Wir reden über: The Girl with the Dragon Tattoo, Return to Oz, Intouchables, Four Lions

Diverse hamsterartige DVD-Käufe und meine jüngsten Kinobesuche haben mich dazu verleitet auch hier gleich mal mehrere Reviews in einem Artikel zu packen, da ich dieses Konzept eigentlich noch ganz angenehm finde, weil man sich erstens nicht allzu sehr den Kopf über den Inhalt zerbrechen muss und zweitens ich momentan eh ein wenig an Zeitmangel leide, deshalb einfach viel Spass mit den Kurzrezessionen zu:

The Girl with the Dragon Tattoo

„He’s had a long standing sexual relationship with his co-editor of the magazine. Sometimes he performs cunnilingus on her. Not often enough in my opinion.“

Nachdem der Journalist Blomkvist aufgrund eines Artikels über die kriminellen Machenschaften des Grossunternehmers Wennerström eine Verleumdungsklage von 600’000 Kronen am Hals hat, kommt es ihm eigentlich gerade recht, dass der Industrielle Henrik Vanger ihn zu sich auf seine Privatinsel einlädt und ihn bittet dass Verschwinden seiner Nichte Harriet vor rund 60 Jahren aufzuklären. Blomkvist wird dabei selbst zuerst, im Auftrag Vangers, von der jungen Hackerin Lisbeth Salander auf genauste durchleuchtet, doch nachdem dieser das herausgefunden hat, bittet er die ziemlich nonkonformistische Lisbeth um Hilfe bei der Lösung des Falls. Puzzleteil um Puzzleteil taucht man tiefer in die dunkle Vergangenheit er Vangers.

Was The Girl with the Dragon Tattoo wird verfilmt? Aber es gibt doch schön eine Filmversion…und zwar aus Schweden… wo auch die Romane von Stieg Larsson herkommen.  Aber die Amis sind halt Weltmeister, im sich vor Untertitel lesen zu drücken weshalb uns David Fincher nun seine Version der Geschichte präsentiert. Ich muss noch einmal anmerken, dass ich weder die Romane noch die schwedischen Erstverfilmungen gesehen habe und somit völlig Erwartungsfrei ns Kino gegangen bin. Doch die tollen bis grossartigen schauspielerischen Darbietungen von Daniel Craig, Christopher Plummer, Stellan Skarsgård und natürlich Rooney Mara überzeugten mich vom ersten Moment an. der Film wirkt auch wirklich nicht wie die typischen amerikanischen Thriller sondern halt eben seiner Vorlage treu an die Kurt Wallander Filme oder auch teilweise ein bisschen an den guten alten Tatort, was wohl auch daran liegen könnte, dass auch überwiegend an originalen Schauplätzen in Schweden (und in Zürich!) gedreht wurde. Fincher beweist hier wieder einmal, dass ihm in Sachen Spannungskino keiner so schnell was vormachen kann.

Return to Oz

„You’ll be sorry for treating me like this! I’m a TERRIBLE fierce person! – I am only a machine. So I can not be sorry or happy, no matter what happens.“

Seit Dorothys fantastischer Reise in die Smaragdstadt und zum Zauberer von Oz, ist einige Zeit vergangen und nun sitzt sie zusammen mit Toto wieder auf ihrer Farm in Kansas und wird von allen für verrückt angesehen. Dies geht soweit, dass ihre Tante Em sie in einer psychiatrischen Klinik zur Untersuchung einliefert. Doch während eines Sturms flieht diese sofort in der darauffolgenden Nacht und landet nach einer unsanften Flussfahrt wieder an den Grenzen von Oz. Doch Dorothy muss zu ihrem entsetzen feststellen, dass all ihre Freunde mittlerweile von einer unbekannten Macht, zu Stein verwandelt wurden und die Smaragdstadt von Prinzessin Mombi und ihren fürchteinflössenden Wheelers besetzt wurde. Zusammen mit ein paar neugefundenen Gefährten, wie der mechanischen Ein-Mann-Armee Tik Tok oder der lebendig gewordenen Kürbispuppe Jack Pumpkinhead macht sich Dorothy auf, hinter das Geheimnis über den Niedergang von Oz zu kommen.

Die kanllbunte Musicalverfilmung von Dorothys Abenteuern mit Judy Garland aus den dreissiger Jahren kennt wohl so ziemlich jeder, doch diese, wohlgemerkt Disneyversion, Return to Oz scheint um einiges unbekannter und düsterer zu sein. L.F. Baums Werke gingen ja bei weitem über den Zauberer von Oz hinaus und umfassen sage und schreibe 14 mehr oder weniger zusammenhängende Romane, Der Film hier greift hauptsächlich die Handlung des Buches Ozma of Oz auf. Wie schon gesagt obwohl der Streifen an ein junges Publikum gerichtet ist sind manche Szenen auch noch aus heutiger Sicht für ein junges Publikum ziemlich verstörend, man merkt die ganze Zeit über Dorothys unbewusstes Unbehagen im neuen veränderten Oz, was auch ihren verunsicherten Charakter in der „realen“ Welt wiederspiegelt. Figuren wie die Wheeler, der mit stop-motion animierte Knetzwergenkönig oder auch der sprechende Trophäenkopf „Gump“ könnten eher Filmen wie Labyrinth oder The Dark Crystal entsprungen sein, was wohl Jim Henson selbst zu verdanken ist, da er auch hier hauptverantwortlich für das Puppenspiel der Figuren war. Solider Fantasyfilm der aber auch sicher sorgte, dass mehr als nur ein Kind sich in den Schlaf schreien musste.

Intouchables

„Pas de bras, pas de chocolat!“

Seit der ursprünglich aus Marokko stammende Driss aus dem Gefängnis entlassen wurde, bewirbt er sich um eine Arbeitsstelle, dies jedoch nur um genügend Referenzen für sein Arbeitslosengeldbeschied zu sammeln. Als er sich bei dem vermögenden aber querschnittgelähmten Philippe vorstellt, gibt er sich nicht gerade gross Mühe seine Beweggründe zu verbergen und macht sich noch lustig über Philippes Behinderung. Fasziniert von dieser Ignoranz stellt dieser Driss sofort als seinen neuen persönlichen Pfleger ein. Driss der sowieso ebenfalls auch praktisch Obdachlos ist willigt ein. Anfangs bereiten ihm zwar vor allem die teils sehr intimen Pflichten noch Probleme, doch entwickelt sich immer mehr eine herzliche Freundschaft zwischen den beiden, wobei Philippe Driss in die Welt der Kunst und der klassischen Musik einführt, während ihm Driss wieder lehrt  mehr Spass am Leben und seinen kleinen Freuden zu haben.

Da ich momentan eh, auch aufgrund meiner bevorstehenden BMS-Prüfung, etwas frankophil angesäuselt bin, wollte ich schon nach dem sichten des ersten Trailer von Intouchables, den momentan erfolgreichsten Film in der Grande Nation unbedingt sehen und habe diesen Entschluss auch nach dem verlassen des Kinos keineswegs bereut. In der Tat ist er bei weitem einer der besten und unterhaltsamsten Streifen (im komödiantischen Sinn), den ich seit langem gesehen habe. Ohne jemals in irgendeiner Weise auf Driss‘ bzw. Omar Sys Hautfarbe einzugehen schafft es der Film Themen wie Behinderung oder soziale und gesellschaftliche Spannungen ohne jegliche gross aufgebauschte Dramatik zu behandeln und dabei erst noch voll und ganz glaubwürdig zu wirken, wenn man bedenkt, dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten basiert. Momentan für mich das absolute Highlight diese noch jungen Kinojahres. UNBEDINGT ANSEHEN! Zudem hat der schaffte es der Film zu zeigen, dass Earth, Wind & Fire doch eigentlich noch ziemlich cool sind mit eine der besten Eröffnungsszene seit Drive, vielleicht liegts daran, dass diese auch in einem Auto stattfindet…who knows?

Four Lions

„You’re confused bro.  I’m not confused brother! I just took picture of my face, and it’s deffo not my confused face.“

Omar, Waj, Faisal und Barry sind streng gläubige Muslime und sind im festen Glauben der Dschihad ist das einzige was die islamische Welt von den bösen Mächten des Westens befreien können. Von ihrem Operationszentrale in der englischen Kleinstadt Sheffield planen sie ihren heiligen Krieg gegen alle Ungläubigen. Leider sind ihre Ansichten wie sie dieses Ziel erreichen sollen völlig unterschiedlich. Während Omar und Waj sich nach Pakistan aufmachen um dort ihre Rekrutierung für grössere Missionen voranzutreiben, Barry  versucht in dem er mit selbstgebauten Bomben Moscheen angreift, den Zorn der „zivilisierten“ Muslime gegen die Bevölkerung zu wecken und Faisal hat mit seinen Selbstmordkrähen immer noch so seine liebe Mühe sie überhaupt auf Ziel fliegen zu lassen bevor sie im Flug explodieren.

Sind Terroristen auch nur Menschen? Dieser Frage nimmt sich Four Lions mit einer gehörigen Portion britischen Humor auf sehr kurzweilige Art und Weise an. Zwar könnte man jetzt wirklich böse Ohhhen und sagen, dass man sich über Terrorismus und Islam nicht lustig machen darf, weil sonst wieder die Fahnen oder Synagogen brennen würden, aber da die Schauspieler fast allesamt auch wirklich authentisch daher kommen und sich eigentlich nur über die teils haltlosen Beweggründe für Anschläge lustig machen, wären die Leute, die den Film deswegen verurteilen oder gar zur Gewalt aufrufen, ziemlich unglaubwürdig. Der Humor wirkt nie aufgesetzt und man könnte wirklich meinen man hätte echte Menschen bei ihrem Treiben abgelichtet. Das Ende überrascht, dann doch im Vergleich zum Rest ein wenig doch tut dies dem Film überhaupt keinen Abbruch sondern beweist, dass man nicht nur auf pure Komik setzen wollte. Terrorismus kann manchmal eben auch witzig sein!

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16 Responses to “Wir reden über: The Girl with the Dragon Tattoo, Return to Oz, Intouchables, Four Lions”


  1. 1 abraxandria Januar 29, 2012 um 12:51 am

    ich weiß echt nicht, ob ich mir „the girl with the dragon tatoo“ reinziehen sollte.
    ich will das schwedische original!
    was soll das, dass die amis alles nachmachen müssen und mit anderer leute zeugs ihr geld verdienen wollen. ich hasse das.
    ok, du sagst nun, der film ist gut. 😦 bäh, wie doof.
    und nun, soll ich den etwa gucken?
    ich liebe wallander filme… seufz.

  2. 2 Dos Corazones Januar 29, 2012 um 2:11 pm

    Immerhin, den „the Girl With the Dragon Tattoo“ habe ich schon gesehen, „Intouchables“ und „Four Lions“ interessieren mich jetzt eher noch mehr als vorher.

    • 3 maloney Januar 29, 2012 um 2:28 pm

      @abraxandria: Kannst dir ja doch beides ansehen.
      Die schweidische Version ist halt glaube ich mehr Fernsehfilm like und nimmt mehr Rücksichtt auf Details, während Finchers Version halt grosses Hollywoodkino ist…aber eben schon mit dem Wallandertouch 😛

      @Dos: Unbedingt und sofort, sind beide extrem sehenswert!

  3. 4 SisterBloom Januar 29, 2012 um 3:49 pm

    Intouchables finde ich auch sehr gut. Der Film ist so unterhaltsam, zu keinem Zeitpunkt langweilig, kitschig oder sonstwas. Man lacht sehr viel, ohne dass der Film ins Alberne gerät. Nach dem Kinobesuch geht man mit einem warmen Gefühl nach Hause. Für mich ist dieser Film sehr nahe an der Perfektion.

  4. 6 George Januar 29, 2012 um 8:32 pm

    Four Lions! Ich hatte damals das Kinoplakt hier in einem Kino gesehen, ihn dann aber verpasst. Mein Unterbewußtsein hatte schon seit langem versucht meine Aufmerksamkeit wieder darauf zu lenken (in letzter Zeit hab ich ständig vier Exemplare von Dingen gefunden (vier Kekse, vier Tassen Kaffee, vier Euro) oder Löwen gesehen (in Wolken, in Nachbars Garten), aber ich kam nicht drauf.

    DANKE!!! Schaue ich, sobald ich in die Videothek komme.

  5. 7 donpozuelo Januar 30, 2012 um 9:31 am

    „Four Lions“ steht schon im Regal, aber bis jetzt bin ich immer noch nicht dazu gekommen, mir den Film anzuschauen. Muss ich dringend, dringend nachholen!!!!!!

  6. 8 maloney Januar 30, 2012 um 5:30 pm

    @George: Der Witz ist ja, dass der titel eigentlich überhaupt fastn cihts mit dem Film selber zu tun…kommt wohl einfach daher weil das ganze in England spielt 😀
    @don: JAWOHL! SOFORT! JETZT!

  7. 9 Nils Januar 30, 2012 um 8:39 pm

    Ziemlich beste Freunde – so heißt der ja leider in Deutschland – ist ein wirklich schöner nicht-Mainstream Film der aber durch seine immer steigende Bekanntheit zum Mainstream Film wird und das auch zu recht denn der Film bringt guter Unterhaltung und schneidet noch nie erzählet und gezeigte Themen an.

    Und Verblendung will ich unbedingt noch sehen allein wegen David Fincher hinter der Kamera!

    • 10 maloney Januar 30, 2012 um 10:50 pm

      Naja irgendwie wurden diese theman ja schon irgendwo mal angeschnitten aber eben icht in dieser Kombination und mit so viel Charme und Humor…wirklich tolles und hochstehendes französisches Kino, dem ich immer mehr angetan bin Stichwort: „The Artist“

  8. 11 abraxandria Januar 31, 2012 um 6:12 pm

    jo, ich überleg mirs nochmal, ob ich die ami-version auch gucke.
    auf jeden fall guck ich den oz film. 🙂

  9. 12 vEnoMaZn Februar 3, 2012 um 8:43 am

    ziemlich beste freunde, wirklich sehr nais der film, das stimmt 😀

  10. 13 Laosüü Februar 3, 2012 um 9:54 am

    „Intouchables“ und „Four Lions“ befinden sich schon eine gefühlte Ewigkeit auf meiner Liste und sind nun ein Stückchen weiter nach oben gerutscht.


  1. 1 Wir reden über: Trolljegeren, Hodejegerne, The Iron Lady, John Carter « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu März 31, 2012 um 7:06 pm
  2. 2 Wir reden über: Oz: The Great and Powerful | Jason Auric - Sweet Nonsense Trackback zu März 9, 2013 um 12:54 am

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