Wir reden über: The Pirates! Band of Misfits, Mirror Mirror, Battleship, Percy Jackson & the Olympians: The Lightning Thief

Es standen wieder mal ein paar Kinobesuche an, deshalb ist diesmal der Anteil an aktuellen Filmen auch weitaus höher als der von DVD-Sichtungen, genauer gesagt 3:1….gäl höch uiuiui. Zur Auswahl stehen knetttastische Piraten, eine der beiden Neuauflagen von Schneewittchen, Transformers auf See, ein Dieb im Olymp und ein Sean Bean der es schafft sogar zweimal nicht zu sterben!

The Pirates! Band of Misfits

„Avast! I’m a pirate captain, and I’m here for your gold!  Gold? Afraid we don’t have any gold, old man. This is a leper boat.“

Der Piratenkapitän ist nicht gerade immer vom Glück gesegnet, zwar hat er eine ihn respektierende Mannschaft, einen äusserst gepflegten Bart und jede Woche ist Schinkenabend aber sehnt er sich doch schon seit zwanzig Jahren nach dem „Pirat des Jahres-Preis“ den ihm immer wieder berüchtigtere Freibeuter wie Cutlass Liz oder Black Bellamy vor der Nase wegschnappten. Als er dann versucht sich genug Beute dafür zu erbeuten und dabei nicht sehr erfolgreich ist, landet er zufällig auf dem Expetionsschiff des Naturwissenschaftlers Charles Darwin. Als dieser den Papageien Polly des Kapitäns erblickt, der in Wirklichkeit eigentlich ein ausgestorben geglaubter Dodo ist, versucht Darwin mit allen Mitteln an das seltene Federvieh zu gelangen um ihn bei einer Wissenschaftsaustellung, der Königin von England Victoria zu präsentieren, für die er so ganz im Geheimen mehr als nur schwärmt.

Mit Filmen mit Wallace and Gromit oder Chicken Run konnten die verhältnismässig kleinen Aardman Studios, sich mit ihren liebevollen Knetfigürli, einen Namen in der grossen Filmwelt machen und schafften es sogar mit Flushed Away eine, wenn auch computeranimierte, Co-Produktion mit Dreamworks zu erreichen. Mit The Pirates! Band of Misfits kehrte man nun zu den plastilinifizierten Wurzeln zurück um wieder vor allem, auch durch die Zusammenarbeit mit grossen britischen Namen wie Hugh Grant, Imelda Staunton oder David Tennant, das heimische Publikum anzusprechen. Doch der Film bietet mehr als nur gut platzierten schwarzen englischen Humor, Aardman beweist uns wieder einmal aufs neue warum sie das Monopol auf sprechende Knetmasse besitzen und auch die Story überzeigt durchs Band. Ulkig-kultiger Piratencharme à la Monkey Island sorgen, dann dafür, dass sich auch der letzte Kritiker nicht nur eine Lachträne verdrücken muss.

Mirror Mirror

„The queen decides Snow White must do what snow does best, fall.“

In einem weit entfernten Königreich lebte einst ein König glücklich mit seiner Frau, die ihm dann zu all dem Glück noch ein Kind schenkte. Doch jedes Glück hat mal ein Ende und die Königin starb während der Geburt des Kindes. Der König der nun nur noch seine Tochter hatte, verwöhnte sie wo er nur konnte, dennoch heiratete er wieder, und seine Braut galt als schönste Frau im ganzen Land. Eines Tages reitete der König aus und kehrte nicht mehr zurück, die Tochter, mit Namen Schneewittchen, wuchs aber immer mehr zu einer wahren Schönheit heran und sollte eigentlich den Thron nach ihrem Vater besteigen. Doch die Königin getrieben von Neid und Machthunger, nahm selbst die Krone an sich und sorgte dafür, dass Schneewittchen nie erfuhr was ihr wahres Schicksal ist.

Mirror Mirror stand aufgrund zweier Fakten nicht so wirklich in meiner Gunst. Erstens hat Regisseur Tarsem Singh, der ja bekanntlich der Schöpfer einer meiner Lieblingsfilme The Fall ist, mit Immortals mehr als nur enttäuscht und laut Trailern und Kritikern versprach der Film auch mehr als er halten konnte und andererseits fiebere ich so ziemlich dem indirekten Konkurrenten Snow-White and the Huntsman entgegen auch wenn dieser eine ganz andere Richtung einschlägt und zu all dem noch Kristen Stewart mitspielt. Dennoch gab ich Singhs neustem Streich eine Chance und wurde was optische Reize angeht nicht enttäuscht, obwohl dies bei Immortals ja auch nicht wirklich das Problem war. Trotzdem wirkte alles generell zu brav und zu wenig bissig, den offensichtlich wollte man sich hier bewusst über Märchen oder über den Schönheitswahn in Hollywood lustig machen, auch wird nie so richtig klar ob gewisse Szenen jetzt eher ernst oder ironisch gemeint waren. Auch wenn Julia Roberts immer noch zu den grossen in Hollywood gehört, hier fehlt ihr einfach der Schwung den man merkt, dass sie sich wirklich nicht gewöhnt ist einen fiesen Charakter darzustellen. Schneewittchen Lily Collins ist zwar durchaus ansehnlich und herzig und alles aber auch sie ist fast so blass wie der Schnee nach dem sie benannt wurde, zudem frag ich mich ob niemand von ihren Visagisten mal den Mut hatte ihr zu sagen sie solle sich Augenbrauen zupfen lassen. Schlussendlich bleiben die opulenten Bilder in Erinnerung, doch man hätte sich durchaus ein bisschen mehr getrauen können und daher könnte der Film auch gut als überteuertes Sonntagsmärchen im KIKA durchgehen.

Battleship

“I have a bad feeling about this!” – “Bad feeling?” – “A ‘We’re gonna need a new planet’ kind of bad feeling.”

Im Jahr 2005 fand die NASA in einem nahegelegenen Sonnensystem einen erdähnlichen Planeten, den sie „Planet G“ nannte, um heraus zu finden ob sich auf dort Atmosphäre, Wasser oder sogar Leben befindet, sendeten sie ein äusserst starkes Signal dorthin. Währenddessen wird der nicht gerade verantwortungsbewusste Alex Hopper beim Versuch einen Burrito für ein hübsches Mädchen zu stehlen zuerst von der Polizei verhaftet und danach erst noch von seinem Bruder dazu verdonnert der US-Navy einzutreten. Mittlerweile ist Hopper zum Lieutenant aufgestiegen und nimmt zusammen mit seinem Bruder und beinahe der gesamten Weltmarine am Flottenmanöver RIMPAC vor der Küste Hawaiis teil. Plötzlich stürzen aber ungewöhnlich Flugobjekte vor ihnen ab und beginnen damit die gesamten Inseln mit einem Kraftfeld von der Aussenwelt abzuschotten und alles zu zerstören was das Feuer eröffnet.

Offenbar wussten die Macher von Battleship rund um Peter Berg als sie den Film produzierten noch nicht, dass Michael „Explosiv“ Bay bereits für Transformers 4 unterschrieben hat, denn anders kann ich mir diesen mehr oder weniger kläglichen Versuch am Erfolg der verwandelnden Riesenroboter aufzuspringen nicht erklären…naja aber erst mal von Anfang an. Das ganze basiert auf einem Spiel, dass bei uns gemeinhin als Schiffe versenken bekannt ist und zumindest in diesem Punkt enttäuscht man den Zuschauer nicht, denn ob irdisch oder ausserirdisch hier fliegt wirklich alles in die Luft, wieso die Besucher vom fremdem Planeten überhaupt angreifen wird zwar nie erklärt aber hey es sind Aliens und die sind ja eh immer böse oder? Es tut mir ja schon fast leid, zumindest für Taylor Kitsch und Liam Neeson, die beide mit ihren diesjährigen Filmen Wrath of the Titans oder John Carter nicht wirklich ein gutes Händchen bewiesen und dadurch auch mit diesem Werk nicht viel bei ihren Fans oder Kritikern wieder gut machen können. Das restliche Ensemble ist schwach bis langweilig oder im Fall von Goldkehlchen Rihanna fehlt für ihre Rolle sogar jegliche Berechtigung. Während Transformers oder auch G.I. Joe noch ein gewisses Publikum anzogen müssen sich die Verantwortlichen bei Universal nun den Vorwurf gefallen lassen, dass sie bei der Spielzeugverteilung einfach zu spät kamen und dann nur noch Dinge vorfanden, mit denen niemand anderes spielen wollte.

Percy Jackson & the Olympians: The Lightning Thief

„Oh I wish I could spend all day in the water instead of this place – Oh like High School without the musical“

Der Olymp ist in Aufruhr, der Donnerkeil von Göttervater Zeus wurde gestohlen und nun wird dafür der Sohn von Meeresgott Poseidon verantwortlich gemacht. Der Besagte lebt unter dem Namen Percy Jackson in New York und hat überhaupt keine Ahnung wer sein Vater ist, trotzdem kann er sich minutenlang unter Wasser aufhalten ohne Luft zu holen oder altgriechisch verstehen ohne es je gelernt zu haben. Bei einem Schulausflug ins Museum für griechische Mythologie wird er plötzlich von seiner Lehrerin angegriffen die sprichwörtlich zur Furie wird. Von seinem Lehrer Chiron erfährt er seine wahre Abstammung und muss nun zusammen mit seinem persönlichen Beschützer Grover und der Tochter von Athene aufbrechen um den Donnerkeil zurück zu holen und dabei auch gleich noch Percys Mutter aus den Klauen des Unterweltgottes Hades zu befreien.

Chris Columbus bewies ja schon beim ersten und zweiten Harry Potter Film, dass er durchaus in der Lage ist anständige, wenn gleich auch noch familientaugliche, Romanverfilmungen abzuliefern, da überrascht es nicht, dass er um nicht allzu gross umdenken zu müssen ebenfalls sich an ziemlich ähnliches Buch für seinen nächsten Film heranwagte . Manch einer bezeichnete daher schon Percy Jackson & the Olympians: The Lightning Thief als amerikanische Antwort auf den bebrillten Zauberlehrling, sind doch auch die Rollen ziemlich ähnlich verteilt. Da der unwissende Junge Held, hier gespielt von Newcomer Logan Lerman, dann der treue Begleiter der diesmal sogar Ziegenfüsse trägt und zu guter Letzt noch die kluge und schöne Freundin, die hier mehr als nur eine „Freundin“ ist. Daneben liess Columbus noch ein ganze Menge Stars auf tanzen um dem Film noch die nötige Publicity zu verschaffen aber wirken diese Rollen von Pierce Brosnan, Uma Thurman, Sean Bean oder Rosario Dawson fast zu gezwungen und man merkt, dass gewisse von ihnen gar nicht wussten etwas dann damit anzufangen. Alles in allem kommt der Film nicht ganz an ein Harry Potter Niveau heran, dafür ist alles ein bisschen zu brav und zu holprig doch die Unterhaltung ist da und man kann doch ein zwei Male mitfiebern. Zum Schluss frage ich mich nur noch warum man eigentlich immer und stets krankhaft versucht die mythologische Unterwelt mit der christlichen Hölle gleichzusetzen?

30 Responses to “Wir reden über: The Pirates! Band of Misfits, Mirror Mirror, Battleship, Percy Jackson & the Olympians: The Lightning Thief”


  1. 1 Owley April 19, 2012 um 11:36 pm

    Was war denn mit Wrath of the Titans nicht in Ordnung?

    Übrigens lustig, dass wir dasselbe Battleship-Zitat haben. Und dann auch noch beide eins, das so gar nicht im Film vorkommt. So ein Zufall aber auch.

  2. 2 Nils April 20, 2012 um 12:05 am

    Pirates zieht glaube ich nur auf Englisch! Joko und Klaas sowie Bettina Zimmermann sind einfach fehl am Platz.
    Ich habe nur ein Plakat von Battleship gesehen und erblickte die männlich aussehende Rihanna und dachte nur „Nein! Niemals!“ =)

  3. 3 donpozuelo April 20, 2012 um 7:05 am

    Pirates fand ich große Klasse. An Battleship und Mirror Mirror traue ich mich einfach nicht so richtig ran. Und Percy Jackson fand ich absolut furchtbar. Langweilig und furchtbar. Da erstaunt es mich schon sehr, dass sie die Zusage für den zweiten Teil bekommen haben. Gruselig. Hollywood kann einfach nicht richtig mit der griechischen Mythologie umgehen (womit wir dann auch wieder bei Immortals wären 😉 )

    • 4 maloney April 20, 2012 um 7:43 am

      @Owley: Die Kritiker haben ihn ja ziemlich verrissen…ja lustig weil das Zitat doch so im Film vorkommt, auch wenn du es vielleicht ein bisschen abgeändert hast Darling!
      @Nils: Bettina Zimmermann ist doch eh immer fehl am Platz :P…und ja Rihanna ist schlimm
      @Don: Mirror Mirror würde ich dir eher empfehlen als Battleship aber auch nur wegen des optischen Pluspunkts. Percy Jackson ist einfach typisches 0815 Hollywood Actionkino auf niedrigem Niveau, dennoch ist er jetzt nicht SO furchtbat, aber das mit der verkackten Mythologie regt schon auzf…vor allem wenn man sich gern damit beschäftigt so wie ich.

  4. 15 Marc April 20, 2012 um 8:04 am

    Ich sage auch hier wieder, mich hat Battleship überzeugt. Rihanna hin, Rihanna her. Nur weil Rihanna vorkommt ist das noch lange kein Grund, eine Reaktanz gegen den Film zu entwickeln. Mich hat ihre Anwesenheit im Film nicht einmal gestört. Zudem haben die Aliens sehr wohl einen Grund die Menschen anzugreifen. 😉

  5. 21 Marc April 20, 2012 um 8:46 am

    Nein, das ist ja eben schon passiert. Der Planet-G wurde von anderen Ausserirdischen übernommen. Das Signal unserer Erde kam für die geschlagenen Aliens gerade wie gerufen. Stell dir mal vor wie derb erst die Aliens sein müssen, die Planet-G angegriffen haben… Huiuiui

  6. 24 Xander April 21, 2012 um 10:50 am

    Ohne ihn gesehen zu haben: „Battleship“ ist doch mit Sicherheit besser als „Transformers“, dieses grenzdebile Robotergekloppe?


  1. 1 Wir reden über: The Grey « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu April 23, 2012 um 11:19 am
  2. 2 Wir reden über: Snow White and the Huntsman « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu Juni 2, 2012 um 12:37 am
  3. 3 Wir reden über: The Perks of Being a Wallflower « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu November 17, 2012 um 11:28 am
  4. 4 Wir reden über: Beautiful Creatures | Jason Auric - Sweet Nonsense Trackback zu April 13, 2013 um 2:55 pm
  5. 5 Wir reden über: The Mortal Instruments: City of Bone | The Sweet Nonsense Trackback zu September 9, 2013 um 9:03 pm

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