Wir reden über: Iron Sky

„Und dann beginnen wir mit dem Meteorblitzkrieg und fegen all diese Untermenschen von der Erdkarte!“

Manchmal reicht es für einen Film einfach nicht nur gute Effekte oder eine gute Story zu haben manchmal muss man ein wenig oder ganz viel über den imaginären Tellerrand der Kunst hinauszusehen um das Publikum wirklich in seinem tiefsten Herzen anzusprechen, manchmal reicht es aber auch einfach aus wenn man etwas wirklich absurd dämlicher produziert, welches dann so dämlich ist, dass es schon wieder vollkommen genial ist! Denn wer hätte gedacht, dass die vom Mond invasierende Nazis aus Iron Sky es wirklich schafften zu begeistern…naja ich schon aber viele andere Hater definitiv nicht!

Story:

Seit dem Ende des zweiten Weltkriegs glaubten die Menschen sich vor den Nazis sicher, doch diese haben sich einfach nur hinter dem Mond versteckt und warten nun seit 70 Jahren auf ihre Rückkehr zu Erde um dort den „Frieden“ zu verbreiten. Als dann im Jahre 2018 die Präsidentin der Vereinigten Staaten eine Mondmission, mit dem Ziel ihren Wahlkampf anzukurbeln, auf den Erdtrabanten schickt, wird der afroamerikanische Astronaut/Model James Washington von den braunen Mondmännchen gefangen genommen und zu ihrer Basis gebracht. Dort wird ihm zuerst sein (I) Phone abgenommen um mit diesem dann das Mutterschlachtschiff „Götterdämmerung“ endlich zum Laufen zu bringen und nachher wird er mit dem „Albinisierer“ von Neger zum Arier und gleich für den ersten Erkundungsflug zusammen mit Obersturmbandfüherer Klaus Adler zur Erde eingezogen. Dort bricht man aber ab diesem Besuch zuerst nicht gleich in Panik aus, sondern spannt die Hakenkreuzler gleich mal für das neuste Wahlkampfprogramm der amerikanischen Präsidentin ein.

Stil:

Wahrscheinlich hätte Michael Bay so seine wahre Freude an diesem Film oder zumindest an dessen zweiter Hälfte, denn da explodiert und fliegt so ziemlich alles in die Luft was es zum in die Luft fliegen gibt. Mit einem Budget von etwa 7,5 Million Euro liegt der Film aber weit unter den Zuschlägen die Bay-Filme oder andere Hollywood Blockbustern zur Verfügung stehen und trotzdem waren vor allem die Special-Effects diesem mindestens ebenbürtig oder sogar teilweise überlegen. Die Nazimondbasis, die Raumschiffe oder die Weltraumschlacht am Ende wirkten durch ihren Steampunklook teilweise mehr wie Ausschnitte aus einem Videospiel ohne aber dabei je lächerlich auszusehen. Mit Anspielungen an andere grosse Science-Fiction und  2. Weltkriegswerke wie Dr. Stranglove, Star Trek und der besten „Bruno Ganz rastet in der Untergang aus“-Szene seit den Hitlerrantparodies strapazierte der Film dann auch meine Lachmusklen mehr als einmal bis an ihre Grenzen.

Charaktere:

Es ist natürlich klar, dass in einem Nazi-Film Deutsche mitspielen müssen, das ist ja so klar wie das Heil-Hitler nach der Rede und Mit Götz Otto, Tilo Prückner und Altmeister Udo Kier fand man dann auch eine durchaus stramme und ansehnliche Truppe, die es schafften die brauen Gesellen sowohl komisch als auch einschüchternd wirken zu lassen. Zudem hat man mit Julia Dietze als Renate Richter auch wieder mal den Beweis, dass auch Nazis äusserst sexy sein können. Doch wer glaubt der Film beschränke sich allein aufs Nazi-Bashing der irrt gewaltig, denn auch die ach so scheinheiligen Amerikaner bekommen in Form, der wahrscheinlich nicht so ganz zufällig Sarah Palin ähnelnden, US-Präsidentin ordentlich ihr Fett weg „All presidents who start a war in their first tenures, get re-elected„.

Fazit:

Wer keine Nazis, Explosionen oder gepflegten Kinoschwachsinn mag, dem ist der Film sicher nicht zu empfehlen und auch Leuten die irgendwelche intellektuellen Erwartungen stellen sei ein Kinobesuch dazu abgeraten, auch wenn dann doch hier und da ein paar gesellschaftskritische Töne durchsickern, allen anderen kann ich das Ganze nur wärmstens ans Herz legen, es ist herrliches Science-Ficition, Steampunk-, Drittreichs-Kino vom feinsten und man wird mit optischen Leckerbissen en massé belohnt bei dem jeder der Transformers Gelb vor Neid werden und sogar soweit gehen würde und ich ihn als den besten Underground-Action Film bezeichne, den ich in den letzten Jahren gesehen habe. Wer sich also traut sollte sich die Mondpimpfe unbedingt ansehen THEY COME IN PEACE!

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13 Responses to “Wir reden über: Iron Sky”


  1. 1 zeitzeugin April 8, 2012 um 2:50 pm

    Unter Bloggern scheint der Film ja echt beliebt zu sein *g*

  2. 3 Andypanther April 8, 2012 um 6:25 pm

    Ein sehr treffendes Review! Natürlich sollte jemand, der eine tiefgründige Story und generell Sinn in einem Film erwartet, einen weiten Bogen um diesen Fim machen. Wer allerdngs, so wie ich, ein Fan von Trash ist und sich für das Design der „Götterdämmerung“ sogar noch lieber einen riesigen Hitler im Spaceballs-Look gewünscht hätte, wird in Iron Sky wahrscheinlich den Film des Jahres sehen 😉

    • 4 maloney April 8, 2012 um 6:34 pm

      Ein Hitlerraumschiff wäre natürlich noch die Spitze des Obersalberges gewesen, da war mir Götterdämmerung schon ein bisschen unförmig, aber dennoch hat eigentlich alles gestimmt!…btw schön dass du den Weg hierhin gefunden hast 😀

  3. 5 donpozuelo April 9, 2012 um 10:23 am

    Hab ich doch gleich gesagt 😉

    Freut mich, dass dir der Film auch so gut gefallen hat. Ein Glanzstück des guten Trash!!!

  4. 7 thoeni91 April 10, 2012 um 7:56 am

    Lieber gut gemachten Trash als schlecht gemachte Filme die ja so einen Sinn ergeben…


  1. 1 Wir reden über: Inglourious Basterds « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu Januar 30, 2013 um 3:32 pm

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