Wir reden über: The Dark Knight

„See, to them, you’re just a freak…like me!“

Stirbt ein Schauspieler während oder kurz nach Vollendung der Dreharbeiten zu einem aktuellen Film, so ist der Erfolg von diesem meistens mehr als gesichert. Bei der Fortsetzung von Christopher Nolans Batman-Epos The Dark Knight war dies nach dem unerwarteten Tod von Heath Ledger auch nicht wirklich anders….im Gegenteil. Obwohl natürlich auch genauso dessen brillante schauspielerische Leistung und die abermals gekonnte Umsetzung der zweidimensionalen Welt von Batman auf der Kinoleinwand sicher auch ihren Teil dazu beitrugen den Film als beste Adaption eines Comics in die Geschichte eingehen zu lassen.

Story:

Gotham scheint nun, seitdem Bruce Wayne als Batman dem Verbrechen und der Korruption den Kampf angesagt hat und über die Stadt wacht ein Stück sicherer geworden zu sein. Aber in den Reihen der eigentlichen Gesetzeshüter beginnt man langsam ebenfalls auch wieder neuen Mut zu fassen und der neugewählte Staatsanwalt Harvey Dent scheint nun der strahlende Held neben dem Dunklen Ritter zu sein um das Leben in der Stadt wieder lebenswert zu machen. Doch nachdem ein Soziopath, der sich schlicht Joker nennt, beginnt die Bosse der Unterwelt hinter sich zu versammeln, macht sich eine neue Welle der Gewalt bereit auf die Stadt niederzuprasseln. Dieser neue Gegner handelt aus völlig anarchischen Beweggründen und scheint weder an Geld noch Macht interessiert zu sein und nur beweisen zu wollen, dass selbst Batman Gotham nicht von ihrem triefenden Laster befreien kann. Schliesslich geht er sogar soweit, dass er Bruces ehemalige und Dents aktuelle Geliebte Rachel Dawes in Lebensgefahr bringt und so Batman, die Polizei und den Staatsanwalt gegeneinander ausspielt. Der Kampf gegen das Verbrechen verlagert sich so auf eine völlig neue Ebene.

Stil:

Neue Ebene ist ein gutes Stichwort, denn Nolan hat bis jetzt mit jedem neuen Werk, sich selbst übertroffen und die Vorgänger in den Schatten gestellt. Doch der Sprung von Batman Begins zu The Dark Knight ist schon gewaltig. War ersterer ein ziemlich gut gemachter Selbstfindungstripp mit toller Action und einer soliden Story ist dieser ein kanllharter Thriller, der einen kaum Zeit zu durchatmen lässt, die Bedrohung durch den Joker und seiner manipulierten Opfer ist stets zu spüren auch wenn dann und wann mal etwas Ruhe auf der Leinwand einkehrt. War Gotham City bei ihrem Debüt noch ein verkommenes Sündenpflaster, wo man sich wirklich nicht gerne bei allzu später Stunde auf die Strasse wagen würde, ist es hier eine florierende Metropole, die doch recht einladend wirkt, umso schlimmer wirkt es da, wenn durch den  Joker immer wieder Häuser und Strassenzeilen in die Luft gejagt werden, ja man leidet richtig mit der Bevölkerung mit. Nolan hat es tatsächlich geschafft, der ganzen Stadt einen Charakter und eine Seele zu geben, in die man sich hineinfühlen kann. Aber auch Batman hat sich verändert, durch die grössere Bedrohung musste er sich weiter hochrüsten und trägt nun nunmehr fast eine hochkomplexe Rüstung als einen Anzug, weshalb er nun noch bedrohlicher als ohnehin schon wirkt. Sein neustes Fortbewegungsmittel der Batpod ist sozusagen, die Motoradversion des Tumblers und schlägt alles bisher dagewesen, selbst Tim Burtons rotierendes Batmobil, kann da nicht mehr mithalten.

Charaktere:

Bevor ich natürlich zum eigentlichen und wahren Star der Szenerie komme, möchte ich doch auch noch einen Blick auf den Rest der Cast werfen, welche genauso ihren wertvollen Beitrag zum Gesamtkunstwerk geliefert haben. Christian Bale stieg abermals in den Batsuit…oder eben Batarmor und verleiht dem Charakter von Bruce noch einen Hauch mehr Tiefe. Zwar wird im Gegensatz zum Vorgänger seine schwere Vergangenheit so gut wie kaum erwähnt, was aber an sich nicht stört, da die momentane Sitaution in Gotham völlig ausreicht um ihn leiden zu lassen. Der Joker schafft es stellenweise wirklich in Bruce mehr als nur ein paar Zweifel an seinem Tun aufkeimen zu lassen und man fragt sich wie lange es wohl noch dauern wird, bis er Maske und Cape endgültig an den Nagel hängen wird. Die Figur des Commissioner Gordon kriegt ebenfalls bei weitem mehr Bedeutung und man merkt Gary Oldman an , dass er sich mittlerweile in der Rolle ziemlich wohl zu fühlen scheint, auch wenn er ebenfalls mehr als nur eine grosse Bürden auf sich nehmen muss. Was man früher versäumte holt man nun endlich nach und gibt der Rolle von Harvey Dent, die Annerkennug die sie auch aus den Comics her verdient hat. Aarron Eckhardt spielt zwar manchmal fast zu sauber, doch spätestens nachdem er sich mit entstellten Gesicht als Two-Face im Krankenhaus in einem Spiegel sieht (tolle Anspielung an die Enstehungsszene des Jokers bei Tim Burtons Batman) ist selbst für einen Blinden sichtbar, dass dieser nun nichts mehr von seinen alten Charakterzügen besitzt. Katie Holmes brachte in ihrer Rolle als Rachel Dawes eigentlich niemanden was, ausser, dass sie ziemlich hübsch anzusehen war und auch wenn Maggie Gyllenhaal nicht die beste Besetzung für die Rolle war, so ist die Charakterentwicklung dennoch erstaunlich. Nicht nur, dass sie es von Anfang, wenn auch unbewusst schaffte einen Keil zwischen Bruce und Harvey zu treiben, ist sie es auch die, die Aufmerksamkeit des Jokers auf sich zieht um dann mit ihrem Tod, den Fall von Harvey Dent zu Two-Face endgültig zu besiegeln. Der Joker gehört mit Abstand zum beliebtesten Gegner des Flattermanns wenn nicht sogar in der gesamten Comicwelt und die Erwartungen, waren gross nachdem im ersten Abenteuer von Batman Jack Nicholson in dieser Rolle von den Kritikern und Fans gleichermassen bejubelt wurde. Deshalb löste man sich dem Realismus zu liebe erneut von der Comicvorlage und machte den Joker kurzerhand anstelle eines brillianten Verbrechergenies, zu einem anarchistischen Terroristen, dem eigentlich jede Legitimation fehlt ein Verbrechen zu begehen, da es ihm ausser Spass, weder Geld, Ruhm noch sonst etwas einbringt. Auch ist sein fratzenhafter Anblick nicht das Ergebnis eines Chemieunfalls, sondern eine Kombination aus übermässigen Make-Up und eines sogenannten Glasgow-Smiles. Allein diese Tatsachen beweist, wie sehr man sich doch Gedanken machte, der relativ fiktiven Figur eine glaubwürdige Basis zu verleihen. Heath Ledger liefert hier vielleicht eine Darbietung ab, die ihm auf  ewig einen Platz neben Figuren wie Hannibal Lecter, Norman Bates oder Freddy Krueger, in der Ruhmeshalle der grössten Filmbösewichte aller Zeiten einbringen wird. Man merkt wirklich wie sehr er sich in die Rolle hinein lebte und so nicht mehr nur blosses Schauspiel sondern auch pures Leben in der Figur zu spüren ist, da viele der Szenen mit dem Joker durch allein durch Ledgers Improvisationstalent entstanden sind. So krass, dass es klingt wäre er in der Rolle nochmal aufgetreten hätte sie wahrscheinlich einen Grossteil ihres ersten Eindrucks eingebüsst und wäre als weiterer gut gemachter aber nicht einzigartiger Charakter bemerkt worden, die postume Oscarauszeichnung ist da nur noch das Tüpfelchen auf dem I.

Fazit:

Die Batmanfilme, hatten ja eigentlich immer schon den Schwachpunkt, dass meistens eben nicht Batman, sondern einer seiner Gegner im Mittelpunkt stand. So war es bei Batman Jack Nicholson als der Joker, bei Batman Returns Danny DeVito als Pinguin und Michelle Pfeiffer als Catwoman und bei Batman Forever und Batman & Robin…naja vergessen wir das. Hier jedoch ist genau dieser „Nachteil“ der grosse Vorteil der es schaffte dem Film, den Ruhm einzubringen, den er brauchte um den Dunklen Ritter endgültig zu rehabilitieren und ihn trotz, der immensen Konkurrenz besonders von Seiten der Marvel Comics, an die Spitze diese Genres zu katapultieren aber auch Nicht-Comic Fans ein unvergessliches Filmerlebnis, mit einem der wahrscheinlich besten Leinwandschurken aller Zeiten zu bereiten.

10/10

6 Responses to “Wir reden über: The Dark Knight”


  1. 1 donpozuelo Oktober 14, 2011 um 9:34 am

    Ja, Ledger ist großartig. Und die Tatsache, dass sich Batman immer hinter seinen Gegner „verstecken“ muss, ist wirklich ein wenig schade. Aber Nolan und Bale bekommen das ganz gut hin. Schließlich ist Bales Batman ja selber ein wenig fieser als die anderen Fledermaus-Männer 😉

    Jetzt kann man ja einfach nur noch gespannt darauf sein, wie Nolan seine Batman-Geschichte zu Ende bringt. Mein Tipp für Nachfolger-Nolan-Batman-Regisseure wäre eine Verfilmung von Jeph Loebs „Batman: The Long Halloween“ – ein supergeiler Comic.

  2. 2 Panama foundation Oktober 19, 2011 um 11:08 am

    …Batman schlagt wieder zu und ist auf vielen neuen Screenshots und Artworks zu sehen. Die Bilder zu Batman Arham City befinden sich in unserer Galerie……….

  3. 3 spanksen Oktober 27, 2011 um 12:30 pm

    Großartiger Film, GROSSARTIG!!! RIP Mr. Ledger


  1. 1 Rotkäppchen « Going To The Movies Trackback zu Oktober 21, 2011 um 6:11 am
  2. 2 Wir reden über: The Dark Knight Rises « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu Juli 27, 2012 um 10:39 am

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