Wir reden über: Fantastic Mr. Fox, J.Edgar, Hugo, Sunshine Cleaning

Ich hab wirklich das Gefühl, dass ich dieses Jahr endgültig zum ultimativen Super Saiyajin-Filmjunkie mutiere und mindestens einmal die Woche ins Kino gehen muss und minimum zwei DVDs an Tag anschauen muss um all die genialen Filme, die dieses Jahr ins Kino kommen aber auch jene die ich in letzter Zeit verpasst, verschmäht oder erst jetzt entdeckt habe, zu sehen. Wie sonst würden sich diese Reviews hier jetzt schon wieder rechtfertigen lassen? 😀

Fantastic Mr. Fox

„Honey, I am seven fox years old. My father died at seven and a half. I don’t want to live in a hole anymore, and I’m going to do something about it.“

Einst war Mr. Fox einer der grössten Hühnerdiebe im Land aber als er eines Tages zusammen mit seiner Liebsten beinahe dabei geschnappt und umgebracht wird, verspricht er ihr das stehlen und rupfen des Geflügels ein für allemal aufzugeben und sich einem „anständigen“ Lebenswandel zu unterziehen. Mittlerweile sind 12 (Fuchs-) Jahre ins Land gezogen und Fox lebt zusammen mit seiner Famile mehr oder weniger glücklich in einem gemütlichen Bau und verdient seine Brötchen nebenbei als Kolummnist für die örtliche Zeitung. Doch einen richtigen Fuchs kann man eben nicht zähmen und so beschliesst er unter dem Vorwand seinen Lebensstandard etwas herauf zusetzen, bei den drei grössten Geflügelzüchtern in der Gegend den Coup seines Lebens zu landen.

Im Zeitalter der Computeranimation, grenzt es eigentlich schon ein bisschen an Wahnsinn sich an eine reine Stop-Motion Produktion heran zu machen aber Regisseur Wes Anderson ist ja dafür bekannt gerne mal den unkonventionellen Weg zu gehen und daher überrascht seine Verfilmung des Kinderbuchs von Roald Dahl Fantastic Mr. Fox auch wirklich nicht gross. Im Gegensatz, man merkt richtig, dass hier extrem viel liebe zum Detail rein gesteckt wurde um den Figuren einen realistischen aber doch emotionsausdrückenden Look zu verpassen. Generell bin ja auch kein besonders grosser Fan von Promisynchronisationen (besonders im deutschen) aber hier schafften es die Cast bestehend aus Wilem Dafoe, Merry Streep, Michael Gambon, Jason Schwartzman und allen voran George Clooney, der diese Rolle mehr als nur auslebt, wirklich zu überzeugen, was auch daran liegen könnte, dass die Tiere eben nicht als Tiere sondern als normale Personen dargestellt wurden. Tolle Figuren, eine coole Story und eine völlig überzeugende Celebrity-Synchro. Foxtastisch…und bin ich der einzige der während des ganzen Films über an den Videoclip von Seeed zu Ding denken musste?

J.Edgar

The crimes we are investigating aren’t crimes, they are ideas.“

Amerika anfangs der 20er Jahre, das Land wird immer wieder von Attentaten kommunistischer Extremisten überschattet. Es fehlt an Mitteln und Behörden um die Täter dingfest machen zu können. Der junge John Edgar Hoover, genannt J. Edgar wird als Angestellter des Justizministeriums, aufgrund früherer Verdienste, die Leitung des Bureau of Investigation, der Ermittlungsbehörde des Minsteriums, übertragen. Hoover krempelt dieses radikal um, indem er zum Beispiel Collegeabschlüsse als Aufnahmebedingungen, ein striktes Alkoholverbot und neue Kleiderordnungen einführt. Mit der Zeit gewinnt, das Bureau und natürlich auch Hoover selbst immer mehr an Einfluss und ist spätestens nachdem Fall des Lindbergh Babys für jedermann ein Begriff und ein Symbol. Doch mit der Macht kommen auch die Neider und Hoover, der mittlerweile fast mächtiger als der Präsident geworden ist, muss sich mehr als einmal vor Attacken von Aussen (und Innen) verteidigen.

Clint Eastwood ist ja mittlerweile auch als Regisseur ein ziemlicher Garant für Erfolgsfilme und dies, auch wenn es mir erst im nachhinein so richtig klar wurde, war auch mit ein Grund warum ich mir J.Edgar unbedingt ansehen wollte. Im Gegensatz zu seinen früheren Werken wie Million Dollar Baby oder Gran Torino geht die Story weitaus gemächlicher voran, was aber nicht heissen soll, dass hier nichts passiert, im Gegenteil man kriegt einen ziemlich genauen Blick auf Hoovers Leben und Persönlichkeit, obwohl man wie für einen Film dieser Grössenordnung einiges dazugedichtet oder verschönert hat, womit der Film seinem Porträtierten aber ziemlich gerecht wird, da dieser offenbar, besonders bei seinen Memoiren auch nicht immer ganz bei der Wahrheit blieb. Der Film könnte gut als cineastische Psychoanalyse angesehen werden, da viele von Hoovers Ecken und Kanten, wie seinem ansatzweise vorhandenen Ödipuskomplex und seine unterdrückte Homosexualität stark ausgeleuchtet werden ohne dabei aber zu stark in belanglose Detsails abzuschweifen. Daneben machen Leo DiCaprio sowohl als junger wie auch als alternder Hoover (mit zwar komisch anmutendem aber doch irgendwie realistischen aussehendem Make-Up), wie auch die Nebendarsteller Judi Dench, Naomi Watts oder Armie Hammer eine sehr gute Figur. Starkes Biopic mit viel Tiefgang ohne dabei gross aufgebauscht zu wirken.

Hugo

„We could get into trouble. – That’s how you know it’s an adventure.“

Paris 1930 auf dem Gare Montparnasse lebt ein kleiner Junge namens Hugo Cabret, unbemerkt hinter den Kulissen des Bahnhofs und repariert stets alle Uhren dort und stiehlt sich bei Gelegenheit seinen Lebensunterhalt aber auch Ersatzteile aus den Uhrwerken zusammen. Als er aber sich unbeobachtet fühlt und bei einen Spielzeughändler in der Bahnhofshalle eine mechanische Spielzeug-Aufziehmaus stehlen will, wird er von diesem aber auf frischer Tat ertappt. Als der Händler dann Hugo zwingt seine Taschen zu leeren und dabei ein Notizbuch voller geheimnisvollen Skizzen findet, weigert er sich, das an Hugo zurück zu geben und droht sogar damit es zu verbrennen. Hugo versucht nun um jeden Preis, sein Notizbuch, zu dem er eine ganz emotionale Bindung zu haben scheint, zurück zu holen und findet dabei, zusammen mit der Patentochter des Händlers, ebenfalls ein grosses Geheimniss über diesen heraus.

Eines schon mal vorweg, zwar hat mir Hugo, äusserst gut gefallen und es ist wahrscheinlich der erste Film, bei dem ich den Einsatz der dritten Dimension hundertprozentig gutheisse, besonders die Kamerafahrten durch das verschneite Paris, machen das ganz auf diese Weise um so realistischer und erlebbarer, was mich am Film aber stört, ist zwar irgendwie völlig banal aber dennoch essentiell für mich. Warum konnten die deutschsprachigen Verleiher den Film nicht schon an Weihnachten ins Kino bringen? Es war seit langem wieder einmal ein  Film der richtig Schotter über die Feiertage hätte machen können ohne dabei das Sujet Weihnachten konrekt aufzugreifen und dennoch diese Botschaft des Festes zu vermitteln, zumal es diese Jahr ja ausser Arthur Christmas auch gar keinen anderen Film zu diesem Thema gab. Abgesehen davon hat Scorsese auch bewiesen, dass er nicht nur Dramen und Thriller drehen kann und sehr wohl auch mit Familenkino punkten kann ohne dabei anspruchslos oder gar lächerlich zu sein. Ein Ensemble bestehend aus Ben Kingsley, Sasha Baron Cohen, Jude Law und den Newcomern Chloë Moretz und Asa Butterfield wirken durchs bandweg glaubhaft bis fantastisch und wie schon zuvor The Artist ist das ganze eine herrlich liebevolle Hommage an die ganz frühen Tage der bewegten Bilder auf der grossen Leinwand.

 Sunshine Cleaning

„Turns out it’s against the law to throw biohazards in the dumpster. Who knew?“

Die alleinerziehende Rose,  hat es nicht gerade leicht, tagsüber versucht  sie sich mit einem Job in einer Reinigungsfirma über Wasser zu halten und Abend für Abend büffelt sie in Kursen für eine allfällige Immoblilienmakler-Lizenz, zu alledem muss sie sich ständig um ihre jüngere Schwerster Norah sorgen, die keinen Job, den sie ausübt nicht sonderlich ernst nimmt und sich immer noch vom gemeinsamen Vater aushalten lässt. Als Rose zufällig von ihrem mehr oder weniger geheimen Liebhaber Mac, der zudem noch Polizist ist erfährt, dass Tatortreinigungen ein ziemlich einträgliches Geschäft sein können, gründet sie selbst zusammen mit Norah eine eigene Reinigungsfirma um unter anderen auch Geld für ihren Sohn Oscar zu verdienen, der durch eine unterdrückte Hochbegabung dringend auf eine Privatschule müsste.

Auf Sunshine Cleaning aufmerksam bin durch einen T0railer auf der Little Miss Sunshine DVD geworden, was nicht besonders aussergewöhnlich ist, da die beiden Filme, das selbe Produzententeam hatten. Man könnte den Film durchaus als Feel-Good Movie bezeichnen auch wenn teilweise eher das Drama überwiegt, trotzdem hier geht es darum Menschen dabei zuzusehen wie sie mit erfolgen und Misserfolgen umgehen und nebenbei noch mit alltäglichen Problemen des Lebens zu kämpfen haben, die uns allen sicher auch nicht wirklich unbekannt sind. Amy Adams ist hier wie ich finde, obschon ich bis dato noch kein grosser Fan von ihr war, erstaunlich überzeugend und zudem noch sehr attraktiv und auch Emily Blunt, die ich bisher nur als die Zicke aus The Devil Wears Prada wahrgenommen habe macht ihre Sache ebenfalls ziemlich gut und man merkte, dass die Chemie zwischen den beiden stimmte. Der kleine Nebenplot mit Oscar und seinem Grossvater, der ihn während der Zeit, die dieser nicht in der Schule verbringt mit allerlei fördernder Aufgaben überhäuft, macht Spass und schaffte es, dass diese Charaktere nicht einfach als eindimensionale Lückenfüller herhalten mussten. Alles in allem wie gesagt ein mehr als toller Fell Good Movie, der zum sinnieren und Ehrgeiz im eigenen Leben anregt.

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13 Responses to “Wir reden über: Fantastic Mr. Fox, J.Edgar, Hugo, Sunshine Cleaning”


  1. 1 Julian Februar 14, 2012 um 9:26 pm

    Sunshine Cleaning fand ich auch richtig gut. Amy Adams & Emily Blunt in einem Film hat mich sofort neugierig gemacht. Ein schönes Drama mit ziemlich lustigen Einfällen.

  2. 2 Xander Februar 15, 2012 um 7:52 am

    Bis auf „J. Edgar“, den ich nicht kenne und „Sunshine Cleaning“ volle Zustimmung. Letzterer war zwar nicht schlecht, aber irgendwie fehlte mir da noch was. Nett anzuschauen, aber leider nicht super.

  3. 3 George Februar 15, 2012 um 7:58 am

    Litte Miss Sunshine Cleaning war mein Problem. Ich bin mit den enormen Erwartungen von Little Miss and Cleaning herangetreten und gegen den kam er einfach nicht an. Eine niedliche Story, ein paar gute Einfälle, ein paar schöne Momente, aber nichts was haltbar bleibt. Wie ich finde.

    Mr. Fox ist Hammer! Ich mag das ewige Wes Anderson Cast wie Bill Murray und Jason Schwartzman ohne hin unglaublich gern, aber aber auch die anderen Rollen sind fantastisch besetzt – bis hin zu Jarvis Cocker als Lagerfeuermusiker! Einer meiner liebsten Filme 2009/10!

    • 4 maloney Februar 15, 2012 um 5:49 pm

      @Xander: Wenn du Clint Eastwood, Leo Dicaprio und gute Biopics magst, kann i9ch dir J.Edgar sehr an Herz legen, wenn nicht lauf weit weg 😀
      @George: Diese Erwartugen hat ich schon nach dem trailern icht gestellt, da der Film etwas völlig anderes war…dennoch fand ich den Film sehr gelungen und deshalb freue ich mich ja auch extremlichst auf Moonrise Kingdom. 🙂

  4. 5 Rob Februar 15, 2012 um 8:45 am

    „Sunshine Cleaning“ ist klasse, da ist mir Emily Blunt auch zum ersten Mal richtig positiv aufgefallen. Amy Adams mag ich sowieso ganz gerne. Die offensichtliche Nähe zu „Little Miss Sunshine“ empfand ich ehrlich gesagt als nicht so störend, weil der Film für mich eigenständig genug ist.

  5. 6 donpozuelo Februar 15, 2012 um 9:15 am

    Ja, ja, ja und nochmals ja. Auch wenn ich „Hugo“ noch nicht gesehen habe. Aber „Fantastic Mr. Fox“ ist der allerallerallerbeste Film mit Fuchs, George Clooney und Stop-Motion!!!!

  6. 7 Dos Corazones Februar 15, 2012 um 2:40 pm

    Hm, noch keinen davon gesehen. Aber nicht zuletzt durch die kurzen Eindrücke ist der Entschluss gestärkt, alsbald in Kino und Videotheken zu rennen, um den ein oder anderen Film nachzuholen. Vor allem Hugo wäre doch eine schöne Belohnung für die bald hinter mich gebrachten Prüfungen.

    • 8 maloney Februar 15, 2012 um 6:07 pm

      @don: Davon gibts ja leider nicht allz uviele 😀
      @dos: Ja sone kleinere grössere Prüfung liegt auch noch vor mir und die Belohnung dafür ist dann das ganze resltiche Filmjahr; „Amazing Spider-Man“, „The Avengers“, „The Dark Knight Rises“, „The Hobbit“….hach

  7. 9 spanksen Februar 15, 2012 um 4:02 pm

    Auf J.Edgar freu ich mich besonders


  1. 1 Gedanken zu: Oscarverleihung 2012 « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu Februar 27, 2012 um 6:57 pm
  2. 2 Wir reden über: Trolljegeren, Hodejegerne, The Iron Lady, John Carter « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu März 31, 2012 um 7:07 pm
  3. 3 Wir reden über: The Dictator « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu Mai 20, 2012 um 10:46 am
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