Wir reden über: Harry Potter and the Deathly Hallows Part 2

„Do not pity the dead, Harry. Pity the living and above all, those who live without love. „

Alles muss irgendwann zu einem Ende kommen, denn auch der berühmteste Zauberlehrling der Welt kann nicht ewig weiter zaubern selbst wenn ihm dabei alle Magie der Welt zur Seite steht. Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 ist das letzte grosse Kapitel einer Ära, die vor allem junge Menschen, einschliesslich mich, wieder dazu gebracht hat ein Buch in die Hand zu nehmen und sich die Zeit dafür nahmen es durchzulesen. Natürlich wurde man dafür auch mit einer fantastischen Reise in Harrys wunderbar magische Zauberwelt (so hätte man den Freizeitpark doch nennen können) belohnt . So stimmt es mich doch ein wenig traurig, den allerletzten der Filme (es sei denn man kommt in nächster Zeit auf die Idee diese zu rebooten) hier zu reviewen…

Story:

Lord Voldemort hat es geschafft den Elderstab, den mächtigsten Zauberstab aller Zeiten, an sich zu bringen, weshalb er dadurch jetzt nahezu unbesiegbar geworden ist. Harry, Ron und Hermine sehen nun ihre einzige Chance darin, die letzten verbliebenen Seelensplitter von Voldemort die Horkruxe zu zerstören um ihn so endgültig zu vernichten, wobei sich Harry natürlich ihm noch vorher zum Duell stellen muss. Durch den Kobold Griphook, den die drei aus dem Kerker der Malfoys befreit haben erfahren sie, dass offenbar ein weiterer Horkrux in einem Verliess in der Zaubererbank Gringotts versteckt sein soll. So beschliesst man in die Bank einzubrechen, wobei das hereinkommen dabei weniger das Problem sein wird als das wieder herauskommen. Denn die Zeit drängt und Voldemorts Schreckensherrschaft hat sich mittlerweile auch auf Hogwarts ausgeweitet wo die Todesser unter der Führung von Severus Snape die Macht übernommen.

Stil:

Wie schon bei Vorgänger versuchte man die ganze Atmosphäre so düster wie möglich zu halten, was wie ich neidlos anerkennen muss sehr gut gelungen ist. War der erste Teil des Finales doch eher ein Flüchtlingsfilm oder ein ziemlich depremirender (im positiven Sinne) Roadmovie, ist dieser zu einem waschechten Kriegsfilm geworden. Im Buch wird zwar schon von einer „Schlacht“ gesprochen, doch stellte ich mir dabei vor, dass man sich einfach in den Gängen von Hogwarts duellierte ohne, dass gross die Umwelt dabei in Mitleidenschaft gezogen wurde, auch wenn das rückblickend ein wenig blauäugig erscheint. Hier hingegen fuhr man wirklich mit den grossen Geschützen auf und liess sprichwörtlich keinen Stein auf dem anderen und Hogwarts liegt nach Ende des Films in Trümmern, kein Wunder erinnerte mich das ganze zwischendurch an gewisse Szenen aus Der Untergang.

Charaktere:

Man erwartete ja eigentlich, dass Harry nochmal einen grossen Schritt in seiner Charakterentwicklung machen würde, doch ehrlich gesagt spürte ich davon nicht wirklich viel, was auch daran liegen könnte, dass er bereits in 7 Filmen zuvor die Gelegenheit dazu hatte. Auch bei Hermine und Ron vermisste ich ein klein wenig Tiefgang, es sei denn man rechnet ihnen ihren ersten gemeinsamen Kuss an (Damn you Rupert Grint!) Jedoch kann man  allen dreien keinesfalls mangelndes Schauspieltalent ankreiden, den die Emotionen gehen in jedenfall hoch und ich muss zugeben bei Harrys Rede an Snape ein bisschen Gänsehaut gekriegt zu haben. Was ich vorher schmerzlich vermisste, wurde zum Glück endlich korrigiert, Voldemorts Badassigkeit, herrgott er massakriert die ganze Belegschaft einer ganzen Zaubererbank oder metzelt einen seiner Untergebenen hin nur weil dieser ihm eine Frage stellen wollte, zumindest für mich ist er so richtig gut gelungen. Anfangs grausam und brutal, entwickelt er sich nachdem Stück für Stück alle seine Horkruxe zerstört werden zu einem panischen Irren der wie ein in die Enge getriebenes Tier nur noch die Flucht nach vorne sucht und alles avadakedavrad was sich ihm in den weg stellt. Alan Rickman darf diesmal auch endlich zeigen, dass er eigentlich auch Schauspieler und kein Statist ist und die Rückblende auf sein Leben, rührt einem, wenn auch nicht so sehr wie im Buch, doch zu tränen. Die grossen Glanzmomente des Films waren dann jedoch für mich der Auftritt von Dumbledore, der doch irgendwie was yodamässig an sich hatte und gar nicht übertrieben aufgebauscht wirkte oder die gefallenen Malfoys die eigentlich nur aus der ganzen Scheisse rauskommen wollten und dabei doch bei mir irgendwie Mitgefühl auslösten.

Fazit:

Ich würde mich nicht soweit aus dem Fenster lehnen und behaupten der Film hätte all meine Erwartungen  hundertprozentig erfüllt, dafür waren gewisse Szene einfach zu sehr abgeändert worden, wie beim Schlusskampf als die Dissrede von Harry an Voldemort fehlte, die den Höhepunkt des Buches darstellte und neben all den Explosionen geht vielleicht auch ein wenig an Tiefgang verloren aber dennoch bin ich eigentlich zufrieden. Schliesslich muss man einsehen, dass dies ein Kinofilm ist, der für ein breites Publikum produziert wurde und den Abschluss eines über 10 Jahre andauerndes Hypes darstellt, da darf man schon ein wenig mit der grossen Kelle anrichten. Gut gelungenes Finale mit kleinen Wehmutstropfen auch wenn die nur wegen des endgültigen und absoluten Endes (es sei denn man kommt in nächster Zeit auf die Idee das ganze zu rebooten) sein könnten.

7 Responses to “Wir reden über: Harry Potter and the Deathly Hallows Part 2”


  1. 1 bullion August 10, 2011 um 11:35 am

    Kann ich so unterschreiben. Bin mit ähnlichen Gefühlen aus dem Film rausgegangen.

  2. 2 Dos Corazones August 10, 2011 um 12:30 pm

    Hoffentlich gibt es zumindest nicht in nächster Zeit schon ein Reboot der Reihe. Harry Potter braucht erstmal Ruhe und mit etwas Distanz kann man in Zukunft bestimmt eine abgerunderte und durchdachte Reihe neu starten.

  3. 4 spanksen August 11, 2011 um 1:57 pm

    Er war ok, ich finde ja generell das Potter total fehl besetzt ist, aber er hat mich unterhalten

  4. 6 Dr. Borstel August 13, 2011 um 3:00 pm

    Jawollja. Abgesehen von der Dumbledore/Bahnsteig-Nummer, die ich vollkommen lächerlich fand, ein sehr gelungener Abschluss.

  5. 7 k1von3 August 13, 2011 um 11:17 pm

    Ähnlich wie du habe ich meine Eindrücke geschildert.

    Man muss erkennen, der „Film“ ist gut. Die Geschichte wurde aber wie zu oft nicht 100%ig wiedergegeben.

    Wehmütig bin auch ich, dass es zu Ende ist – fühle somit mit dir 🙂
    Gerne gelesen!


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