Wir reden über: Lucky Luke

„I’m a poor lonesome cowboy!“

„Lucky“ bedeutet glücklich und wahrlich von Glück beschert ist auch die Comicreihe über den einsamen glücklichen Cowboy Lucky Luke, zumindest in gezeichneter und animierter Form. Den die Comics gehören neben Asterix und Tim und Struppi sicher zum erfolgreichsten was Europa in Sachen illustrierter Literatur jemals hervorgebracht hat. Wenn es aber darum ging den schnellsten Schützen des Westens in realer Form, auf die Kinoleinwand zu bringen, war einem das Glück dagegen nicht so wirklich hold. Die Serie mit Terence Hill waren zwar ziemlich erfolgreich aber hatten mit der Vorlage eher wenig zu tun und der Film Les Dalton hat bei Kritikern in Europa mittlerweile etwa den gleichen Stand wie The Room oder Birdemic Amerika. 2009 versuchte man erneut, diesmal mit Jean Dujardin in den Sonnenuntergang zu reiten und dem ganzen dabei noch einen etwas düsteren Ton zu verleihen, gelungen ist dies aber nur bedingt.

Story:

Es ist die Zeit des Aufbruchs und der grossen Hoffnungen im Amerika. Der Präsident der Vereinigten Staaten will mit einer Eisenbahnlinie quer durchs Land Wohlstand aber auch seine Wiederwahl sichern. Leider ist das lässt sich das letze Teilstück erst dann realisieren wenn sie Kleinstadt Daisy Town, die auf der geplanten Strecke liegt, von jeglichem kriminellen Abschaum befreit ist. Der legendäre Westernheld Lucky Luke, der bekannt dafür ist schneller als sein Schatten den Revolver zu ziehen und selbst in Daisy Town aufgewachsen ist soll nun dort als Sheriff für Recht und Ordnung sorgen.

Stil:

Wie stark sich der Film an den Comics orientiert  kann ich nicht wirklich sagen, da ich die Comics zwar schon kenne aber mich nie wirklich intensiv mit ihnen auseinandergesetzt habe, weshalb der Vergleich von Film und Comic wohl von mir wohl nicht standhalten kann. Ich kann auch nicht genau sagen welche Richtung man anfangs einzuschlagen versuchte da die ersten Szenen eher ziemlich brutal und düster daher kamen und mich extrem an Jonah Hex erinnerten  (was vielleicht kein gute Zeichen sein sollte) aber später immer wieder in seichten Slapstick ausarteten. Dennoch ist das Design im grossen und ganzen ziemlich gut gelungen auch, denn im Gegensatz zu den Asterix-Filmen wo man beim Versuch historische Korrektheit mit der Comicoptik zu kreuzen meines Erachtens kläglich scheiterte wirkt hier alles herrlich liebevoll und surreal was wiederum der Vorlage gerecht wird.

Charaktere:

Im Laufe der Zeit gewöhnte man Lucky Luke in den Büchern zugunsten der Kinderfreundlichkeit das Rauchen und Töten ab, was im Film mit seiner Abstammung von den Apachen mütterlicherseits und einem Schwur am Grab seiner Eltern begründet wurde. Hierbei kommen wir auch schon zum ersten Problem des Films, durch seine batmanmässige Vergangenheit verliert Luke etwas von seinem natürlichen Charme den er besonders in den Zeichentrickfilmen gut rüber brachte obschon er trotzdem nie verbittert wirkte. Anstelle der Daltons die ihren Auftritt höchstwahrscheinlich durch das schon erwähnte Leinwanddesaster Les Daltons verwirkten kriegt es Luke mit dem Gambler-Gauner Pat Poker zu tun, der aber eher wie eine ziemlich lasche Kombination des Riddlers und Gambit von den X-Men daherkommt und sich selbst eh nie die Hände schmutzig macht wobei er [Spoiler] nicht mal selbst alle Fäden in der Hand hat. In diesem Kampf unterstützen Lucky die legendären Revolverhelden Billy the Kid, Calamity Jane und Jesse James, wobei man besonders bei Billy und Jesse nicht wirklich weiss ob sie ihm nur zur Seite um sich selbst bei einen Duell mit ihm einen Platz in den Geschichtsbüchern sichern wollen. Diese Figuren werden aber stellenweise viel zu schnell in den Rummel des Films geworfen und man kann nur durch ein paar Sätze zwischendurch erahnen wie ihre Beziehungen unter einander zu Stande gekommen sind, was wirklich schade ist da besonders die Umsetzung von Jesse James Charakter sehr grosses Potenzial gehabt hätte.

Fazit:

Da mir der Film eigentlich rein zufällig im Laden in Hände fiel, hatte ich auch keine grossen Erwartung. Man hätte sicher eine tiefgründigere Story oder bessere Gegenspeiler einbauen können und auch die teilweise ziemlich komisch anmutenden Unterhaltung über Lukes Abneigung zum Töten hieven das ganze sicher nicht auf  Oscarniveau, dennoch ist der Film sicher nicht das schlechteste was der Reihe passieren hätte können. Die Charaktere sind zum Teil sehr amüsant dargestellt und Langeweile kommt auch nie wirklich auf, gute Unterhaltung für ein angebrauchtes Wochenende.

Werbeanzeigen

3 Responses to “Wir reden über: Lucky Luke”


  1. 1 Owley November 6, 2011 um 8:06 pm

    Ich mag den Teil, wo du von deiner mangelnden Erwartungshaltung sprichst.

  2. 2 donpozuelo November 7, 2011 um 1:39 pm

    Lucky Luke fand ich immer ein wenig merkwürdig. Die Comics habe ich nie gelesen, die Trickfilme fand ich dafür ganz gut. An etwaige Realverfilmungen habe ich mich mangels Interesse dann doch nie herangetraut.

  3. 3 Nummer Neun November 10, 2011 um 10:22 am

    Was denn, Lucky Luke ist Europäer? Dann sind ja irgendwie alle stilbildenden Westerngeschichten aus der Kindheit europäischen Ursprungs: Karl May und Lucky Luke


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s




Aktuell:

Stimmung:
Amerikanisch
Schauen:
Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.
The Legend of Korra - Book 2 : Spirits
The World's End
Hannibal
Shingeki no Kyojin (Attack on Titan)
Hören:
Daft Punk - Random Access Memories
Caravan Palace - Caravan Palace
Lesen:
Homestuck
Spielen:
Flow
Flowers
Journey
Warten auf:
The Hobbit: The Desolation of Smaug
Captain America: The Winter Soldier
Machen:
Something, something,useless!

Wieviel mal geklickt?

  • 477.550 hits
Werbeanzeigen

%d Bloggern gefällt das: