Wir reden über: X-Men: First Class

„Wer…was sind sie? – Let’s just say I’m Frankenstein’s monster and I’m looking for my creator. „

Als ich das erste Mal hörte , dass die X-Männer erneut mit einem Film die Leinwand stürmen wollen, war ich ja zunächst ziemlich stutzig. Zum einen weil der Vorgänger X-Men Origins: Wolverine ziemlich floppte und zum anderen weil ich mich wirklich fragte ob ein Sequel dann noch funktionieren und Sinn machen würde, zumal die „coolen“ Mutanten wie Wolverine Nightcrawler oder Rogue nicht mal darin vorkommen (naja fast 🙂 ). Zum Glück wuchs aber meine Begeisterung seit erscheinen des ersten Trailers stetig, weshalb es dann auch nicht sonderlich erstaunlich war, dass ich mir X-Men: Erste Entscheidung (boahh wie das klingt XP) in bester Platzlage am gestern am Premierentag zu Gemüte führte.

Story:

In einem Konzentrationslager in Polen (vermutlich Auschwitz) im Jahr 1944 entdeckt man bei einem kleinen Jungen sonderbare Fähigkeiten. Genauer gesagt kann der kleine Erik Lensherr Metall jeglicher Art manipulieren, dass Problem ist jedoch, dass er diese Fähigkeiten nur unter Einfluss von sehr starken Gemütszuständen, vorzugsweise Wut, einsetzen kann. Beim Versuch Erik dazu zu zwingen seine Kraft einzusetzen, erschiesst der Lagerarzt, Doktor Schmidt  dabei dessen Mutter und entfesselt somit sein ganzes Potenzial. Jahre später hat Erik seine Fähigkeiten perfektioniert und ist nun in der ganzen Welt auf der Suche nach Schmidt um Rache an diesem zu üben. Dabei trifft er auf den Telepathen Charles Xavier der von der CIA beauftragt wurde, zusammen mit weiteren Mutanten, Schmidt der sich nun Sebastian Shaw nennt ebenfalls ausfindig zumachen und zu verhindern dass dieser den 3. Weltkrieg zwischen der USA und der Sowjetunion anzettelt.

Stil:

Obwohl man weiss, dass der Film eine Comicverfilmung und dazu noch ein X-Men Film ist, hat man streckenweise mehr das Gefühl in einem alten James Bond gelandet zu sein. Xaviers mit Atombunker, Radioteleskop und Trainingsgelände ausgestattetes Hauptquartier kommt daher auch mehr der MI6 Zentrale gleich. Trotzdem schlägt der Comiccharme immer wieder durch und die eher wenig bekannten Mutanten wie Angel Salvadore oder Darwin sind äusserst einfallsreich umgesetzt worden und man merkt dass man einen ernsteren und seriöseren oder zumindest differenzierteren Ton als noch zum Beispiel bei X-Men: The Last Stand, anschlagen will. Bei First Class handelt es sich ja offiziell um ein Prequel der ersten Filme und nicht um einen Reboot, so sind auch die Figuren nach den Vorbildern von Schauspielern wie Patrick Stewart oder Ian McKellen ausgewählt  worden, dennoch könnte man ihm vorwerfen, dass gewissen Zentrale Elemente so vorher  nie thematisiert wurden wie etwa Mystiques Beziehungen zu Charles oder Hank McCoy alias Beast, welche aber der Story nur noch zusätzlich Tiefe und Glaubwürdigkeit verleihen.

 Charaktere:

Von allen Figuren nahm Erik „Magneto“ Lensherr verkörpert von Michael Fassbender so ziemlich die meiste Spielzeit in Anspruch, wobei ich dabei aber jede Minute davon genoss. Allein schon die herrliche an Inglourious Basterds angelehnte Szene in der Bar Argentinien rechtfertigt allein schon, das sehen Films. Man merkt dadurch auch schon, dass das ganze auch ursprünglich als reine Magneto Entstehungsgeschichte geplant war und die innere Zerrissenheit die Erik zwischen der Wahl für seinen Freunden oder der  Rache an Shaw bringt Fassbender mit jeder Faser seines Körpers rüber. Ich würde sogar so weit gehen und ihn als bisher besten Superheldendarsteller (ja kann man gelten lassen) seit langen bezeichnen. Der Rest der Truppe macht daneben aber trotzdem einen guten bis sehr guten Job. James McAvoys Professor X ist im Vergleich zu Patrick Stewart um einiges humorvoller und weniger verkrampft, was man aber mit dem Fehlen eines Rollstuhls erklären könnte. Nicholas Hoults Beast sieht in seiner tierischen Form schon glaubwürdiger aus als damals noch Krümelmonster Kelsey Grammer. Nazi/Kommunist/Möchtegernweltherrscher/Mutant Kevin Bacon sieht zwar für mich je älter je lustiger aus, dennoch gibt er einen ziemlich glaubwürdigen Ränkeschmieder ab, doch das Deutsch sprechen sollte er in Zukunft vielleicht lieber lassen 🙂

Fazit: 

Ich würde den Film zweifellos zum besten der Reihe küren. Der Fokus wurde viel weniger auf die Mutanten an sich, sondern auf die Menschen dahinter gelegt. Eriks und Charles Freundschaft wurde in den Fortsetzungen zwar immer wieder thematisiert aber so zentral wie hier war sie wohl noch nie, daher leidet man auch nach Magnetos von ihm nur umso mehr mit. Raven aka Mystique‘ ist ebenfalls viel mehr ins Rampenlicht gerückt wurden und trotz der schuppig-blauen Haut hofft man dass das doch immer noch unschuldigen Mädchen seinen Platz noch finden wird. X-Men: First Class, beweist, dass nicht nur Chris Nolan mit seinen Batman-Verfilmungen glaubhauft Superhelden auf die Leinwand bringen kann…so gefällt mir das und will in Zukunft mehr davon sehen!

7 Responses to “Wir reden über: X-Men: First Class”


  1. 1 Ey Lou Juni 10, 2011 um 8:18 pm

    Wenn Anna Paquin nicht wenigstens in einer schauspielerisch belanglosen Nebenrolle zu sehen ist, kann das hier definitionsgemäß nicht der beste Teil der Serie sein. Ende der Diskussion.

  2. 3 donpozuelo Juni 11, 2011 um 11:35 am

    Ach ja, Michael fassbender ist großartig! Ich fand den ja großartig. wie gesagt, war ja fast ein bisschen schade um die anderen schauspieler 😀


  1. 1 Review: X-MEN: FIRST CLASS « ChristiansFoyer Trackback zu Juni 10, 2011 um 7:49 pm
  2. 2 ChristiansFoyer : Review: X-MEN: FIRST CLASS Trackback zu Juli 6, 2011 um 2:55 pm
  3. 3 Review: X-Men: Erste Entscheidung (Film) - Medienjournal Trackback zu April 26, 2013 um 7:21 pm
  4. 4 Wir reden über: The Wolverine | The Sweet Nonsense Trackback zu August 11, 2013 um 2:00 pm

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s




Aktuell:

Stimmung:
Amerikanisch
Schauen:
Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.
The Legend of Korra - Book 2 : Spirits
The World's End
Hannibal
Shingeki no Kyojin (Attack on Titan)
Hören:
Daft Punk - Random Access Memories
Caravan Palace - Caravan Palace
Lesen:
Homestuck
Spielen:
Flow
Flowers
Journey
Warten auf:
The Hobbit: The Desolation of Smaug
Captain America: The Winter Soldier
Machen:
Something, something,useless!

Wieviel mal geklickt?

  • 480.362 hits

%d Bloggern gefällt das: