Wir reden über: American McGee’s Alice vs Tim Burtons Alice in Wonderland

Der ehrenwerte Herr Damian hat ja hier und auch hier schon mal dezent angedeutet, dass Tim Burton mit seiner Verfilmung von Lewis Carrolls Kinderbuchklassiker ein bisschen und ein ganz klein wenig ins Klo gegriffen hat und diese im Vergleich mit American McGee’s Alice ziemlich alt aussieht. Ich muss auch zugeben, dass Burton am Beispiel  seiner anderen Werken diesmal auf der Weichspülschiene gefahren ist und das ganze ruhig ein wenig blutiger hätte ausfallen können. Doch wie sieht es im direkten Vergleich der beiden Adaptionen aus? Blutiger ist nicht immer gleich besser und trotzdem ich das Spiel abgrundtief liebe fand ich den Film eigentlich auch nicht schlecht. Deshalb hier das nächste Versus! American McGee gegen Tim Burton! Krank gegen…noch kranker?

Story:

Grundlegend ist der Ausgangspunkt der beiden Stories ziemlich ähnlich. Alice kehrt nach mehreren Jahren zurück ins Wunderland und merkt, dass dieses sich komplett verändert hat…doch wer hat den besseren Ansatz gefunden?

Nachdem ein Feuer ihre gesamte Familie auslöschte wird Alice Liddel für mehrere Jahre aufgrund ihres dadurch verursachten geistigen Zustandes in ein Irrenhaus gesteckt. Sie versucht zwar ins Wunderland zu flüchten, doch dieses hat sich aber von der herrlich surrealen Traumlandschaft in ein infernalisches Alptraumreich verwandelt, wo die Herzkönigin mit eiserner Hand eine grausame Tyrannei errichtet hat und es liegt nun an Alice dieses und sich wieder in den Ursprungszustand zu versetzen.

Alice Kingsleigh ist mittlerweile 19 Jahre alt geworden und deshalb im besten Alter um zu heiraten. Auf einer Gartenparty soll sie den Heiratsantrag von Hamisch einem befreundeten Lord annehmen der aber so gar nicht Alice‘ Vorstellungen entspricht. Als sie dann ein weisses Kaninchen entdeckt folgt sie lieber diesem und landet prompt wieder im Wunderland dort wird ihr gesagt, dass nur sie die mittlerweile angebrochene autoritäre Herrschaft der Roten Königin beenden könne in dem sie am Blumertag den Jabberwocky mit der Vorpalklinge erschlägt.

Tim Burtons Ansatz ist eigentlich ziemlich gut, doch vom Meister der Werke wie Sleepy Hollow oder Nightmare before Christmas hervorgebracht hat, hätte ich persönlich ein bisschen mehr erwartet, alles wirkt viel zu lieblich und kindlich, immerhin kommen  bei den Szenen mit dem Jabberwocky einige Gruselmomente auf.

American McGee’s Alice und auch der Nachfolger Alice: Madness Returns gehören für mich zu den besten Spielen dieich  je gespielt habe, als wäre man in einem interaktiven Horrorfilm gelandet. Allein der Gedanke Alice‘ Wunderland in eine Hölle zu verwandeln ist dermassen krank dass es einfach nur wieder genial ist, das ist einfach nicht zu toppen

1:0

 Stil:

Die Geschichte von Lewis Carroll bietet ja seit jeher Künstlern eine schier grenzenlose Freiheit zur Umsetzung des Materials. Wobei das Wunderland selbst sich natürlich da als wilde Fantasiewelt, mit seiner gesamten Nonsensartenvielfalt, geradezu aufdrängt  sei es nun zum Guten oder Schlechten.

Bedingt durch die traumatischen Erlebnisse aufgrund des Feuertodes ihrer Eltern und dem damit verbundenen Aufenthalt in der Irrenanstalt hat sich auch das gesamte Wunderland welches stets ein Spiegel von Alice‘ Psyche war natürlich auch verändert. Der Wahnsinn breitete sich überall aus und die einst so fröhlichen Gefilde verwandelten sich in ein Kriegsgebiet aus Angst und Unheil. Die Bewohner selbst, seien sie nun Gut oder Böse, mutierten zu Horrorgestalten die entweder der Terrorherrschaft der diabolischen Herzkönigin folgen oder sich gegen sie verschworen haben.

Nachdem Alice mehrere Jahre nicht mehr ins Wunderland…ähhm Verzeihung Unterland gereist ist und es mit ihrer Fantasie geprägt und verändert hat, machte sich die Rote Königin selbstständig und errichtete eine Diktatur und weite Teile des Landes kontrolliert. Zwar ist alles noch mehr oder weniger so wie Alice es verlassen hat und auch die Bewohner erkennt man sofort wieder, dennoch hat die Kontrolle der Königin einigen ihren Tribut abgefordert.

Wer Filme wie Sleepy Hollow, Batman Rerturns oder auch Sweeney Todd kennt erwartet von Tim Burton ein gewisses Mass an Morbidität, was man aber über weite Strecken vergeblich sucht. Zwar ist das Wunderland genau so wie man es sich vorstellt doch zu sehr lehnt es sich an die berühmte  Zeichentrickvorlage von Disney an, was nur schon allein an den Schlössern der beiden Königinnen zu erkennen ist welche exakte Kopien des berühmten Cinderalla-Schlosses im Logo des Konzerns sind. Von Burton hätte man etwas mehr eigene Innovation erwartet

Der Stil der Alice-Spiele ist eine Mischung aus Steam Punk, Goth und Viktorianischen Elementen.  Im ersten Spiel sieht zwar alles noch kantig und klobig aus, doch die Atmosphäre kommt trotzdem zum tragen überall sieht man den Horror sich ausbreiten und wenn man vor der kannibalischen Herzogin oder dem mechanischen Jabberwocky steht weiss man, dass man mitten in einem Alptraum gelandet ist. In Alice: Madness Returns geht man dafür wieder subtiler vor zwar sind weite Teile des Wunderlandes immer noch verzerrt und verwüstet doch es gibt auch Orte der Ruhe und Schönheit wie das Tal der Tränen oder der mysteriöse Osten die einfach perfekt mit dem ganzen Rest harmonieren.

2:0

Charaktere:

Alice

Alice ist die Hauptfigur der Geschichte, mehr noch ohne sie gäbe es das ganze Wunderland mit all seinen Verrücktheiten überhaupt nicht. Sie zeichnet sich durch ihre Neugier, Höflichkeit und ihre schnelle Auffassungsgabe aus aber auch das sie stets mit einem etwas naiven Blick durch die Welt geht.

Alice Liddel obschon sie eigentlich von ihrem Wahnsinn in die Knie gezwungen sein müsste, ist zumindest im Wunderland immer noch die gleiche geblieben mit Ausnahme von ihren jetzt ziemlich ausgeprägten Zynismus vielleicht. Entgegen den üblichen Darstellungen ist sie hier nicht blond sondern dunkelhaarig. Sie ist im ersten Teil 18, in der Fortsetzung 19 Jahre alt. Was sich aber sicher an ihr geändert hat ist, dass sie nun zu einer perfekten Kriegerin geworden ist, der diverse Waffen wie die berühmte Vorpalklinge, ein Croquetschläger oder eine maschienenpistolenähnliche Pfeffermühle zur Verfügung stehen. Zudem kann sie auch ihre Gestalt verändern und zur Zwergin, Riesin die mit einem Fusstritt eine ganze Armee auslöschen kann oder zur bluthungrigen Furie, mutieren. Im Original leiht ihr die britische Schauspielerin Susie Brann ihre Stimme.

Alice Kingsleigh (Mia Wasikowska) ist inzwischen 19 Jahre alt und hat ihre Erlebnisse im Wunderland so gut wie vergessen. Auf ihrer eigenen Hochzeitsfeier jagt sie aber einem weissen Kaninchen nach und landet dabei prompt wieder im Kaninchenbau. Jedoch mag sie alles was mit ihr geschieht  nicht so recht akzeptieren und geht höchst zögerlich durch die neue-alte Wunderwelt. Als Beweis fungiert oft, dass ihre Kleider beim verändern ihrer Grösse nicht mehr mitwachsen und sie dadurch öfters gezwungen ist ihre Blösse zu verdecken. Selbst als sie ihrem Schicksal direkt ins Auge blicken muss, weiss sie nicht so recht was sie tun soll und kann nur durch viel Glück als Siegerin vom Platz gehen. Ihre Waffe ist hier ebenfalls das Vorpal-Schwert und diverse Verbündete wie der Hutmacher oder der Bandersnatch stehen ihr dabei unterstützend zur Seite.

Wie gesagt sollte Alice die Hauptfigur sein und wissen was sie einst erschaffen hat, doch man entschloss sich ihr diese Erinnerungen zu nehmen. Ansich kein schlechter Schachzug, da jeder einmal vor der Schwelle zum erwachsenwerden stand oder stehen wird, doch an der Umsetzung verbrannte man sich ein wenig die Finger. Optisch passt Mia Wasikowska zwar zu Carrolls Heldin und macht auch sonst eine durchaus ansehnliche Figur aber ihre Darbietung lässt durch ihre wenige Erfahrung doch ein wenig zu wünschen übrig und wirkt eher fremd in der ganzen Wirrheit.

American Mcgee’s Alice ist stark und doch zerbrechlich zugleich ständig schwankt sie zwischen den Extremen hin und her und findet dann doch immer einen Weg sich selbst in Gleichgewicht zu behalten. Ihr einziges Ziel dabei ist sich selbst und das Wunderland wieder in Ordnung zu bringen und das nimmt man ihr auch zu hundertprozent ab angesichts der Tatsache, dass sie sich durch eine schier endlose Anzahl von Gegnern gemetzelt hat.

3:0

Grinsekatze

Die Grinsekatze (im Orginal Chesihre Cat) ist neben Alice sicher die bekannteste Figur aus den Geschichten. Ihr Name leitet sich von der englischen Redewendung „To grin like a Cheshire Cat“ was im deutschen etwa dem Ausspruch „Wie ein Honigkuchenpferd grinsen“ gleichkommt. Sie zeichnet sie natürlich in erster Linie durch ihr ständiges Grinsen aber auch durch ihre Fähigkeit teilweise oder komplett verschwinden zu können aus.

Die Grinsekatze (oder Grinsekater in dem Fall) die Alice ihren Weg mit kleinen Rätseln und Hinweisen ebnet ist ebenso verunstaltet wie die restliche Bevölkerung des Wunderlands. Ausgemergelt und mit Tattoos übersäht wirkt sein blutendes Grinsen noch viel viel gruseliger. Dennoch ist sie Alice stets ein treuer Begleiter der am liebsten in Rätseln spricht um sie auf ihre nächste Aufgabe vorzubereiten. Im englischen ist Roger L. Jackson für den Sprechpart zuständig.

Auch hier ist die Katze ein Kater und hört auf den Namen Cheshire (wie innovativ :D) er war es der Alice nach der Bandersnatch Attacke entdeckte und ihr geraten hatte den Hutmacher aufzusuchen. Er gehört zum Wiederstand der den Sturz der Königin plant hält sich aber am liebsten aus allem raus. Sein Aussehen ist klar erkennbar eine graue Katze mit türkisen-leuchtenden Streifenmuster, sein Grinsen ist fast breiter als sein Gesicht und wirkt beinahe unheimlich. Die Fähigkeiten die er besitzt sind neben den schon oben beschriebenen, noch das er fliegen oder zumindest schweben und seine Gestalt verändern kann. Der britische Schriftsteller, Schauspieler und Regisseur Stephen Fry leiht ihm dabei seine Stimme.

Beide Katzen sind auf ihre Art perfekt umgesetzt worden. Einerseits ist da die dahinsiechende Horrorversion die der Vorlage entsprechend in Rätseln und Nonsensesätzen spricht und dabei zum heimlichen Star der Spiele wurde. Andererseits Stephen Frys Darbietung als gewohnt englischer Gentleman der es doch schafft der Katze die nötige Glaubwürdigkeit zu verleihen um aus der Masse herauszustechen dazu kommt das mir bei Anblick des Pelztieres genauso ein Schauer über den Rücken läuft wie beim dem anderen.

4:1

Verrückter Hutmacher

Der verrückte Hutmacher (Mad Hatter oder nur Hatter im englischen) liebt es Teeparties jeglicher Art zu veranstalten und dabei seine Trinkgesellen der Märzhase und die Haselmaus um sich zu haben.  Der Name leitet sich auch wieder durch die englische Redensart „Mad as a hatter“ (Verrückt wie ein Hutmacher) ab, die darauf zurückgeht, das den Hutmachern im 19. Jahrhundert oft zugeschrieben wurde, sich durch den häufigen Gebrauch von Quecksilber bei ihrer Arbeit oft schwere Vergiftungen zuziehen.

Das Wort „Verrückt“ passt auf den Hutmacher, den Alice bei ihrem Besuch im Wunderland antrifft perfekt zu, auch ist er nicht länger ein Hutmacher im eigentlichen Sinne sondern ein wahnsinniger Wissenschaftler der aus seinen zwei Freunden längst Versuchstiere für seine kranken Experimente gemacht hat. Er selbst ist auch teilweise zur Maschine geworden, wie man in Alice: Madness Retruns feststellen muss da er nun vom Märzhasen und der Haselmaus aus seinem Reich vertrieben wurden weil sie dort selbst eine Terrorregime aufbauten und in dabei in seine Einzelteile zerlegten.

Tarrant Hightop (Johnny Depp) war einst der Hofhutmacher der weissen Königin, seit er aber durch die Herrschaft der Roten Königin gezwungen wurde zu fliehen, veranstaltet er seither unentwegt Teeparties und hofft darauf, dass Alice eines Tages zurückkehren wird um die Königin zu stürzen. Er spricht mit stark ausgeprägten schottischen Akzent und ihm ist nichts wichtiger als sein Hut.

Johnny Depp versucht seiner Figur so viel Exzentrik und Irrsinn wie nur möglich zu verleihen, doch genau dabei scheint er ein wenig zu scheitern. Durch diesen Versuch wirkt sein Charakter fast zu unglaubwürdig und man fühlt sich an Figuren wie zum Beispiel Willy Wonka erinnert, die Depp auch nicht unbedingt Glück brachten. 

Vom Charakter her zwar nicht die beste Figur aus dem Spiel aber die Umsetzung ist trotzdem ziemlich gelungen. Die Idee ihn als Wissenschaftler und Techniker darzustellen beweist wie sehr man versuchte sich von der Originalvorlage zu lösen aber dennoch beim Ursprung zu bleiben was immer noch durch dessen Besessenheit von Tee unterstrichen wird.

5:1

Jabberwocky

Das Gedicht „Jabberwocky“ taucht zum ersten mal bei „Alice hinter den Spiegeln“ auf und ist eigentlich mehr eine Aneinanderreihung von Nonsensewörtern. Figuren wie der Bandersnatch, der Jubjub-Bird oder eben auch der Jabberwocky fanden daraufhin ihren Weg in den Sprachgebrauch oder die Popkultur. Allgemein ist der Jabberwocky ein drachenähnliches Wesen, dass nur durch die Vorpalklinge getötet werden kann, indem man ihm damit den Kopf abschlägt.

Der Jabberwocky ist der gefährlichste Krieger der Herzkönigin und zugleich auch ihr ergebenster Diener. Er stellte sich Alice zweimal in den Weg wobei er beim zweiten Kampf zuerst gegen den Greif antreten musste, den er dann tötete. Nach einem erbitterten Kampf wird er dann endgültig von Alice getötet wobei sie ihm noch sein Auge aussticht um es fortan als Waffe zu benutzen. Sein Körper besteht zu grossen Teilen aus mechanischen Elementen die wahrscheinlich vom Hutmacher hergestellt wurden.

Während Alice als Champion der Weissen Königin ausgewählt wurde ist der Jabberwocky jener der Roten. Er kann sich während er schläft in Stein verwandeln und wird nur durch den Ruf seiner Herrin geweckt. Er speit Feuer und Blitze, kann fliegen und ist dazu noch mit tödlichen Klauen und Zähnen bewaffnet. Er wird in der Entscheidungsschlacht um das Wunderland nach einem Kampf mit Alice von ihr mit dem Vorpal-Schwert enthauptet. Der britische Schauspieler Christopher Lee der unter anderem schon Dracula, den Zauberer Saruman aus Herr der Ringe oder Darth Tyranus bei Star Wars spielte, leiht ihm seine Stimme

Leider sind die Auftritte des Jabberwockys bei American McGee viel zu rar, als dass man sie richtig geniessen könnte, den entweder befindet man sich im dann gerade im Kampf mit der Bestie oder man sieht ihn wegfliegen. Dennoch ist er äusserst furchteinflössend und wirkt mit all seinen Maschienenprothesen wie eine kranke Fantasie der Zukunft aus dem 19. Jahrhundert. Leider kommt er im zweiten Spiel der Reihe nicht mehr vor.

Ebenso ist Christopher Lees Darbietung als Ungetüm viel viel zu kurz, dennoch geniesst man jede Sekunde davon. Die Macher des Films liessen sich dabei von den alten Illustration der Bücher inspirieren und erschufen wirklich eine wahrhaft furchterregende pechschwarze Bestie. Die besten Minuten des Films.

5:2

Königin

 „Kopf abschlagen“ ist wohl der Lieblingsausspruch der zeitweise ziemlich launischen Herrscherin des Wunderlandes. In einem, von einem Irrgarten umgebenen Schloss lebt sie von ihren Kartenwachen umgeben und vertreibt sich am liebsten die Zeit in dem sie Croquet mit Flamingos und Igeln spielt.

Nachdem dem Alice dem Wahnsinn die Tür ins Wunderland öffnete verwandelte sich die Königin in ein abscheuliches Monster welches nun jeden Winkel des Landes kontrolliert. Mit ihren blutsaugenden Tentakeln hat sie ihr ganzes Schloss in ein lebendes Wesen transformiert welche nun jeden Eindringling schon am Eingang in „Empfang“ nehmen. Die Königin ist der finale Gegner im ersten Spiel und wird von Alice nach einem langen Kampf schlussendlich besiegt. Im Nachfolgerspiel hat sie sich tief ins Schloss zurückgezogen wo sie langsam ihre Kräfte regeneriert, wobei ihr gesamtes Schloss mittlerweile zu einer untoten öden Landschaft verkommen ist.

Die Rote Königin Iracebeth (Helena Bonham Carter) hat ihrer Schwester Mirana die Herrschaft über das Wunderland abgerungen und kontrolliert nun die Geschehnisse von ihren Schloss Salazan Grum aus. Ihr stehen dabei diverse Handlanger zur Seite, doch geliebt wird sie dabei von niemanden. Nachdem Alice ihren Champion den Jabberwocky im Kampf besiegt hat wird ihr die Krone abgenommen und sie wird in den hintersten Winkel des Wunderlandes verbannt. Ihr übergrosser Kopf ist stets der Mittelpunkt des Gespötts ihrer Untertanen.

Wer einen guten Bösewicht abgeben will, der muss den Hass aber auch eine gewisse Bewunderung des Zuschauers auf sich ziehen. Dies schafft Helena Bonham Carter keine Sekunde, ihre Darstellung der zornigen Königin, die mehr an eine quängelndes Kleinkind erinnert, geht einem je länger der Film dauert auf mehr die Nerven und man möchte sie nur noch scheitern sehen.

Das manifestierte Böse, in Form der Königin, dass das Wunderland im ersten Spiel fest im Griff hat ist überall spürbar. Die Bewohner wagen es ja kaum ihren Namen auszusprechen ohne einem Nervenzusammenbruch nahe zu kommen. Nach ihrem Niedergang tritt sie Alice als ihr jüngeres Selbst entgegen was beweist wie sehr ihre Schicksale verbunden sind.

6:2

Schöpfer:

 American James McGee war bevor er sich selbstständig machte als Entwickler bei Spielen wie Doom oder Quake beteiligt. Sein erstes eigenes Spiel American McGee’s Alice erhielt sowohl von den Kritikern als auch von den Spielern aufgrund seiner Innovation äusserst positive Bewertungen. Nach diesem folgten unter anderem Titel wie Scrapland, Bad Day L.A. oder American McGee’s Grimm. Sein jüngstes Spiel Alice: Madness Returns ist die Fortsetzung des erfolgreichen Alice Spiels und erzählt von ihrer Rückkehr ins Wunderland. Die Spiele sind vor allen an ein jugendliches und erwachsenes Publikum gerichtet und sind meist ziemlich brutal.

Tim Burton begann seine Karriere als Zeichner und Regisseur bei den Disney Studios wo er bei Filmen Cap und Capper oder Taran und der Zauberkessel mitarbeitete. Mit Edward mit den Scherenhänden veröffentlichte er seinen ersten Film in Eigenregie, wobei dies auch gleich der Beginn, der bis heute anhaltenden Zusammenarbeit mit Johnny Depp war. Es folgten Filme wie Batman, Sleepy Hollow, Big Fish oder Alice im Wunderland. Zurzeit arbeitet er an einer Neuauflage der 60er Jahre Fernsehserie Dark Shadows.

Beide Künstler beweisen mit ihren individuellen Stilen, dass sie ein gutes Händchen für das makabere und gruselige Besitzen. Wobei Tim Burton aber nicht nur das düstere mag und mit Werken wie Charlie und die Schokoladenfabrik auch äusserst farbenfrohe Filme produziert hat. American McGee hingegen setzt ganz auf Horror und Schocker und selbst wenn er mal was fröhliches wie Grimm kreiert ist es doch  nicht unbedingt für Kinder geeignet.  

6:3

Fazit:

Alice im Wunderland ist eine Welt für sich und lädt zu den verschiedensten künstlerischen Interpretationen ein. Wer es schafft diesen Zauber einzufangen, wird sicher damit Erfolg haben. Burton und McGee haben mit ihren Versionen gleichermassen beim Publikum Gewinn einfahren können, doch McGee wagte dabei um einiges mehr und liess Alice eine Reise in den Wahnsinn antreten wo ihr hunderte Spieler folgten und hellauf begeistert waren…genau wie ich!

13 Responses to “Wir reden über: American McGee’s Alice vs Tim Burtons Alice in Wonderland”


  1. 1 Dos Corazones Juli 30, 2011 um 1:32 am

    Interessanter Vergleich zwischen Film und Spiel. Und damit machst du mir noch mehr Lust auf Madness Returns – nicht weil er hier im Vergleich besser wegkommt (den Film finde ich äußerst schwach), sondern weil sich die Welt einfach interessant anhört.

  2. 3 ich33 September 22, 2012 um 11:13 pm

    Hat mir Heute ne Freundin gezeigt (das Spiel) und es ist unheimlich… Unheimlich geil! Aber der Film war auch nicht schlecht (hätte aber noch besser sein können!)

  3. 5 Dos Corazones November 25, 2012 um 1:37 pm

    Ich habe ja mittlerweile auch das American McGees Alice gespielt (also die neuere Fassung). War zwar kein perfektes Spiel, aber die Welt fand ich einfach herrlich morbide. Im Grunde so, wie ich sie mir in einem Film von Tim Burton gewünscht hätte.

  4. 7 Xander November 25, 2012 um 5:06 pm

    Den Film fand ich sehr enttäuschend, das Spiel kenne ich nur von deiner ausdauernden Berichterstattung, mit der du aber auf jeden Fall mein Interesse geweckt hast. Wird irgendwann angeschafft!

  5. 9 nephtyis Januar 26, 2013 um 12:03 am

    Hallo, ich bin gerade auf der Suche nach Inspirationen für ein madness Kostüm und kam durch google auf diesen Post und ich mag deine Gegenüberstellung sehr und fand sie echt gut zu lesen. Ich kann deiner Meinung bezüglich der Kritikpunkte von Burton etc nur zustimmen und kann auch nur immer wieder davon schwärmen wie genial mcgee das alles inszeniert hat ♥ Danke für deinen Text und soeben habe ich auch deine cosplays dazu entdeckt- herrlich 🙂 Habe die ganze Zeit gegrübelt wie die Grinsekatze umgesezt werden könnte 😀 Also ich werde hier in nächster Zeit noch öfter vorbeistöbern 🙂 Danke für die Inspiration und Liebe Grüße

    • 10 maloney Januar 26, 2013 um 1:20 pm

      Willkommen und es freut mich wenn dir mein Text hier gefallen hat, ich hab wirklich versucht gerecht zu sein aber es ist nun mal so, dass McGee die tausendmal bessere und auch krankere Version des Wunderlandes gemacht hat und das sag ich als grosser tim Bruton Fan!

      Hab auch kurz bei dir vorbei geschaut und wird wahrscheinlich auch öfters vorbeikommen, im Feed bist du schon 😉

  6. 11 lisa schmidtlein März 9, 2013 um 8:13 am

    Ich kenne beides sowohl habe ich den film gesehen und das Spiel gespielt und ja von der auf machung her ist das spiel besser weil mich von anfang an dieses düstere unheimlichlich sehr gereitzt hat. Es ist ein tolles Spiel und ist echt zu empfehlen. Allerdings finde ich den Film auch klasse ja klar er ist jetzt nicht mit Meisterwerken wie the nightmare for christmas, sleepy hollow oder auch sweeny todd zu vergleichen einfach weil ich die unheimlicheren Filme von ihm einfach lieber mag allerdings muss man bei seinem Alice im Wunderland auch beachten dass das ein didney Film is und so auch für kleinere Kinder gedacht war und das Spiel ist ja ab 16 vielleicht ist das ja auch eine der Gründe warum der Film nicht so unheimlich ist wie gewöhnt von Tim Button ich finde jedenfalls beides gut Film wie Spiel ! Danke:)

  7. 12 lisa schmidtlein März 9, 2013 um 8:16 am

    Ah ich meinte naürlich Disney entschuldigt den schreib Fehler:(


  1. 1 1. Allgemeine Altpapiersammlung « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu November 25, 2012 um 8:01 am

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