Wir reden über: The Grey

„Once more into the fray. Into the last good fight I’ll ever know. Live and die on this day. Live and die on this day.“

Liam Neeson kann man gut und gerne als einen der charismatischsten und zugleich härtesten Typen in Hollywood bezeichnen. Mit Filmen wie Schindler’s List, Les Misérables oder Michael Collins hat er sich schon recht früh einen ziemlich respektablen Ruf verschafft, den nicht mal Engagements wie Star Wars -Episode 1, oder Battleship etwas anhaben konnten. Wenn man ihn dann ans Ende der Welt schickt und ihn in einem Kampf auf Leben und Tod gegen ein Rudel Wölfe, in The Grey, antreten lässt, sollte man zwei todsichere Zutaten für einen mehr als fesselnden Thriller beisammen haben.

Story:

Am äussersten Zipfel von Alaska ist John Ottway für einen Ölkonzern dafür zuständig die Arbeiter vor Angriffen von wilden Tieren, insbesondere Wölfen zu schützen. Als er sich nach dem Ablauf seiner Dienstzeit mit der gesamten Crew auf dem Heimflug macht stürzt die Maschine aufgrund eines Blizzards plötzlich mitten im Nirgendwo ab. Zusammen mit Ottway überleben den Absturz nur eine handvoll Passagiere. Gemeinsam versuchen sie nun zurück in die Zivilisation zu gelangen, doch werden sie nun auf Schritt und Tritt von einem Rudel Wölfe verfolgt, die sich durch die plötzlichen Eindringlinge in ihr Revier mehr als bedroht fühlen.

Stil:

Flugzeugabstürze sind ein gutes Rezept um Tragik, Spannung und zugleich Hoffnungen in einem Film oder einer Serie zu sähen. Gute Beispiele dafür sind sicher Alive, Castaway oder LOST, zu diesem Element kommen dann noch die schier unendliche Kälte des Blizzards in der alaskanischen Tundra und die ständige Bedrohung durch die Wölfe hinzu. Das ist aber dann auch mein grösster, wenn auch einziger, Kritikpunkt, ich mochte Creature Features als ausgesprochener Tierliehaber nie so wirklich, auch wenn sich diese meistens auf die Darstellung von radioaktiv- oder genetisch veränderten Biester beschränken. Ob sich Wölfe in Wirklichkeit auch tatsächlich so angriffslustig verhalten, selbst wenn jemand in ihr Revier eindringt, wurde ja im Vorfeld nicht nur von PETA oder WildEarth Guardians angezweifelt. Dennoch sind es genau diese Wölfe, die die Spannung während des ganzen Films über aufrechterhalten.

Charaktere:

Man verzichtete bewusst darauf ein grosses Ensemble aufzustellen und das tut dem Film auch durchaus gut. Auf unnötige Dialoge oder Charaktere wird bewusst, zu Gunsten der Spannung verzichtet. Überhaupt sind die Konversationen äusserst gezielt und sparsam eingesetzt worden und man weiss auch nie wirklich über das Verhältnis der Gruppe untereinander Bescheid. Liam Neeson beansprucht natürlich die meiste Spielzeit, doch ist diese absolut verdient, denn so brillant und markant hat man ihn schon lange nicht mehr gesehen. Auch wenn die gesamten Arbeiter anfangs als Gesetzlose, Verbrecher und Versager eingeführt worden sind, beginnt man doch mit ihnen mitzufühlen auch wenn man sich dies zuerst nicht wirklich eingestehen will. Man ist also sowohl spannungstechnisch aber auch gefühlsmässig stets hin und her gerissen und diese Mischung sorgt dafür, dass man einfach den ganzen Film über wie unter Strom steht…ein für mich perfekter Spannungsthriller.

Fazit:

Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich lange nicht mehr so gefesselt, von Anfang an bis zur letzten Minute, im Kinosessel sass, wie es hier der Fall war. Vielleicht lag es daran, dass Regisseur Joe Carnahan nach Flops wie Smokin‘ Aces oder The A-Team beweisen wollte, dass er auch richtig gute Filme drehen kann oder einfach an der perfekten Mischung aus Schauspielern und Drehbuch aber auch daran, dass ich so gar keine Erwartungen an den Film stellte aber The Grey überzeugt mit einer eiskalt servierten Handlung die wieder einmal beweist warum man wirklich bis ganz zum Schluss im Kino sitzen bleiben sollte. Definitv kein Wolf im Schafspelz.

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9 Responses to “Wir reden über: The Grey”


  1. 1 Nils April 23, 2012 um 11:32 am

    Na gut dann also doch angucken! Dachte das wäre ein Sonntag-Abend-Couchbuster.

  2. 3 Lukas April 23, 2012 um 12:53 pm

    Hmm. Nachdem ich mittlerweile so viel Gutes über den Film gehört habe, obwohl ich ihn doch für mich persönlich boykottieren, sprich nicht sehen wollte, ebenfalls obwohl Liam Neeson einer meiner absoluten Lieblingsakteure ist.
    Mal anders gefragt: könnte ich als vermutlich größter deutscher Wolfsfan und -verteidiger dennoch Spaß hiermit haben, ohne mich alle 20 Sekunden fragen zu müssen, wer auch diese hirnrissige Idee gekommen ist, Wölfe würden Menschen jagen? Die Szenen, die ich bisher gesehen habe, sahen filmisch ja wirklich toll aus. Aber da kamen auch keine Tiere vor 😀
    Ach ja: The A-Team war ja nun wirklich nicht übel. Der Film unterhält mich jedes Mal aufs Neue blendend – so flach er auch ist^^

  3. 4 bullion April 23, 2012 um 12:53 pm

    Klingt gut, hätte ich am WE auch beinahe gesehen…

  4. 5 maloney April 23, 2012 um 1:57 pm

    @Lukas: Die darstellung der Wölfe war ja fürm ich wie gesagt auch zuerst ein Problem aber mit der Zeit ist man nur in die Handlung vertieft und es fällt gar nicht mehr auf. Doch wenn du es wirklich hören willst, nur soviel die Tiere machen ihren vorauseilendem Ruf wieder mal alle Ehre
    @bullion: Empfehl ich dir wirklich!

  5. 6 donpozuelo April 23, 2012 um 2:32 pm

    Der Trailer sah ja schon von Anfang recht gut aus, dann kamen aber ein paar mittelmäßige Kritiken und schon war ich wieder unsicher. Bitte demnächst früher gegen meine Unsicherheit posten 😉 So kann ich mir den Film dann doch noch mal in Ruhe anschauen.


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