Wir reden über: Batman Begins

People need dramatic examples to shake them out of apathy and I can’t do that as Bruce Wayne, as a man I’m flesh and blood I can be ignored I can be destroyed but as a symbol, as a symbol I can be incorruptible, I can be everlasting.

Wieder einmal wiederholt sich die Geschichte und der Dunkle Ritter muss nach einer Reihe von Peinlichkeiten erneut darauf warten, dass ihn jemand zu neuem Glanz verhilft. Nachdem Joel Schuhmacher mit seinem beiden mehr-als-nur-ein-Desaster-Filmen Batman Forever und Batman & Robin dass Image von Gothams Rächer ziemlich ruiniert hatte, suchte man verzweifelt nach jemanden, der ihm seinen Glanz oder eben Unglanz wieder zurückbringen sollte. Mit Memento-Regisseur Christopher Nolan schien man den richtigen Mann gefunden zu haben, der es mit Batman Begins schaffte Gothams Schutzengel von einer bis dato noch nie da gewesen menschlichen Seite zu zeigen und mit ihm später sogar Filmgeschichte zu schreiben.

Story:

Seit Bruce Wayne Eltern als dieser noch ein kleiner Junge war, während eines Überfalls ums Leben kamen, schwörte sich dieser dem Verbrechen in seiner Heimatstadt Gotham-City ein Ende zu setzen. Auf einer Reise in der Bruce nach einem Sinn und seinem Leben aber vor allem nach sich selbst sucht, findet ihn ein Mann Namens Henri Ducard der ihn zu einem gewissen Ra’s al Ghul und dessen Liga der Schatten bringt, wo Bruce sich zum Ninja ausbilden lässt, da er aber mit deren Methoden der Verbrechensbekämpfung nicht klar kommt, verlässt er die Liga nach kurzer Zeit wieder. Zurück in Gotham wo die Kriminalität, mittlerweile die Überhand gewonnen hat, beginnt er dank der Entwicklungsabteilung aus der Firma seines Vaters und seinem treuen Butler Alfred selbst zum Verbrechensbekämpfer zu werden und schafft sich den Alter Ego Batman an und zieht fortan Nacht für Nacht aus um Gesetzesbrecher zu jagen. Auch wenn Bruce auf diese Art grosse Erfolge und das Vertrauen in das Gute bei der Bevölkerung von Gotham wieder wecken kann, hält ihn die Polizei selbst für einen Kriminellen, der Selbstjustiz übt und die grossen Schurken rotten sich um den ominösen Doktor Crane zusammen, der mit seinem Angstgas versucht ganz Gotham zu vergiften.

Stil:

Batman Begins schlägt wieder düstere und für Batman würdige Töne an, anders als die Filme von Tim Burton, hat sich Nolan aber drauf ausgelegt eher einen Thriller als ein romantisch-düsterers Märchen zu erzählen, was kein Wunder ist da seine vorangegangen Werke wie Memento oder Insomnia ebenfalls in diese Richtung zielten. Und die Rechnung geht auf, wie in keinem anderen Batman-Film steht dieser oder vielmehr Bruce Wayne im Mittelpunkt, sah man vorher immer nur leise Andeutungen über die Entstehung der Figur ist man hier sozusagen live dabei, wenn der Milliardär zum Dunkeln Ritter wird. Ein grosses Plus ist sicher, dass man wirklich, darauf achtete seine Ausrüstung so realistisch wie möglich zu gestalten, so ist der Anzug, der Prototyp eines Soldatenpanzers, das Cape lässt sich dank spezieller Magnetwellen zum Gleitschirm umfunktionieren und das Batmobil…pardon der Tumbler ist eigentlich ein Geländefahrzeug, dass zur Errichtung von Brücken an schwer erreichbaren Stellen konstruiert wurde.

Charaktere:

Regisseur Nolan schaffte es trotz des hohen Risikos eines Flops aufgrund der Vergangenheit der Franchise ein grosses Staraufgebot zusammenzustellen, was wohl sicher mit zum grossen Erfolg beigetragen hat. Nachdem vor allem Michael Keaton dem Fledermausmann in Kino leben einhaucht, welches Kilmer und Clooney aber schnell wieder abwürgten fand man in Christian Bale einen Schauspieler der es schaffte Bruce Waynes Schmerz und Batmans Wille mit aller kraft für das Gute einzustehen mehr als glaubhaft rüberzubringen, zwar gab es ja kritische Stimmen an der neuen „Batvoice“ aber genau, das verleiht meiner Meinung dem Charakter noch mehr Authentizität und unterscheidet ihn von seinen eindimensionalen Vorgängern. Alfred Pennyworth der vorher mehr oder weniger die humorvolle- bis tragische Nebenfigur gab, ist mit Schauspielmeister Michael Caine in dessen Rolle mehr zu einem Berater und Assistenten als Butler geworden, der immer wieder mit herrlichen Anekdoten und Wortspiele für Auflockerung sorgt, was dabei nie wirklich gekünstelt wirkt. Batmans Verbündeter auf der Seite des Gesetzes Jim Gordon gespielt von Gary Oldman bringt der Figur den Charakter zurück den Pat Hingle niemals darstellen konnte. Als weibliche Unterstützung an Wayens Seite spielt Katie Mrs. Tom Cruise“ Holmes die charmante aber dennoch ein bisschen blasse Staatsanwältin Rachel Dawes, die Bruce noch aus seiner Jugend kennt und auch als dessen Potenzielle Liebschaft fungiert, ist nett anzusehen aber dennoch hätte man ihre Rolle auch leicht streichen können und der Film wäre trotzdem gut geworden. Ebenfalls als neue Figur erscheint Morgan Freeman als Q-Verschnitt Lucius Fox auf dem Plan , der seine Sache aber ziemlich genial macht und trotz seiner meiner Meinung nach zu kurz geratenen Leindwandauftritten doch Lust auf mehr macht. Waren die Schurken in den alten Batmanfilmen manchmal fast zu übermächtig, kommen sie hier fast zu kurz. Cilian Murphy als Dr. Crane ist zwar smart und seine Erscheinung als Scarecrow in den Halluzinationen seiner Patienten/Opfer sind schon ziemlich verstörend aber ein richtiger Gegner ist er nicht, dafür lässt er sich zu leicht von Batmans Erscheinung einschüchtern. Ra’s Al Ghul ist einer der erbittersten Gegner des Flattermans, der es mit seiner Lazarus-Quelle immer wieder schafft den Tod zu bezwingen aber auch hier war er dann doch ein bisschen zu klischiert von Liam Neeson als weltherrschafthungriger Bösewicht à la James Bond dargestellt .

Fazit:

Nolan holte den dunklen Rächer wieder mit Bravour aus seinem von Joel Schuhmacher geschaufelten Grab und gab ihm mehr Realität als je zuvor. Man könnte dem Film vielleicht zu sehr ankreiden, dass er Bruce Wayne und Batman zu sehr in den Mittelpunkt stellt aber genau, dass brauchte die Reihe wahrscheinlich um wieder glaubhaft zu wirken, keine überdrehten Superschurken, die mit Leuchtkanonen um sich schiessen, back to the roots lautete, dass Motto und man fing wirklich nochmal komplett bei Null an und zu sehen wie Batman zum ersten Mal in seinem Anzug von der Decke herabgleitet ruft auch wieder Erinnerungen an Burtons Batman hervor, welches sogar mit dem fast identischen Satz unterstrichen wird „What the hell are you? – I’m Batman!“

8,5/10

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14 Responses to “Wir reden über: Batman Begins”


  1. 1 Damian Oktober 3, 2011 um 7:00 am

    Alles cool. Alles grossartig.

    Bis auf die Zugszene. Die war ein bisschen…over the top.

  2. 2 donpozuelo Oktober 3, 2011 um 11:27 am

    Yeah: Batman Begins macht echt endlich mal wieder alles richtig – vor allem nach den letzten zwei Filmen. Die zugszene, da geb ich damian recht, ist wirklich ein bisschen… naja. Aber ansonsten ganz ganz großes Batman-Kino

  3. 3 maloney Oktober 3, 2011 um 11:38 pm

    @Damian: „You’re waiting for a train, a train that will take you far away“
    @don: Und es wurde noch grösser und ich hoffe es wird noch am grössten weil ich bei den neusten Bildern ein bitzeli skeptisch bin.

  4. 4 Gondorff Oktober 5, 2011 um 1:14 am

    Ich gehöre ja zu der Minderheit, die „Batman Begins“ besser fand als „The Dark Knight“. 😀

  5. 6 Julian Oktober 5, 2011 um 6:03 pm

    Ganz schlimm finde ich, dass diese Gyllenhaal Schnepfe, die ich sowas von grottig finde (in jeglicher Hinsicht), Katie Holmes Rolle in Dark Knight übernimmt.

  6. 8 Bomel Oktober 6, 2011 um 3:56 pm

    Letztens das erste Mal gesehen (shame on meeee) und hellauf begeistert. Ich bin ja Bale Fan und Freemann ist ja wie Neeson eh eine absolute Größe. Gut, die Holmes hätte auch durch eine NoName ersetzt werden oder gar wegfallen können.
    Der Look ist super, Batman wirkt realistisch und fast alles ist „wissenschaftlich“ erklärbar und kaum etwas schweift in das Übernatürliche ab, was ich sehr mag. Bei Batman Beginns handelt es sich nicht um einen dieser Glanz-und-Gloria-Comichelden-Filme, sondern um ein dramatischen Thriller, der auch Nichtcomic oder Nichtbatman-Fans ansprechen sollte. Und The Dark Knight ist als Fortsetzung mindestens ebenso Pflicht wie Teil 3 und bitte in HD!


  1. 1 Wir reden über: The Dark Knight « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu Oktober 13, 2011 um 6:58 pm
  2. 2 Wir reden über: Batman: Year One « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu Mai 17, 2012 um 3:04 pm
  3. 3 Wir reden über: The Dark Knight Rises « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu Juli 27, 2012 um 10:39 am
  4. 4 Wir reden über: The Power Girls Movie « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu August 4, 2012 um 3:43 pm
  5. 5 Wir reden über: Man of Steel | The Sweet Nonsense Trackback zu Juni 22, 2013 um 10:16 am

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