Wir reden über: A Clockwork Orange

„Oh bliss! Bliss and heaven! Oh, it was gorgeousness and gorgeousity made flesh. It was like a bird of rarest-spun heaven metal or like silvery wine flowing in a spaceship, gravity all nonsense now. As I slooshied, I knew such lovely pictures!“

Es gibt Filme, die sieht man und geht raus in die Welt und weiss dass dies ohne Zweifel ein Meisterwerk zeitgenössischer Filmkunst war und sicher noch in hundert Jahren davon geredet wird. Dann gibt es die Filme die man sieht und auf der Stelle wieder vergisst oder vergessen möchte, sei es nun aufgrund der blossen Abscheulichkeit der man sich so eben ausgesetzt fühlte oder einfach nur weil  nichts davon hängen blieb. Aber dann gibt es noch die Filme von denen man nicht genau weiss was man von ihnen halten soll, zwar gelten sie als grosse Meisterwerke des Kinos aber man versteht nicht genau wieso, zwar sind entweder einzelne Zitate oder Figuren so sehr in der Popkultur verwurzelt dass man kaum an ihnen vorbei kommt aber deshalb heisst das noch lange nicht, dass der Film auch selbst gut oder zumindest SO gut wie er immer dargestellt wird ist und genau dieses Gefühl hatte ich bei Stanley Kubricks Uhrwerk Orange…naja zumindest im Moment.

Story:

Alex DeLarge ist zwar ein ausgesprochener Beethoven Liebhaber und auch sonst ziemlich kultiviert, dennoch vertreibt er sich die Zeit lieber damit mit seiner Gang den „Droogs“, Nacht für Nacht durch die Stadt zu ziehen und dabei Obdachlose zu verprügeln, Schlägereien mit anderen Gangs anzuzetteln oder wehrlose Frauen zu vergewaltigen. Als Alex bei einem erneuten nächtlichen Einbruch zu weit geht und sein Opfer sogar ermordet, wird er aufgrund eines Verrats seiner Gangmitglieder von der Polizei verhaftet und zu vierzehn Jahren Gefängnis verurteilt. Nach zwei Jahren in Haft beginnt er sich aber Gedanken zu machen wie er diese so schnell wie möglich verkürzen oder sogar ganz aufheben könnte. Da er von einer neuen Methode der Regierung weiss, die die kriminelle Energie in einem Menschen auslöschen kann, bewirbt er sich  sofort freiwillig dafür. Nachdem er sich dieser mehr oder weniger erfolgreich unterzogen hatte wird er als freier und geläuterter Mann in die Welt hinaus gelassen, doch schon bald muss er feststellen, dass Läuterung alleine bei weitem nicht genug ist.

Stil:

Gewalt ist das zentrale Element des Films oder „Ultraviolence“ wie Alex es ausdrücken würde . Sei es als aktives Element, angewendet von den Droogs gegen Unschuldige, Wehrlose oder später nach Alex‘ Entlassung aus dem Gefängnis als er selbst, eingeholt von seiner Vergangenheit zum Opfer der Angriffe wird und sich danach sogar versucht das Leben zu nehmen. Die rohe Gewalt wird zwar in Form von Schlägereien und ähnlichem sehr stark gezeigt, kommt aber ein höheres Element wie Vergewaltigung oder Mord hinzu blendet der Film dies sofrt mit gekonnten Schnitten oder Perpektivenwechseln aus. Dennoch wird man, oder zumindest ich, ein wenig verstört nach Ende des Abspanns zurück gelassen. Ein weiters Stilmittel das häufig verwendet wird, ist die Untermalung der Gewaltszenen mit klassischer Musik, vorzugsweise jene von Beethoven, sogar in der Geschichte selber in Form von Alex „Läuterungs“-Therapie eingesetzt führt sie später dazu dass jener diese nicht mehr hören kann ohne sich sofort umbringen zu wollen.

Charaktere:

Alex dient im Films als Protagonist, Antagonist und als Erzähler in einem und die Show die dessen Schauspieler Malcolm McDowell abgibt generell ziemlich überzeugend ist, wobei ich ihm erstaunlicher Weise den geläuterten Sünder mehr abnahm als der kaltblütigen Gewaltverbrecher. „A Clockwork Orange“ war auch seit langen der erste Film den ich mir bewusst mit deutschen Untertiteln ansah, da der Slang , der sogenannte Nadsat, der Droogs, insbesondere Alex‘, der dies den ganzen Film durchhält zum Teil ziemlich unverständlich war, da er zum einen sehr cockneylastig aber auch noch mit russischen Wortbrocken durchzogen war, um mit Dewotschka, Malchick oder Spatschka nur einige zu nennen. Neben dem „allmächtigen“ Alex blieb aber für Nebenfiguren beinahe kein Platz mehr, dennoch schafften es einige bei mir tortzdem einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, so etwa Alex‘ homosexuell angehauchter aber dennoch „strammer“ Jugendhelfer Mr. Deltiod oder der Bilderbuch Brite von Hauptwachtmeister.

Fazit:

„A Clockwork Orange“ gilt sicher als einer der einflussreichsten Filme überhaupt und fand schon in unzähligen weiteren Produktion seine Referenzen, obwohl ich überrascht war wie wenig mir davon bekannt vorkam, einzig die charakteristische Kleidung der Droogs und die Gehirnwäsche waren mir vertraut, der Rest liess mich dagegen ziemlich kalt. Der Film zeigt sicher auch auf unumstössliche Art und Weise auf, dass generell jeder Mensch eine dunkle und eine helle Seite in sich trägt und wie  leicht diese im menschlichen Verstand doch form- und veränderbar ist. Jedoch wie gesagt, sprach mich das alles nicht so wirklich an, vielleicht lag an den wirren Bildern oder an der übermässigen Gewalt oder ich muss das ganze einfach verdauen und zu einen späteren Zeitpunkt nochmal ansehen wer weiss? 🙂

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7 Responses to “Wir reden über: A Clockwork Orange”


  1. 1 Nils Juni 6, 2011 um 6:42 pm

    Werde ich mir noch aufsparen oder anders gesagt muss mich seelisch auf diesen Film vorbereiten!

  2. 2 Julian Juni 6, 2011 um 7:06 pm

    Einer meiner absoluten Lieblingsfilme & Bücher. Nadsat lernst du blitzgeschwind, wenn du das Buch liest (da ist ein kleines Lexikon drin). Der Film ist ein Klassiker, weil er einen völlig eigenen Stil hat (z.B. die Droog Kleidung, die es so in der Jugendkultur nicht gab, aber sie auch nicht völlig konstruiert wirkt), die Musik sich perfekt einpasst (Wendy Carlos hat da wirklich ihr Meisterwerk komponiert, allein die Titelmusik geht absolut unter die Haut), er eine perfekte Literaturadaption ist und nicht in einer bestimmten Zeit verankert ist. Im Prinzip kann das alles auch heute spielen, also auch von der Optik etc., da ja z.B. die einzig realen Platten im Plattenladen die Soundtracks zu Kubriks Filmen sind und Beethoven. Dann ist die im Film gezeigt Brutalität keinen Moment selbstzweckhaft, sie hat ihren Sinn und der Zuschauer wird immer wieder in den Film mit einbezogen (z.B. bei der Vergewaltigung, wo sich Alex zum Hausbewohner herunterbeugt, aber er dann den Zuschauer ansieht und sagt „Viddi well, viddi well!“, also „Schau gut hin!“), er wird zum Voyeur, zum nicht einschreitenden Mittäter. Das ist im Ganzen schon ziemlich genial.

    Ich hoffe das hilft bei der Verarbeitung. Ansonsten schau die den nochmal auf Deutsch an, ist nicht die schlechteste Synchro.

    • 3 maloney8032 Juni 7, 2011 um 6:40 pm

      Ich sehe Filme, wenn nicht anders möglich, immer im O-Ton an (O-Ton Nazi :)) wobei der Nadsat ja nicht wirklich unverständlich sondern eher gewöhnungsbedürftig war und ob mich mir das Buch noch ansehe weiss ich noch noicht…aber wie gesagt vielleicht sollte ich mir den Film eh nochmals ansehen um dessen tieferen Sinn zu verstehen

  3. 4 Xander Juni 6, 2011 um 8:02 pm

    Kenne ich noch nicht den Film, steht hier aber im Regal. Du hast mich jedenfalls noch etwas neugieriger gemacht…

  4. 5 donpozuelo Juni 7, 2011 um 7:25 am

    Auch einer meiner Lieblingsfilme. Ich finde den großartig. Allerdings kann ich nachvollziehen, wenn er dir nicht so sehr zusagt. Es ist zwar ein klassiker, aber irgendwo auch ein „schwerer“ Kubrick. Für Kubrick-Fans ist dieser Film ein absolutes Muss.

  5. 6 Verena Juni 7, 2011 um 12:35 pm

    Ein Film, der mich schon ein bißchen verstört hat. Den muss man erstmal verdauen. Würd ihn aber gerne nochmal sehen.

  6. 7 Dr. Borstel Juni 10, 2011 um 2:15 pm

    Toller Film, jetzt das Buch lesen, bitte. =)


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