Wir reden über: Juno

„Your parents are probably wondering where you are. – Nah… I mean, I’m already pregnant, so what other kind of shenanigans could I get into?“

Kinder sind das schönste Geschenk auf Erden…naja bis zu einem gewissen Grad natürlich und wenn man sich entscheidet Kinder zu kriegen ist man auch bereit dazu, andernfalls gibt es halt eben gewisse Schutzmassnahmen die man in Anspruch nehmen kann um dies zu verhindern…dennoch sind ungewollte Schwangerschaften so alt wie die Menschheit selbst, nur mit dem Unterschied, dass früher wer Abtrieb in der Hölle und heute höchsten bei MTVs 16 and Pregnant oder Teen Moms landet (nicht das ich eine der beiden Sendungen je gesehen hätte!). Der jungen Juno blüht zwar weder das eine noch das andere Schicksal, dennoch hat sich ihr Leben seit dem kleinen „Unfall“ mehr als nur ein bisschen verändert.

Story:
Juno ist schwanger, die Frage wie die 16 Jährige das angestellt hat, dürfte sich wohl erübrigen, doch wie weiter jetzt? Zuerst einmal versucht sienatürlich das ganze unter den Tisch zu kehren und das noch winzige Würmchen schnell und schmerzlos zu „entsorgen“ aber als ihr eine Schulfreundin die vor der Abtreibungsklinik protestiert erzählt, dass Babys auch schon nach den ersten paar Wochen Fingernägel entwickeln, bringt sie es nicht übers Herz dem ganzen ein Ende zu setzen. Behalten will sie es aber dennoch irgendwie nicht und so beschliesst sie, das neue Leben jemanden anderen anzuvertrauen und es zur Adoption freizugeben. Als sie schliesslich das vermeintliche ideale Paar findet, muss sie trotzdem schnell feststellen, dass auch Perfektion und akribischte Vorbereitung nicht vor Problemen schützen.

Stil:

Juno nimmt sich eines besonders in Amerika sehr populären aber leider immer noch tabuisierten Themas an und lief Gefahr damit zu scheitern oder sich einfach nur lächerlich zu machen. Zum Glück trat keines der beiden ein, im Gegenteil man fand genau die Balance zwischen Komik und Tragik um stets glaubhaft zu bleiben ohne dabei gross mit dem Zeigefinger zu wackeln, sondern zu zeigen, dass Fehler und Versagen sehr wohl menschlich und verletzend sein können aber dennoch Chancen für das spätere Leben eröffnen. Die ganz grossen Dramen bleiben wenn man das so sagen kann, zum Glück aus und auch das verleiht dem Film meiner Meinung mehr Glaubwürdigkeit oder zumindest eine Abgrenzung zu dem sonst doch so sehr auf Gefühlsachterbahnen getrimmten Hollywoodkinos. Ein weiterer grosser Pluspunkt ist sicher auch der geniale Soundtrack der mit einer Kombination aus etablierten und jungen Indie-Interpreten wie Kimya Dawson, Sonic Youth oder Ellen Page und Michael Cera selbst aufwartet, die den Film neben dem optischen auch zu einem genauso grossen akustischen Genuss machen.

Charaktere:

Hauptdarstellerin Ellen Page, die ich vorher eigentlich nur als Kitty Pryde aus X-Men: The Last Stand kannte (und das auch nur dank Wikipedia) hat mit ihrer Performance hier, sicher ihren schauspielerischen Ritterschlag geleistet, den, der damals 20jährigen nimmt man die Rolle des rebellischen Teenagers in jeder Sekunde des Films ab und obwohl sie zugab nie in solch einer Situation gewesen zu sein, fragte man sich doch zwischendurch ob sie nicht auch ihre wilden Jahre hinter sich hatte und deshalb für die Rolle ausgewählt wurde. Love interest Micheal Cera ist für mich mittlerweile sowas wie das Mehl unter den darstellenden Künstlern. Wer Brot oder Kuchen backen will nimmt, wenn man nicht an Gluten Unverträglichkeit leidet Mehl und wer einem Film mit einem liebenswerten, musikbegabten, blondgeschopften Looser drehen möchte nimmt halt eben Michael Cera…oder Jesse Eisenberg aber der ist durch seine Nichtmitwirkung bei Scott Pilgrim eben nicht so cool wie Cera. Jennifer Garners Rolle als überfürsorgliche, durchorganisierte Yuppie-Adoptivmutter, war meiner Meinung nach noch ein ganz klein bisschen glaubhafter als die Darbietung von Ellen Page, da ich glaube, dass sie auch im echten Leben genauso drauf ist, kein Wunder liess sich Ehemann und ehemals Sexiest Man Alive (oder?…me no gay) Ben Affleck in letzter Zeit so ein bitzeli gehen. Daneben sind sicher für die Herren Olivia Thirlby und für die Damen der mit längeren Haaren deutlich besser aussehenden Jason Bateman (no gay..at all) sicher zumindest optische Hingucker

Fazit:

Regisseur Jason Reitman, der übrigens der Sohn von Ivan Reitman, der hauptverantwortlich für einen schwangeren Schwarzenegger in Junior war, schaffte es nicht nur ein Ensemble von tollen Schauspielern mit glaubhaften und liebevollen Charaktern auszustatten, sondern eben auch ein gerade heutzutage wichtiges Thema auch für Unterhaltungsindustrie umzusetzen und dabei dennoch ein bisschen zu sensibilisieren und zu zeigen, dass man trotzdem nebenbei doch noch ein normales Leben führen kann….wer den Film nicht mag hat definitiv kein Herz für Teenager und Babys…mit Fingernägeln.

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16 Responses to “Wir reden über: Juno”


  1. 1 donpozuelo Oktober 24, 2011 um 8:12 am

    Die Fingernägel… eine großartige Szene 😉 und ein wirklich toller Film. Mit einem wirklich tollen Soundtrack dazu.

  2. 2 bullion Oktober 24, 2011 um 8:20 am

    Habe ich immer noch nicht gesehen. Wird jetzt aber mal Zeit!

  3. 3 Xander Oktober 24, 2011 um 12:39 pm

    Großartiger Film, auf jeden Fall.
    bullion: Gucken, sofort!

  4. 4 derhenry Oktober 24, 2011 um 12:53 pm

    Ich find den Film auch richtig gut. Und Ellen Page spielt gradios.

  5. 5 Kelhim Oktober 24, 2011 um 3:44 pm

    Sehr guter und sympathischer Film, der es schafft, ein schwieriges Thema lässig anzugehen. Bevor der neulich im TV kam und mir empfohlen wurde, war ich skeptisch, weil eine amerikanische Kinokomödie über Teenager-Schwangerschaften nicht auf den ersten Blick eine glückliche Kombination scheint, allerdings wurde ich bereits nach ein paar Minuten von den Schauspielern und dem launischen Ton des Films überzeugt.

  6. 7 Nils Oktober 24, 2011 um 6:11 pm

    Der Film gut und schön mit toller Musik und einem Szenario was viel zu wenig verfilmt wird dennoch ist mir Juno im ganzen Film ein wenig zu „Teenager-Cool“.

  7. 9 Dos Corazones Oktober 24, 2011 um 11:48 pm

    Der Film ist fast perfekt. Nur die Garner muss weg, dann ist er wirklich einsame Spitze 😀

  8. 10 Dr. Borstel Oktober 25, 2011 um 3:04 pm

    Juno Temple! ❤

    Äh, im Ernst, wundervollig. Gehört in jede Top 10.

  9. 11 maloney Oktober 25, 2011 um 10:03 pm

    @Dos: So schlimm war sie doch gar nicht! 😛
    @Borstel: Yeahh thats only funny when i do it…;) und ist er ja auch bei mir…sieh dir die Liste an

  10. 12 Julian Oktober 26, 2011 um 1:15 am

    „Wer hat in meine Vase gekotzt?!?“ Großartiger Film, schon wegen des Soundtracks. Ellen Page mag ich ja nicht so sehr, da ziehe ich Danielle Panabaker (Mr Brooks / Shark) vor, aber in dem Film passt ihr leicht zynischer Blick einfach so dermaßen gut, dass es eine Freude ist. Wenn ich einen Film für unter 30-jährige meinen Eltern ausleihe, sie ihn gucken und gut finden, dann ist das verdammt selten.

  11. 13 Julian Oktober 26, 2011 um 1:16 am

    Oh und Jennifer Garner passt in dem Film einfach, da kann man machen was man will. Wer hätte die Yuppie-Mom besser verkörpern können?

  12. 15 spanksen Oktober 27, 2011 um 12:28 pm

    Ellen ist super, Film war top!

  13. 16 Marc Oktober 27, 2011 um 4:45 pm

    Hab den Film irgendwo zwischen 08 und 09 gesehen. Überbringt filmerisch eine für uns alle geltende Nachricht.

    Have fun!

    Nein, ihr wisst schon. Also das auch, aber ihr wisst schon. 😛


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