Snake das Tattoo einer Kobra trägt) ist ein grundsolides Actionabenteuer, wenn nicht sogar eines der besten aus dieser Zeit, dass ich je gesehen habe. Vergleicht man diesen Film mit einem Actionfilm aus den 90er so fällt sofort auf, dass man früher vor der Blütezeit der Explosionen und des sinnlosen Waffengeballers noch versuchte mit reiner Dramatik Spannung zu erzeugen. so besteht ein Grossteil der ersten Hälfte des Films aus wortkargen Spannungsaufnahmen, ganz so wie man es von Altmeister Carpenter erwartet. Die Figur der Snake Plissken ist zwar ein typischer knallharter Actionheld aber Kurt Russel verleiht der Figur gerade dadurch doch einen gewissen nicht näher beschreibbaren Touch von Verletzlichkeit, welche ich zum Beispiel so bei einen Schwarzenegger oder Stallone nie gespürt habe. Tolles cineastisch Zeitpunkt obwohl man trotzdem nicht zu viel Tiefe davon erwarten sollte.

8/10

Escape from L.A.

If you go to Los Angeles, and come back with that black box and put it in my hand, you’ll be given a full pardon for every moral crime you’ve committed in the United States. Sounds familiar.“

Im Jahr 2000 ereignete sich in Los Angeles das schwerste Erdbeben der Geschichte und schnitt die gesamte Stadt vom Rest von Amerika ab. Seither wird dieses defacto faschistisch regiert und L.A. wird als Niemandsland von den USA als Gefängnis und Deportationscamp benutzt, wer einmal dort ist, kommt nie wieder weg. Im Jahr 2013 hat die Tochter des Präsidenten ein gerät gestohlen dass die Menschheit durch komplette Zerstörung aller Technologie zurück in die Steinzeit werfen könnte, um es ihrem Geliebten, dem Guerillaführer von L.A. zu bringen. und wieder einmal soll der ehemalige Kriegsheld und jetzige Staatsfeind Snake Plissken als Gegenzug für seine Freiheit, die Welt retten, ohne nicht dabei vorher mit einem Virus infiziert zu werden, um sicher zu gehen, dass er seinen Auftrag auch wirklich ausführt

Wenn einem der Plot, so ziemlich bekannt vorkommt liegt es daran, dass Escape from L.A. nicht nur einen Fortsetzung, sondern auch ein Remake von Escape from New York ist. Da ich wie oben schon erwähnt diesen für einen ziemlich gelungen Actionfilm halte sehe ich dafür auch keine wirkliche Notwendigkeit aber egal passiert ist passiert. Nur schon in den ersten paar Minuten erkennt man, dass der Film verzweifelt versucht sich an das Original anzuschliessen, dabei aber viel zu übertrieben und aufgebauscht wirkt. Die Story ist wenn überrascht nicht wirklich neu und daher auch nicht sonderlich originell da die Idee mit der abgeschnittenen Grossstadt die zur anarchistischen Zone mutiert ist wohl nicht zweimal funktioniert. Snake selbst wirkt in dieser billig animierten Mad Max-Szenerie zwar gewohnt cool aber man merkt das die Macher in diesmal viel mehr zum Ramboverschnitt verkommen lassen haben und mit Gladiatoren-Basketball oder extremst Wellenreiten kriegt man seinen Glaubwürdigkeit auch nicht so schnell wieder zurück. Auftritte von Steve Buscemi, Peter Fonda oder Bruce Campell sind zwar erfreulich aber halten das Ganze auch nicht über Wasser. Snake Plissken ist ein Mann fürs grobe aber selbst dieser wird nach zu viel Wiederholungen müde und so hätte man ihn gern mal in einer anderen Situation, als in Todesstädten umher schiessend, gesehen, vielleicht auch nur mal um ihn seinen wohlverdienten Ruhestand auf eine Farm in Texas geniessen zu sehen..oder so ähnlich. Jedenfalls hat der Mann sicher etwas Besseres verdient.

4/10

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