Wir reden über: Neon Genesis Evangelion

Die Japaner sind ja nach den Amis das Volk, dass sein Land am meisten in den Weltuntergang  schickt, sei es nun in der Realität, wie wir es kürzlich bei Fukushima gesehen haben oder aber auch in Film und Fernsehen. Schon in den 50er Jahren tauchte Godzilla aus dem Meer auf und verwüstete mit all seinen lieben Monsterfreunden regelmässig ganz Tokio. In Manga und Anime hat man dieses Phänomen dann in den vielfältigsten Varianten umgesetzt, sei es nun nach dem dritten Weltkrieg in Akira, nachdem Ausbruch eines tödlichen Virus in Blame! oder nach der Explosion eines Engels am Südpol in Neon Genesis Evangelion.

Story:

Nachdem im Jahre 2000 die südlichen Polkappen schmolzen stieg der Meeresspiegel drastisch an und dezimierte die Weltbevölkerung um die Hälfte. In der Öffentlichkeit wird die gängige Meinung verbreitet, dass dies durch einen Einschlag eines Meteoriten, dem sogenannten Second Impact zustande kam. Jedoch ist der wahre Grund dafür jener, dass die Regierung im Auftrag der Geheimorganisation SEELE Kontakt zu einen dort gefundenen humanoiden Wesen aufnehmen wollte, dem ersten Engel Adam. Der hat aber aus unbekannten daraufhin das ganze Forschungsteam und die Antarktis gleich mit vernichtet. 15 Jahre später versuchen nun weitere Engel die Erde erneut anzugreifen, doch  stellt sich ihnen nun der Geheimdienst NERV, mit den Evangelions in den Weg. Diese riesigen Kampfmaschinen, kurz EVAs genannt, wurden aus der DNA Adams erschaffen, werden von einen Piloten, einem sogenannten Child ,welches immer ein Kind im Alter von 14 Jahren sein muss.

Stil:

Besonders in den ersten fünfzehn Episoden zeigt die Serie typischen Elemente eines klassischen Comedy und Action Animes, man setzt obschon die Charaktere zum Teil ziemlich tragische Vergangenheiten besitzen häufig auf den für dieses Genres so gängigen Humor. Das bekämpfen der Engel beschränkt sich dann noch meistens  darauf, dass die jeweiligen Piloten meist ein paar Kämpfe durchzustehen haben und dann ohne weitere Probleme siegreich von Platz gehen. Etwa in der Hälfte der Serie wird die ganze Szenerie um einiges ernster und gewalttätiger und gipfelt dann im Ableben mehrerer wichtiger Charaktere von denen man erwartet hätte, dass sie für den weiteren Verlauf der Serie eigentlich noch von grosser Bedeutung hätten sein können. Einen richtigen Abschluss gibt esin dem Sinne auch überhaupt nicht, nachdem der letze von 17 Engeln besiegt wurde, bestehen die letzten zwei Episoden nur aus einer Art Clipshow wo sich die Charaktere mit tief verwurzelten Selbstzweifeln auseinandersetzen müssen. Neon Genesis war auch der ersten Animes bei welchem die Macher ganz bwusst christliche und jüdische Elemente in de Serie einfliessen liessen. So sind die Engel zwar jedesmal von äusserst abstrakter Form und wirken mehr als wären sie einem Gemälde von Hundertwasser entsprungen, tragen aber alle Namen aus dem Kabbalah.

Charaktere:

Einer der entscheidensten Gründe weshalb man das ganze entweder lieben oder ablehnen würde sind die Charaktere, welche zum Teil ziemlich krasse Wesenszüge aufweisen. Der Hauptcharakter Shinji Ikari zum Beispiel verlor sehr früh seine Mutter und wurde dann von seinem Vater verlassen weshalb er das Gefühl hat von niemanden geliebt zu werden und auch sonst ein extrem geringes Selbstwertgefühl besitzt. Seine Mitstreiter First Child Rei Aynami und Second Child Asuka Langley Sōryū sind ebenfalls Halbwaisen und was ihre Sozialkompetenzen betrifft ziemlich ebenso unterentwickelt. So scheint Rei überhaupt nicht fähig in der Lage irgendwelche Gefühlsregungen zu zeigen oder selbständig zu handeln, während  Asuka wiederum einem mit ihrem überschwellenden Selbstbewusstsein beinahe erschlägt. Daneben wirken die Nebendarsteller obschon sie ebenfalls zahlreiche komplexe Persönlichkeiten aufweisen geradezu erfrischend, so etwa Shinjis Vormund und Major bei NERV Misato Katsuragi, die ihn mit ihrer chaotischen und freizügigen Art immer wieder in Verlegenheit bringt aber sonst von allen angebetet wird.

Fazit:

Obschon der vielen terrorwütigen Engel und der Tatsache, dass der Erde sprichwörtlich, dass Wasser bis zum Hals steht ist Evangelion kein komplettes Endzeitszenario so sieht man immer wieder, dass die Welt trotzdem noch funktioniert und sich nur die Habgier und der Egoismus der Menschen extrem verstärkt haben. Würde die Handlung wie zu Beginn der Serie fortgeführt hätte man sicher noch mehr Fans für die Serie gewinnen können, doch durch die plötzliche Kehrtwende und das im luftleeren Raum stehende Ende fühlte ich mich auf gut deutsch gesagt ein wenig verarscht. Dennoch ist die Animation und Charakterdesign hervorragend und man kann sich wenn man will ziemlich gut mit den Charakteren identifizieren. Mit den Kinofilmen Neon Genesis Evangelion: Death & Rebirth, Neon Genesis Evangelion: The End of Evangelion und Rebuild of Evangelion fand die Serie dann auch mehrere alternative Abschlüsse. Für Anime-Fans daher sicher sehr empfehlenswert.

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10 Responses to “Wir reden über: Neon Genesis Evangelion”


  1. 1 vEnoMaZn August 24, 2011 um 2:17 pm

    amagad, einer der besten animes. NGE – EPIC WIN :!

  2. 2 donpozuelo August 24, 2011 um 4:59 pm

    Das Ende der Original-Serie fand ich auch sehr verarschend… merkwürdiger Pseudo-Philosophischer Mist… Trotzdem fand ich die Serie an sich immer sehr gelungen. War auch eine meiner ersten Anime-Serien, die ich tatsächlich mal von vorne bis hinten gesehen hatte. Richtig aufgeregt hat mich immer nur der ständig depressive Shinji.

    Die alternativen Enden kenne ich leider gar nicht. Was den Anime angeht, bin ich irgendwann ab Band 11 ausgestiegen.

    • 3 maloney8032 August 24, 2011 um 7:38 pm

      Ja genau die richtige Länge, bin momentan eh gerade dabei mir solche Animes mit 20-30 Episoden anzusehen…Cowoby Bepop kommt als nächstes dran. Was mich ein bisschen aufregte ist, dass es keine DVDs mehr davon gibt, da ich ganze gern noch im O-Ton sehen würde

  3. 4 Dr. Borstel August 26, 2011 um 6:41 pm

    Kenne den Anime nicht, habe in den Manga aber mal reingelesen und bin mir noch nicht ganz schlüssig, ob ich damit weitermache. Der erste Band war ja nur Krawall, nicht besonders tiefgründig …


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