Sex und Gewalt!

„I can’t see the point in the theatre. All that sex and violence. I get enough of that at home. Apart from the sex, of course.“

In der heutigen Zeit werden ja die Vorwürfe immer lauter, dass sich vor allem die westliche Gesellschaft immer mehr auf ein beunruhigendes Niveau, was den Umgang mit Sexualität und Gewalt, zu bewegt. Doch sind wir mal ehrlich diese Schwelle wurde bereits längst überschritten. Zwar ist hierzulande die Quote was Gwalt- und Sexualdelikte angeht im Vergleich zu anderen Ländern immer noch relativ niedrig und wenn dann mal was passiert wird es immer gern auf den bösen Ausländer abgeschoben, dennoch liest man immer wieder von wilden Orgien auf den Schulhöfen die nur dank Handypornos zustande kamen. Sollte man dann nicht Versuchen anstelle von Prohibition anfangen Prävention zu betreiben? Denn wir alle wissen ja was verboten ist, ist umso interessanter!

Doch wie komme ich dazu mich zu so einem Thema zu äussern, klar betrifft es alle Mitglieder der Gesellschaft aber zum Nachdenken gebracht hat mich diese Woche ein Beitrag über den Umgang mit Erotik und Sexualität im amerikanischen Fernsehen, der übrigens ganz normal zur Nachmittagszeit lief. Während man im europäischen Fernsehen Filme und Shows eher nach dem Kritikpunkt Gewalt vor Sex beurteilt und schneidet ist es bei den Amis genau umgekehrt. Blut, Schlägereien und sogar Tote sind kein Problem, sieht man dann aber mal ein bischen nackte Haut aufblitzen darf sofort keiner unter 16 mehr rein. Gute Beispiele dafür, wie in den Kulturen mit verschiedenen Ellen gemessen wird, sind zum Beispiel die Filme Showgirls der in Deutschland ab 16 Jahren freigeben ist aber in den USA erst ab 18 oder Scarface den man sich wiederum in Übersee schon mit 16 ansehen kann, hier aber dafür offiziell volljährig sein muss.

Das bringt mich zu einem weiteren Punkt. Im Gegensatz zur Gewalt der sich niemand gerne freiwillig aussetzt ist und war Erotik ja immer etwas positives und von dem her in Massen auch nichts schlechtes ist. So sind auch die Pazifisten in der Bevölkerung den Asexuellen zahlenmässig weit überlegen. Ich persönlich muss auch zugeben, dass ich mit dem übermässigen Gebrauch von Blut und möglichst ausgefallenen Todesarten in Filmen, wie es seit kurzem wieder bei Final Destination 5, der Fall ist, sicher nichtsdamit  anfangen kann und genau das ist mein letzter Kritikpunkt. Youtube rühmt sich jai mmer wieder gerne damit, als eines der einzigen Internetportale frei von jeglicher offensichtlicher Sexualität zu sein, während man sich aber fast jedem ixbeliebigen Horrorfilm in voller Länge ansehen kann oder zumindest die „wichtigen“ Szenen davon, was aber wohl wieder daran liegt dass es eine amerikanische Seite ist, deren Verhältnis zur Sex und Gewalt ich ja bereits erläutert habe.

Abfinden kann man sich nicht damit, da allein das Internet schon zu viele Möglichkeiten bietet, Jugendliche auf kranke Gedanken zu bringen, doch bin ich wie gesagt dafür, dass man weniger verhindern und mehr aufklären sollte, denn irgendwie gelangen die Kleinen doch sowieso irgendwie daran oder?

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14 Responses to “Sex und Gewalt!”


  1. 1 Julian August 27, 2011 um 5:45 pm

    Also ich glaube nicht, dass nur Aufgrund von Handypornos irgendwelche Orgien zustandekommen. Sex und Gewalt gehen seit jeher Hand in Hand. Ich meine das nicht im feministischen Sinne, weil Sex nicht gleich Gewalt oder Macht ist (jede neuere Studie verneint das), aber sexuelles Empfinden ist definitiv an Gewalt gekoppelt. Beides sind extreme Zustände, so ist eine Erektion bei einer Folterung oder Hinrichtung nichts seltenes. Schau dir mal De Sades Sodom und Gomorrah an, da wird schnell einiges klar. Privileg unserer Zeit ist jedoch die Präsenz von S&G. Kinder sollten definitiv nicht allein ins Netz, aber ein Extraschutz ist m. E. Überflüssig. Ich selbst habe immer Respekt vor z. B. Filmen gehabt, habe nicht jeden ab 18 freigegebenen Film gleich mit 18 geschaut. Ich wusste einfach, was ich ab kann und was nicht. Vllt. sollten wir dieses Gefühl vermitteln? Also eine gesunde Selbsteinschätzung?

  2. 2 Dos Corazones August 27, 2011 um 6:14 pm

    Klar, Aufklärung ist gut, aber erstens teuer und zweitens schwierig umzusetzen, damit es die Jugendlichen auch an den richtigen Stellen erreicht. Vor allem Ersteres dürfte natürlich die offiziellen Stellen auf Abstand gehen lassen.
    Ich hatte nie wirklich Probleme, weder aktiv daran teilgenommen oder Opfer geworden, noch passiv Zeuge daran geworden bin. Könnte aber auch damit zusammenhängen, dass mir Inhalte ab 18 (früher ja schon ab 16 im TV) zumeist vermehrt blieben. Geschah durch Eltern und mangels Internet bis zu einem gewissen Alter.
    Reine Verbote halte ich auch nicht für sinnvoll. Da sie, wie du ja schon gesagt hast, eher noch anspornen.
    Ich halte erstmal jeden Menschen für klug genug, um sich dessen klar zu sein, was OK ist und was nicht. Ethische Grundregeln eben – die sollte in unserer Gesellschaft verbreitet und vertreten werden.

  3. 3 maloney8032 August 27, 2011 um 7:41 pm

    @Julian: Behaupten aber zumindest die medien und irgendwelche selbsternannten Psychologen. Klar kann Schmerz und Gewalt auch etwas erotsierendes sein aber irgendwie ist das,dann doch so ein ganz kleines bisschen krank oder? Und meinsxt du jetzt von dem Gefolterten oder Folterer?

    @Dos: Ich denke die meisten Kinder hocken auch nicht stundenlang im Internet und schauen sich Pornos an, dann doch eher Ballerpsiele aber wie gesagt es gibt anscheinend einen beträchtlichen Prozentsatz, wobei da wie gesagt einfach das Internet selbst zu viele Möglichkeiten. Aber eben ich sehe bei der Gewalt mehr das Problem als bei den Pornos.

  4. 4 Julian August 27, 2011 um 8:02 pm

    Nein, ich meinte das nicht im SM-Bereich. Leider bei den gefolterten Personen. Das ist ja das kranke mit den Körperfunktionen und wird sich da ja auch zu Nutze gemacht. Das stand mal in irgend einer wissenschaftlichen Ausarbeitung, die der Frage nachging, warum und ob es möglich ist, Männer auch zu vergewaltigen, ohne dabei Gegenstände zu benutzen (wie bereits öfter mal erwähnt: meine Forschungsthemen sind ein klein wenig „speziell“ 😉 ).

    @Dos & Maloney: Das Problem, was ich bei Pornos sehe ist, dass heute keiner mehr Sex hat, wie es ihm am meisten Spaß macht, sondern so, wie man es im Porno gesehen hat. Eigentlich sollte Menschen klar sein, dass Pornos „Sportficken“ ist und nichts mit der Realität zu tun hat (sprich Viagra, alle 2 Minuten ein Cut und im ENdschnitt hast du dann nen Typen, der 15 Minuten kann). Aber da gibt es dann plötzlich Frauen und Männer, die Dinge machen, die ihnen selbst nicht gefallen. Da gibt’s einen tollen Bericht von Arte über Sex unter französischen Teenies. Unfassbar, was die da abziehen. Ein Mann wurde von zwei Mädchen missbraucht, kann bis heute keinen „normalen“ Sex mehr haben (Versagenängste, die durch einen erzwungenen 3er entstanden sind – klingt jeztzt schon geil, aber das Problem ist ja auch, dass nicht jede Frau sofort hübsch ist) und im Umkehrschluss gibt es Frauen, die sich denken: „Ach, ich finde es unangenehm, aber so lange der Typ seine Freude daran hat…“

    Ich habe nie verstanden, wie Menschen sich Unfallvideos anschauen können. War, als ich in die 10. ging, total angesagt. Habe ich immer vermieden. Gewalt ist definitiv das größere Problem. Scarface war übrigens lange indiziert, erst jetzt ist er ab 18 frei.

  5. 5 bullion August 27, 2011 um 11:44 pm

    Ein interessantes Thema, für das es so schnell keine Lösung geben wird. Sowohl die steigende Gewalt, als auch die zunehmende Sexualisierung in den Medien sind mit Vorsicht zu genießen. Natürlich schaden ein paar Brüste nachmittags auf RTL2 niemandem, doch ist auch stets zu überlegen, wie denn Kinder oder Jugendliche unreflektiert damit umgehen bzw. wie sie dem anderen Geschlecht nach einer gewissen Abstumpfung begegnen.

    Das Problem ist doch, dass viele Eltern (heute mehr als früher) gar nicht mehr wissen, was für Medien ihre Kinder wie konsumieren. Früher haben wir uns vielleicht verbotenerweise einen 18er Filme („Halloween“, „Predator“ usw.) angesehen, was nach heutigen Maßstäben lächerlich wirkt. Doch heute sind die Möglichkeiten schier endlos. Da muss man als Eltern wirklich Zeit und Arbeit investieren um am Ball zu bleiben. In den Schulen kann man leider nicht alles abfangen und – so wie ich das von Lehrerfreunden mitbekomme – wird in dieser Hinsicht auch nicht viel gemacht.

    Obwohl ich – sowohl beruflich als auch privat – sehr medieninteressiert und -affin bin, so graut es mir jetzt schon von der Zeit, wenn sich meine Tochter einmal im Cyberweb 5.0 o.ä. rumtreibt.

  6. 6 Julian August 28, 2011 um 12:44 am

    Wir hatten aber auch schon Faces Of Death, die Dario Argento Filme, Evil Dead, Ein Zombie hing am Glockenseil oder Nackt und Zerfleischt – Cannibal Holocaust. Andererseits kam man da, wenn überhaupt nur sehr schwer ran und wenn in miserabler Qualität.

    Übrigens gabs den Gewaltdiskurs schon in den 80ern. Da gibts ne tolle Fake-Doku der ARD, die damals als echt verkauft wurde.

    Das Teil lohnt sich richtig. Es ist sehr lustig und zeigt überdies, wie die Medien manipulieren, gerade auch die öffentlich rechtlichen. Wie gesagt: Alles gestellt und als real verkauft, so wie Familien im Brennpunkt.

  7. 7 maloney8032 August 28, 2011 um 1:25 am

    @Julian: Das ist ja mein Punkt, wenn die grenze zwischen Sex und Gewalt verschwindet fängt es an gefährlich zu werden.
    @bullion: Eben wie gesagt wenn man den Sex nicht instrumentalisiert und in übermass ausgesetzt ist, ist dieser meiner Meinung nach keineswegs schädlich, nur Scheinheilige Überchristen denken dass Sex an sich nur zum Kinder machen da ist und ein Werk des Teufels ist.
    @Julian again: Bei den älteren Horrorfilmen sieht alles ja noch ziemlich unecht und witzig aus (naja obwohl Cannibal Holocaust auch ziemlich heftig war) und ist daher eher splatter oder trash aber eben die neuen „Torture-Porn“ Filme wie Saw, Hostel oder FD dienen nur noch dazu möglichst grausam und qualvoll Menschen dahin zu raffen und lösen so bei mir nur Übelkeit und Unverständniss aus!

    • 8 Julian August 28, 2011 um 1:59 am

      Ja, da gebe ich dir Recht. Ich finde einen großteil dieser Filme auch daneben, obwohl ich Final Destination 1 (und z. T. auch Teil 2) damals sehr gut fand. Das einzig gute an Torture-Porn ist allerdings, dass eine bestimmte Darstellungsweise, die vorher eben nur im Underground (sprich Cannibal Holocaust, Guinea Pig etc.) bekannt war, jetzt in den Mainstream rutscht und Filme möglich werden, die heftig sind, aber eben dennoch Story aufweisen (z. B. Eden Lake). Ich will das nicht falsch verstanden wissen – menschenverachtende Darstellungen sind übel – aber bestimmte Dinge, sind nur so zu verarbeiten (was jüngst in Serbien mit einem ziemlich krassen Film geschehen ist). Allerdings sollte einiges besser im Untergrund bleiben. Ich fand in den 90ern z. B. die Berichte des Sterns heftig (über Dominas – ich meine als Vorpubertärer findet man Artikel wie „Wenn Frauen Männern quälen“ schockierend) oder auch diverse Trailer zum RTL-Magazin Akte 91-99. Cannibal Holocaust war unserem Dozenten übrigens zu krass, um ihn in der Uni zum Thema unerträgliche Gewaltdarstellungen zu zeigen – da kam dann Cravens Last House On The Left dran.

      • 9 maloney8032 August 28, 2011 um 3:30 pm

        Muss den alles in den Mainstream übergehen, dass bewirkt doch nur, dass die Qualitätt eines Genres verwässert und ausgelutscht wird und zig tuasende Billige Filme herrvorbringt…obwohl es natürlich auch nennenswerte Ausnahmene gibt!

        • 10 Julian August 28, 2011 um 7:22 pm

          Ja, aber so kann etwas sonst subkulturspezifisches wieder etwas Neues im Mainstream hervorrufen und die Grenzen können weiter ausgelotet werden. Stell dir mal vor, Tarrantino hätte nie Pulp Fiction oder Kill Bill gedreht (ohne ersteren wäre KB auch nicht möglich gewesen, Tarrantino wendet hier selbst den beschriebenen Vorgang an). Klar verwässert das das Genre. Durch Guinea Pig (DER ist krank) wurde SAW und Hostel (übrigens von Tarrantino produziert) möglich, durch SAW und Hostel ein ganzer Schwarm an Schrottfilmen, aber die wiederum sorgten für Akzeptanz einer bestimmten Darstellungsweise, die nun von ernsthaften Regisseuren für ernsthafte Filme genutzt werden kann. Aber das ist ja auch wieder das von dir umrissene Problem der Akzeptanz von Gewalt.

          Ich fand z. B. House Of Wax bei erscheinen phänomenal, weil es vorher Jahrelang nur diese neunmalklugen Filme á la Scream gab (obwohl ich die Reihe mag) und ganz plötzlich ein Haufen roher Horrorfilme ohne jegliche Ironie ihre Renaissance feierten (ich liebe z. B. Hills Have Eyes, weil er Tabus bricht und die Zuschauer zu so grandiosen Aussagen verleitet wie: „Voll ekelig – Stell dir mal vor du wirst von einem Mutanten vergewaltigt“. Als ob es eine schöne Vergewaltigung gäbe).

  8. 11 Dr. Borstel August 29, 2011 um 5:29 pm

    „So sind auch die Pazifisten in der Bevölkerung den Asexuellen zahlenmässig weit überlegen.“ – Den Satz muss ich bei Gelegenheit mal irgendwo zitieren. 😀 (Irgendwie bringe ich es im Moment nicht fertig, mich mit solchen Themen ernsthaft auseinander zu setzen. Dafür habe ich wahrscheinlich auch schon zu viele fruchtlose Diskussionen über FSK-Freigaben und derlei Kram mitbekommen.)

    • 12 maloney8032 August 29, 2011 um 6:53 pm

      Gern geschehen 😀 ja diese Diskussion könntem na endlos führen und wäre wahscheinlich auch dann immer noch nicht auf einem grünen Zweig angelangt aber ich wollte ienfach mal aufzeigen wie scheinheillig diese Doppelmoral doch ist und man sich auch mal akturen Gesellschaftthemen widmen sollte.

  9. 13 Denis-l August 29, 2011 um 8:41 pm

    Nur mal so auf YouTube gibt es Pornos man muss nur in anderen Sprachen suchen 😉


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