Wir reden über: Trolljegeren, Hodejegerne, The Iron Lady, John Carter

Ich könnte mich an keinen norwegischen Film erinnern, denn ich je gesehen habe zumal das Land der Renntiere und Samichläuse (oder war das Finnland?) nicht gerade für grosse Blockbuster bekannt ist. Umso spektakulärer ist es dann, dass ich mir gleich zwei Filme dieser Herkunft, innerhalb von kürzester Zeit angesehen habe, die dann auch durchaus mit manchen Hollywood-Blockbustern mithalten könnten…wenn auch nicht gerade mit den anderen zwei Teilnehmern hier 😉

Trollhunter 

„Smörrebröd, Smörrebröd – Römpömpömpöm“

Die drei Studenten Finn, Kalle und Johanna wollen für ein Filmprojekt an ihrer Universität eine Dokumentation über sich stetig häufende Fälle von Bärenwilderei in Norwegen drehen. Nachdem sie durch mehrere Hinweise in der örtlichen Jagdgemeinschaften auf einen gewissen „Hans“ aufmerksam werden und diesem dann für längere Zeit unbemerkt folgen, merken sie ziemlich schnell, dass sie hier keineswegs einem illegalen Wilderer auf der Spur sind, sondern vielmehr dabei sind ein lang so streng gehütetes Geheimnis der norwegischen Regierung aufzudecken.

Nachdem das Genre der Mockumentaries mit Filmen wie Blair Witch Project oder Cloverfield überraschend schnell an Auftrieb gewonnen hat, bekommt mit Trolljegeren auch zum ersten Mal ein nicht englischsprachiger Film in dieser Kategorie grössere Aufmerksamkeit. Dennoch ist er über grosse Strecken um einiges harmloser, wenn nicht sogar witziger als die beiden genannten Beispiele. Trolle als Filmmonster einzusetzen ist zwar keine neue Idee aber richtig etwas gebracht hat das bisher noch keinem etwas. Nur in wenigen Momenten des Film wirken diese, hier sogar mit ernsthaften zoologischen Hintergründen ausgestatteten, Biester wirklich furchteinflössend, denn um grösseres Spannungseffekte zu erzielen, werden sie auch viel zu spärlich eingesetzt. Die Schauspieler sind zwar nicht schlecht aber überzeugend ist auch nicht das richtige Wort dafür. Trotzdem ist das Gesamtkonzept sehr innovativ ausgearbeitet und man wird immer wieder mit tollen Aufnahmen von unberührten norwegischen Landstreifen belohnt. Trolling kriegt hier eine ganz neue Bedeutung.

Hodejegerne 

„Smörrebröd, Smörrebröd – Römpömpömpöm“

Roger Brown hat eigentlich alles was er sich wünscht, Geld, ein gutbezahlten Job, ein grosses Haus und eine schöne Frau, wenn da nicht ein paar winzig kleine Minderwertigkeitskomplexe wären. So könnte er sich das Hausund die Ausgaben seiner Frau  nicht wirklich leisten, wenn er nicht ab und an ein paar Kunstraube begehen würde. Unbemerkt und geschützt durch seinen Job als Headhunter, kann er sich direkt bei seinen Klienten erkundigen, welche wertvollen Stücke sie in ihren Räumen hängen haben. Nachdem er vom dem potentiellen Kunden Clas Greve erfährt, dass dessen Grossmutter ihm ein Gemälde im Wert von einer Million vermacht hat, sieht Roger sich schon für immer finanziell abgesichert. Doch mit dem erfolgreichen Raub beginnt eine Hatz, die ihn wortwörtlich in die Scheisse reitet.

Der Trailer des zweiten norwegischen Films hier, war laut, nichtssagend und wirkte wie ein Versuch auf die Erfolgswelle, die The Girl with the Dragon-Tattoo losgetreten hatte aufzuspringen. Doch auch wenn Hodejegerne (hihi) ein ähnlich rasantes Erzähltempo aufweist, ist der Stil völlig anders ja beinahe teilweise fast lächerlich, aber auf die gute Art. Ich war mir teilwiese wirklich nicht sicher was mir da vorgesetzt wurde und ich bekam zwischendurch, das Gefühl, dass in der Hälfte des Film wohl ein Regisseuren Wechsel stattgefunden haben muss, da ich mir sonst einzelne Szenen, die so überhaupt nicht zur Gesamtheit des Filmes passen wollten, nicht erklären konnte. Aber jetzt nicht denken, dass das Kritikpunkte seien, im Gegenteil und ich verrate natürlich hier jetzt überhaupt gar nichts, da ich wirklich dazu aufrufe diesen Film im Kino zu sehen…nur so viel hier ist die Kacke noch richtig am ^dampfen!

The Iron Lady 

„Watch your thoughts for they become words. Watch your words for they become actions. Watch your actions for they become…habits. Watch your habits, for they become your character. And watch your character, for it becomes your destiny!“

England in der Gegenwart, die einstige britische Premierministerin Margareth Thatcher ist, durch eine Alzheimer Erkrankung nur noch ein Schatten ihrer selbst und wird von ihrem Personal und ihren Kindern auf Schritt und Tritt überwacht, so dass sie nicht einem mehr aus dem Haus kann um Milch oder Tee zu holen. Zwar weiss sie teilweise nicht mehr wie ihre engsten Angehörigen heissen aber ihre Erinnerungen an die vor und während ihrer Politkarriere sind ihr präsent wie eh und je und so streift sie Tag und Nacht durch ihre Wohnung um sich dank der Andenken aus dieser Zeit, gedanklich dorthin zurück zu versetzen.

The Iron Lady ist nach J.Edgar bereits mein zweites Biopic, und genau wie beim Portrait über den grossen amerikanischen Ermittler lebt der Film einzig und allein von seinen 2 bis 3 Charakterdarstellern allen voran natürlich Meryl Streep, die wieder einmal beweist wieso sie bereits ihren zweiten Oscar erhalten hat. Leider springt die Story aber dafür viel zu sehr von Punkt zu Punkt als das man sich gross auf die einzelnen Ereignisse konzertieren könnte, den kaum ist ein Schicksalsschlag verdaut platzt auch schon der nächste rein. Trotzdem Kann der Film dies dank seines Ensembles schnell wieder wettmachen und man möchte am liebsten och mehr von „Maggie“ Streep sehen. Eisern bis zum Schluss aber auch äusserst ergreifend.

John Carter 

„You are ugly, but you are beautiful.“

Nachdem er eine Höhle voller Gold entdeckt, versucht der Kriegsveteran John Carter mit allen Mitteln an das wertvolle Metall zu gelangen, als er aber beim Versuch mehr Werkzeuge dafür zu beschaffen eine Schlägerei anfängt, von der Kavallerie eingezogen wird, lässt keine Möglichkeit unversucht sich zu drücken. während des Fluchtversuchs wird er aber von plötzlich von Apachen gejagt, die ihn Schnurstracks zurück zu seiner Höhle jagen. Als er aber dort Schutz sucht, wird er plötzlich von einem mysteriösen Mann angegriffen. Als er diesen tötet und dabei dessen Medaillon genauer untersucht, findet er sich Sekunden später in einer völlig fremden Welt wieder, in der er nicht nur plötzlich scheinbar unendlich weite und hohe Sprünge machen kann, sondern auch direkt in einen neuen Krieg hinein gezogen wird.

Tarzan kennen wahrscheinlich die meisten aber eher unbekannt (zumindest in unseren Breiten) ist, dass dessen Schöpfer Edgar Rice Burroughs mit John Carter eine fast genauso ikonische Figur geschaffen hat, die unter anderem als Inspiration für Werke wie Superman, Star Wars oder Avatar als Vorbild diente. Ein paar nichtsagenden aber dennoch spektakulär aussehenden Trailern und einen Phallusähnelnden ausserirdischen Schosshund sei Dank, liess ich mich dann doch (sogar zweimal) dazu hinreissen mir die Abenteuer auf dem Mars…pardon Barsoom anzusehen. Im Grunde genommen ist der Film nichts weiter als das klassische Gut gegen Böse Spiel (die Smypathieträger sind sogar alle in Blau und die Gegenspieler in Rot gekleidet) gepaart mit dem schlechten Gewissen hervorrufende armen Eingeborenen, die nur ihr Land schützen wollen und dennoch ist es vor allem den überzeugenden Spezial- und 3D Effekten zu verdanken, dass der Film bei mir wahrscheinlich nicht nur als blasses Science Fiction Abenteuer in Erinnerung bleiben wird und ich sogar heimlich auf eine Fortsetzung hoffe.

4 Responses to “Wir reden über: Trolljegeren, Hodejegerne, The Iron Lady, John Carter”


  1. 1 donpozuelo April 2, 2012 um 12:32 pm

    „Trollhunters“ fand ich zu harmlos. Da hatte ich mir ein wenig mehr von erwartet.

    Und bei „John Carter“ wirst du wohl – wie ich auch – leider auf eine Fortsetzung verzichten müssen. Disney soll den Film ja schon als absoluten Flop handeln. Was ich zwar nicht verstehen kann, denn eigentlich fand ich den Film echt gut. Naja, vielleicht rebootet den ja noch mal irgendjemand 😉

  2. 3 spanksen April 2, 2012 um 12:41 pm

    Trollhunters läuft am WE glaub ich auf Sky, den werd ich mir mal geben


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