Wir reden über: Meine Filme 2011

Das 2011zigste Jahr neigt sich so langsam aber sicher seinem Ende zu, was gleichermassen natürlich auch für das Filmjahr 2011 gilt. Obschon die ganz ganz ganz grossen Blockbuster nicht in den Startlöchern standen bin ich wirklich überaus zufrieden mit dem was mir die Studios und Lichtspielhäuser dieses mal vorgesetzt haben, vor allem im Bereich Action bin ich voll und umfänglich befriedigt worden. Doch welche Filme stachen für mich dieses Jahr besonders aus der überaus unterhaltenden Masse heraus, sei es nun in einem positiven der negativen Sinne? Weiterklicken löst wie immer wieder einmal auf einen Schlag alle fragen.

Grösste Überraschung des Jahres

Super 8
Regie: J.J Abrams

Super 8 bewies herrlich, dass es auch in der heutigen Zeit nicht immer ein Sequel, eine Buch- oder Comicadaption oder die Verfilmung eines Promitagebuchs sein muss, um ganz grosses Kino zu machen. J.J Abrams schuf zusammen mit Produzent Steven Spielberg ein herrlich und rundum spannendes Science Fictionabenteuer, dass einem wieder in die guten alten Zeiten zurück versetzt als Filme noch ein Erlebnis für die ganze Bevölkerung waren, die noch nicht von Youtube oder Kino.to verwöhnt war.

Grösste Entäuschung des Jahres

Immortals
Regie: Tarsem Singh

The Fall gehört bekanntlich und mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Tarsem Singhs Bilderflut die teilweise mehr an einen Drogenrausch als an Kinospektakel erinnert, entführt einem auf eine Reise durch die halbe Welt und wieder zurück ohne, dass man wirklich gross nachzudenken braucht. Dementsprechend hoch waren auch, nach einigen sehr vielversprechend aussehenden Trailern, meine Erwartungen an Immortals, doch was mir vorgesetzt wurde glich mehr einem Trauerspiel als einem Krieg der Götter. Die Story war sinn- bis endlos, die Charaktere blass und unsympathisch und was The Fall an Farbenpracht ausmachte wird hier mit unnötiger 300 zu übertreffen versuchender Gewalt kaschiert. Ich war dieses Jahr wirklich nie froher als ich aus dem Kinosessel erheben durfte.

Bester Actionfilm des Jahres

Hanna
Regie: Joe Wright

Auch hier absolut brilliantes Orginaldrehbuch. Die Geschichte um die von ihrem Vater zur perfekten Tötungsmaschine ausgebildeten Hanna überzeugt in erster Linie durch ihre tollen Schauspieler allen voran Saoirse Ronan, die der 16 jährigen Hanna eine Mischung aus Unschuld und Kaltblütigkeit verleiht um einen jede Minute des Films zu fesseln. Tom Hollander der vielen noch als James Norrington aus den Pirates of the Carribean  Filme kennen dürften liefert mit seiner Performance als Auftragskiller Issacs wirklich eine der furchteinflössendsten Darbietungen ab, die ich je gesehen habe, der Typ schreckt ja nicht mal davor zurück eine ganze Familie zu foltern und dann umzubringen…ups Spoiler! Wie auch schon bei Thrillern wie The Silence of the Lambs oder Psycho spielt sich das meiste nur im Kopf des Zuschauers ab, was für mich aber immer noch eine der grössten Wirkungen ist, die ein Film auf einem ausüben kann. Gandenlos genial

Bester Animationsfilm des Jahres

Rango
Regie: Gore Verbinski

Erstaunlicherweise ist in dieser Kategorie weder Pixar noch Dreamworks vertreten, denn auch wenn Cars 2 und Kung Fu Panda 2 sehr wohl unterhaltsam und toll animiert waren fällt meine Wahl doch auf Gore Verbinskis Westernfabel Rango. Zum einen liegt dies natürlich an der Beteiligung von Johnny Depp, der für mich ja immer wieder einen guten Grund abgibt sich ins Kino zu begeben aber zum anderen und weit wichtigeren, dass man hier offensichtlich versucht hat sich nicht vordergründig auf Kinder als Zielpublikum zu fixieren. Die Landschaften und Figuren sind dreckig und schmuddelig, es wird geflucht und Fäuste fliegen auch nicht zu knapp wie in guter alter Westernmanier eben, man erschuf exzentrische bis nahezu verrückte Charaktere die trotzdem irgendwie witzig anzusehen waren und dem ganzen einen authentischen Touch verliehen. Trotz allem vermittelt der Film eine wichtige Botschaft in Sachen Umweltschutz ohne aber allzu sehr mit dem ach so bösen Zeigfinger zu wackeln.

Beste Kömodie des Jahres

Horrible Bosses
Regie: Seth Gordon

Was Hangover im Jahr 2009 war könnte Horrible Bosses für dieses werden oder ist es vielleicht schon bereits sein. Die Idee ist angesicht, der momentan wie Unkraut aus dem Boden spriessenden Liebeskomödien, ziemlich frisch und fast für jeden interessant, da man schon sicher mindestens einmal im Leben von einem richtig üblen Arschloch herum dirigiert wurde. Die Gags sind zwar teilweise überdreht oder unter der Gürtellinie dennoch wurden sie gut platziert und man hat nie gross das Gefühl, dass mit dem Holzhammer angerichtet wurde. Das Trio Jason Bateman, Charlie Day (Comedyentdeckung des Jahres), Jason Sudeikis besteht den Test neben Hollywoodgrössen wie Kevin Spacey, Colin Farrell oder Jamie Foxx mit Bravour, so dass man manchmal fast meint diese würden an die Wand gespielt. Sequelphobie ist hoffentlich berechtigt, den Original soll hier Original bleiben

Beste Comicverfilmung des Jahres

Captain America – The First Avenger
Regie: Joe Johnston

Man fürchtete ja schon dass der gute Cap, ausserhalb der Vereinigten Staaten keinen Erfolg einfahren würde. Bei mir persönlich haben sich diese Befürchtungen jedenfalls nicht bestätigt, im Gegenteil, die Comics kannte ich zwar nicht direkt aber deren Stil war mir durchaus vertraut. Die Geschichte um den jungen Steve Rogers, der sich aufgrund seiner Untauglichkeitserklärung freiwillig zu eine Versuchskannichen für ein Superheldenserum macht und danach zum Arschtreter aller Nazis und Kommunisten wird, waren ja vor allem in den 60er und 70er äusserst populär, weshalb man gar nicht versuchte die Filmhandlung in die Neuzeit zu versetzen (noch nicht). Die steampunkmässige Atmosphäre des Films und Caps Entstehungsgeschichte wurden formidable umgesetzt und erneut bereitet einem Marvel auf das grosse Heldentreffen in The Avengers vor und liefert tolle Anspielungen auf Vergangenes und Kommendes. Amerika ist halt trotz allem immer noch eine Weltmacht auch wenn nur noch in den Comics.

Bester Film des Jahres:

The King’s Speech
Regie: Tom Hooper 

Nicht nur der Acadamy ging dieser Film ans Herz auch bei mir hinterliess das  Biopic über den stotternden englischen König einen bleibenden Eindruck. Obwohl ich ehrlich zugeben muss, dass nicht, Colin Firth, der mit seiner Darstellung als King George VI immerhin einen Oscar als bester Hauptdarsteller abstauben konnte, mir am besten gefiel sondern sein Sprachltrainer Lionel Logue gespielt von Geoffrey Rush. Man weiss nie ob seine Methoden nun wirklich ernst gemeint sind oder den Patienten einfach so sehr zur Verzweiflung bringen sollen bis er ausraste und seine Sprachstörung vergisst. Schauplätze und Ensemble wurden bewusst klein gehalten und so konzentriert sich der Film vor allem darauf die Beziehung der beiden Protagonisten wachsen zu lassen. Weniger ist meistens immer mehr , so auch in Big Britain.

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19 Responses to “Wir reden über: Meine Filme 2011”


  1. 1 SeeMeFilms Dezember 17, 2011 um 10:39 pm

    Eine sehr schöne Auswahl 😉

  2. 2 bullion Dezember 17, 2011 um 11:07 pm

    Bis auf „Immortals“ alles Filme, die ich auch noch gerne sehen würde… (und werde)

  3. 3 Owley Dezember 18, 2011 um 4:12 am

    Und bis auf zwei haben wir alle zusammen gesehen. Hach. Mon amour. ❤

    Von mir kommt da erwartungsgemäss ja auch noch was, aber das schaut ähnlich auch wie bei dir – Super 8 und TKS sind auch schon Favoriten. In den weiteren Kategorien wärs in Etwa dasselbe, Cap Am war echt klasse, aber mehr als eine Comicverfilmung ist das eben dann doch nicht. Same with Horrible Bosses und den Komödien.

  4. 5 Nerd Wiki Dezember 18, 2011 um 12:38 pm

    Hanna, Super 8, Horrible Bosses und King’s Speech fehlen mir noch

    so richtig Bock hab ich aber nur auf die ersten Beiden… ^^

  5. 6 vEnoMaZn Dezember 19, 2011 um 6:51 am

    wegen den bewertung werde ich mir am freitag super 8 und captain america reinziehen 😀

  6. 7 Xander Dezember 19, 2011 um 8:21 am

    Bei denen die ich gesehen habe: Zustimmung. Bei manch anderem: Schwer vorstellbar, besonders „Captain America“. Bei „Immortals“: Glaub ich ungesehen.

  7. 8 donpozuelo Dezember 19, 2011 um 8:44 am

    Immortals… gruselig!!!!

    Aber wenn du „Horrible Bosses“ als beste Komödie angibst, dann hast du offensichtlich noch nicht „Gott des Gemetzels“ gesehen. Der Film toppt alles an Komödien, was ich in diesem Jahr so gesehen habe.

    Ich muss mich auch immer wieder fragen, was so viele an „The King’s Speech“ finden. Wenn ich einen Film des Jahres wählen müsste, würde ich „The King’s Speech“ nicht einmal in Erwägung ziehen, so unspektakulär fand ich den 😉

    Super 8 war auch meine größte Überraschung, gleiches trifft auch auf „Captain America“ zu. Und ja… „Rango“ ist schon jetzt kultig!!!

  8. 9 spanksen Dezember 19, 2011 um 10:16 am

    The King’s Speech war wirklich großartig, und auch bei Horrible Bosses geb ich dir absolut recht, auch wenn ich leider den Gott des Gemetzels noch nicht gesehen habe. Ich glaube auch dass der ganz groß ist

  9. 10 maloney Dezember 19, 2011 um 6:06 pm

    @don & spank: Mädels nennt den Film doch bitte um Himmels Willen „Carnage“…Titel wie dieser unterstreichen wieder mal ganz gut warum ich mir Filme wwenn irgendwie möglich auf O-Ton ansehe…und ja er steht noch auf meiner Liste nur schon wegen Christoph Waltz 😛
    @don: Da bin ich doch jetzt echt gespannt was bei dir der jahresspitzenreiter gewesen ist…doch nicht etwa „Melancholia“?

    • 11 donpozuelo Dezember 19, 2011 um 8:15 pm

      Jahresrückblick werde ich diese Woche mal erarbeiten. 🙂 Melancholia ist aber sicherlich auch mit dabei…. Mal schauen. Zum Thema „carnage“ kann ich dir beipflichten, aber der Originaltitel des theaterstücks ist und bleibt „the Tod of carnage“ oder wie es halt auf französisch heißt. 😉

  10. 12 bullion Dezember 19, 2011 um 7:19 pm

    Nur dass in diesem Fall der deutsche Titel das Original besser trifft, als der englische: „Le dieu du carnage“ – insofern schon recht gut gewählt. Ansonsten hast du aber schon recht…

  11. 16 Dos Corazones Dezember 22, 2011 um 2:37 pm

    Habe davon nur „King’s Speech“ und „Hanna“ gesehen, wobei mich letzterer enttäuscht hat. Ansonsten würde mich aber nur noch „Super 8“ wirklich locken, obwohl „Rango“… ACH wieder zu wenig neue Filme dieses Jahr geguckt… Egal, mein Rückblick muss ohnehin noch in Arbeit gehen – der wird schon so lang genug…


  1. 1 2011 – Stöckchen « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu Januar 2, 2012 um 1:18 pm
  2. 2 Gedanken zu: Oscarverleihung 2012 « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu Februar 27, 2012 um 6:58 pm
  3. 3 Wir reden über: Meine Filme 2012 « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu Dezember 30, 2012 um 2:25 pm

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