Wir reden über: Sherlock Holmes: A Game of Shadows

This is one of the best hedgehog goulashes I’ve ever tasted. I can’t remember tasting it anywhere else. – When was the last time you had hedgehog goulash? – I told you, I can’t remember.“

Noch kurz vor Silvester, läutete ich das Kinojahr 2011 mit Guy Ritchies zweitem Streich über den wohl berühmtesten Detektiv der Literatur- und mittlerweile auch Filmgeschichte aus. Ich muss zugeben dass mich der erste Teil, wirklich extrem gut unterhalten hatte und ich so auch beinahe (fast) keine Bedenken hatte, mir auch die Fortsetzung Sherlock Holmes: Spiel im Schatten anzusehen.

Story:

Seit der Verlobung und dem damit verbundenen Auszug von Sherlock Holmes Partner Watsons scheint sich dieser einzig und allein nur noch mit einem Thema zu befassen und um jeden Preis den berühmt-berüchtigten Professor James Moriarty fassen zu wollen, der seiner Meinung nach einen grossen Krieg in ganz Europa herbeiführen will. Durch einen Brief, den er zuvor Moriartys ehemaliger Komplizin Irene Adler abgenommen hat, stösst Holmes auf die Zigeunerin und wahrsagerin Miss Sizma, die ihren Bruder, der sich offenbar in den Klauen des Professors befindet, retten will und sich ihm nun ebenfalls anschliesst. Ein rasantes Katz und Maus…oder Schattenspiel beginnt wobei man nie genau weiss wer jetzt wirklich die Oberhand behält.

Stil:

Obwohl dieses Jahr mit The Three Musketeers schon mal die Jamesbondoptik in der Renaissance zu bewundern war, wirkt der Film keinesfalls unoriginell, höchstens in dirketem Vergleich mit seinem Vorgänger vielleicht, der ja eigentlich damals wegbereitend für dieses aufkeimende Genre war. Der einzige Vorwurf den ich dem Film mache ist, dass er anders als im ersten Teil sich weniger wie ein Kriminalfilm verhält bei dem es gilt zusammen mit den Hauptcharaktern dem Fall auf die Spur zu kommen, sondern sich komplett der Action unterwirft, doch dies immer noch auf einem ziemlich hohen Level. Szenen wie die Zugfahrt oder der Schusswechsel während einer Verfolgungsjagd durch einen Wald wirken atemberaubend, obschon hier meiner Meinung nach ein klein bisschen zu viel Slow-Motion verwendet wurde und sorgen dafür, dass die Zuschauer aus rein optischen Aspekten sicher nie enttäuscht werden. Trotzdem wird auch der Anhänger der Kriminalistik nicht vernachlässigt und Holmes Gedankengänge werden auch hier wieder anhand von äusserst raffiniert gemachten Montagen aufgezeigt, wobei dies beim finalen Showdown mit Moriarty nochmals auf die Spitze getrieben wird.

Charaktere:

Viele Fans der Buchreihe beklagten sich ja, dass Holmes im ersten Teil keinen ebenbürtigen Gegner gegenüberstehen hatte sprich, dass Moriarty nie wirklich eine Rolle spielte, mit Ausnahme von ein paar Auftritten im Schatten (you see were this is going?) vielleicht. Dies korrigierte man nun und besetzte die Rolle mit dem britischen Schauspieler Jared Harris, obschon vorher auch schon Namen wie Ralph Fiennes oder Brad Pitt im Gespräch waren, finde ich diese Wahl ziemlich gut, da sonst der Film zu sehr zu einem totalen Actionblockbuster verkamen wäre. Moriarty ist mindestens genauso, wenn nicht noch genialer als Holmes und kann mit ihm in jeder Beziehung mithalten, was wie gesagt besonders im „Schlusskampf“ zu tragen kommt, als die beiden sich rein gedanklich duellieren. Die Beziehung von Holmes und Watson verkommt, zwar noch mehr zu einer Bromanze, dennoch wirkt die Sache trotzdem immer unterhaltsam und man merkt Robert Downey Jr. und Jude Law an, dass sie mittlerweile wirklich ein eingespieltes Team geworden sind. Das originale Girl with the Dargon Tattoo Noomi Rapace, ist zwar nicht überragend macht aber neben der, Gott sei Dank äusserst kurzen und abrupt endenden Darbietung von Rachel McAdams noch eine ziemlich gute Figur. Heimliches Highlight war wie schon so oft dieses Jahr, ein Nebendarsteller und Stephen Fry sorgte als Sherlocks…pardon Sherlys Bruder Mycroft  bei jedem Auftritt für mehr als einen Lacher. Ein wenig enttäuschend war, dann die gerade mal fünfsekündige Präsenz von Inspektor Lestrade, der im Vorgänger zwar ein bisschen einfach manipulierbar erschien aber dennoch ein gutes Pendant zu dem so standhaften Holmes und Watson abgab.

Fazit:

Der Film macht alles richtig was der erste Teil auch getan hat, wagt sich aber zum Teil nicht darüber hinaus. Mehr Mystery und Wendungen hätten dem Streifen sicherlich gut getan, auch wenn sich das jetzige Endprodukt durchaus sehen lassen kann. Die Action ist toll platziert, keine der wichtigen Figuren ist langweilig oder gar unausstehlich und man freut isch jedes mal im Kinosessel wenn Holmes wieder eine seiner Montagen Schlussfolgerungen zieht. Das Ende legt nahe, dass in ein, zwei Jahren höchstsehrwahrscheinlich ein dritter Teil in die Kinos kommen wird und so können wir uns schon bald auf den nächsten toughen Ritchie/Downey/James Bond-Holmes freuen.

3 Responses to “Wir reden über: Sherlock Holmes: A Game of Shadows”


  1. 1 Kelhim Dezember 31, 2011 um 2:09 pm

    Whee, habe mal den Story-Abschnitt übersprungen, weil ich den Film noch sehen möchte. ò.o Den ersten Teil fand ich ziemlich witzig, und dieser Holmes ist mal eine willkommene Abwechslung zu dem Bild, das man bei dem Namen normalerweise vor Augen hat. Lord Blackwoods Tricks, die alle genauso funktionierten, wie er sie vorher plante, fand ich zwar einigermaßen seltsam (ein bisschen mehr zum Mitdenken und -kombinieren wäre schön gewesen – aber ist ja auch ein Actionfilm), doch Witz und gute Schauspielleistungen sowie schöne Settings machten den ersten Teil sehenswert. Spiel im Schatten wird daher auch seine Chance bekommen. – Ach so, nen guten Rutsch wünsche ich schon mal. 😉

  2. 2 Laosüü Dezember 31, 2011 um 2:57 pm

    Der Film übertrifft hat mir noch besser gefallen als sein Vorgänger. Neben den großartigen Hauptcharakteren haben mir auch Moriarty und sein Komplize ziemlich gut gefallen.

    Bei der Verfolgungsjagd durch den Wald war es mir auch ein weeeenig zu viel Slow-Motion, aber ansonsten hatte man schon die richtige Mischung zwischen Action und Gedankenakrobatik gefunden.

  3. 3 maloney Dezember 31, 2011 um 4:56 pm

    @Kelhim: Ja wie gesagt der erste fand ich noch ein bisschen besser…gleichfalls danke dier 🙂
    @Laosüü: Ja Moriarty ist halt eben der Ursprung aller James Bond Bösewichter 😀


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s




Aktuell:

Stimmung:
Amerikanisch
Schauen:
Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.
The Legend of Korra - Book 2 : Spirits
The World's End
Hannibal
Shingeki no Kyojin (Attack on Titan)
Hören:
Daft Punk - Random Access Memories
Caravan Palace - Caravan Palace
Lesen:
Homestuck
Spielen:
Flow
Flowers
Journey
Warten auf:
The Hobbit: The Desolation of Smaug
Captain America: The Winter Soldier
Machen:
Something, something,useless!

Wieviel mal geklickt?

  • 479.227 hits

%d Bloggern gefällt das: