Wir reden über: A Nightmare on Elm Street, Greenberg, The Artist, Taking Woodstock

Mörderische Alpträume, Hippies und zwei Filme mit Hunden, bunter könnte die Zusammenstellung der Filme, dieses mal nicht sein. Also packt eure Fackeln, bewusstseinserweiternden und persönlichkeitsverändernden Substanzen und das Chappi in den Rucksack! Then here we go!

A Nightmare on Elm Street

 „One, two, Freddy’s coming for you. Three, four, better lock your door. Five, six, grab your crucifix. Seven, eight, gonna stay up late. Nine, ten, never sleep again.“

Die fünfzehnjährige Nancy Thompson hat in letzter Zeit ziemlich heftige Alpträume in der sie eine huttragende Gestalt mit Klauenfingern verfolgt. Als sie dann später auf einer Übernachtungsparty von ihrer Freundin Tina erfährt, dass diese ebenfalls den selben Traum durchlebte, beginnt sie langsam aber sicher an ihren Verstand zu zweifeln. In der darauffolgenden Nacht wird Tina auf grausamste Weise im Schlaf getötet und obwohl Nancy darauf besteht, dass es bestimmt mit deren Träumen zu tun hat, wird Tinas Freund Rob für den Mord verantwortlich gemacht. Nachdem die Alpträume immer stärker werden und Nancy sich mehrere Male nur aufgrund von Selbstverletzungen vor dem sicheren Tod retten konnte, beginnen sie und ihr Freund Glen Nachforschungen anzustellen wer hinter all diesem Spuk stecken könnte und kommen so langsam einem lange gehüteten dunklen Geheimnis auf die Spur.

A Nightmare on Elm Street gilt ja bekanntlich als absoluter Klassiker unter den Horrorfilmen und Freddy Krueger hat sich fest in die Annalen des Popkulturguts eingebrannt. Aber vielleicht oder gerade deswegen schaffte es der Film, aus meiner Sicht keine einzige Spannungsminute aufzubauen, auch wenn man ihn nicht gesehen hat, man weiss einfach wer für alles verantwortlich ist und die berühmten „Freddy erscheint aus der Wand über dem Bett-“ oder „Freddys Klauen kommen plötzlich aus der Badewanne“ Szenen sind zwar für damalige Standards ziemlich beeindruckend aber aus heutiger oder einfach aus meiner durch Film, Fernsehen und Internet übersättigten Sicht schlicht nicht mehr wirklich beeindruckend. Freddy als Charakter an sich hingegen ist wiederum äusserst furcheinflössend, zwar weiss man, dass er später ziemlich durch den Vermarktungsfleischwolf gedreht wurde aber dennoch ist das Konzept hinter ihm einfach nur brilliant. Die restlichen Schauspieler, allen voran Heather Langenkamp aber auch Johnny Depp (in seiner ersten Kinorolle!) vermögen, auch aufgrund ihres noch jungen Alters, nicht wirklich überzeugen und wirken holzig und eindimensional, hier wäre definitiv mehr rauszuholen gewesen. Das der Film bei mir nicht cineastischen Aufprall hinterliess, den er eigentlich sollte, ist sicher wie schon erwähnt, seinem hohen Bekanntheitsgrad und der dadurch resultierenden Spannungslosigkeit aber auch den teils ziemlich schwachen Schauspielern zu verdanken. Ich hoffe ich kann trotzdem nachher immer noch ruhig schlafen!

 Greenberg

„Dear Starbucks, in your attempt to manufacture culture out of fast food coffee you’ve been surprisingly successful for the most part. The part that isn’t covered by ‚the most part‘ sucks.“

Nachdem ihr Arbeitgeber, Phillip Greenberg, für mehrere Wochen auf Geschäfts/Urlaubsreise gegangen ist muss sich die junge Florence Marr, als dessen persönliche Assistentin um die teilweise anfallenden Erledigungen und Hausarbeiten während seiner Abwesenheit in dessen Haus kümmern, dazu gehört auch, dass sie jederzeit für dessen Bruder Roger erreichbar ist, der während dieser Zeit dort wohnt. Dieser ist eigentlich Schreiner, versucht sich aber momentan im Nichtstun auch aufgrund dessen, weil er gerade aufgrund eines Nervenzusammenbruchs aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Rogers einziger Ansprechpartner ist sein Freund Ivan, mit dem er einst eine Band gründen wollte und ihm, der ganzen Welt und auch sich selber die Schuld für sein momentanes Versagen in die Schuhe schiebt. Aber auch mit Florence mit der er eine flüchtige Romanze beginnt scheint er sich nach kurzer Zeit in die Haare zu kriegen.

Eines schon mal vorweg, Fans des klassischen Ben Stiller, werden mit Greenberg  vielleicht wohl so ihre Liebe Mühe haben, obwohl dieser in letzter zeit mit Filmen wie The Royal Tenenbaums oder auch Tower Heist bewies, dass er auch durchaus ernstere Rollen spielen kann. Die Komik, wenn überhaupt welche aufkommt, ist eher zufällig  und ensteht meistens aus einem Dialog. Der Film besteht dabei zu zirka neunzig Prozent aus diesen Konversationen, die wie schon erwähnt meistens von eher witzig-komisch über tiefgründig bis teilweise völlig sinnfrei reichen, was den Film zeitweise ziemlich langatmig macht. Das einzige grössere und wichtigere Handlungselement ist übrigens, die Erkrankung des Familienhundes Mahler. Dennoch machen ein ziemlich tiefsinniger Ben Stiller, ein Rhys Ifans in angehender Midlife Crisis oder ein paar Kurzauftritte von Juno Temple das ganze dennoch einigermassen recht sehenswert. Langatmig aber in einem doch ziemlich guten Sinn.

The Artist

„If you want to be an actress, you need to have something others don’t.“

George Valentin ist einer der grössten Stars des noch jungen Hollywoods, in seinen spektakulären Stummfilmen nimmt er es mit allerlei üblen Schurken auf und wird dabei stets von seinen treuen Jack-Russel Trerrier Jack begleitet. Während einer Premierenfeier stösst er zufällig mit der jungen Peppy Miller zusammen und lässt sich sofort mit ihr ablichten, worauf, dass Foto natürlich umgehend auf den Titelseiten aller Zeitungen landet. Inspiriert von diesem Zusammentreffen versucht sich Peppy selbst beim Film. Zuerst zwar nur in Statistenrollen aber nach einem weiteren Zusammentreffen mit Valentine und einem guten Ratschlag später, klettert sie die Karriereleiter langsam immer höher. Währenddessen beginnt man bei den Studios immer mehr auf gesprochene Filme umzusatteln und Valentine sieht sich vom einen Tag auf den anderen auf der Strasse stehen. Nachdem sein in Eigenregie produzierter Film sich nicht mal ansatzweise gegen den ersten grossen Sprechfilm, mit Peppy in der Hauptrolle, durchsetzen konnte und ihn darauf noch seine Frau verlässt, stürzt ihn das ihn eine tiefe Depression.

Diesen Film soll oder MUSS man sich einfach im Kino ansehen, in unserer heutigen von 3D-, Explosions- und Widescreeneffekten übersättigten Kinowelt bietet The Artist gerade die Abwechslung die einem klar macht worauf es beim Film eigentlich ankommt, nicht das grosse Spektakel und schon gar nicht irgendwelche kämpfende ausseriridischen Riesenroboter, nein man muss eine Geschichte erzählen können die auch ohne jegliche Worte funktioniert und das bis zum Schluss! Jean Durjardin ist absolut überzeugend und wirkt nie als ob er verkrampft versucht den Geist der damaligen Zeit einzufangen, nein dies hat er schon längst getan. Nebendarsteller wie John Goodman, James Cromwell und zu meiner grossen Überraschung Malcolm McDowell schaffen es problemlos auch ohne Worte zu begeistern. Auch sonst ist die Erfahrung sich einen Stummfilm im Kino anzusehen etwas ganz besonderes, wo man beinahe jedes geflüsterte Wort des Sitznachbars versteht und man den Darstellern, bevor die Textkarte auf der Leinwand, geistig irgendwelchen lustigen Sätze in Mund legen kann. Alles im allen bin nicht nur mit Gefühl, einen tollen Film gesehen zu haben, sondern auch mit einer weiteren wertvollen Filmerfahrung aus dem Kinosaal gegangen.

Taking Woodstock

„Elli! What is this with the sheets? – What does it look like? I’m making a big cross on the lawn! – With the clean sheets? Jake, our boy’s gone crazy! Making a Ku Klux Klan rally on our property!“

Elliot Teichberg arbeitet zwar als Innenarchitekt in New York, lebt aber immer noch bei seinen Eltern in der idyllischen Bethel Kleinstadt. Dort betreiben sie ein finanziell ziemlich angeschlagenes Motel bei dem die grösste Einnahmequelle lediglich ein jährlich stattfindendes Musik- und Kulturfestival ist, dass von Elliot selbst organisiert wird. Nachdem er hört, dass in dem in Nähe liegenden Wallkill ein gross angelegtes Musikfestival abgesagt wurde, beschliesst er kurzerhand sich mit den Veranstaltern in Verbindung zu setzen und ihnen das grosszügige Gelände des Motels als Austragungsort anzubieten. Nach ein paar Planänderungen wie der Verlagerung des Geländes auf die nachbarschaftliche Milchfarm und damit verbundenen erhöhten Zahlungsforderungen scheint, alles perfekt. Doch als Elliot während einer Pressekonferenz, unter Marihuanaeinfluss stehend, erklärt, dass das Festival nur der Liebe und der Freiheit diene und darum für jeden frei zugänglich ist, nimmt die Sache ein Ausmass an mit den niemand vorher rechnen konnte.

Hippies kann man entweder bewundern oder sie einfach aufgrund zügellosen Lebensstil verurteilen und verachten und es gab schon unzählige Filme die sich  mehr der erst- oder zweitgenannten Ansicht hingegeben haben. Taking Woodstock geht die ganze Sache aber ziemlich neutral an, kein Wunder Regisseur Ang Lee hat sich hier an die Umsetzung, der wahren Geschichte hinter dem weltberühmten Woodstock Festival gewagt. wieviel dann davon wirklich so abgelaufen ist, sei mal dahin gestellt aber klar ist der Film ist über grosse Strecken ziemlich unterhaltsam und lädt einen zusammen Darstellern wie, Emile Hirsch, Newcomer, Demetri Martin, Liev schreiber (als Transvestit, herrlich!) und einer urkomischen Imelda Staunton zu einer mehr als authentischen Zeitreise zurück in die goldenen 60er ein. Peace man!

8 Responses to “Wir reden über: A Nightmare on Elm Street, Greenberg, The Artist, Taking Woodstock”


  1. 1 bullion Februar 5, 2012 um 2:27 pm

    „A Nightmare on Elmstreet“ fand ich damals große Klasse. Was haben wir die Reihe auf schlechten Videotheken-Bändern damals rauf- und runtergenudelt. Inzwischen auch schon lange nicht mehr gesehen, obwohl die DVD im Regal steht. Hat seine Zeit wohl überschritten.

  2. 2 Sister Bloom Februar 5, 2012 um 4:21 pm

    Was du zu The Artist schreibst, hätte ich nicht besser formulieren können. Ich stimme dir da 100%ig zu. Ein grandioser Film, der nicht grundlos gehypt wird (wie ich mir schon von einigen Miesmachern anhören musste), sondern der einem zeigt, was einen Film im ursprünglichen Sinne ausmacht.

  3. 3 Owley Februar 5, 2012 um 6:00 pm

    Gut zu hören, dass dir The Artist gefallen hat. Soll er auch.

    Interessant zudem, dass du einen Film, der über 10 Jahre auf dem Buckel hat, zu Ben Stillers neueren Werken zählst. :mrgreen:

  4. 4 maloney Februar 5, 2012 um 7:02 pm

    @bullion: Damals war der Film sicher eine Sensation…aber heute hat er sein Pulver definitiv verschossen…ausser Freddy der ist noch cool…also der Robert Englund Freddy, nicht der Jackie earl Hailey Freddy XP
    @Sister Bloom: Was? Wer? Nenn mir Namen und Adressen!
    @Owley: Ohne dich wäre ich ja gar nicht so gross aufmerksam auf den Film geworden Spatzi 😀

  5. 5 Julian Februar 5, 2012 um 7:15 pm

    Nightmare habe ich noch nie gesehen, jetzt, wo er aber vom Index runter ist (und nach einem hochinteressanten Making Of) muss ich unbedingt mal sehen. Vor allem, weil FK bei mir immer übelste Gänsehaut auslöst und das Setting (ich habe die Fortsetzungen gesehen) bei mir Urängst anpricht, wie es z. B. auch Polanskis Horrorfilme tun. Gott sei Dank kann ich solche Filme rein historisch / tehnisch sehen und bin doch auf die Wirkung gespannt.

    The Artist schaue ich mir demnächst auch an. Was für ein Hipsterfilm. Gegen den Trend, yeah!

    Und Taking Woodstock – kaum zu glauben, dass ich den immer noch nicht gesehen habe…

  6. 6 donpozuelo Februar 6, 2012 um 12:35 pm

    „The Artist“ ist toll. „Greenberg“ habe ich letztes Jahr auf der Berlinale gesehen, kann mich aber nur noch schwer an den Film erinnern. Ich war zwar auch angetan, im Gedächtnis geblieben ist er mir jedoch mit keiner einzigen Szene.

    „Nightmare on Elmstreet“ fand ich eigentlich auch recht witzig. Klar, mittlerweile kann einen da nicht mehr wirklich viel schocken. Aber man muss es einfach unter der Kategorie „Kult“ betrachten. Dann geht’s schon 😉

    „Taking Woodstock“ habe ich noch nicht gesehen…


  1. 1 Wir reden über: Fantastic Mr. Fox, J.Edgar, Hugo, Sunshine Cleaning « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu Februar 14, 2012 um 8:40 pm
  2. 2 Wir reden über: The Secret of Kells « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu November 5, 2012 um 11:15 am

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